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Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 01:11
von GrafMattes
Peter Gabriel solo = absolutes musikgenie und zwar auch weil musikalisches chamäleon.

verdammt wichtig der mann für die entwicklung der musik und erschaffer unzähliger fantastischer wundertüten = alben und songs!

eine pracht sich durch sein werk zu hören. bißchen ausschuß gibt es, ist aber nichts gegen all das tolle, was er erschaffen hat.

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 11:56
von Weakling
GrafMattes hat geschrieben: aber lieder zu verändern, das geht gar nicht. keiner würde bei "Die Nachtwache" die ecken abschmirgeln oder noch schlimmeres machen.
Das ist ein etwas unglückliches Beispiel, da genau das in dem Fall gemacht wurde (an allen Seiten etwas abgeschnitten, plus schlimmeres) *g*

Über die Doku habe ich von einem Kumpel, der absoluter Genesis-Freak ist, leider auch nur ziemliches Ranting gehört. Hätte mich ansonsten wohl doch auch gejuckt, da ich nur zwei Genesis-Alben habe. Da würde mich jetzt aber doch etwas interessieren, welche Versionen/Abmischungen das sind...

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 13:10
von Neverness
Ui geil!!! Muss ich sehen.

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 14:39
von hunziobelix
Ich fand die Doku eigentlich ganz gut.Es wurde doch auf alle Facetten von Genesis ordentlich eingegangen.
Steve Hackett kam zwar schon zu kurz,aber ich glaube,wenn man alle Mitglieder noch mit einer halben Stunde durchnimmt ging es vermutlich von der Zeit her zu sehr ins Unendliche.
Tony Banks kam mir bei diesem Film ein bisschen vor wie Roger Waters... :prost:

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 15:35
von GrafMattes
ja eben. 90 minuten, was soll man dann noch alles unterbringen?

ich fand die doku sehr gut und zwar auch weil man jede menge zeitgeschichtliche bilder, foto's und originaltöne sehen/hören konnte. dazu noch einschätzungen und noch vieles mehr rundum die band und die solosachen.

ich als Die hard-early-Genesis-fan, freund der alben danach und immer noch sympathisant der späteren alben (mal von 1-2 alben abgesehen) habe mich sowohl informiert wie auch bestens unterhalten gefühlt.

und die streits vor laufender kamera und die teilweise sehr intimen/persönlichen aussagen und einblicke von zum glück sehr ehrlichen menschen haben es auch zu etwas besonderem gemacht. mit friede, freude, eierkuchen war hier nix. meiner meinung nach wurden hier 1:1 immer noch die alten konflikte ausgetragen (hauptsächlich zwischen Gabriel und Banks) und die alten rollen ausgefüllt und das bei laufender kamera.

Steve Hackett, der sich weitgehend aus allem rausgehalten hat, weil er ein sehr harmonischer und zurückhaltender typ ist.

Rutherford, anspruchslos (im positiven sinn) und mit jedem gut klarkommend.

Banks, mit komplexen und neid, deshalb mit drang zu mehr macht im bandgefüge.

Peter Gabriel, der sich die macht zum schluß einfach genommen hat. und dessen permanente ironisch-distanzierte aussagen vielleicht lustig daherkommen sollten, aber meiner meinung nach verbarg sich da teilweise auch eine mißachtung/herablassung drin, v.a. von/gegenüber Banks. irgendwie hatte ich das gefühl, er hat ihn künstlerisch für limitiert gehalten und sich selbst für den großen freien geist. ich meine das alles nicht wertend, nur beschreibend.

und Phil Collins, siehe Rutherford.

auf jeden fall jetzt nachvollziebar, warum sich die band getrennt hat. so konnte es ja nicht weitergehen. ganz normale gruppendynamiken. so sind menschen.

speziell einen Peter Gabriel kannst du nicht dauerhaft musikalisch in so ein großes kollektiv unterbringen. so sympathisch er als mensch ist, und für mich ist er das in riesigem maße, musikalisch ist er ein alphatier, der dann auch seine ellenbogen ausfährt, wenn er sich nicht entfalten kann...

deshalb kann man doch einfach nur froh sein, dass es überhaupt so viele alben in der originalbesetzung gibt. da haben andere bands schon viel früher aufgegeben.

das habe ich z.b. aus der doku mitgenommen. die trennung war kein betriebsunfall, sondern zwingend notwendig. und auch dass eine reunion oder konzert-wiedervereinigung immer abwegig war wird durch die doku auf jeden fall teilweise erklärt.

wenn man jetzt Solsbury Hill noch mal hört, dieses befreiende gefühl für Gabriel, nie hab ich es deutlicher vernommen.

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 19:57
von Neverness
hunziobelix hat geschrieben:
Tony Banks kam mir bei diesem Film ein bisschen vor wie Roger Waters... :prost:
Steve ist doch eigentlich der Genesis-Roger. ;)

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 13.01.2015 20:34
von Professor Longbeard
Als Genesis FAN der ersten Stunde und stolzer Besitzer aller Original-LP`s der Ausnahmekönner ..... war ich doch eher enttäuscht von dieser Doku !! Vielleicht hätte ich nicht sooo viel erwarten dürfen, aber wann kriegt man sowas im dt.
TV schon mal zu sehen ?? Von allem etwas mehr, etwas intensiver und gerne auch doppelt so lange !!

