Hoff hört - Ein Reviewthread
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Huld @ Review
Gebe ich mir die Tage mal, wenn es das echt bei Spotify gibt.
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Oh, ein '82er Bootleg von Maiden? 
Cooles Review.
Das Konzert ist doch das mit dem Video, oder?
Cooles Review.
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- Apparition
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Ja, das ist das. Ich hab gestern abend extra die Early Days-DVD aus dem Regal gezogen, weil das da auch drauf ist. Leider nur gekürzt, "Killers", "Wrathchild" und "Phantom..." fehlen z.B.Rivers hat geschrieben:Oh, ein '82er Bootleg von Maiden?
Cooles Review.
Das Konzert ist doch das mit dem Video, oder?
Aber sonst stimmt das alles. Die waren damals wirlich on fire, auch wenn ich den Eindruck habe, dass hier und da schwer nachbearbeitet wurde. So perfekt kann man live mit der Power eigentlich nicht klingen.
Die Show aus der Westfalenhalle ein Jahr später ist genauso empfehlenswert, da drehen sie auch gut am Rad.
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Sehr geiles Review.
Ob es das beste Livealbum von Maiden ist ?
Schwer zu sagen, eines der besten in jedem Fall.
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- Mausepeter
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Tolles Review! Die muss ich hören.David Lee Hasselhoff hat geschrieben: 22.09.2019 20:51 Iron Maiden – Beast Over Hammersmith
Es hat unbegreiflich lange gedauert, bis ich diesem Gottwerk überhaupt mal ne faire Chance gegeben habe. Ursprünglich in der streng limitierten Eddie’s Archive Box enthalten, fand das Album über Spotify mittlerweile ganz legal den Weg zum breiteren Publikum. So richtig gejuckt hat mich das nie, denn neben der obligatorischen Live After Death war mein Lieblings-Maiden-Live-Dokument ein Bootleg aus dem New Yorker Palladium – wie Beast Over Hammersmith ebenfalls von der 82er Tour. Bedarf gedeckt, dachte ich mir. Den Bootleg finde ich immer noch ganz stark, aber im Vergleich mit BOH sieht er kein Land.
Die Show im Hammersmith ist geprägt von einer unglaublichen Energie. Bruce ist in einer danach nie mehr erreichten Topform - wo er auf Live After Death hörbar um die Töne kämpft, wirkt es hier eher so, als hätte er Mühe die Power seiner Stimme zu drosseln. Fast so viel fieses Gekeife wie auf No Prayer und Fear Of The Dark, aber mit schier unendlicher Power. Das reicht fast an den Wahnwitz ran, den Rob Halford Anfang und Ende der 80er abgeliefert hat. Sehr, sehr cool. Einziges Manko: seine Ansagen sind ziemlich kacke. Neben Bruce spielt sich Clive Burr in den Vordergrund, in den Rausch! Ein viel zu wenig gewürdigter Drummer. Was er auf BOH abzieht ist Irrwitz. Er wusste offenbar auch nicht wohin mit der ganzen Energie. Die Kick wird erbarmungslos durchgetreten, die Snare geschwartet, als würde sie ihm Geld schulden - dabei aber nie die Musik aus dem Auge verlierend. Bei Hallowed Be Thy Name spielt er die Strophen über so gemein zurückhaltend, als würde er sich hinterlistig die Zähne fletschen, wohlwissend, dass er im Soloteil und über den garstigen Riff direkt danach richtig fies draufkloppt. Ultimative Version dieses verdammten Songs.
