Oh, das hat keine rationalen Gründe. Ich kann den einfach nicht sehen. Aber ja, Event Horizon ist eine Ausnahme. Peaky Blinders ebenfalls. Jurassic Park hat mich nie so vom Hocker gehauen, okayer Film für mich, das wars.Weakling hat geschrieben: 06.01.2026 14:44
Was? Ich mag den Kerl *Jurassic-Park-Pullover anhab*
Bester und gestörtester Horror mit ihm ist IMO "Possession", vor "Event Horizon" noch.
Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Wir leben in einer virtuellen Scheinwelt. So einfach ist das. Eine Welt voller Mutanten und Zombies mit einem IQ geringer als eine Dillgurke.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Für nen Fünfer bei Prime musste ich dann heute auch zuschlagen. Sean Penn hab ich im Leben nicht erkanntHyronimus hat geschrieben: 16.11.2025 11:09 Gestern endlich gesehen: One Battle after Another
Was für ein Triumphzug! Ich hatte schon seit Langem keinen Film mehr, bei dem ich permanent innerlich jubiliert habe - und das halt wirklich zweieinhalb Stunden lang. Die Schauspieler, das Tempo, die Kamera, der Schnitt - und die völlig überzogene Handlung, die genau das ist, was sie ist: eine Pynchon-Verfilmung. Mit „Inherent Vice“ hatte sich Paul Thomas Anderson ja schon einen relativ einfach zu verfilmenden Pynchon-Roman ausgesucht, der letztendlich aber nur die Fingerübung für das war, was „One Battle after Another“ ist. Es ist keine 1:1-Verfilmung von „Vineland“, er verlegt die Handlung aus den Reagan-Jahren in die Jetztzeit und modifiziert sie, aber der Ton ist IMO Pynchon auf 11 gedreht. Ganz eventuell hat sich Anderson bezüglich des politischen Kommentarws keinen Gefallen damit getan, die Handlung in die Gegenwart zu verlegen, aber für mich wirkte die völlige Absurdität (allein die Christmas-Adventurers… was für ein Mindfuck, ey!) damit noch stärker. Und überhaupt: die Politik. Paul Thomas Anderson hat in einem Interview gesagt, dass es in OBAA so sehr um Politik geht, wie es in „Boogie Nights“ um Pornos geht. Und letztendlich ist er für mich so politisch, wie „Dr. Strangelove“ politisch war - und damit eine brillante, satirische Zeitkritik. Mit einer Verfolgungsjagd, die in die Kinoannalen eingehen wird. 10/10
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Wir haben den an Neujahr auch noch mal geschaut - und wenn ich einen Wunsch für die Oscars frei hätte, dann den, dass der Nebendarsteller-Oscar nicht an Sean Penn, sondern an Benicio del Toro geht. Allein, wie er dem an seinem Handy komplett verzweifelnden DiCaprio die Bierdose reicht, ist pures Gold.Jutting hat geschrieben: 07.01.2026 18:58Für nen Fünfer bei Prime musste ich dann heute auch zuschlagen. Sean Penn hab ich im Leben nicht erkanntHyronimus hat geschrieben: 16.11.2025 11:09 Gestern endlich gesehen: One Battle after Another
Was für ein Triumphzug! Ich hatte schon seit Langem keinen Film mehr, bei dem ich permanent innerlich jubiliert habe - und das halt wirklich zweieinhalb Stunden lang. Die Schauspieler, das Tempo, die Kamera, der Schnitt - und die völlig überzogene Handlung, die genau das ist, was sie ist: eine Pynchon-Verfilmung. Mit „Inherent Vice“ hatte sich Paul Thomas Anderson ja schon einen relativ einfach zu verfilmenden Pynchon-Roman ausgesucht, der letztendlich aber nur die Fingerübung für das war, was „One Battle after Another“ ist. Es ist keine 1:1-Verfilmung von „Vineland“, er verlegt die Handlung aus den Reagan-Jahren in die Jetztzeit und modifiziert sie, aber der Ton ist IMO Pynchon auf 11 gedreht. Ganz eventuell hat sich Anderson bezüglich des politischen Kommentarws