The Damned - Werkschau

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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The Damned - Werkschau

Beitragvon monochrom » 14.12.2008 21:55

So, ich habe es ja schon angekündigt, nach Thunderforcens grandiosem Thread zur New Model Army wollte ich es ihm gleichtun, und eine der (in meinen Augen) wichtigsten Rockbands aller Zeiten durch ihr Werk begleiten. Die Rede ist von The Damned, der (höchstwahrscheinlich, wie diese Dinge so sind) ersten englischen Punkband die eine Platte herausbrachte.

Ich werde wie Thunderforce Album für Album durchgehen, und zu jedem Song mindestens einen Satz schreiben ("Not of this Earth" besitze ich allerdings noch nicht, sollte ich mir wohl mal zulegen). Ich bitte schon jetzt die Soundbeschreibungen zu entschuldigen, The Damned haben das mit dem "No Rules"-Gebot der frühen Punks vor allem musikalisch sehr ernst gemeint, ihre Songs sind deshalb nach dem ersten Album sehr oft nicht durch gängige Stilkategorien zu erfassen.

Wir beginnen mit einem Blick auf die Zeit vor The Damned bis zur endgültigen Formierung, und einer Vorstellung der drei Hauptcharaktere, denen wir danach in verschiedenen Line-Up-Konstellationen immer wieder begegnen. Das Bäumchen-Wechsel-dich-Spiel war über die lange Bandkarriere hinweg immer sehr ausgeprägt, was es zum Teil etwas verwirrend macht. Motörheads Lemmy meinte mal in einem Interview sinngemäß: "Well, I occasionally helped the guys out on different tours, but so did anybody in England who could hold a bass."

Before they became The Damned - Masters of the Backside

Hui, welch grandioser Bandname. Und was für ein lustiges Line-Up diese Band hatte - neben Dave Vanian, Rat Scabies und Captain Sensible, die danach die hier zu behandelnde Band gründeten, war noch Crissie Hynde (Später Leadsängerin der Pretenders) mit an Bord. Anscheinend gibt es keinerlei Tondokumente. Dies liegt vorrangig an dem damaligen Manager der Masters of the Backside, dem berüchtigten Malcolm Mclaren. Der war vorher in New York gewesen, hatte dort die Ramones und Television kennengelernt, und wollte in England etwas ähnliches aufziehen. Allerdings passte sein diktatorisches Auftreten den Masters of the Backside nicht, weshalb diese Konstellation schon bald zerbrach, und Malcolm sich nach blöderen und willfährigeren Opfern umsehen musste (Die er ja kurz darauf in den Sex Pistols fand, womit diese Geschichte ihren ziemlich peinlichen Gang gehen konnte).

Die Kehrseitenherrscher lösten sich auf, allerdings stieg aus ihrer Asche kurz danach The Damned auf. Und damit kommen wir zum ersten Line-Up, wo wir einige Herren treffen die wir danach immer wieder in dieser Band finden. Einzig und allein Dave vanian ist auf jedem Album mit dabei.

Meeting The Damed

Dave Vanian

Die Stimme von The Damned, und in meinen Augen der beste Punksänger aller Zeiten, was zum guten Teil daran liegt das er null wie andere Punksänger singt. Läuft meistens wie eine Art "Gothic Elvis" herum, also Lederjacke, Sonnenbrille, weiß geschminkt, oder gleich so richtig theatralisch. Von Peter Murphy, über Eldritch bis Manson haben inzwischen ganze Generationen an Düsterrocksängern seinen Stil mehr oder weniger kopiert, wobei das Original an Lässigkeit dann doch alle hinter sich lässt. Könnte zum guten Teil an seinem sehr britischen Humor liegen. Vanian gibt sehr selten Interviews und vermeidet öffentliche Auftritte abseits von Konzerten, anscheinend interessiert sich primär für Bücher und alte Horrorstummfilme. Verheiratet ist er mit Patricia Morrison (könnte von den Sisters of Mercy her ein Begriff sein), die uns auf den späteren Alben wieder begegnen wird. In den Punkten Charisma und Bühnenpräsenz spielt er in den obersten Gefilden der Champions League.