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 14.01.2015 13:52
von Errraddicator
Also ich als nur normalo-Fan und nicht Experte fand die Doku ziemlich gut.
Für mich war da noch genug an Infos bei, was mir nicht bekannt war. :)

Die absoluten Profis der ersten Stunde wirds natürlich denke ich auch schwierig noch irgendwas zu bringen, was man nicht eh schon weiß ^^

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 15.01.2015 08:46
von Apparition
Mein Eindruck war auch, dass diese Band irgendwann zum Auseinanderfallen verdammt war. Fünf starke Persönlichkeiten, fünf extrem versierte Songschreiber mit unterschiedlichen Vorstellungen, das konnte wohl nicht lange gut gehen. Die Dreierbesetzung + Zuarbeiter war dann wohl so eine ähnliche Konstellation wie Rush, wo dann ein Gleichgewicht erreicht war. Aber auch nur deshalb, weil alle Bandmitglieder parallel Solokarrieren verfolgt haben.

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 01.03.2015 18:06
von Weakling
Wenn ich nach "Foxtrot" und "Selling England...", die mir beide sehr gut gefallen (letztere nochmal besser ingesamt), mit Genesis weiter machen will, was wäre dann die beste Empfehlung? Ich könnte jetzt chronologisch vor oder zurück gehen, beide reizen mich auch. "Lamb on the Broadway" vielleicht noch etwas mehr...

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 01.03.2015 18:28
von Rotorhead
Also meine Lieblinge sind Foxtrot, Selling ... Und ganz klar kommt danach: Trespas! Geht viel mehr in die Richtung der anderen beiden, aber mit noch viel mehr Mittelalter-Flair. Ich liebe die Platte einfach. Mit Broadway bin ich zu meiner Schande bis heute nicht warm geworden. Ganz anders als die Vorgänger und eben nicht so richtig mein Bier. Also schlecht ist das nicht, aber ohne dieses Mittelalterflair ...

Ok Listen:

Trespas: 9,5/10 (The Knife und Visions of Angels verhindern die 10)
Nursery Crymes: 8/10
Foxtrot: 10/10
Selling England by the Pound: 10/10
The Lamb lies down on Broadway: 7,5/10

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 01.03.2015 20:49
von Weakling
Ah danke! Die Mittelalter-Elemente brauche ich nun nicht unbedingt, vielleicht fällts aber doch auf, wenn's fehlt. Aber mehr davon brauche nicht unbedingt zumindest! Ich werd einfach das nächste Mal im Laden gucken und evtl. nach Preis oder Verfügbarkeit entscheiden :)

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 02.03.2015 11:33
von Apparition
"Mittelalter-Elemente" würde ich nicht zu ernst nehmen. Es geht mehr um diese Englisch-ländliche Atmosphäre. Mit Schalmeien und Teufelsgeigen hantiert da keiner. *g*

Dass Rotor ausgerechnet das alles überstrahlende The Knife runtersaut, ist natürlich Gehirwassserabsenkung galore. :D

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 02.03.2015 16:22
von GrafMattes
er hat recht. mit mittelalter-elementen hat das natürlich nichts zu tun.

englisch-ländlich-viktorianische atmosphäre trifft es.

The knife war damals wirklich musikalisch und textlich eine musikalische revolution. das gibt sowieso einen extrapunkt. Visions of angels ist keine 10, aber die genialität der anderen songs und vor allem die einmalige wunderschöne atmosphäre des ganzen albums hieven das album doch für mich noch dahin.

Trespass: 10/10
Nursery Cryme: 9,5/10
Foxtrot: 9,5/10
Selling England by the Pound: 9,5/10
The Lamb lies down on Broadway: 10/10

das überalbum für mich ist die Lamb. die musst du nur sehr, sehr oft hören. sperrig und stilfältig wie sau. das macht es so schwer das werk zu erfassen. ich habe jahre gebraucht, um die genialität zu sehen bzw. zu hören.

es hat mit den anderen Gabriel-alben aber nur wenig musikalische schnittstellen. auch deshalb tun sich so viele damit so schwer. wobei es ziemlich viele Genesis-die-hard-fans gibt, die es auch für das beste album halten.

ich würde mir erst die anderen alben anhören und mir die Lamb für den schluß aufbewahren.

Re: morgen 22h ARTE: brandneue Genesis-doku...

Verfasst: 02.03.2015 16:32
von GrafMattes
die Lamb klingt übrigens bis auf ein paar ausnahmen dann auch nicht mehr "ländlich-englisch", sondern größtenteils "urban-modern". ein ziemlich krasser stilbruch.

es gibt nicht wenige, die nicht viel mit den ersten Genesis-sachen anfangen können, aber auf Lamb schwören.

selbst ein absolutes übergenie wie Jeff Buckley hat später dann "Back in NYC" gecovert. undenkbar mit dem material der ersten alben.