keinen Gefallen damit getan, die Handlung in die Gegenwart zu verlegen, aber für mich wirkte die völlige Absurdität (allein die Christmas-Adventurers… was für ein Mindfuck, ey!) damit noch stärker. Und überhaupt: die Politik. Paul Thomas Anderson hat in einem Interview gesagt, dass es in OBAA so sehr um Politik geht, wie es in „Boogie Nights“ um Pornos geht. Und letztendlich ist er für mich so politisch, wie „Dr. Strangelove“ politisch war - und damit eine brillante, satirische Zeitkritik. Mit einer Verfolgungsjagd, die in die Kinoannalen eingehen wird. 10/10Ansonsten alles absolut großartig. Alleine die Szenen mit der Frage nach dem Codewort am Telefon *g* Di Caprio vollkommen genial, total drüber in allen Belangen. Daneben del Toro absolut tiefenentspannt. Möglicherweise eine 10/10. Eine neun definitiv.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Therapie für Wikinger (Den sidste viking)
Warum ein Film, dessen dänischer Titel "Der letzte Wikinger" lautet, in Deutschland unbedingt "Therapie für Wikinger" heissen muss, kann vermutlich mal wieder keiner erklären, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Anders Thomas Jensen zurück ist und eine Geschichte erzählt, wie sie nur Anders Thomas Jensen erzählen kann.
Anker (Nikolaj Lie Kaas) wird nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen. Da sass er wegen Bankraubs ein, hat vorher aber noch die Beute beiseite geschafft und seinem psychisch eingeschränkten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen, sieht hier original aus wie Stig Pedersen von D:A:D *g*) eingeschärft, die Tasche mit dem Geld gut zu verstecken. Hat er auch gemacht, nur leider hat er inzwischen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt und hält sich jetzt für John Lennon. Der natürlich nicht weiss, wo die Kohle ist, wie auch? Leider taucht dann auch noch ein alter Komplize auf, der ebenfalls hinter der Beute her ist und nicht zimperlich, wenn es darum geht, zu bekommen was er will. Die Zeit drängt also, und im alten Elternhaus der Beiden wird es dann endgültig absurd und es passieren Jensen-Dinge. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass die Beatles wiedervereinigt werden. *g*
Ich habe hier neulich an Filmen wie Bugonia und One Battle After Another wenig gute Haare gelassen, weil mir die Storys zu wirr und waren und diese Filme meiner Meinung nach einfach nicht wissen, was sie sein wollen und diesen Mangel mit Effektheischerei stopfen. Nachdem ich diesen hier gesehen habe, fühle ich mich darin nochmal bestätigt. So, genau so macht man Filme mit absurden Plots, seltsamen Figuren und sinnvollen Botschaften. Dieser Film vermittelt etwas, er hat Figuren, die man wie so oft bei Jensen trotz aller Schwächen einfach gern hat, er ist in sich konsequent und abgeschlossen und er schafft mal wieder ohne Probleme den Spagat zwischen pechschwarzem Humor, teilweise derber Gewalt und tiefer Menschlichkeit. Ich habe oft gelacht, gezittert und mitgefiebert, wollte Leuten Ohrfeigen geben und sie umarmen und habe dann ein Ende gesehen, dass irgendwie zwar ist wie erwartet, aber der Weg dahin ist es halt absolut nicht.
Vielleicht nicht sein bester, aber halt ein sehr guter Film.
8,5/10
P.S. Das Publikum war interessant. Der Saal war ausverkauft, der Altersschnitt mindestens 50, eher höher, und alle Leute sahen sehr nach Bildungsbürgertum aus. Nicht unbedingt meine Klientel, und dass die sich ausgerechnet bei Jensen zusammenfinden fand ich so schön wie bemerkenswert. Bei "Helden der Wahrscheinlichkeit" war das noch anders, meine ich.
