Thomsen pisst dem Death Metal

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Kaleun Thomsen
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Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

So,

da ja hier eh immer Flaute herrscht und vieles von dem Kram, der hier so abgejubelt wird irgendwie nicht so meins ist, kommt hier ein Spezial-Thread über all die geilen Bands und Alben, die bei mir so laufen und mich zu dem Menschen werden ließen, der ich nun sein darf. Genre-Klassiker und Konsensalben werden hier explizit nicht auftauchen, da erstere schon drölfhundertmal von allen möglichen Leuten besprochen wurden und letztere halt der langweilige Konsens sind, der hier nicht stattfinden soll. Hier wird polarisiert! Leute wie costa und andere erstaunliche Sonderwege der Evolution ( Franklin, ey. Wahn. *g* ) werden es hier schwer haben, da hier nur geile, kurzweilige Action geboten wird, Langeweile, Obituary und Bolt Thrower finden bitte in einem anderen Paralleluniversum statt. Das Schöne am Death Metal ist ja, dass er breit aufgestellt ist, von sumpfig-stumpfem Gerödel bis zum technischem Super-Gau ist das alles dabei, so dass da jeder auf seine Kosten kommt. So, genug geschwurbelt, kommen wir zum Wesentlichen, der Musik. Angefangen wird hier, Ehre wem Ehre gebührt, mit meiner Lieblingsband. Nämlich:

THE BLACK DAHLIA MURDER

Die Buben dürften den meisten hier bekannt sein, trotzdem sind sie nach wie vor sträflich unterbewertet. Warum, das weiß mal wieder keiner. Mit ihrem 6. Album "Everblack" haben sie meiner Meinung nach ihr bisher bestes Werk abgeliefert, so dass dies auch eins meiner liebsten Alben überhaupt ist. Die Jungs gehen modern und melodisch zu Werke, fast immer mit durchgetretenem Gaspedal und klingen immer halb geisteskrank und halb auf Koks. *g* Der erste Song von obig erwähntem "Everblack", "In Hell Is Where She Waits For Me", ist der beste Opener, der je am Anfang einer Death Metal Platte stand. Lautstärke auf Anschlag und Bitte schön:
Na? Geil, oder?

Letzten Oktober kam das mittlerweile auch schon 8. Album "Nightbringers" raus, das konsequent da weiter machte, wo man mit dem 7. Album "Abysmal" aufhörte, allerdings klingt die Platte etwas "basischer" und reduzierter, was sicher auch am Spiel des neuen Gitarristen Brandon Ellis liegen mag:


So. Schmeißt eure Rush-Platten aus dem Fenster unterstützt lieber diese Band und werdet mal erwachsen. *g*
Zuletzt geändert von Kaleun Thomsen am 27.03.2018 10:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

The Zenith Passage


....sind eine technisch brillante Wundertüte aus den USA. Bisher hat man mit der 2016 erschienenen "Solipist" nur eine Platte am Start, die hat es aber in sich. Die Band ist wieder mal ein gutes Beispiel für "die sind viel zu jung um schon so gut zu sein", denn was hier geboten wird ist ein Frickelfeuerwerk der Oberklasse. Gitarrist Justin McKinney war bis letzte Woche auch noch bei den zwar brillanten, aber aufgrund der Querelen um Mastermind Michael Keene desolaten, The Faceless aktiv, was schon mal ein Gütesiegel und ein Hinweis, wohin die Reise geht, ist.
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

Und weil es gerade so schön technisch war, machen wir damit gleich mal weiter: Archspire kommen aus Kanada, ein Land, das uns im Laufe dieses Threads noch öfters begegnen wird. Da geht grad einiges.
Archspire waren mit ihrem 3. Album "Relentless Mutation" DIE Überraschung letztes Jahr, wer sich auch nur im Ansatz für Tech-Death interessierte, kam da nicht dran vorbei.
Die irgendwie mittlerweile übliche Formel "Junge Typen + technische Brillanz" greift auch hier wieder. Wer es bisher verpennt hat, sollte dieser Band, oder wenigstens der letzten Platte Aufmerksamkeit und Geld schenken.