Dave und Adrian haben einen perfekten Gitarrensound. Der ist auf The Number Of The Beast ja schon zum niederknien, aber hier klingt’s nicht nur ne Spur fetter, sondern halt auch rauer. Besser kann diese Band nicht klingen. Und das ganz ohne Martin Birch. Die Kick ist vermutlich lauter als auf jedem anderen Album der Band. Gut so. Um mal den Vergleich zu ziehen: Nickos Fußarbeit weckt bei mir Assoziationen an Muhammad Ali. Immer tänzelnd, kaum Bodenkontakt, blitzschnell und leichtfüßig, der Musik folgend. Clive hingegen stampft zielstrebig durch’s Mittelfeld wie einst Lothar Matthäus gegen Jugoslawien. Zu 22 Accacia Avenue dann auch gerne mal mit der Doublebass. Was Bruce wiederum zu einem Grunzversuch hinreißt. Es ist die schiere Geilerei. Man hört richtig, wie sich die Band gegenseitig aufpeitscht.
Dabei fängt es noch relativ unspektakulär an. Murders In The Rue Morgue und Wrathchild klingen gut aber nicht herausragend, wobei Bruce in Wrathchild schon die erste Duftmarke mit einem abartigen Schrei setzt. Mit Run To The Hills kommt die Band langsam in Fahrt. Ab Children Of The Damned wird es dann vorsätzlich. Number Of The Beast wird rauschhaft niedergerockt. Bei Another Life drängelt sich Clive wieder an Bruce vorbei und prügelt sein Drumkit in Grund und Boden.
An Bruce wird ja gerne bemängelt, dass er die frühen Songs nicht so überzeugend hinbekommt wie Paule. Eigentlich bin ich auch ein Vertreter dieser These. Was er allerdings mit Killers veranstaltet ist nicht von dieser Welt. Im Intro lassen die Schreie schon keine Zweifel wo die Reise hingeht und beim verdammten letzten Refrain hat man das Gefühl, Bruce würde mit dem Messer durch die Boxen in die Kemenate stürmen. Genauso aggro muss das klingen! Es geht nicht besser. Einer der geilsten Momente in der gesamten Diskographie. Auch Phantom Of The Opera wird so brutal runtergeknüppelt und -gekotzt, dass es eine Pracht ist. Beste Version, ohne Streit! Total Eclipse - wieder so ein Fall von übertriebener Härte.
Das Album ist der Sweetspot zwischen siffigem Londoner Rowdytum, Messerstechereien, Nutten, Koks (viel Koks), Kotzflecken auf den Schuhen und satanistischen Klischees. Mehr Metal als auf diesem Album waren Maiden nie. Die Band brennt. Die Hütte brennt. Das verdammte Album BRENNT! Live After Death hat natürlich mehr Lametta und klingt deutlich erhabener mit einer vielleicht noch besseren Setlist. An den Testosteronpegel von Beast Over Hammersmith kommt es aber nicht ran. Zum vollständigen Glück auf Erden braucht man beide.
Edit: Mea culpa! Doch nicht auf SpotifyYoutube schafft Linderung.
Mausepeter, ich habe beide Arme in der Wäsche!
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
jetzt erst gelesen. Ziemlich geil, wie du die Stimmung des Albums beschreibst. Das macht richtig Bock, sich das Album auch im Vergleich zu life after death mal zu hören und zu vergleichen. Jetzt wird es aber mal wieder Zeit hier ne?
- David Lee Hasselhoff
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Tank – Filth Hounds Of Hades
Der Idealfall: Die Mucke knallt und bringt die Wirbel in Wallung und gleichzeitig gibt’s eine schöne Melodie, die man beherzt mitgröhlen kann. Das nehmen sich sicherlich auch ganz viele Bands vor, aber gelingen tut’s schmerzlich selten. Beim Debüt von Tank ist’s allemal sehr gelungen. Es geht nach vorne ohne Ende, es bolzt, es kracht und strotzt nur so vor Punk und Rock’n’Roll Attitüde. Ich mag die Themen, die hier beackert werden: Saufi Saufi, Sex mit Flintenweibern und schwulen Soldaten im Minenfeld (watt?), den Nutzen von Liebesliedern, Heavy Metal und Krieg. Das ist schon ein respektables Spektrum.