Warum ein Film, dessen dänischer Titel "Der letzte Wikinger" lautet, in Deutschland unbedingt "Therapie für Wikinger" heissen muss, kann vermutlich mal wieder keiner erklären, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Anders Thomas Jensen zurück ist und eine Geschichte erzählt, wie sie nur Anders Thomas Jensen erzählen kann.
Anker (Nikolaj Lie Kaas) wird nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen. Da sass er wegen Bankraubs ein, hat vorher aber noch die Beute beiseite geschafft und seinem psychisch eingeschränkten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen, sieht hier original aus wie Stig Pedersen von D:A:D *g*) eingeschärft, die Tasche mit dem Geld gut zu verstecken. Hat er auch gemacht, nur leider hat er inzwischen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt und hält sich jetzt für John Lennon. Der natürlich nicht weiss, wo die Kohle ist, wie auch? Leider taucht dann auch noch ein alter Komplize auf, der ebenfalls hinter der Beute her ist und nicht zimperlich, wenn es darum geht, zu bekommen was er will. Die Zeit drängt also, und im alten Elternhaus der Beiden wird es dann endgültig absurd und es passieren Jensen-Dinge. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass die Beatles wiedervereinigt werden. *g*
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P.S. Das Publikum war interessant. Der Saal war ausverkauft, der Altersschnitt mindestens 50, eher höher, und alle Leute sahen sehr nach Bildungsbürgertum aus. Nicht unbedingt meine Klientel, und dass die sich ausgerechnet bei Jensen zusammenfinden fand ich so schön wie bemerkenswert. Bei "Helden der Wahrscheinlichkeit" war das noch anders, meine ich.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Die Saat des heiligen Feigenbaums
Der Film spielt im Iran 2022 und beleuchtet die politischen Unruhen im Land, bzw. die Auswirkungen dieser auf eine Familie. Der Vater wurde kürzlich zum Ermittlungsrichter ernannt. Was am Anfang für ihn wie ein Hauptgewinn wirkt, stellt sich recht schnell als Alptraum heraus. Absolute Regimetreue wird gefordert. Todesstrafen sollen ohne Fallprüfung seinerseits verhängt werden. Als streng gläubiger Muslim, kommt er recht schnell an die Grenzen der Belastbarkeit. Indes sind seine Töchter keineswegs gewillt, den geschönten Meldungen der Regierung glauben zu schenken. Hinterfragen vieles und sorgen letztlich dafür, dass sich die Familie immer mehr in Frage stellt.
Im Kern der Handlung steht mitunter die Frage, warum es für muslimische Frauen immer noch obligatorisch ist ein Kopftuch zu tragen? Nur weil es im Koran steht? Möglicherweise hat Allah Unrecht. Das sind Fragen, mit denen die Töchter ihren Vater konfrontieren. Ich weiß nicht ob es an der Synchro liegt, aber für mich geht das Gesehene irgendwie nur schwer mit z.b. stattgefundenem Szenenapplaus einher, wenn die Töchter ihrem Vater widersprechen. Das mag innerhalb einer muslimischen Familie nicht üblich sein. Dennoch reagiert der Vater ja, bis zur Eskalation am Ende immer total ruhig und besonnen, nennt die Töchter immer mein Schatz.
In puncto Schauspiel bleiben mir alle ein Stück weit zu statisch. Die Handlung als solche kann aber überzeugen und sorgt trotz fast drei Stunden Laufzeit dafür, dass man dran bleiben mag.
8/10
Der Film spielt im Iran 2022 und beleuchtet die politischen Unruhen im Land, bzw. die Auswirkungen dieser auf eine Familie. Der Vater wurde kürzlich zum Ermittlungsrichter ernannt. Was am Anfang für ihn wie ein Hauptgewinn wirkt, stellt sich recht schnell als Alptraum heraus. Absolute Regimetreue wird gefordert. Todesstrafen sollen ohne Fallprüfung seinerseits verhängt werden. Als streng gläubiger Muslim, kommt er recht schnell an die Grenzen der Belastbarkeit. Indes sind seine Töchter keineswegs gewillt, den geschönten Meldungen der Regierung glauben zu schenken. Hinterfragen vieles und sorgen letztlich dafür, dass sich die Familie immer mehr in Frage stellt.