Unglaublich, eigentlich:
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

In eine vollkommen andere Richtung segeln hingegen Hollow Prophet deren Mitglieder aus den USA, UK und Slovenien kommen, und hauptberuflich noch bei drölfhundert anderen Kapellen involviert sind ( Sänger Ben Duerr z.B. bei Shadow Of Intent ). Was gibt es hier zu hören? Tjo. Megabrutalen, slammigen mit Core-Sprengseln versehenen DM? Ja, irgendwie sowas. Einer richtigen Kategorisierung entzieht sich das Ganze, ist aber auch nicht wirklich wichtig. Brutal ist's und es gibt halt extrem auf die Zwölf, ohne dabei austauschbar oder stumpf zu klingen. Zwar geht man hier komplett anders an die Sache als obige Bands, aber technisch ist man trotzdem on point und fit. Herausheben will ich noch eben die Stimme und Sangesgewalt von Ben Duerr, der ein komplett irres Organ hat und damit auch was anzustellen weiß. Keine Ahnung wie man so singen kann, aber es ist komplett geil und komplett beeindruckend. Viel Material hat man noch nicht beisammen, 2017 kam die EP "Hellhole" mit 4 Songs raus und das war es auch bisher. Allerdings kommt dieses Jahr wohl das Debütalbum. Kann nur geil werden, die EP rotiert noch regelmäßig bei mir, vor allem im Auto. Kommt gut im nervigen Berufsverkehr und Stau. *g*
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Dimebag666
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Dimebag666 »

Kaleun Thomsen hat geschrieben:über all die geilen Bands und Alben, die bei mir so laufen und mich zu dem Menschen werden ließen, der ich nun sein darf.
Mach nicht die Musik dafür verantwortlich, die hat das nicht verdient.

Ansonsten bin ich gespannt.
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

Zu etwas ganz anderem: Vanhelgd

Diese Truppe aus Schweden ist irgendwie etwas ganz besonderes. Waren die ersten beiden Alben "Cult Of Lazarus" und "Church Of Death" noch ganz traditioneller Schweden-Death, wie man ihn von zig anderen Bands des Genres her kennt, wagte man mit dem Drittwerk "Relics Of Sulphur Salvation" einen Bruch. Zwar spielte man weiterhin im guten, alten HM2-Sound, doch änderte man die Rezeptur etwas. Man wurde düsterer, bitterer und ähm, ja irgendwie "böser". Man lieh sich einige Stilelelemente beim BM aus, ohne in die komische Kategorie "Blackened Death" zu fallen. Die Musik durchzieht auf der dritten Platte und auch auf dem aktuellen Album "Temple Of Lazarus" eine derart dicke Schicht der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, dass man die Mucke manchmal gar nicht hören mag. *g* Einige Dinge entlieh man sich, wie oben erwähnt, dem frühen BM der 90er, aber eher bei obskureren Bands, wie z.B. Trelldom. "Hysterie" könnte man dazu wohl sagen. Mir gefällt's und für mich nehmen Vanhelgd eine Ausnahmeposition im schwedischen DM ein. Neue Platte ist für dieses Jahr angekündigt, ich bin gespannt. "Relics Of Sulphur Salvation" ist bis dato ihre beste Platte und davon gibt es hier. Behold!

Zuletzt geändert von Kaleun Thomsen am 27.03.2018 10:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Tolpan
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Tolpan »

*TBDM und Vanhelgd abseg*

Der technisch-überkandidelte DM-Ansatz hat mich bislang noch immer komplett kalt gelassen.
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

Portugal! Tja, was fällt einem dazu ein? Costa denkt an Moonspell, ich denke an Analepsy

Die Knaben haben neben einer EP und einer Split mit Kraanium erst eine reguläre Platte auf dem Kerbholz, aber dafür ist das alles Champions-League. Moderner, lupenreiner Brutal Death Metal, mit einem druckvollen Sound und einem feinen Gespür für coole Melodien. Wenn die Jungs so weiter machen, dürften die richtig groß werden. Knallt komplett und wer da nicht durch geschlossene Türen rennen will hat wahrscheinlich keine. Achtung, Helmpflicht:
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Shadowrunner92
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Shadowrunner92 »

Mir war nicht klar, dass The Black Dahlia Murder klingen wie die DM-Version von Cradle of Filth, abzüglich der Gothic-Parts. Aber Vocals und Leadgitarren sind im ersten Video teilweise erstaunlich ähnlich.
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

Shadowrunner92 hat geschrieben:Mir war nicht klar, dass The Black Dahlia Murder klingen wie die DM-Version von Cradle of Filth, abzüglich der Gothic-Parts. Aber Vocals und Leadgitarren sind im ersten Video teilweise erstaunlich ähnlich.