Bekanntermaßen ist Tom Angelripper großer Fan der Band. Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Jungs von Peter Pan Speedrock große Tank-Fans sind. Oder vielleicht G’n’R? Mein Lieblingssong von Axl ist Shadow Of Your Love. Völligst fetzendes Getrümmer, dass bei näherem Hinhören einige Gemeinsamkeiten mit Turn Your Head Around hat. Bei Jehova, was ein unglaublicher Song! Das Strophenriff! Algys obercooler Gesang im Pre-Chorus! Der Chorus! Die Coda! Das fucking Doublebassgeboller! 3:22 pure Eskalation mit einem Reinheitsgrad nahe den 100%. Ein Aufputschmittel dargereicht in Schallwellen. Alleine wie der verdammte Song überhaupt ANFÄNGT! Kein Intro, kein Anzählen. Nix! Direkt mit dem Amboss auf die Rübe überrumpelt. Da sind noch keine 2 Sekunden rum und der innere Sozialarbeiter möchte die Jungs zur Mäßigung aufrufen. Aber nein! Die drehen noch auf! In einer fairen Welt wäre der Song so bekannt wie Ace Of Spades.
Apropos Motörhead: Produziert wurde die Chose von Fast Eddie Clarke. 10/10. Es klingt fantastisch. Für mich eine der besten Produktionen dieser Ära. Die Gitarren klingen fett, das Schlagzeug wummst und der Gesang wird ebenfalls wunderbar in Szene gesetzt. Auf den folgenden Alben setzt die Hall-Seuche ein, der in den 80ern leider so viele Alben zum Opfer gefallen sind. Auf alle Songs will ich hier nicht eingehen, aber beim Thema Produktion möchte ich Run Like Hell noch erwähnen. Der kickt auf der Platte schon gewaltig, aber mir hat’s die Demo-Version im totalen Rumpelgewand noch mehr angetan. Da sind noch ein paar andere Parts verbaut, die dem Song eine enorm coole Atmosphäre verleihen.
Der Titeltrack. Ein Monument. Ein Moshument! Wenn nach dem kurzen Breakdown das Hauptriff wieder startet, bin ich schon in bester Vandalenlaune, aber wenn kurz darauf der von der Snare angeführte Prügelbeat auch noch auf nen Backbeat in Doubletime wechselt dann ist’s ja wohl endgültig vorbei! Gern geb ich mir Getrümmer aus den Sparten Thrash, Black und Death Metal. Aber die Königsdisziplin bleibt für mich das Anheizen von Raserei, Tobsucht und Zerstörungswut in den Grenzen des traditionellen Heavy Metals. Nicht nur wild und wüst. Nein! Wohlig wärmend und erbaulich noch dazu! Wie eine zünftige Kneipenschlägerei! Ich will das Bier hören, ich will die Pillen hören, ich will die Schellen hören und das steht bei Algys Bande nie in Frage. Ach, wie schön. Habe das Album viel zu spät für mich entdeckt, aber jetzt muss ich doch sagen, dass es eigentlich Teil der metallischen Grundausbildung sein sollte. Die Wildheit und Rohheit der NWOBHM ist nie besser eingefangen worden als auf diesem Album. Härter und brutaler wurde es, aber das Wilde und Rohe sind uns abhandengekommen. Ebenso Algys feistes Grinsen
zünftig von zehn
PS: Das Cover auf Baumwolle ist das einzig akzeptable Wolf-Motiv auf T-Shirt.
PPS: 4 Jahre. 1 Absatz pro Jahr. Ich bin richtig stolz auf mich.