Captain Sensible

Der krasse Gegenpol zu Vanian, laut, punkig, bunt, mit starkem "Unartige Jungs"-Charme. Gleichzeitig ein sensationell guter Gitarrist, der live die wohl proggigsten Soli des Punkrock spielt. Überhaupt ist seine "strange and irrational love for 70s Prog-Rock" wohl einer der wichtigsten Gründe warum soviele Saufpunks die Band hassen, was dem Captain meilenweit am Podex vorbeigeht, da jene für ihn eh keine Punks, sondern nur blöde Spiesser sind. Für jedes Interview das Vanian nicht gibt, gibt Captain Sensible zehn, denn er hat viel zu so ungefähr jeder Art von Musik zu sagen. Bekifft Interviews vom Captain zu hören gehört zu den schöneren Beschäftigungen des Lebens, dies ist durchaus als Aufforderung zu verstehen. In den 80er Jahren hat der Captain in seiner Zeit fern von The Damned einige bizarre Singlehits auf dem Popmarkt gehabt, in Deutschland dürfte der fiese Frührap "Wot?" älteren Herrschaften ein Begriff sein. Noch etwas schecklicher ist "Happy Talk", aus einem Südseemusical von Ende der 40er Jahre. Captain Sensible hat mit diesen und anderen Solotiteln verflucht viel Asche verdient, was schön ist, da es ihn unabhängig macht. Bei manchen legendären Konzerten schafft es ein enthusiastisches Publikum auch ma,l ihn dazu zu bringen, diesen Mist mal wieder zu singen, das sind dann absolute Höhepunkte. Sicher einer der tollsten Charaktere des Rock'n Roll, auf einer Stufe mit Uns Lemmy.

Rat Scabies

Scabies kam von den legendären London SS, einer frühen Punkband in der auch Mick Jones (The Clash) und Tony James (Generation X, Sigue Sigue Sputnik) spielten. Unter den frühen Punks war er wohl mit der beste Drummer, was meiner Meinung nach nicht so arg viel sagt, aber immerhin. Scabies kann man wohl am ehesten als Vollblutpunkrocker sehen, wobei die Betonung da schon auch etwas auf Rock liegt. Wenn man über ihn liest, wirkt er gerne extrem durchgeknallt, aber auf eine durchaus liebenswerte Art. Wenn man mal etwas absurdes lesen will, dann könnte man "Rat Scabies und der heilige Gral" in die Hand nehmen, in dem Buch geht es um Scabies, und, nun ja, seine Suche nach dem heiligen Gral halt. Sehr, sehr britisch. Er ist schon länger nicht mehr in der Band, da er und der Captain anscheinend nicht mehr zusammen können. Man muss ihm aber auf jeden Fall anrechnen, daß er die Band in den härtesten Zeiten auf seinen Schultern getragen hat, so gut er konnte.

Brian James

Der Gitarrist der ersten beiden Alben (Sensible spielte anfangs Bass) verblasst neben diesen schillernden Charakteren immer etwas, hat aber nach The Damned durchaus noch in vielen anderen guten Bands gezockt, unter anderem bei Iggy Popp und den Lords of the New Church. James ist aber als Songwriter der frühen Tage sehr wichtig für The Damned gewesen, später übernahmen dann der Captain und Scabies diese Rolle. Mir kommt er immer ein wenig wie ein Pechvogel vor, besonders weil er Iggy Popp und Stiv Bators in grausigen Drogentagen erleben musste.


So, und Morgen geht es dann hoffentlich los mit "Damned, Damned, Damned".
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon My Friend Of Misery » 14.12.2008 22:59

Ich kenne (noch) keinen Ton, aber ich freue mich tierisch, dein Geschreibsel zu lesen.
Perfektion ist Langeweile.

