Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Alles über Musik im Allgemeinen und ohne Bezug zu einem speziellen Genre
Benutzeravatar
Flow
Beiträge: 4666
Registriert: 26.03.2004 00:21

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Flow »

Stormrider hat geschrieben: 01.12.2025 13:04 Die "Sollbruchstelle" in der Testament Discographie, das Album mit dem sie mich verloren, und auch nicht wieder komplett zurückbekommen haben.

Testament sind und bleiben für mich Album 1 bis 4 mit besonderer betonung auf Debut und "Practice..." und bis auf wenige spätere Songs, keiner Song von "The Ritual" enthalten, hat mich Testament danach nicht wieder begeistern können.
Mich hatten sie schon mit "Souls Of Black" verloren, aber ich kam für "Demonic" und "The Gathering" immerhin nochmal kurz zurück. Speaking of: "Demonic" hätte ich für den Thread sehr vielleicht besser gepasst. "Ritual" ist ja nicht (mehr) so irre umstritten.

Für "Demonic" braucht's vielleicht nochmal 20 Jahre bis auch die rehabilitiert ist. Wenn ich noch einmal das Weini-Weini über Billys Gesang höre, "schmeiße ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware." Die Riffs auf dem Ding marschieren durch Panzerglas.
http://dreikommaviernull.blogspot.com/

"I'm an anarchist. Does that make sense to you? I believe in anarchy." (Mark Burgess)
Benutzeravatar
wolverin
Beiträge: 6595
Registriert: 30.04.2010 11:58

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von wolverin »

GoTellSomebody hat geschrieben: 01.12.2025 16:56
wolverin hat geschrieben: 01.12.2025 14:51
GoTellSomebody hat geschrieben: 01.12.2025 13:45
wolverin hat geschrieben: 01.12.2025 13:17Der Grund warum das Album so ist wie es ist, heisst übrigens Alex Skolnik. Er wollte Testament in eine andere Richtung lenken, was der Grund warum man sich von ihm trennte.
Das stimmt so nicht, zumindest wenn man Alex SkolniCk glaubt. Es sei bekannt gewesen, daß „melody and harmony“ immer schon sein „department“ gewesen sei. Da der Rest der Band zu der Zeit aber nicht wusste was sie wollten entschied er für sich zu gehen. Dafür spricht, dass auch Clemente und Christian innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes gegangen sind.
Ich habe gestern erst wieder das Interview mit Chuck im RH vom Oktober 92 gelesen, auf dem Klo. Die Schüssel lügt nie, also............ :D
Mir ist schon klar, dass du mir keinen Quatsch erzählst. Laut Chuck hat man sich in gegenseitigem Einverständnis getrennt und es gab da auch kein böses Blut, bzw. stand zum Zeitpunkt des Interviews die Trennung noch aus und Alex wollte der Band einen Ersatz suchen, den er dann auch "einarbeiten" wollte. Aber meine Grundaussage, dass man bei der Marschrichtung des Albums Alex gefolgt ist, ist ja nicht falsch.
Wenn Slayer wieder auf Tour gehen würden, würde Corona seine Ausbreitung canceln.
Benutzeravatar
Stormrider
Beiträge: 3641
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: astral plains
Kontaktdaten:

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Stormrider »

Flow hat geschrieben: 02.12.2025 08:37
Stormrider hat geschrieben: 01.12.2025 13:04 Die "Sollbruchstelle" in der Testament Discographie, das Album mit dem sie mich verloren, und auch nicht wieder komplett zurückbekommen haben.

Testament sind und bleiben für mich Album 1 bis 4 mit besonderer betonung auf Debut und "Practice..." und bis auf wenige spätere Songs, keiner Song von "The Ritual" enthalten, hat mich Testament danach nicht wieder begeistern können.
Mich hatten sie schon mit "Souls Of Black" verloren, aber ich kam für "Demonic" und "The Gathering" immerhin nochmal kurz zurück. Speaking of: "Demonic" hätte ich für den Thread sehr vielleicht besser gepasst. "Ritual" ist ja nicht (mehr) so irre umstritten.

Für "Demonic" braucht's vielleicht nochmal 20 Jahre bis auch die rehabilitiert ist. Wenn ich noch einmal das Weini-Weini über Billys Gesang höre, "schmeiße ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware." Die Riffs auf dem Ding marschieren durch Panzerglas.