Jau, den Eindruck habe ich auch hin und wieder. Aber da ich auch gut auf Cradle kann, ist das für mich ok. *g*
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Shadowrunner92
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Shadowrunner92 »

Kaleun Thomsen hat geschrieben:
Shadowrunner92 hat geschrieben:Mir war nicht klar, dass The Black Dahlia Murder klingen wie die DM-Version von Cradle of Filth, abzüglich der Gothic-Parts. Aber Vocals und Leadgitarren sind im ersten Video teilweise erstaunlich ähnlich.

Jau, den Eindruck habe ich auch hin und wieder. Aber da ich auch gut auf Cradle kann, ist das für mich ok. *g*
Ja, war auch eher positiv gemeint. Das macht TBDM für mich eigentlich erst wirklich interessant. :D
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Kaleun Thomsen
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Kaleun Thomsen »

Obskur wird's nun mit Chthe'ilist aus Kanada. Nach einem Demo in 2012 kam 2016 das erste und bisher einzige Album "Le dernier crépuscule" raus. Die Musik lässt sich schwer beschreiben, dunkel, mysteriös, meist schleppend und mit wenig Geballer, immer mit seltsamen Melodien hier und da und komischen Rhythmen, sehr tief gestimmte Gitarren und dazu ein dumpfer, aber klarer Sound. Erinnert mich öfter mal an diverse finnische Bands oder auch Funebrarum, was ja nicht schlecht ist. Wer's schratig-obskur mag und mit seltsamer Atmosphäre unterlegt, ist hier richtig.

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Dimebag666
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Dimebag666 »

Kaleun Thomsen hat geschrieben:Obskur wird's nun mit Chthe'ilist aus Kanada.
Erster guter Hinweis, tüt ich ein.
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ExtremelyRottenFlesh
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von ExtremelyRottenFlesh »

Guter Thread. Weiter so! Die ersten drei Bands sind (bekannterweise) super, den Rest werde ich mir bei Gelegenheit geben. Vielleicht werde ich mich auch mal wieder mit TBDM beschäftigen, eigentlich hatte ich die nach Ritual (?) zu den Akten gelegt. Aber wenn die hier so gelobt werden... :kratz:
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Defeated Hero
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Re: Thomsen pisst dem Death Metal

Beitrag von Defeated Hero »

ExtremelyRottenFlesh hat geschrieben:Guter Thread. Weiter so! Die ersten drei Bands sind (bekannterweise) super, den Rest werde ich mir bei Gelegenheit geben. Vielleicht werde ich mich auch mal wieder mit TBDM beschäftigen, eigentlich hatte ich die nach Ritual (?) zu den Akten gelegt. Aber wenn die hier so gelobt werden... :kratz:
So ganz würde ich dem Thomsen da nicht vertrauen, der ist 100% Fanboy :D
Ich habe mich damals mit der Unhallowed auch direkt in die The Black Dahlia Murder verliebt und das ist für mich auch immer noch 'ne Alltime Fav-Scheibe, aber die haben im Laufe ihrer Karriere auch einen ganzen Haufen höchst mittelmäßiger Alben rausgebracht. Bspw. die oben als beste TBDM angepriesene Everblack halte ich persönlich eher für ein Lowlight der Diskografie, die wirklichen Perlen sind für mich Nocturnal und eben Unhallowed, gefolgt von Ritual und dann der Rest.

Ansonsten: Interessanter Thread, auch wenn ich den meisten der bisher genannten Bands wenig abgewinnen kann. Archspire und Analepsy kenne ich und finde ich für 2 Songs auch immer ganz cool, aber danach wird mir das zu ermüdend. Hollow Prophet kannte ich hingegen noch gar nicht und die haben es hier direkt auf meine Ancheck-Playlist geschafft, gefällt mir auf den ersten Hör ziemlich gut.
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