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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Endamon » 14.12.2008 23:00

Da schließe ich mich an. Ich werde aber mal vorab auf youtube Songs anhören.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Susi666 » 14.12.2008 23:18

Oh, diesen Thread werde ich auch interessiert verfolgen. Ich kenn nur die Phantasmagoria-LP (und natürlich den Hit "Eloise"), aber mit der Punkphase bin ich nicht vertraut.
Kennt ihr dieses leichte Prickeln der Vorfreude und Herzklopfen, wenn ihr einen Thread öffnet, dessen neueste Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit beleidigter Leberwurst bestrichen ist?

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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon monochrom » 14.12.2008 23:41

Ach, was soll es, bringt ja nichts ohne Musik, ich fange schon mal an.

Damned, Damned, Damned

Am Geburtstag von Briam James, dem 18. Februar 1977, schafften es The Damned als erste englische Punkband eine LP auf den Markt zu werfen. Die Platte kam tatsächlich in die Charts (so semi-erfolgreich), aber natürlich wurde das Schaffen der Band, wie alles andere in der englischen Musik, in diesem Jahr von den Sex Pistols überschattet. Das Album gilt bis heute als eines wichtigsten Punkalben aller Zeiten, und wer das Album in seiner Sammlung hat gewinnt bei mir automatisch 100 Credibility-Punkte (Never mind the Bollocks gibt so 20 Punkte). Für seine Zeit sensationell aggressiv, Stakkato-Riffs, eigentlich die frühe Punkrockblaupause, mit extrem hoher Hitdichte.

1. Neat, Neat, Neat

Die zweite Single eröffnet das Album, aus heutiger Sicht klingt das ganze fast schon poppig, mit typischem 60er-Jahre-Surfrock-Bass, dazu einer kreischigen Gitarre und dem damals schon ziemlich lässigen Gesang von Vanian. Bis heute ein absoluter Konzertstandard, den Bubblegumpop-Refrain kann man sich kaum entziehen. Muss man eigentlich kennen. (9,0/10)

Alt und krachig: http://de.youtube.com/watch?v=4JeDxJkAorU

Neu und anhörbar, mit erzählter Einleitung: http://de.youtube.com/watch?v=G_hfXIwGQr4

2. Fan Club

Bei diesem Song hört man zum ersten Mal die später sehr viel ausgeprägtere Theatralik heraus. Das Riff klingt fast schon nach 70-er-Hardrock, wenn man genau hinhört kann man sogar noch etwas Blues entdecken. In den 60ern hätte man dazu wohl Garage Punk gesagt und in die 13th Floor Elevators-Ecke gesteckt, aber der Begriff Punk hat ja einen ähnlich radikalen Wandel durchgemacht wie später mal Crossover. Zum Glück wussten die Punks damals noch nicht das sowas false und untrue ist. Geile Nummer zum Autofahren, schön gehässig. (9,0/10)

Früher: http://de.youtube.com/watch?v=TInZRTNq8kM

Heute: http://de.youtube.com/watch?v=Xg7bf7c5SaA

3. I Fall

Wir werden wieder treibender, haben hier aber eher eine Füllernummer. Die gegen Ende sehr harten Gitarren weisen aber auch schon den Weg in die Zukunft, hier ahnt man schon das man auch vor Hardrockeinflüssen keine Angst hat (Was den New Yorker Bands so eher nicht passiert wäre). Kurzes Stück, ragt nicht weiter heraus. Schafft es immer mal wieder ins Programm. (7,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=H2GhgSk3xDk

4. Born to Kill

Hier klingt man zum ersten Mal etwas nach den amerikanischen Vorbildern. Sehr simple Nummer, die ich extrem liebe, weil - was brauch der Mensch eigentlich mehr? Ein Riff, ein paar Akkorde, ein typisches Rocksolo, eine coole Stimme, der Ansatz eines Refrains. Fertig ist eine klassische Rotzrocknummer, so ähnlich bis heute wahrscheinlich millionenmal so gemacht. Geil halt. (8,5/10)