Mit "Souls Of Black" hatte ich eigentlich nie wirklich Probleme, für mich halt die schwächste der ersten 4, aber immer noch interessant genug wenn man mal davon weg geht dass die ein bisschen zu sehr nach dem Vorgänger klingt - halt nur "verwässerter" und softer.

Ich spreche bei solchen Alben ja immer gerne von den "OU812" Alben, und ja, "Souls of Black" ist für mich in der Tat die "OU812" in der Testament Discographie.

"The Ritual" war da sicher schon wieder etwas eigenständiger/andersartig, was aber letztendlich das einzig positive ist, was mir zu dem Album einfällt. Die Songs an sich finde ich eher blass und ja, blasser als die Sachen von "Souls Of Black".
greetings
- Stormrider

Dimebag666 hat geschrieben:
"7 Flaschen sind kein Sixpack."

If you believe "your" religion is worth killing for, do us a favor and use the first bullet for yourself!!!!!!!!!!!!!!!!
Benutzeravatar
Maedhros
Beiträge: 4024
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: München

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Maedhros »

Ich kenne von dem Album nur Electric Crown und Let go of my world durch Live in London. Aber zumindest ersterer Song sorgt doch schonmal dafür, dass das Album nicht so schlecht sein kann.
"I hate Illinois Nazis"
Benutzeravatar
GoTellSomebody
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28160
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Rheine

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von GoTellSomebody »

Maedhros hat geschrieben: 02.12.2025 11:30 Ich kenne von dem Album nur Electric Crown und Let go of my world durch Live in London. Aber zumindest ersterer Song sorgt doch schonmal dafür, dass das Album nicht so schlecht sein kann.
Electric Crown ist an den meisten Tagen für mich der beste Song der Diskografie.
And in the end
The love you take
Is equal to the love you make
Benutzeravatar
GoTellSomebody
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28160
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Rheine

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von GoTellSomebody »

Stormrider hat geschrieben: 02.12.2025 09:53
Flow hat geschrieben: 02.12.2025 08:37
Stormrider hat geschrieben: 01.12.2025 13:04 Die "Sollbruchstelle" in der Testament Discographie, das Album mit dem sie mich verloren, und auch nicht wieder komplett zurückbekommen haben.

Testament sind und bleiben für mich Album 1 bis 4 mit besonderer betonung auf Debut und "Practice..." und bis auf wenige spätere Songs, keiner Song von "The Ritual" enthalten, hat mich Testament danach nicht wieder begeistern können.
Mich hatten sie schon mit "Souls Of Black" verloren, aber ich kam für "Demonic" und "The Gathering" immerhin nochmal kurz zurück. Speaking of: "Demonic" hätte ich für den Thread sehr vielleicht besser gepasst. "Ritual" ist ja nicht (mehr) so irre umstritten.

Für "Demonic" braucht's vielleicht nochmal 20 Jahre bis auch die rehabilitiert ist. Wenn ich noch einmal das Weini-Weini über Billys Gesang höre, "schmeiße ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware." Die Riffs auf dem Ding marschieren durch Panzerglas.


Mit "Souls Of Black" hatte ich eigentlich nie wirklich Probleme, für mich halt die schwächste der ersten 4, aber immer noch interessant genug wenn man mal davon weg geht dass die ein bisschen zu sehr nach dem Vorgänger klingt - halt nur "verwässerter" und softer.

Ich spreche bei solchen Alben ja immer gerne von den "OU812" Alben, und ja, "Souls of Black" ist für mich in der Tat die "OU812" in der Testament Discographie.

"The Ritual" war da sicher schon wieder etwas eigenständiger/andersartig, was aber letztendlich das einzig positive ist, was mir zu dem Album einfällt. Die Songs an sich finde ich eher blass und ja, blasser als die Sachen von "Souls Of Black".
Kann ich mich mit anfreunden, und in dem Sinne ist The Ritual das „Balance“-Album.
And in the end
The love you take
Is equal to the love you make
Benutzeravatar
Stormrider
Beiträge: 3641
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: astral plains
Kontaktdaten:

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Stormrider »

GoTellSomebody hat geschrieben: 02.12.2025 13:06
Stormrider hat geschrieben: 02.12.2025 09:53
Flow hat geschrieben: 02.12.2025 08:37
Stormrider hat geschrieben: 01.12.2025 13:04 Die "Sollbruchstelle" in der Testament Discographie, das Album mit dem sie mich verloren, und auch nicht wieder komplett zurückbekommen haben.

