ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

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Diewaldo
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Diewaldo » 18.06.2019 14:03

Porcupine hat geschrieben:
Diewaldo hat geschrieben:Für mich ist Wanderlust im Moment der Hit der Platte. Aber das kann auch noch wandern ... *g*
Für mich hat das Album vier unangreifbare Superhits:
1) Pitch Black Prism
2) Vermillion Moons
3) Wanderlust
4) Straight And Narrow
Vermillion Moons und Straight and Narrow finde ich sehr eingängig (also für A/M-Verhältnisse), aber irgendwie zünden die bei mir nicht so richtig.

Pitch Black Prism sorgt momentan noch für Stirnrunzeln, da kann ich noch gar nix mit anfangen.
Kann man eine Laute eigentlich auch leise spielen?

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oger
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von oger » 18.06.2019 15:18

Porcupine hat geschrieben:
Diewaldo hat geschrieben:Für mich ist Wanderlust im Moment der Hit der Platte. Aber das kann auch noch wandern ... *g*
Für mich hat das Album vier unangreifbare Superhits:
1) Pitch Black Prism
2) Vermillion Moons
3) Wanderlust
4) Straight And Narrow
Würde ich für mich noch um "Tethered" und "Kindred Spirits" ergänzen. 9,0 mit Tendenz zur 9,5. In den Regionen hatte ich 2 Jahre kein Album mehr.

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Porcupine
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Porcupine » 18.06.2019 20:02

Tethered kam in meinem Posting etwas zu schlecht weg, hab ich gerade festgestellt. Der ist natürlich auch sehr geil.
TMW316 hat geschrieben:Musik und Schlagzeug sind ja zwei verschiedene Dinge. Das eine hat verschiedene Töne c d e f g a h c und so, das andere macht bum burum bum klick bum zisch.

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BlackMassReverend
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von BlackMassReverend » 27.06.2019 07:00

"Winter Ethereal" läuft bei mir weiterhin fast jeden Tag einmal. Ich fühle mich dieser Platte, der besonderen Stimmung und diesen überirdischen Gesang mittlerweile so verbunden, als würde ich das Album bereits jahrzehntelang kennen. Jeder Song hat Momente zum niederknien, seien es Gesangspassagen, Gitarrenharmonien oder die Soli, die Drums und bestimmte Bassläufe. Magisch, gewaltig, unwiderstehlich & Gänsehaut......"Winter Ethereal" ist für mich eines der besten Prog- / Heavy Metal-Alben aller Zeiten.
1989 haben wir komplett durchgesoffen !

Professor Longhair
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Professor Longhair » 28.06.2019 15:41

Diesem Beitrag schieße ich mich in vollstem Umfang an. Auch in meinem Player läuft Winter Ethereal fast täglich und ich entdecke immer noch und immer wieder neue Details in dieser phantastischen Musik. Das Album ist bislang höchstverdächtig auf einen Spitzenplatz im Jahrespoll 2019 ... für mich zumindest.

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Flow
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Flow » 09.02.2020 11:56

Fogg it, das Album des Jahres darf man schon mal posten:

http://dreikommaviernull.blogspot.com/2 ... r.html?m=1
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Apparition
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Apparition » 09.02.2020 13:02

Sehr gut und 100% richtig. Geht mir ganz genauso, obwohl die progressiven Genres nicht in dem selben Maß meine Heimat sind.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Flow » 09.02.2020 13:34

Apparition hat geschrieben:
09.02.2020 13:02
Sehr gut und 100% richtig. Geht mir ganz genauso, obwohl die progressiven Genres nicht in dem selben Maß meine Heimat sind.
Mir fiel das selbst eigentlich bis vor kurzem gar nicht so auf, i.S.v. mir war das gar nicht präsent. Die Frau musste mich erst draufschubsen und dann erschien das irgendwie völlig einleuchtend. Progressive Rock ist ja auch oft mehr als 5 Engländer um die 60 machen 20 Minuten Songs mit sphärischen Keyboards.