Mit blöder Ansage vom Captain: http://de.youtube.com/watch?v=1i2b4ny51n8

5. Stab Yor Back

Klassischer englischer Punk wie er von The Clash sein könnte. Eine Minute lang "Ich steh dich ab", schöne Sache. Irgendwie auch unnötig, aber das braucht es ja auch. Ausnahmsweise mal von Scabies "geschrieben" (Falls man das so nennen möchte). (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=IfSI0GVIBJE

6. Feel the Pain

Wir gehen zum ersten Mal in langsame Tempogefilde, und merken das es die Band eigentlich noch nicht kann. Da der Song aber wahrscheinlich Gothic miterfunden hat, und sie ihn heute sehr viel geiler spielen, ein doch extrem wichtiges Stück. Seltsam, psychedelische Klanglandschaften, und ein waschechter Gothic Rock-Refrain. Hier deutet Vanian an was später noch so geht. Unendlich oft gecovert. (8,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=qV3jGWwxEcQ

7. New Rose

Die erste Single, absoluter Punk-Standard bis heute. "Is she really going out with him?" Poppig, eingängig, sexy, supergeil. Der Anfang knallt mich jedesnmal wie nichts Gutes, ich habe sofort Lust besoffen zu sein und mich ungelenk auf Tanzflächen zu bewegen. (9,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=WaOraUh1AyM

http://de.youtube.com/watch?v=bIWibBfuc7U

8. Fish

Und fröhlich-.agressiv geht es weiter, jetzt wieder etwas 60-er-Jahre-mässiger. Kurz und knackig, gehört eher in die Füllerecke. (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=tMZxBQiJ1OE

9. See Her Tonite

Wenn man Songs auf Platte einzählt ist das ja oft ein gutes Zeichen, wie auch in diesem Falle. Schneller Rocker, stilsicher runtergespielt. Geiler Refrain, obwohl da eigentlich nichts passiert, ganz leichtes Ska-Feeling. Habe ich über die Jahre immer mehr liebgewonnen. (9,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=xFlDXtKveoA

http://de.youtube.com/watch?v=TOYYGt2aH ... re=related

10. 1 of the 2

Jetzt wieder ein eher typischer Punksong für die Zeit, der etwas am Refrain schwächelt. Schon lässig, aber sicher kein Muss, allerdings mal wieder außergewöhnliche Gitarrenarbeit für Punkrock, das sirenenartige am Ende ist natürlich geil. (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=l2Vy4pFfaDk

11. So Messed Up

Die Einzählregel greift schon wieder, "So Messed Up" ist eine Klassenummer, wie so oft wenn es bei The Damned einfach nur um Mädels geht. Macht Spass, will ich immer hören wenn ich mit brauchbaren Menschen an einer Bar hocke, am liebsten wenn ich schon schön zu bin. (8,0/10)

Nur ein Ausschnitt, den Song spielt man leider fast nie: http://de.youtube.com/watch?v=fjaSZc0ii-I

12. I Feel Alright

Ein Album schon aggro beenden ist immer was feines. Aus heutiger Sicht ist dieser monotone Bastard das wohl krachigste Lied. Schönes Geschredder, da kann man an der Bar sitzen bleiben. Wodka wäre eine gute Sache. (8,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=4yUOVnY3Nd4

Fazit: Bockstarkes Debüt, dafür das die Aufnahmen wohl sehr chaotisch waren. Noch nicht so vielfältig und grandios wie später, aber die Musikliebhaber haben damals sofort gespannt das diese Band etwas Besonderes ist. Gerade auf dem Livesektor müssen sie damals größere Bands gleich reihenweise an die Wand gespielt haben (Von ihrer ersten Amerikatour reden sehr viele bekannte Punkmusiker wie Jello Biafra oder H.R. heute noch mit glänzenden Augen, anscheinend gründeten sich nach jedem Gig spontan am Auftrittsort Bands). Ja, sie waren damals wohl sowas wie Stars, was heute weitgehend unbekannt ist. Ein wunderbarer Rohdioamant ist dieses Album, ich kann es mir eigentlich in jeder Stimmung anhören, macht einfach gute Laune. (8,5/10)
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Endamon » 15.12.2008 00:12

New Rose und Neat, Neat, Neat klingen für mich ziemlich cool. Hatten die eigentlich auch viel Einfluß auf Social Distortion?