Testament sind und bleiben für mich Album 1 bis 4 mit besonderer betonung auf Debut und "Practice..." und bis auf wenige spätere Songs, keiner Song von "The Ritual" enthalten, hat mich Testament danach nicht wieder begeistern können.
Mich hatten sie schon mit "Souls Of Black" verloren, aber ich kam für "Demonic" und "The Gathering" immerhin nochmal kurz zurück. Speaking of: "Demonic" hätte ich für den Thread sehr vielleicht besser gepasst. "Ritual" ist ja nicht (mehr) so irre umstritten.

Für "Demonic" braucht's vielleicht nochmal 20 Jahre bis auch die rehabilitiert ist. Wenn ich noch einmal das Weini-Weini über Billys Gesang höre, "schmeiße ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware." Die Riffs auf dem Ding marschieren durch Panzerglas.


Mit "Souls Of Black" hatte ich eigentlich nie wirklich Probleme, für mich halt die schwächste der ersten 4, aber immer noch interessant genug wenn man mal davon weg geht dass die ein bisschen zu sehr nach dem Vorgänger klingt - halt nur "verwässerter" und softer.

Ich spreche bei solchen Alben ja immer gerne von den "OU812" Alben, und ja, "Souls of Black" ist für mich in der Tat die "OU812" in der Testament Discographie.

"The Ritual" war da sicher schon wieder etwas eigenständiger/andersartig, was aber letztendlich das einzig positive ist, was mir zu dem Album einfällt. Die Songs an sich finde ich eher blass und ja, blasser als die Sachen von "Souls Of Black".
Kann ich mich mit anfreunden, und in dem Sinne ist The Ritual das „Balance“-Album.
Ja, kann man so sehen, wobei ich "Balance" eigentlich mag, von daher entspricht die "The Ritual" für mich dann wohl eher der "III". :D
greetings
- Stormrider

Dimebag666 hat geschrieben:
"7 Flaschen sind kein Sixpack."

If you believe "your" religion is worth killing for, do us a favor and use the first bullet for yourself!!!!!!!!!!!!!!!!
Benutzeravatar
GoTellSomebody
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28160
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Rheine

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von GoTellSomebody »

Stormrider hat geschrieben: 02.12.2025 13:19
GoTellSomebody hat geschrieben: 02.12.2025 13:06
Stormrider hat geschrieben: 02.12.2025 09:53
Flow hat geschrieben: 02.12.2025 08:37

Mich hatten sie schon mit "Souls Of Black" verloren, aber ich kam für "Demonic" und "The Gathering" immerhin nochmal kurz zurück. Speaking of: "Demonic" hätte ich für den Thread sehr vielleicht besser gepasst. "Ritual" ist ja nicht (mehr) so irre umstritten.

Für "Demonic" braucht's vielleicht nochmal 20 Jahre bis auch die rehabilitiert ist. Wenn ich noch einmal das Weini-Weini über Billys Gesang höre, "schmeiße ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware." Die Riffs auf dem Ding marschieren durch Panzerglas.


Mit "Souls Of Black" hatte ich eigentlich nie wirklich Probleme, für mich halt die schwächste der ersten 4, aber immer noch interessant genug wenn man mal davon weg geht dass die ein bisschen zu sehr nach dem Vorgänger klingt - halt nur "verwässerter" und softer.

Ich spreche bei solchen Alben ja immer gerne von den "OU812" Alben, und ja, "Souls of Black" ist für mich in der Tat die "OU812" in der Testament Discographie.

"The Ritual" war da sicher schon wieder etwas eigenständiger/andersartig, was aber letztendlich das einzig positive ist, was mir zu dem Album einfällt. Die Songs an sich finde ich eher blass und ja, blasser als die Sachen von "Souls Of Black".
Kann ich mich mit anfreunden, und in dem Sinne ist The Ritual das „Balance“-Album.
Ja, kann man so sehen, wobei ich "Balance" eigentlich mag, von daher entspricht die "The Ritual" für mich dann wohl eher der "III". :D
Okay, das ist bei mir anders gelagert, da sowohl The Ritual als auch Balance in meinen jeweiligen Top 5 sind.
III mag ich allerdings auch, allein schon wegen Cherones Gesang, das wäre dann wahrscheinlich mein Van Halen-Beitrag für diesen Thread.
And in the end
The love you take
Is equal to the love you make
Benutzeravatar
NegatroN
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 30407
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Schräg dahoam
Kontaktdaten:

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von NegatroN »

Ich kann mit The Ritual nicht viel anfangen. Das ist alles nicht schlecht, aber für mich passt das (vor allem der Gesang) einfach nicht zu Testament. Den Stil können einerseits andere deutlich besser, andererseits fehlt für mich auch komplett das, was mich an Testament interessiert.
I always knew that obscenely rich people would burn down the world some day. I just didn‘t expect them to be such losers.
Benutzeravatar
costa
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 33039
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: The phone booth, it's the one across the hall
Kontaktdaten:

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von costa »

Im Ohr habe ich nur Electric Crown, der ist fantastisch. Einen Bedarf, das Album mal zu hören, hatte ich komischerweise dennoch nie.
Are we still lucky to be here?