Der Idealfall: Die Mucke knallt und bringt die Wirbel in Wallung und gleichzeitig gibt’s eine schöne Melodie, die man beherzt mitgröhlen kann. Das nehmen sich sicherlich auch ganz viele Bands vor, aber gelingen tut’s schmerzlich selten. Beim Debüt von Tank ist’s allemal sehr gelungen. Es geht nach vorne ohne Ende, es bolzt, es kracht und strotzt nur so vor Punk und Rock’n’Roll Attitüde. Ich mag die Themen, die hier beackert werden: Saufi Saufi, Sex mit Flintenweibern und schwulen Soldaten im Minenfeld (watt?), den Nutzen von Liebesliedern, Heavy Metal und Krieg. Das ist schon ein respektables Spektrum.
Bekanntermaßen ist Tom Angelripper großer Fan der Band. Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Jungs von Peter Pan Speedrock große Tank-Fans sind. Oder vielleicht G’n’R? Mein Lieblingssong von Axl ist Shadow Of Your Love. Völligst fetzendes Getrümmer, dass bei näherem Hinhören einige Gemeinsamkeiten mit Turn Your Head Around hat. Bei Jehova, was ein unglaublicher Song! Das Strophenriff! Algys obercooler Gesang im Pre-Chorus! Der Chorus! Die Coda! Das fucking Doublebassgeboller! 3:22 pure Eskalation mit einem Reinheitsgrad nahe den 100%. Ein Aufputschmittel dargereicht in Schallwellen. Alleine wie der verdammte Song überhaupt ANFÄNGT! Kein Intro, kein Anzählen. Nix! Direkt mit dem Amboss auf die Rübe überrumpelt. Da sind noch keine 2 Sekunden rum und der innere Sozialarbeiter möchte die Jungs zur Mäßigung aufrufen. Aber nein! Die drehen noch auf! In einer fairen Welt wäre der Song so bekannt wie Ace Of Spades.
Apropos Motörhead: Produziert wurde die Chose von Fast Eddie Clarke. 10/10. Es klingt fantastisch. Für mich eine der besten Produktionen dieser Ära. Die Gitarren klingen fett, das Schlagzeug wummst und der Gesang wird ebenfalls wunderbar in Szene gesetzt. Auf den folgenden Alben setzt die Hall-Seuche ein, der in den 80ern leider so viele Alben zum Opfer gefallen sind. Auf alle Songs will ich hier nicht eingehen, aber beim Thema Produktion möchte ich Run Like Hell noch erwähnen. Der kickt auf der Platte schon gewaltig, aber mir hat’s die Demo-Version im totalen Rumpelgewand noch mehr angetan. Da sind noch ein paar andere Parts verbaut, die dem Song eine enorm coole Atmosphäre verleihen.
Der Titeltrack. Ein Monument. Ein Moshument! Wenn nach dem kurzen Breakdown das Hauptriff wieder startet, bin ich schon in bester Vandalenlaune, aber wenn kurz darauf der von der Snare angeführte Prügelbeat auch noch auf nen Backbeat in Doubletime wechselt dann ist’s ja wohl endgültig vorbei! Gern geb ich mir Getrümmer aus den Sparten Thrash, Black und Death Metal. Aber die Königsdisziplin bleibt für mich das Anheizen von Raserei, Tobsucht und Zerstörungswut in den Grenzen des traditionellen Heavy Metals. Nicht nur wild und wüst. Nein! Wohlig wärmend und erbaulich noch dazu! Wie eine zünftige Kneipenschlägerei! Ich will das Bier hören, ich will die Pillen hören, ich will die Schellen hören und das steht bei Algys Bande nie in Frage. Ach, wie schön. Habe das Album viel zu spät für mich entdeckt, aber jetzt muss ich doch sagen, dass es eigentlich Teil der metallischen Grundausbildung sein sollte. Die Wildheit und Rohheit der NWOBHM ist nie besser eingefangen worden als auf diesem Album. Härter und brutaler wurde es, aber das Wilde und Rohe sind uns abhandengekommen. Ebenso Algys feistes Grinsen
zünftig von zehn
PS: Das Cover auf Baumwolle ist das einzig akzeptable Wolf-Motiv auf T-Shirt.