*Unwicht sei für Punk*
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon MethusAlem » 15.12.2008 00:18

Bis auf "Born To Kill", den ich persönlich für nen absoluten 10-Punkte-Song halte, gehe ich absolut mit dir konform, mono!
Ich freue mich, wenn es regnet! Es regnet ja auch, wenn ich mich nicht freue!
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Thunderforce » 15.12.2008 00:25

Kenne leider auch keinen Ton von denen, aber schön, wenn ich Dich mit dem NMA DIng dazu anregen konnte, sowas über eine deiner Lieblingsbands zu machen.

*verfolgen zu versuchen wird*
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon psychobimbo » 15.12.2008 00:28

fein, endlich kann ich mich auch dieser band mal annehmen.
bisher kannte ich bewusst nur die guns n roses coverversion von "new rose". und das original rult mal wie sau.

*weiter youtube dingens anschau*
schön wars schon!
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon PetePetePete » 15.12.2008 00:50

Oh, yeah. Da les ich doch mal fleißig mit und hör morgen da mal durch. Ich kenn nämlich außer ein ganz paar Songs nichts von den Herren.
*freu*
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon monochrom » 15.12.2008 08:14

MethusAlem hat geschrieben:Bis auf "Born To Kill", den ich persönlich für nen absoluten 10-Punkte-Song halte, gehe ich absolut mit dir konform, mono!


*Freu @ alle Reaktionen, besonders aber über diese*

Ich glaube ich war gestern ein klein wenig überkritisch, vor allem in Gedanken an das was da noch so kommt. Wenn ich jetzt schon die Zehner zücke, was mache ich dann bei "Ignite", "Absinthe", "Grimly Fiendish", "The Dog" oder "Dozen Girls"?


@Endamon: Im Falle Social Distortion bin ich mir eher unsicher, ich höre zumindest keine Einflüsse raus. Musste aber über die Jahre lernen das The Damned eine ziemliche Musikerband sind, die bei extrem verschiedenen Leuten, die in den 70ern jung waren, ihren Einfluss hinterlassen hat.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Nuctemeron » 15.12.2008 08:39

Ließt sich Interessant. *Geschichtsstunde verfolgen werd*

(Kenne auch nix von der Band).
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http://www.musik-sammler.de/sammlung/nuctemeron

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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon Susi666 » 15.12.2008 10:05

monochrom hat geschrieben:"Grimly Fiendish"


Ahhhhh...großartiger Song :)
...bevor ich mir also die "Damned, Damned, Damned"-Songs zu Gemüte führe, muß ich natürlich erst mal GF anhören...
Kennt ihr dieses leichte Prickeln der Vorfreude und Herzklopfen, wenn ihr einen Thread öffnet, dessen neueste Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit beleidigter Leberwurst bestrichen ist?

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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon MethusAlem » 15.12.2008 10:20

monochrom hat geschrieben:
MethusAlem hat geschrieben:Bis auf "Born To Kill", den ich persönlich für nen absoluten 10-Punkte-Song halte, gehe ich absolut mit dir konform, mono!


*Freu @ alle Reaktionen, besonders aber über diese*

Ich glaube ich war gestern ein klein wenig überkritisch, vor allem in Gedanken an das was da noch so kommt. Wenn ich jetzt schon die Zehner zücke, was mache ich dann bei "Ignite", "Absinthe", "Grimly Fiendish", "The Dog" oder "Dozen Girls"?



Mach dir nix draus... des passt scho :)

Wobei..."The DOg" und "Dozen Girls" dürften schon auf ne gute 12 oder so kommen *lol*
Ich freue mich, wenn es regnet! Es regnet ja auch, wenn ich mich nicht freue!
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Re: The Damned - Werkschau

Beitragvon hunziobelix » 15.12.2008 11:57

monochrom hat geschrieben:Ach, was soll es, bringt ja nichts ohne Musik, ich fange schon mal an.