Letterboxd - My life in film.
Benutzeravatar
Alphex
Beiträge: 7784
Registriert: 28.08.2012 16:34

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Alphex »

Balance ist die Beste Van Halen mit Hagar. Die Instrumentals sind zwar unnötig, aber ich mag das Songmaterial deutlich mehr als auf den Vorgängern.
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."
Benutzeravatar
Stormrider
Beiträge: 3641
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: astral plains
Kontaktdaten:

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Stormrider »

Alphex hat geschrieben: 02.12.2025 20:39 Balance ist die Beste Van Halen mit Hagar. Die Instrumentals sind zwar unnötig, aber ich mag das Songmaterial deutlich mehr als auf den Vorgängern.
Ist zwar eigentlich nicht Threadthema, aber ich finde ja die Hagar Alben sind alle näher beisammen was die "Qaulität" angeht als die Roth Alben. Wenn ich wirklich (unter Waffengewalt) die beste wählen müsste wäre das vermutlich die "F.U.C.K." die hat mir seit ich sie besitze am meisten gegeben. Die eben schon erwähnte OU812 ist für mich diese leider etwas vergessene Perle im Van Halen Backkatalog, die mag ich an vielen Tagen mehr als das Album davor. Aber ich hab wirklich kein Problem mit den Hagar Alben der Band, alle fast auf dem gleichen Niveau.
greetings
- Stormrider

Dimebag666 hat geschrieben:
"7 Flaschen sind kein Sixpack."

If you believe "your" religion is worth killing for, do us a favor and use the first bullet for yourself!!!!!!!!!!!!!!!!
Benutzeravatar
Plexus
Beiträge: 493
Registriert: 03.10.2009 09:04

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Plexus »

Die Testament habe ich auch nie gekauft. Ist vielleicht nicht schlecht, war mir aber zu lahm.

Waltari habe ich mit "Space Avenue" kennengelernt, damals war glaube ich ein Song auf einer Rock Hard−CD. Fand ich gleich gut, aber ich empfand es natürlich nicht als Außenseiter, weil ich die Vorgänger ja nicht kannte.
Es gibt unendlich viel Hoffnung − nur nicht für uns. (Franz Kafka)
Benutzeravatar
Apparition
Beiträge: 22091
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: At the End of the Line

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Apparition »

"Kin" direkt nach "The Ritual" zu hören hat mir ziemlich deutlich gezeigt, welche von beiden ich brauche und welche eher nicht. Sorry Xentrix. :hmpf:
I got to travel forever
It's all within my mind
An endless path to endeavor
But forever is a long long time
Benutzeravatar
Dobkeratops
Beiträge: 108
Registriert: 30.05.2025 12:47

Re: Liebenswerte Außenseiter - Der Review-Thread

Beitrag von Dobkeratops »

Kreator - Endorama

Vom wilden stilistischen Herumprobieren her könnte man jedes der vier Alben, die Kreator zwischen 92 und 99 veröffentlichten, hier im Thread featuren.
Cause For Conflict und Outcast finde ich aber selber eher so mittel. Die enthalten für meinen Geschmack nur je zwei gute Songs und füllen den Rest ihrer Spielzeit mit okayem Material auf, von dem zumindest in meinem Gedächtnis nichts hängenbleibt.
Renewal hingegen hat zwar um den Zeitpunkt seiner Veröffentlichung herum jede Menge Prügel einstecken müssen, scheint mir aber seitdem inzwischen weitgehend rehabilitiert zu sein. Ich schiebe da vielleicht später noch ein ausführliches Review nach.

Bleibt also Endorama. Von den vier "experimentellen" Kreator-Alben ist das sicher das homogenste und es ist genau diese Homogenität, die es runterzieht, nicht die weitgehend abwesende Härte. Auch die angeblichen Goth-Einflüsse, auf die sich damals alle eingeschossen haben, sind bei weitem nicht so präsent wie behauptet. Ich höre da neben ganz viel Symphony Of Destruction jedenfalls eher dezente Einflüsse von Killing Joke als welche von Sisters Of Mercy und Co.