Im Kern der Handlung steht mitunter die Frage, warum es für muslimische Frauen immer noch obligatorisch ist ein Kopftuch zu tragen? Nur weil es im Koran steht? Möglicherweise hat Allah Unrecht. Das sind Fragen, mit denen die Töchter ihren Vater konfrontieren. Ich weiß nicht ob es an der Synchro liegt, aber für mich geht das Gesehene irgendwie nur schwer mit z.b. stattgefundenem Szenenapplaus einher, wenn die Töchter ihrem Vater widersprechen. Das mag innerhalb einer muslimischen Familie nicht üblich sein. Dennoch reagiert der Vater ja, bis zur Eskalation am Ende immer total ruhig und besonnen, nennt die Töchter immer mein Schatz.
In puncto Schauspiel bleiben mir alle ein Stück weit zu statisch. Die Handlung als solche kann aber überzeugen und sorgt trotz fast drei Stunden Laufzeit dafür, dass man dran bleiben mag.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Spitzenfilm!Apparition hat geschrieben: 07.01.2026 23:01 Therapie für Wikinger (Den sidste viking)
Warum ein Film, dessen dänischer Titel "Der letzte Wikinger" lautet, in Deutschland unbedingt "Therapie für Wikinger" heissen muss, kann vermutlich mal wieder keiner erklären, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Anders Thomas Jensen zurück ist und eine Geschichte erzählt, wie sie nur Anders Thomas Jensen erzählen kann.
Anker (Nikolaj Lie Kaas) wird nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen. Da sass er wegen Bankraubs ein, hat vorher aber noch die Beute beiseite geschafft und seinem psychisch eingeschränkten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen, sieht hier original aus wie Stig Pedersen von D:A:D *g*) eingeschärft, die Tasche mit dem Geld gut zu verstecken. Hat er auch gemacht, nur leider hat er inzwischen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt und hält sich jetzt für John Lennon. Der natürlich nicht weiss, wo die Kohle ist, wie auch? Leider taucht dann auch noch ein alter Komplize auf, der ebenfalls hinter der Beute her ist und nicht zimperlich, wenn es darum geht, zu bekommen was er will. Die Zeit drängt also, und im alten Elternhaus der Beiden wird es dann endgültig absurd und es passieren Jensen-Dinge. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass die Beatles wiedervereinigt werden. *g*
Ich habe hier neulich an Filmen wie Bugonia und One Battle After Another wenig gute Haare gelassen, weil mir die Storys zu wirr und waren und diese Filme meiner Meinung nach einfach nicht wissen, was sie sein wollen und diesen Mangel mit Effektheischerei stopfen. Nachdem ich diesen hier gesehen habe, fühle ich mich darin nochmal bestätigt. So, genau so macht man Filme mit absurden Plots, seltsamen Figuren und sinnvollen Botschaften. Dieser Film vermittelt etwas, er hat Figuren, die man wie so oft bei Jensen trotz aller Schwächen einfach gern hat, er ist in sich konsequent und abgeschlossen und er schafft mal wieder ohne Probleme den Spagat zwischen pechschwarzem Humor, teilweise derber Gewalt und tiefer Menschlichkeit. Ich habe oft gelacht, gezittert und mitgefiebert, wollte Leuten Ohrfeigen geben und sie umarmen und habe dann ein Ende gesehen, dass irgendwie zwar ist wie erwartet, aber der Weg dahin ist es halt absolut nicht.
Vielleicht nicht sein bester, aber halt ein sehr guter Film.
8,5/10
P.S. Das Publikum war interessant. Der Saal war ausverkauft, der Altersschnitt mindestens 50, eher höher, und alle Leute sahen sehr nach Bildungsbürgertum aus. Nicht unbedingt meine Klientel, und dass die sich ausgerechnet bei Jensen zusammenfinden fand ich so schön wie bemerkenswert. Bei "Helden der Wahrscheinlichkeit" war das noch anders, meine ich.