Damned, Damned, Damned

Am Geburtstag von Briam James, dem 18. Februar 1977, schafften es The Damned als erste englische Punkband eine LP auf den Markt zu werfen. Die Platte kam tatsächlich in die Charts (so semi-erfolgreich), aber natürlich wurde das Schaffen der Band, wie alles andere in der englischen Musik, in diesem Jahr von den Sex Pistols überschattet. Das Album gilt bis heute als eines wichtigsten Punkalben aller Zeiten, und wer das Album in seiner Sammlung hat gewinnt bei mir automatisch 100 Credibility-Punkte (Never mind the Bollocks gibt so 20 Punkte). Für seine Zeit sensationell aggressiv, Stakkato-Riffs, eigentlich die frühe Punkrockblaupause, mit extrem hoher Hitdichte.

1. Neat, Neat, Neat

Die zweite Single eröffnet das Album, aus heutiger Sicht klingt das ganze fast schon poppig, mit typischem 60er-Jahre-Surfrock-Bass, dazu einer kreischigen Gitarre und dem damals schon ziemlich lässigen Gesang von Vanian. Bis heute ein absoluter Konzertstandard, den Bubblegumpop-Refrain kann man sich kaum entziehen. Muss man eigentlich kennen. (9,0/10)

Alt und krachig: http://de.youtube.com/watch?v=4JeDxJkAorU

Neu und anhörbar, mit erzählter Einleitung: http://de.youtube.com/watch?v=G_hfXIwGQr4

2. Fan Club

Bei diesem Song hört man zum ersten Mal die später sehr viel ausgeprägtere Theatralik heraus. Das Riff klingt fast schon nach 70-er-Hardrock, wenn man genau hinhört kann man sogar noch etwas Blues entdecken. In den 60ern hätte man dazu wohl Garage Punk gesagt und in die 13th Floor Elevators-Ecke gesteckt, aber der Begriff Punk hat ja einen ähnlich radikalen Wandel durchgemacht wie später mal Crossover. Zum Glück wussten die Punks damals noch nicht das sowas false und untrue ist. Geile Nummer zum Autofahren, schön gehässig. (9,0/10)

Früher: http://de.youtube.com/watch?v=TInZRTNq8kM

Heute: http://de.youtube.com/watch?v=Xg7bf7c5SaA

3. I Fall

Wir werden wieder treibender, haben hier aber eher eine Füllernummer. Die gegen Ende sehr harten Gitarren weisen aber auch schon den Weg in die Zukunft, hier ahnt man schon das man auch vor Hardrockeinflüssen keine Angst hat (Was den New Yorker Bands so eher nicht passiert wäre). Kurzes Stück, ragt nicht weiter heraus. Schafft es immer mal wieder ins Programm. (7,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=H2GhgSk3xDk

4. Born to Kill

Hier klingt man zum ersten Mal etwas nach den amerikanischen Vorbildern. Sehr simple Nummer, die ich extrem liebe, weil - was brauch der Mensch eigentlich mehr? Ein Riff, ein paar Akkorde, ein typisches Rocksolo, eine coole Stimme, der Ansatz eines Refrains. Fertig ist eine klassische Rotzrocknummer, so ähnlich bis heute wahrscheinlich millionenmal so gemacht. Geil halt. (8,5/10)

Mit blöder Ansage vom Captain: http://de.youtube.com/watch?v=1i2b4ny51n8

5. Stab Yor Back

Klassischer englischer Punk wie er von The Clash sein könnte. Eine Minute lang "Ich steh dich ab", schöne Sache. Irgendwie auch unnötig, aber das braucht es ja auch. Ausnahmsweise mal von Scabies "geschrieben" (Falls man das so nennen möchte). (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=IfSI0GVIBJE