Wobei, Du magst ja schon auch vieles von dem, was ich auflistete, wenn ich mich nicht täusche - oder?
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Apparition
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Apparition » 09.02.2020 14:33

Flow hat geschrieben:
09.02.2020 13:34
Apparition hat geschrieben:
09.02.2020 13:02
Sehr gut und 100% richtig. Geht mir ganz genauso, obwohl die progressiven Genres nicht in dem selben Maß meine Heimat sind.
Mir fiel das selbst eigentlich bis vor kurzem gar nicht so auf, i.S.v. mir war das gar nicht präsent. Die Frau musste mich erst draufschubsen und dann erschien das irgendwie völlig einleuchtend. Progressive Rock ist ja auch oft mehr als 5 Engländer um die 60 machen 20 Minuten Songs mit sphärischen Keyboards.

Wobei, Du magst ja schon auch vieles von dem, was ich auflistete, wenn ich mich nicht täusche - oder?
Ja, aber eigentlich auch fast nur die. Ich hab nie so richtig in dieses Genre "Progressive Metal" reingefunden, weil viele der Bands, die von DT, FW, Queensryche, Watchtower, Tool etc. beeinflusst sind, ganz furchtbare Kopfmusik machen, die sich für mich nicht natürlich anfühlt. Mehr als in allen anderen Genres interessieren mich da nur die Gründer, nicht die Nachmacher. Ict eigentlich immer so, Bands mit eigenem Stil und Sound interessieren mich mehr als Soundalikes, aber im Prog - Rock wie Metal - sind ganz viele Musiker unterwegs, die in erster Linie Musik für Musiker machen. oder einfach auf Krampf anspruchsvoll sein wollen. Das läuft oft an mir vorbei.
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Flow » 09.02.2020 17:55

Apparition hat geschrieben:
09.02.2020 14:33
Flow hat geschrieben:
09.02.2020 13:34
Apparition hat geschrieben:
09.02.2020 13:02
Sehr gut und 100% richtig. Geht mir ganz genauso, obwohl die progressiven Genres nicht in dem selben Maß meine Heimat sind.
Mir fiel das selbst eigentlich bis vor kurzem gar nicht so auf, i.S.v. mir war das gar nicht präsent. Die Frau musste mich erst draufschubsen und dann erschien das irgendwie völlig einleuchtend. Progressive Rock ist ja auch oft mehr als 5 Engländer um die 60 machen 20 Minuten Songs mit sphärischen Keyboards.

Wobei, Du magst ja schon auch vieles von dem, was ich auflistete, wenn ich mich nicht täusche - oder?
Ja, aber eigentlich auch fast nur die. Ich hab nie so richtig in dieses Genre "Progressive Metal" reingefunden, weil viele der Bands, die von DT, FW, Queensryche, Watchtower, Tool etc. beeinflusst sind, ganz furchtbare Kopfmusik machen, die sich für mich nicht natürlich anfühlt. Mehr als in allen anderen Genres interessieren mich da nur die Gründer, nicht die Nachmacher. Ict eigentlich immer so, Bands mit eigenem Stil und Sound interessieren mich mehr als Soundalikes, aber im Prog - Rock wie Metal - sind ganz viele Musiker unterwegs, die in erster Linie Musik für Musiker machen. oder einfach auf Krampf anspruchsvoll sein wollen. Das läuft oft an mir vorbei.
Ja, das geht mir auch so. Ich kann das im Grunde auch nicht allgemeingültig für jede Band und jede Platte formulieren, aber aus 20000 Fuß gibt es wohl kein anderes Genre, das mir so nahe kommt.

Und es ist ja auch irgendwie schon wieder haarsträubend, dass ich da nur alte Rotze aufliste. *tiefes durchatmen*
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Re: ARCH/MATHEOS - Sympathetic Resonance / Winter Ethereal

Beitrag von Alexforgood » 09.02.2020 21:35

Flow hat geschrieben:
09.02.2020 17:55
Und es ist ja auch irgendwie schon wieder haarsträubend, dass ich da nur alte Rotze aufliste.
Nö, finde ich gar nicht haarsträubend. Erstens sind Platten wie ThOF und WEth ja mitneffen und mitnichten olle Kamellen, sondern, wie Du sehr schön ausgeführt hast, voll am Puls der Zeit, vom Songwriting, von der "Performance" und von den Soundvorstellungen her. Allenfalls die Urheber dieser Musik könnten dem Früher-war-alles-besser-Verdacht unterliegen. Tun sie aber irgendwie auch nicht, weil sie in ihrer Entwicklung offenkundig niemals stehengeblieben sind - außer Tool vielleicht.