Wenn ich gerade nicht eine Figur vergesse, dann ist der von Nicolas Bro (10/10@Name) gespielte Böse die einzige Figur in Jemsens Filmen, die unzweideutig als negativ dargestellt wird, oder? Als er bei der Schwester auftaucht, meine Fresse...
Ohne den animierten Prolog/Epilog (Sinn?) wäre der nahe an der Höchstnote.
Perfektion ist Langeweile.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
So sehr ich das Landleben mag. Bei solchen Filmen ist hier echt EssigMy Friend Of Misery hat geschrieben: 08.01.2026 13:21Spitzenfilm!Apparition hat geschrieben: 07.01.2026 23:01 Therapie für Wikinger (Den sidste viking)
Warum ein Film, dessen dänischer Titel "Der letzte Wikinger" lautet, in Deutschland unbedingt "Therapie für Wikinger" heissen muss, kann vermutlich mal wieder keiner erklären, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Anders Thomas Jensen zurück ist und eine Geschichte erzählt, wie sie nur Anders Thomas Jensen erzählen kann.
Anker (Nikolaj Lie Kaas) wird nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen. Da sass er wegen Bankraubs ein, hat vorher aber noch die Beute beiseite geschafft und seinem psychisch eingeschränkten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen, sieht hier original aus wie Stig Pedersen von D:A:D *g*) eingeschärft, die Tasche mit dem Geld gut zu verstecken. Hat er auch gemacht, nur leider hat er inzwischen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt und hält sich jetzt für John Lennon. Der natürlich nicht weiss, wo die Kohle ist, wie auch? Leider taucht dann auch noch ein alter Komplize auf, der ebenfalls hinter der Beute her ist und nicht zimperlich, wenn es darum geht, zu bekommen was er will. Die Zeit drängt also, und im alten Elternhaus der Beiden wird es dann endgültig absurd und es passieren Jensen-Dinge. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass die Beatles wiedervereinigt werden. *g*
Ich habe hier neulich an Filmen wie Bugonia und One Battle After Another wenig gute Haare gelassen, weil mir die Storys zu wirr und waren und diese Filme meiner Meinung nach einfach nicht wissen, was sie sein wollen und diesen Mangel mit Effektheischerei stopfen. Nachdem ich diesen hier gesehen habe, fühle ich mich darin nochmal bestätigt. So, genau so macht man Filme mit absurden Plots, seltsamen Figuren und sinnvollen Botschaften. Dieser Film vermittelt etwas, er hat Figuren, die man wie so oft bei Jensen trotz aller Schwächen einfach gern hat, er ist in sich konsequent und abgeschlossen und er schafft mal wieder ohne Probleme den Spagat zwischen pechschwarzem Humor, teilweise derber Gewalt und tiefer Menschlichkeit. Ich habe oft gelacht, gezittert und mitgefiebert, wollte Leuten Ohrfeigen geben und sie umarmen und habe dann ein Ende gesehen, dass irgendwie zwar ist wie erwartet, aber der Weg dahin ist es halt absolut nicht.
Vielleicht nicht sein bester, aber halt ein sehr guter Film.
8,5/10
P.S. Das Publikum war interessant. Der Saal war ausverkauft, der Altersschnitt mindestens 50, eher höher, und alle Leute sahen sehr nach Bildungsbürgertum aus. Nicht unbedingt meine Klientel, und dass die sich ausgerechnet bei Jensen zusammenfinden fand ich so schön wie bemerkenswert. Bei "Helden der Wahrscheinlichkeit" war das noch anders, meine ich.
Wenn ich gerade nicht eine Figur vergesse, dann ist der von Nicolas Bro (10/10@Name) gespielte Böse die einzige Figur in Jemsens Filmen, die unzweideutig als negativ dargestellt wird, oder? Als er bei der Schwester auftaucht, meine Fresse...