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Ich höre jetzt 10 Jahre nach deinem Review die Sam Cooke auch mal an (oder hab ich das damals gemacht und vergessen?), danach Tank. Peter Pan Speedrock hab ich übrigens mal getroffen, als ich Freunden, die den Opener gemacht haben, beim Equipmentschleppen geholfen habe. Gecheckt, dass das die Band ist, hab ich aber erst, als der Typ auf einmal meinte, er rede jetzt Englisch, sein Deutsch sei nicht so gut. Das war also doch keiner von der Venue! Nuja. Gute Band auch diese.
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Tank 
Die ersten vier sind alle super, am meisten mag ich aber "This Means War" und "Honour and Blood".
Die ersten vier sind alle super, am meisten mag ich aber "This Means War" und "Honour and Blood".
Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Okay, läuft nun. Was ein Quatschcover, ey
Mehr Impressionen folgen!
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."
Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Okay, das ist nicht unbedingt heavy aber sauschnell und rotzig. Bis auf den Gesang, der irgendwie gleichzeitig relativ hell und trotzdem schnodderig ist. Gefühlt ist da aber ja nicht mal so wenig Hall drauf; wenn das danach noch deutlich mehr werden sollte, dürfte es ja komödiantische Dimensionen erreicht haben (vor allem will ich mir ungern vorstellen, wie das klingt, wenn Riffs mit dem Tempo danach noch 5 Sekunden Hall haben)
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."
Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Passend zu meinem derzeitigen Tank Trips ein Review zum Debüt, perfektes
Timing
Saugeile Scheibe, vor allen Dingen Algys rotzige Vocals sind immer wieder
ein Genuss.
Mein Favorit wird aber bis auf ewig "Honour and Blood" bleiben, wo sie
meiner Meinung nach die perfekte Mischung aus der Unbekümmertheit des
Debüts und effizientem Songwriting hinbekommen haben.
Timing
Saugeile Scheibe, vor allen Dingen Algys rotzige Vocals sind immer wieder
ein Genuss.
Mein Favorit wird aber bis auf ewig "Honour and Blood" bleiben, wo sie
meiner Meinung nach die perfekte Mischung aus der Unbekümmertheit des
Debüts und effizientem Songwriting hinbekommen haben.
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Das, wobei ich "Power of the Hunter" glaub ich noch nie gehört habe.costa hat geschrieben: 31.03.2026 20:54 Tank
Die ersten vier sind alle super, am meisten mag ich aber "This Means War" und "Honour and Blood".
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Die ist auch spitze und wurde deshalb kürzlich von mir auf LP erworben.Apparition hat geschrieben: 01.04.2026 18:25Das, wobei ich "Power of the Hunter" glaub ich noch nie gehört habe.costa hat geschrieben: 31.03.2026 20:54 Tank
Die ersten vier sind alle super, am meisten mag ich aber "This Means War" und "Honour and Blood".
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Re: Hoff hört - Ein Reviewthread
Sepultura – Quadra
Die Sonne küsst mich wach, ich öffne das Fenster und ich blicke über die Favelas der Stadt. Heruntergekommen und abgewirtschaftet. Ich stürze mich ins Getümmel. Die Straße vollgepackt mit Menschen. Jeder mit seinen eigenen Wünschen und Kämpfen. Jeder mit mehr oder weniger Ellenbogen. Davon beginnen meine Rippen zu schmerzen. Ich gönne mir eine Ruhepause in einer kleinen Kirche, schnappe Luft und stürze mich zurück. Es ist anstrengend, es gibt Sinn. Ja, aus dem Hunsrück bekommt mich keiner weg.
