ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

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Watchful_Eye
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Watchful_Eye » 11.05.2019 16:25

Ich höre das Album schon fast mit einem Jazz-Mindset. John Arch ist ein John Coltrane in Stimmform. :) Er soliert nur so über die Instrumentalspuren.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Porcupine » 12.05.2019 18:40

Zweimal gehört bisher. Nicht so schroff und kantig wie Sympathetic Resonance, sondern etwas luftiger, "fließender" und ergreifender. Einige Melodien sind jetzt schon zum Niederknien.

Manchmal ist man sich selbst beim Lesen der Texte nicht sicher, welche Passage als Refrain gedacht ist (falls überhaupt), weil es teilweise wohl so etwas wie zwei Refrains in einem Song gibt. Diese Arrangements sind der Hammer! Ein Album, bei dem ich noch lange was zum entdecken haben werde und das innerhalb kürzester Zeit zum Klassiker avancieren wird.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Watchful_Eye » 12.05.2019 20:40

Was ich im Anbetracht der Komplexität des Albums empfehlen kann: Hört mal die "B-Seite" des Albums zuerst. :D Die geht los mit "Straight and Narrow", welcher sich ja auch sehr gut als Opener eignet. (Ich hab das Album zwar auf CD, aber das kann man ja auch mittels Vorspulen arrangieren.)

Mir geht es zumindest so, dass ich nach der Hälfte oft schon so leicht Knülle bin und viele Details in der zweiten Hälfte gar nicht mehr so recht aufschnappen kann. Gerade die letzten 3 Songs entpuppen sich aber etwas schüchterner als der Rest. Dem kann man so entgehen. :)
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Chris777 » 12.05.2019 22:46

Master_of_Insanity hat geschrieben:Ich habe heute das 1. Anhören nach dem 4. oder 5. Song entnervt und zutiefst gefrustet aufgegeben, und kann die Lobeshymnen überhaupt nicht nachvollziehen. Ich liebe FW mit Ray Alder über alles, finde auch die ersten 3 Alben mit Arch ganz knorke, aber das hier... hat sich mir überhaupt nicht erschlossen. Extrem sperrig, verkopft, die Wärme die ich bei FW mit Alder innerlich verspüre, fehlt hier komplett. Die Melodielinien sind für mich alles andere als melodisch, hören sich an wie die Vertonung von komplizierter Mathematik, der ich nicht folgen kann.

Das war mein erster spontaner Eindruck, ich gebe Winter Ethereal in den nächsten Tagen noch eine Chance, aber grosse Hoffnung, dass sie doch irgendwie zündet, habe ich nicht.



Das Album braucht seine Zeit. Vielleicht hast du ja noch mal später Bock dich da rein zu hören? Kann das aber total verstehen was du schreibst.

Ich "höre gerade wie der Ochs vorm Berg" und bin gleichzeitig um-geblasen und etwas ratlos. Da der Vorgänger bei mir aber auch längere Zeit gebraucht hat, mache ich mir da keine Sorgen. Substanz ist auf jeden Fall im Übermaß vorhanden. Dazu braucht es keine kryptischen Beschreibungen.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Apparition » 13.05.2019 07:07

Zwischenstand: Vermillion Moons, Wanderlust, Tethered, Straight and Narrow, Never In Your Hands und Kindred Spirits sind allesamt großartig und wahre Progmetal-Lehrstücke. Pitch Black Prism und Wrath Of The Universe sind auch super, aber (noch) nicht ganz so großartig. Der einzige Song, der noch völlig an mir vorbeirauscht, ist Solitary Man.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon BlackMassReverend » 13.05.2019 07:27

Crypt0rchild hat geschrieben:Sackzement?


Danke Tigger :D
1989 haben wir komplett durchgesoffen !
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon BlackMassReverend » 13.05.2019 07:34

Apparition hat geschrieben:
- Sympathetic Resonance, von der ich damals völlig begeistert war, wird mit Anlauf links überholt.

- Bei Archs Gesang senke ich den Blick in Ehrfurcht. Nicht nur, dass man in dem Alter eigentlich gar nicht mehr so singen können sollte, mir ist auch völlig schleierhaft, wie man auf solche Melodien kommt. Es klingt fast, als würde er sie erst erfinden, während er singt. Und es ergibt trotzdem immer Sinn. Wie ein Fluss, der frei durch eine Landschaft mäandert. Völlig geil.

- Überhaupt "Kindred Spirits": Ich hoffe, fast sämtliche sogenannten "Progressive-Metal-Bands" senken nach dem anhören vor Scham den Blick und schleichen dedemütigt davon. Ich hätte fast geschrieben, "wie ein geprügelter Hund", wüsste ich nicht, dass John Arch damit nicht einverstanden wäre.

- Den nächsten resignierten Experten, der mir erzählen will, im klassischen Metal könnte ja gar nichts mehr passieren, was an die Klassiker der Achtziger heranreicht, begrabe ich unter einer LKW-Ladung von "Winter Ethereal"-CDs.


Das !