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Kann gut sein, ich hab das nicht mehr alles auf dem Schim. Wobei der ja immerhin bei allem immer sehr freundlich ist. *g*My Friend Of Misery hat geschrieben: 08.01.2026 13:21Spitzenfilm!Apparition hat geschrieben: 07.01.2026 23:01 Therapie für Wikinger (Den sidste viking)
Warum ein Film, dessen dänischer Titel "Der letzte Wikinger" lautet, in Deutschland unbedingt "Therapie für Wikinger" heissen muss, kann vermutlich mal wieder keiner erklären, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Anders Thomas Jensen zurück ist und eine Geschichte erzählt, wie sie nur Anders Thomas Jensen erzählen kann.
Anker (Nikolaj Lie Kaas) wird nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen. Da sass er wegen Bankraubs ein, hat vorher aber noch die Beute beiseite geschafft und seinem psychisch eingeschränkten Bruder Manfred (Mads Mikkelsen, sieht hier original aus wie Stig Pedersen von D:A:D *g*) eingeschärft, die Tasche mit dem Geld gut zu verstecken. Hat er auch gemacht, nur leider hat er inzwischen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt und hält sich jetzt für John Lennon. Der natürlich nicht weiss, wo die Kohle ist, wie auch? Leider taucht dann auch noch ein alter Komplize auf, der ebenfalls hinter der Beute her ist und nicht zimperlich, wenn es darum geht, zu bekommen was er will. Die Zeit drängt also, und im alten Elternhaus der Beiden wird es dann endgültig absurd und es passieren Jensen-Dinge. An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass die Beatles wiedervereinigt werden. *g*
Ich habe hier neulich an Filmen wie Bugonia und One Battle After Another wenig gute Haare gelassen, weil mir die Storys zu wirr und waren und diese Filme meiner Meinung nach einfach nicht wissen, was sie sein wollen und diesen Mangel mit Effektheischerei stopfen. Nachdem ich diesen hier gesehen habe, fühle ich mich darin nochmal bestätigt. So, genau so macht man Filme mit absurden Plots, seltsamen Figuren und sinnvollen Botschaften. Dieser Film vermittelt etwas, er hat Figuren, die man wie so oft bei Jensen trotz aller Schwächen einfach gern hat, er ist in sich konsequent und abgeschlossen und er schafft mal wieder ohne Probleme den Spagat zwischen pechschwarzem Humor, teilweise derber Gewalt und tiefer Menschlichkeit. Ich habe oft gelacht, gezittert und mitgefiebert, wollte Leuten Ohrfeigen geben und sie umarmen und habe dann ein Ende gesehen, dass irgendwie zwar ist wie erwartet, aber der Weg dahin ist es halt absolut nicht.
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P.S. Das Publikum war interessant. Der Saal war ausverkauft, der Altersschnitt mindestens 50, eher höher, und alle Leute sahen sehr nach Bildungsbürgertum aus. Nicht unbedingt meine Klientel, und dass die sich ausgerechnet bei Jensen zusammenfinden fand ich so schön wie bemerkenswert. Bei "Helden der Wahrscheinlichkeit" war das noch anders, meine ich.
Wenn ich gerade nicht eine Figur vergesse, dann ist der von Nicolas Bro (10/10@Name) gespielte Böse die einzige Figur in Jemsens Filmen, die unzweideutig als negativ dargestellt wird, oder? Als er bei der Schwester auftaucht, meine Fresse...
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Die Animationen fand ich auch Banane, aber das sind ja nur ein paar Minuten. Wahrscheinlich wollte er noch die Grenzen des "Nicht der Mensch ist behindert/verrückt, sondern die Welt, in der er lebt"-Gedanken aufzeigen.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Word. Der kann es einfach besser. Sieht man seine Filme, fragt man sich, was so schwierig daran sein kann, Filme zu drehen, die menschlich, unterhaltsam, vielschichtig, fantastisch und realistisch sind. Und zu deren Teil man irgendwie wird, nicht nur draufguckt (und oft denkt "Was soll die Scheiße?")Apparition hat geschrieben: 07.01.2026 23:01 Anders Thomas Jensen ... So, genau so macht man Filme mit absurden Plots, seltsamen Figuren und sinnvollen Botschaften. Dieser Film vermittelt etwas, er hat Figuren, die man wie so oft bei Jensen trotz aller Schwächen einfach gern hat, er ist in sich konsequent und abgeschlossen und er schafft mal wieder ohne Probleme den Spagat zwischen pechschwarzem Humor, teilweise derber Gewalt und tiefer Menschlichkeit.