Quadra ist seit einer Weile mein Soundtrack für die packvollen, vor Leben sprühenden Straßen Idar-Obersteins. Gedauert hat’s: Sepultura ist/war eine Band, die bei mir nie so richtig zünden wollte. Zu Beginn zu rumpelig, auf Beneath The Remains und Arise zu viel Midtempo, auf Chaos AD und insbesondere Roots schlicht zu doof. Danach war der Hype vorbei und ich habe mich mit der Band überhaupt nicht mehr beschäftigt. Auf Quadra bin ich eher zufällig gestoßen, als ich mich durch das Oeuvre von Sahne-Produzent Jens Bogren durchgelesen habe.
Im Intro wird gleich so ziemlich alles aufgefahren, was den Sound des Albums prägt: neben den satten Gitarren fallen da insbesondere der sakrale Frauenchor und die unglaublich tiefen und fetten Toms von Eloy Casagrande ins Ohr. Und dann geht’s ab: Andreas Kisser, der sich hier unglaublich variabel zeigt, haut ein pfeilschnelles, beißendes Tremolo-Riff raus, Derrick Green präsentiert kurz sein zart tirilierendes Stimmlein und Casagrande startet die Gewittersaison. Isolation ist eine gnadenlose, alles zermalmende Thrash-Granate, die sich vor nichts verstecken muss, was diese (oder irgendeine andere Kapelle) in diesem Bereich gemacht hat. Bonus: Wenn man nicht so ganz genau hinhört, könnte man meinen, Derrick Green gäbe im Refrain die Order „Eat the cake! Eat the cake!“. Zu Befehl! Im Mittelteil dann bereits leicht proggig und der Chor hat wieder seinen kurzen Auftritt. Der Chor ist sowas von super eingesetzt: einerseits ein Fleck Ruhe im Geballer, andererseits eine schöne, unaufdringliche Gravitas.
Means To An End mit vertrackt geilem Drumming bevor es in eine fette Hüpfnummer übergeht. Green variabel und brutal in allen Stimmlagen. An Melodie fehlt es jedenfalls nicht. Kisser haut hier alles mit kleinen, interessanten Fills und Texturen zu und der Mittelteil ist wieder angenehm spleenig. Es folgen Last Time mit etwas punkigerem Einschlag und Capital Enslavement mit einem saugeilen Riff. Ali wiederum platzt nur so vor Spiel- und Experimentierfreude. Raging Void glänzt mit einem sehr schönen Gröhlrefrain bevor mit Guardians Of The Earth der wohl verwinkelste Song des Albums folgt. Schönes Akustikintro, der wunderbare Chor, der hier noch mehr Arbeit übernimmt, ein wunderbares Break, dem sich ein super Solo anschließt. Auf zu The Pentagramm: das Instrumental strotzt wieder nur so vor Esprit. Galavorstellungen von Casagrande und Kisser. Unglaublich.
Autem ist wieder relativ straight (von den akustischen Gitarren und den hier nicht zum ersten Mal auftauchenden Sitar-Klängen mal abgesehen) mit schönen Hooks und wieder sehr variablem Geshoute seitens des grünen Giganten. Das Titelstück ist eher ein Intro: Kisser an der Klassischen. Weltklassisch! Mit Agony Of Defeat folgt ein Highlight des Albums. Weiche Orgelklänge, die auf einem Stevie Wonder-Album nicht weiter auffallen würden, dezente Streicher und die Gitarre, die zur Strophe hinführen. Green singt. Wunderbar entspannt. Daran ändern auch die Stakkato-Gitarren nix. Es klingt fett wie die Sau und könnte kaum beruhigender sein. Der Chor! Der Build-Up! Wenn dann der herrliche Refrain unterfüttert von der gnadenlosen Doublebass in die Stube trümmert, öffnet sich wirklich die Himmelspforte. An dieser Stelle ist das Album für mich eigentlich zuende. Fear, Pain, Chaos, Suffering überrascht mit einer Gastsängerin. Gefällt mir leider nicht und auch kompositorisch ist das im Vergleich zu den vorhergehenden Geniestreichen nichts Besonderes.