6. Feel the Pain

Wir gehen zum ersten Mal in langsame Tempogefilde, und merken das es die Band eigentlich noch nicht kann. Da der Song aber wahrscheinlich Gothic miterfunden hat, und sie ihn heute sehr viel geiler spielen, ein doch extrem wichtiges Stück. Seltsam, psychedelische Klanglandschaften, und ein waschechter Gothic Rock-Refrain. Hier deutet Vanian an was später noch so geht. Unendlich oft gecovert. (8,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=qV3jGWwxEcQ

7. New Rose

Die erste Single, absoluter Punk-Standard bis heute. "Is she really going out with him?" Poppig, eingängig, sexy, supergeil. Der Anfang knallt mich jedesnmal wie nichts Gutes, ich habe sofort Lust besoffen zu sein und mich ungelenk auf Tanzflächen zu bewegen. (9,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=WaOraUh1AyM

http://de.youtube.com/watch?v=bIWibBfuc7U

8. Fish

Und fröhlich-.agressiv geht es weiter, jetzt wieder etwas 60-er-Jahre-mässiger. Kurz und knackig, gehört eher in die Füllerecke. (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=tMZxBQiJ1OE

9. See Her Tonite

Wenn man Songs auf Platte einzählt ist das ja oft ein gutes Zeichen, wie auch in diesem Falle. Schneller Rocker, stilsicher runtergespielt. Geiler Refrain, obwohl da eigentlich nichts passiert, ganz leichtes Ska-Feeling. Habe ich über die Jahre immer mehr liebgewonnen. (9,5/10)

http://de.youtube.com/watch?v=xFlDXtKveoA

http://de.youtube.com/watch?v=TOYYGt2aH ... re=related

10. 1 of the 2

Jetzt wieder ein eher typischer Punksong für die Zeit, der etwas am Refrain schwächelt. Schon lässig, aber sicher kein Muss, allerdings mal wieder außergewöhnliche Gitarrenarbeit für Punkrock, das sirenenartige am Ende ist natürlich geil. (7,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=l2Vy4pFfaDk

11. So Messed Up

Die Einzählregel greift schon wieder, "So Messed Up" ist eine Klassenummer, wie so oft wenn es bei The Damned einfach nur um Mädels geht. Macht Spass, will ich immer hören wenn ich mit brauchbaren Menschen an einer Bar hocke, am liebsten wenn ich schon schön zu bin. (8,0/10)

Nur ein Ausschnitt, den Song spielt man leider fast nie: http://de.youtube.com/watch?v=fjaSZc0ii-I

12. I Feel Alright

Ein Album schon aggro beenden ist immer was feines. Aus heutiger Sicht ist dieser monotone Bastard das wohl krachigste Lied. Schönes Geschredder, da kann man an der Bar sitzen bleiben. Wodka wäre eine gute Sache. (8,0/10)

http://de.youtube.com/watch?v=4yUOVnY3Nd4

Fazit: Bockstarkes Debüt, dafür das die Aufnahmen wohl sehr chaotisch waren. Noch nicht so vielfältig und grandios wie später, aber die Musikliebhaber haben damals sofort gespannt das diese Band etwas Besonderes ist. Gerade auf dem Livesektor müssen sie damals größere Bands gleich reihenweise an die Wand gespielt haben (Von ihrer ersten Amerikatour reden sehr viele bekannte Punkmusiker wie Jello Biafra oder H.R. heute noch mit glänzenden Augen, anscheinend gründeten sich nach jedem Gig spontan am Auftrittsort Bands). Ja, sie waren damals wohl sowas wie Stars, was heute weitgehend unbekannt ist. Ein wunderbarer Rohdioamant ist dieses Album, ich kann es mir eigentlich in jeder Stimmung anhören, macht einfach gute Laune. (8,5/10)




Geil,das Du endlich wieder mal Gas gibst und das gleich mit THE DAMNED.Leider muss ich zu meiner Schande gestehen,dass ich keine Bonuspunkte bekomme,aber ich hab' Sie heute bestellt!War auch Zeit...oter!
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