Daß mich der Prog-Metal jüngerer Semester ebenfalls nicht richtig anmacht, liegt nur bedingt an deren Fokussierung auf technische Kunststückchen. Ich glaube, das ist tatsächlich sowas wie ein kleines Generationenproblem. Darüberhinaus hat es natürlich mit unterschiedlichen Temperamenten und Charakteren zu tun.

Jim Matheos hat auf "Theories" ja den Song "The ghosts of home" veröffentlicht, der sehr persönlich gehalten ist. Da beschreibt er sich als kleinen Jungen, der in seiner Kindheit dauernd umziehen mußte und so nie oder sehr schlecht dauerhaftere Kontakte aufrechterhalten konnte. Der kleine Junge in den Songlyrics sagt jedesmal "Tschüss" zu den Räumen, den Wänden und Fenstern der Wohnungen, die er wieder verlassen muß. So etwas kann fast nur in einer Zeit vor dem Internet und dem Smartphone passiert sein, denn warum sollte ein kleiner Junge heute bzw. bereits in den 90ern eine Beziehung zu den Räumen, in denen er (zu) kurz gelebt hat, aufbauen, wenn er sich mit zwei Klicks vor seiner Einsamkeit und Verlassenheit vordergründig in die Sicherheit distanzierter Kommunikation retten kann, die ihn von seinen aversiven Gefühlen zumindest für den Moment erlöst?

Daß Jim Matheos als Kind bei Regen noch am Fenster gesessen hat und sich seinen Gedanken und Gefühlen überlassen, anstatt dieselben zu betäuben oder verleugnen, quillt aus jeder einzelnen seiner Kompositionen.

Ein anderes Beispiel wäre der Part IX des von Dir genannten Jahrhundert-Albums "A Pleasant Shade Of Grey", mit dem ich übrhaupt erst Zugang zu Fates bekommen habe. Hier stammt der Text vermutl. von Ray Alder, aber auch hier liegt der Sprecher nachts im Bett und schreibt im Kopf Briefe! Muß man jetzt nicht groß weiter ausführen, denke ich. Kann sich jemand... ich möchte keiner jüngeren Band zu nahe treten... sagen wir: einen Periphery-Song vorstellen, bei dem das lyrische Dings nachts im Kopf Briefe schreibt? Es gibt ganz bestimmt auch noch viele jüngere Musiker, die sensibel und aufmerksam genug sind, solche Emotionen zuzulassen und sie künstlerisch zu verarbeiten. Aber - und da stimme ich Euch ebenfalls zu - im Prog Metal würde mir jetzt auch auf Anhieb keiner einfallen. Nicht Gildenlöw, nicht Henshall und ganz gewiß wohl nicht Mansoor.

Natürlich bedeutet das nicht, daß alle Prog-Metal-Masterminds aus der Generation von Matheos irgendwie "tiefsinniger" wären als ihre Nachfolger. Von John Petrucci kann ich mir - bei allem riesigen Respekt und bei aller Liebe für seine Arbeit - ebenfalls nicht recht vorstellen, daß er solche psychologischen Feinheiten nicht nur in Texte, sondern auch in Musik übersetzen könnte, möchte oder würde. Er scheint einfach nicht der Typ/Charakter dafür zu sein. Und irgendwie auch sonst niemand in Dream Theater. Das ist okay, das ist kein Makel oder sowas, aber wenn man in diesem Punkt LaBrie (der selten seine Texte selber schreibt) und Petrucci mit Arch und Matheos vergleicht, dann hat man auf der einen Seite sympathische Spitzensportler und auf der anderen nachdenkliche Systemkritiker.

Und es ist wohl letztlich doch so, daß DT für allermeisten späteren Prog-Metal-Musiker weit wegweisender gewesen sein dürften als FW. Sozusagen eine Weggabelung der musikalischen Evolution, genauer gesagt, des Mainstreams derselben. Denn natürlich wird es Ausnahmen zum eben von mir sehr vereinfacht Gesagten geben.

Aus beiden Gründen aber nehme ich an, daß für mich das irgendwannige muskalische Verstummen von John Arch und Jim Matheos ein sehr einschneidender Punkt in meinem Leben als Musikhörer werden wird. Möge es noch lange auf sich warten lassen.
"There are enough good people in the world, enough good books, enough good music." Neil Peart

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