Sepultura haben sich in ihrer Karriere an einigen Stilen versucht. Quadra ist ein Amalgam dieser gemeisterten Stile. Gleichermaßen beeinflusst wie losgelöst von Thrash, Death, Hardcore und Groove - es bleibt: Sepultura. Völlig offen im Sound. Progressiv im Wortsinn. An vielen Stellen brutal, an keiner Stelle Stangenware. Es klingt nach lebhaftem Getümmel in brasilianischen Gassen, ohne das ein einziges Klischee bemüht wird. Und was mir ganz besonders gut gefällt: trotz der Härte und trotz der ernsten Texte, ist das eines der lebensbejahendsten, positivsten Metal-Alben, die ich kenne. Keine Note klingt erzwungen, nichts klingt routiniert. Die pure Freude an der Musik quillt aus den Boxen. Ich höre das, will das Wohnzimmer zerlegen und dann die Welt umarmen.
Zu meiner Überraschung haben die Herren diesen April noch eine kleine EP names The Cloud Of Unknowing rausgehauen. Steht Quadra in nichts nach und ich finde es sehr traurig, dass die Band auf diesem kreativen Hochpunkt abtreten will. Andererseits: beim neulichen Neanderthalertreff in der Saarbrücker Garage hat sich ein gewisses Dilemma gezeigt: Das Gros des Publikums hätte lieber Zwei-Ton-Riffs und Drei-Wort-Lyrics. Wirste wohl nicht glücklich mit…
Die Sonne küsst mich wach, ich öffne das Fenster und ich blicke über die Favelas der Stadt. Heruntergekommen und abgewirtschaftet. Ich stürze mich ins Getümmel. Die Straße vollgepackt mit Menschen. Jeder mit seinen eigenen Wünschen und Kämpfen. Jeder mit mehr oder weniger Ellenbogen. Davon beginnen meine Rippen zu schmerzen. Ich gönne mir eine Ruhepause in einer kleinen Kirche, schnappe Luft und stürze mich zurück. Es ist anstrengend, es gibt Sinn. Ja, aus dem Hunsrück bekommt mich keiner weg.
Quadra ist seit einer Weile mein Soundtrack für die packvollen, vor Leben sprühenden Straßen Idar-Obersteins. Gedauert hat’s: Sepultura ist/war eine Band, die bei mir nie so richtig zünden wollte. Zu Beginn zu rumpelig, auf Beneath The Remains und Arise zu viel Midtempo, auf Chaos AD und insbesondere Roots schlicht zu doof. Danach war der Hype vorbei und ich habe mich mit der Band überhaupt nicht mehr beschäftigt. Auf Quadra bin ich eher zufällig gestoßen, als ich mich durch das Oeuvre von Sahne-Produzent Jens Bogren durchgelesen habe.
Im Intro wird gleich so ziemlich alles aufgefahren, was den Sound des Albums prägt: neben den satten Gitarren fallen da insbesondere der sakrale Frauenchor und die unglaublich tiefen und fetten Toms von Eloy Casagrande ins Ohr. Und dann geht’s ab: Andreas Kisser, der sich hier unglaublich variabel zeigt, haut ein pfeilschnelles, beißendes Tremolo-Riff raus, Derrick Green präsentiert kurz sein zart tirilierendes Stimmlein und Casagrande startet die Gewittersaison. Isolation ist eine gnadenlose, alles zermalmende Thrash-Granate, die sich vor nichts verstecken muss, was diese (oder irgendeine andere Kapelle) in diesem Bereich gemacht hat. Bonus: Wenn man nicht so ganz genau hinhört, könnte man meinen, Derrick Green gäbe im Refrain die Order „Eat the cake! Eat the cake!“. Zu Befehl! Im Mittelteil dann bereits leicht proggig und der Chor hat wieder seinen kurzen Auftritt. Der Chor ist sowas von super eingesetzt: einerseits ein Fleck Ruhe im Geballer, andererseits eine schöne, unaufdringliche Gravitas.