Ich habe nach den beiden Vorab-Stücken selten in den letzten Jahren einer Platte so entgegengefiebert wie "Winter Ethereal". Für meine Ohren habe ich es hier mit einem Lehrstück in Sachen zeitgemäßer, zeitloser und völlig eigenständiger Musik zu tun. Angefangen vom tollen Sound, dem allein instrumental dargebotenen Können bis hin zum einmaligen und einzigarten Gesang, stimmt hier von vorn bis hinten jede Note, jedes Nuance, jedes Gefühl. Ich werde zu jeder Sekunde emotional abgeholt, möchte gleichsam vor Ekstase bangen, tanzen, schreien und an vielen Stellen einfach vor Glück und Ergriffenheit weinen. Dieses Album wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Danke. NP: Arch/Matheos - Winter Ethereal
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon MetalEschi » 13.05.2019 10:17

Watchful_Eye hat geschrieben:Ich höre das Album schon fast mit einem Jazz-Mindset. John Arch ist ein John Coltrane in Stimmform. :) Er soliert nur so über die Instrumentalspuren.


Den Ansatz finde ich in der Tat sehr interessant und kann da ziemlich gut mitgehen.
Der Gesang steht auf dem Album natürlich sehr stark im Mittelpunkt, ich bin mir noch nicht ganz sicher, WIE gut die Scheibe wirklich ist, aber dass das einzigartige, emotionale Musik ist, steht völlig außer Zweifel. Gerade Arch scheint da wirklich viel spontane Emotion reingepackt zu haben, kommt dann aber immer wieder mit den über allem thronenden Refrains und Melodien aus dem Quark, die sich wie Kathedralen über dem offensichtlichen Gefühlschaos erheben. Ich bin weit davon weg, schon alles verstanden zu haben, aber mich fasziniert in dieser Art Musik, dass man sie sich erarbeiten muss, dass sie einen fordert, und dass man die eigentliche Substanz erst erkennt, wenn man wirklich ein bisschen drin ist. Wie eine Schatztruhe, deren Schlüssel man suchen muss. Und wer da keinen Bock drauf hat, der kriegt die Kiste halt nicht auf und findet das Gold nicht. Alle anderen erleben was Besonderes.
Mag ich, mal sehen, wie es sich entwickelt.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Chris777 » 13.05.2019 16:16

Sowas Ähnliches hätte ich auch schreiben können war mir aber zu "Over the Top". :D
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Flow » 13.05.2019 21:49

Pitch Black Prism.

Großer Gott, PITCH BLACK PRISM!!!

:heul:
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Porcupine » 14.05.2019 06:42

Flow hat geschrieben:Pitch Black Prism.

Großer Gott, PITCH BLACK PRISM!!!

:heul:

Endlich mal jemand. Für mich neben dem Opener der herausragendste Song bisher.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Metalhos » 14.05.2019 11:33

Watchful_Eye hat geschrieben:Ich höre das Album schon fast mit einem Jazz-Mindset. John Arch ist ein John Coltrane in Stimmform. :) Er soliert nur so über die Instrumentalspuren.


Als ob Coltrane durchgehend penetrant ein und die selbe Tonlage bedient hätte. Möchte Arch's Stimme nicht schlechtreden, sie ist nachwievor originell und sympatisch. Aber der Vergleich mit Coltrane hinkt gleich auf mehreren Ebenen. Mit Jazz hat Arch's Stil ebenfalls eher wenig zu tun. Eher mit altägyptischen Totengesängen, lol.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Flow » 14.05.2019 11:53

Metalhos hat geschrieben:
Watchful_Eye hat geschrieben:Ich höre das Album schon fast mit einem Jazz-Mindset. John Arch ist ein John Coltrane in Stimmform. :) Er soliert nur so über die Instrumentalspuren.


Als ob Coltrane durchgehend penetrant ein und die selbe Tonlage bedient hätte.


Das vielleicht nicht, aber er ging seinen Zeitgenossen wohl immerhin in ähnlichem Ausmaß auf den Sack mit seinen Exkursionen. *g*
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Professor Longhair » 14.05.2019 11:58

Was für ein großartiges Stück (ProgMetal)Musik !!! Und dabei ging es mir ganz ähnlich wie vielen Usern hier: Nach dem Ersthör noch völlig verstört ob der Komplexität und dann ganz langsam die Feinheiten und Köstlichkeiten erschlossen - heute hänge ich an dem Album und höre es täglich mindestens 3mal !! Es ist schon ne Ecke anders als "Sympathetic Romance" , klar, es ist sperriger und zum Teil schwerer zugänglich. Wenn man allerdings die "innere Tür" aufmachen konnte, erschließ sich mir eine Klang - und Rythmusvielfalt sondergleichen der ich mich nicht entziehen kann. Ganz starkes Album!!
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitragvon Metalhos » 14.05.2019 12:45

Flow hat geschrieben:
Metalhos hat geschrieben:
Watchful_Eye hat geschrieben:Ich höre das Album schon fast mit einem Jazz-Mindset. John Arch ist ein John Coltrane in Stimmform. :) Er soliert nur so über die Instrumentalspuren.


Als ob Coltrane durchgehend penetrant ein und die selbe Tonlage bedient hätte.


Das vielleicht nicht, aber er ging seinen Zeitgenossen wohl immerhin in ähnlichem Ausmaß auf den Sack mit seinen Exkursionen. *g*


hehe, stimmt. Glaub aber nicht, daß es von Watchful Eye so gemeint war :D
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