Ich kann Sie gar nicht so beleidigen, wie Sie mir auf den Wecker gehen.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Was sein Tun nur noch viel monströser erscheinen lässt.Apparition hat geschrieben: 08.01.2026 16:10 Kann gut sein, ich hab das nicht mehr alles auf dem Schim. Wobei der ja immerhin bei allem immer sehr freundlich ist. *g*
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Weapons
Wurde hier ja auch schon erwähnt, kann mich da nur anschließen, starker Film! Den anderen Film vom Regisseur, Barbarians werde ich mir dann auch in nächster Zeit anschauen. Kurz-Zusammenfassung: Weapons, es verschwinden 17 Kinder gleichzeitig in einere kleineren Stadt und keiner weiß so genau was da passiert ist, es gibt eine Handvoll Charaktere die nach und nach mit guter Kamerführung durchleuchtet werden und, wenn man meint, man käme auf die Lösung, gibt es doch ein eher überraschendes Ende. Die Darsteller finde ich alles knorke, und mehr kann ich auch nicht schreiben um zu viel zu verraten.
Wurde hier ja auch schon erwähnt, kann mich da nur anschließen, starker Film! Den anderen Film vom Regisseur, Barbarians werde ich mir dann auch in nächster Zeit anschauen. Kurz-Zusammenfassung: Weapons, es verschwinden 17 Kinder gleichzeitig in einere kleineren Stadt und keiner weiß so genau was da passiert ist, es gibt eine Handvoll Charaktere die nach und nach mit guter Kamerführung durchleuchtet werden und, wenn man meint, man käme auf die Lösung, gibt es doch ein eher überraschendes Ende. Die Darsteller finde ich alles knorke, und mehr kann ich auch nicht schreiben um zu viel zu verraten.
Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Ich habe durch meine Krankheit nicht mehr wirklich die Geduld, mir ganze Spielfilme anzusehen, aber das muss sich ändern. Ich überlege, ob ich mir nicht einfach mal alle Filme von Peter Weir ansehen soll. Nicht wenige davon kenne ich schon, das würde es etwas einfacher machen.
Mille millions de mille sabords!
Music is no good if it can't be sung by the human voice in some way. (John Tavener)
Im übrigen bin ich der Meinung dass die AfD der politische Arm des Rechtsterrorismus ist.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Ich bin bei weiterem kein Komplettist. Von meinen "Lieblingsregisseuren" habe ich eigentlich selten alle Filme gesehen. Ich habe mich letztens durch "Boxcar Bertha" von Scorsese gequält - das mag für ihn ein wichtiger Dreh gewesen sein, beim Gucken war es das nicht.
Es gibt viele gute Filme, die besser sind als die schlechten Filme von guten Regisseuren. *g*
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Peter Weir ist nicht mein Lieblingsregisseur. Aber er hat einige wirklich gute Filme in verschiedenen Genres gedreht. *find*
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread
Stimmt, und unter denen, die ich gesehen habe, war auch kein einziger echter Stinker. Und da die Zahl seiner Filme recht überschaubar ist, ist er ein ziemlich guter Kandidat für eine Komplettsichtung.Rotstift hat geschrieben: 12.01.2026 15:52 Peter Weir ist nicht mein Lieblingsregisseur. Aber er hat einige wirklich gute Filme in verschiedenen Genres gedreht. *find*
Wenn ich's mir recht überlege, hab ich nur von drei Regisseuren alle Spielfilme gesehen (also ohne Kurzfilme, Fernsehserien, Beiträge zu Episodenfilmen usw.): Kubrick, Lynch und Tarantino, alle ebenfalls mit sehr übersichtlichen Filmographien.
Und halt von Charles Laughton, aber da ist es auch einfach