Means To An End mit vertrackt geilem Drumming bevor es in eine fette Hüpfnummer übergeht. Green variabel und brutal in allen Stimmlagen. An Melodie fehlt es jedenfalls nicht. Kisser haut hier alles mit kleinen, interessanten Fills und Texturen zu und der Mittelteil ist wieder angenehm spleenig. Es folgen Last Time mit etwas punkigerem Einschlag und Capital Enslavement mit einem saugeilen Riff. Ali wiederum platzt nur so vor Spiel- und Experimentierfreude. Raging Void glänzt mit einem sehr schönen Gröhlrefrain bevor mit Guardians Of The Earth der wohl verwinkelste Song des Albums folgt. Schönes Akustikintro, der wunderbare Chor, der hier noch mehr Arbeit übernimmt, ein wunderbares Break, dem sich ein super Solo anschließt. Auf zu The Pentagramm: das Instrumental strotzt wieder nur so vor Esprit. Galavorstellungen von Casagrande und Kisser. Unglaublich.
Autem ist wieder relativ straight (von den akustischen Gitarren und den hier nicht zum ersten Mal auftauchenden Sitar-Klängen mal abgesehen) mit schönen Hooks und wieder sehr variablem Geshoute seitens des grünen Giganten. Das Titelstück ist eher ein Intro: Kisser an der Klassischen. Weltklassisch! Mit Agony Of Defeat folgt ein Highlight des Albums. Weiche Orgelklänge, die auf einem Stevie Wonder-Album nicht weiter auffallen würden, dezente Streicher und die Gitarre, die zur Strophe hinführen. Green singt. Wunderbar entspannt. Daran ändern auch die Stakkato-Gitarren nix. Es klingt fett wie die Sau und könnte kaum beruhigender sein. Der Chor! Der Build-Up! Wenn dann der herrliche Refrain unterfüttert von der gnadenlosen Doublebass in die Stube trümmert, öffnet sich wirklich die Himmelspforte. An dieser Stelle ist das Album für mich eigentlich zuende. Fear, Pain, Chaos, Suffering überrascht mit einer Gastsängerin. Gefällt mir leider nicht und auch kompositorisch ist das im Vergleich zu den vorhergehenden Geniestreichen nichts Besonderes.
Sepultura haben sich in ihrer Karriere an einigen Stilen versucht. Quadra ist ein Amalgam dieser gemeisterten Stile. Gleichermaßen beeinflusst wie losgelöst von Thrash, Death, Hardcore und Groove - es bleibt: Sepultura. Völlig offen im Sound. Progressiv im Wortsinn. An vielen Stellen brutal, an keiner Stelle Stangenware. Es klingt nach lebhaftem Getümmel in brasilianischen Gassen, ohne das ein einziges Klischee bemüht wird. Und was mir ganz besonders gut gefällt: trotz der Härte und trotz der ernsten Texte, ist das eines der lebensbejahendsten, positivsten Metal-Alben, die ich kenne. Keine Note klingt erzwungen, nichts klingt routiniert. Die pure Freude an der Musik quillt aus den Boxen. Ich höre das, will das Wohnzimmer zerlegen und dann die Welt umarmen.
Zu meiner Überraschung haben die Herren diesen April noch eine kleine EP names The Cloud Of Unknowing rausgehauen. Steht Quadra in nichts nach und ich finde es sehr traurig, dass die Band auf diesem kreativen Hochpunkt abtreten will. Andererseits: beim neulichen Neanderthalertreff in der Saarbrücker Garage hat sich ein gewisses Dilemma gezeigt: Das Gros des Publikums hätte lieber Zwei-Ton-Riffs und Drei-Wort-Lyrics. Wirste wohl nicht glücklich mit…
Zuletzt geändert von David Lee Hasselhoff am 30.06.2026 09:03, insgesamt 2-mal geändert.