Problematisch an Endorama ist vor allem, dass die enthaltenen Songs alle einem ähnlichen Schema folgen. Es ist nicht per se Abwechslung die fehlt, die ist durchaus da. Die sehr geradlinigen Rocksongs (die es auch vorher schon im Kreator-Kosmos gab und später sowieso) nutzen sich aber auf der Albumdistanz leider etwas ab, wenn man ein Dutzend davon direkt hintereinander serviert bekommt. In anderem Kontext hätten die sicher ganz anders glänzen könnten.

Ein weiteres Manko ist, und das muss man so klar benennen, Milles Gesang, der hier von Anfang an deutlich an seine Grenzen stößt. Wenn er sein übliches Keifen auspackt, ist alles fein, aber in den cleanen Passagen muss er hörbar kämpfen. Ich ertappe mich beim hören oft dabei, mich zu fragen, wie dieselben Songs wohl klängen, wenn ein Mikael Stanne die interpretieren würde.

Das Album ist in der ersten Hälfte stärker als in der zweiten. Der Opener Golden Age und das fast schon als Ballade durchgehende Everlasting Flame sind extrem eingängige, überraschend melodische Rocksongs. Passage To Babylon erfreut zudem mit toller Gitarren- und Bass-Arbeit und Shadowland enthält sogar Spurenelemente von Thrash, die ansonsten auf diesem Album Mangelware sind.

Danach hängt das Album allerdings etwas durch. Die Entscheidung, mit Future King, Soul Eraser und Willing Spirit die drei schwächsten Songs direkt hintereinander und an einer Stelle zu platzieren, wo sich beim Hörer ohnehin schon erste Ermüdungserscheinungen einstellen, ist jedenfalls nicht der geschickteste Move.
Zum Abschluss kriegt das Album mit dem Phobia-esken Pandemonium und dem Rausschmeißer Tyranny aber nochmal die Kurve.

Hervorheben möchte ich übrigens ausdrücklich, wie toll die Beiträge von Tommy Vetterli sind. Sowohl bei den Gitarren als auch bei den Synths baut er überall schöne Details ein, die gekonnt gegen die Schlichtheit der Songs arbeiten und diese ein ums andere Mal vor dem Absturz bewahren.
Auch Christian Giesler bekommt am Bass außergewöhnlich viel Raum, um sich zu entfalten, und nutzt den sehr gut.
Ventor auf der anderen Seite swingt zwar wie selten, spielt aber ein bisschen mit angezogener Handbremse. Da wären sicher noch ein paar interessante Akzente möglich gewesen, wenn man ihn etwas mehr von der Leine gelassen hätte.

Die Produktion haben Petrozza und Vetterli selbst erledigt und dabei einen einwandfreien Job gemacht. Ronald Prent sorgte dann im Mix für den nötigen Druck. Im Ergebnis klingt das Album top, da gibt es für mich nichts zu kritisieren.

Coverkritik: Das Cover ist eins der wenigen, die ohne den klassischen Dämonenkopp auskommen. Die Illustration von Markus Mayer ist toll und passt gut zum Titel. Leider war man aber anscheinend so begeistert davon, dass man sie unbedingt vollständig zeigen wollte. Deshalb gibt es ober-und unterhalb des Bildes fette schwarze Balken, die dem Cover den Eindruck eines billigen Bootlegs verleihen. Wie gut es hätte wirken können, wenn man einfach die rechte Hälfte des Bildes auf die volle Höhe gezoomt und es dann links abgeschnitten hätte, kann man auf der Rückseite erahnen, wo genau das mit der anderen Hälfte gemacht wurde.
Das Kreator-Logo wurde behutsam modernisiert und die gezeichnete Version durch eine gerenderte ersetzt. Das sieht ganz gut aus, zu dem Cover hätte aber für mein Gefühl die klassische Optik besser gepasst.
Richtig schlimm wird es bei der Typo. Die Schrift sieht aus wie von einer dieser windigen, virenverseuchten Gratis-Fonts-Webseiten heruntergeladen, ist hässlich, unausgewogen und unleserlich. Sie scheint aber zu der Zeit durchaus populär gewesen zu sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die z.B. auch bei In Extremo mal irgendwo verwendet wurde.

Highlight: Golden Age
Tiefpunkt: Soul Eraser

Wertung: sehr knappe 7 Punkte
Antworten