Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

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Sambora
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Sambora » 29.09.2019 11:48

Crypt0rchild hat geschrieben:Sehr gutes und informatives Interview mit Mikael:

https://www.laut.de/Opeth/Interviews/De ... -2019-1712

Ja, wirklich tolles Interview, wegen dessen ich gerade das Album von Marie Fredriksson höre, von dem Mikael so schwärmt. *g*

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Porcupine
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Porcupine » 29.09.2019 20:40

Wow, die Scheibe entwickelt sich zu einem echten Highlight. Grandios!
TMW316 hat geschrieben:Musik und Schlagzeug sind ja zwei verschiedene Dinge. Das eine hat verschiedene Töne c d e f g a h c und so, das andere macht bum burum bum klick bum zisch.

Crypt0rchild
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Crypt0rchild » 29.09.2019 21:08

Bin auch völlig begeistert.
So sehr ich auch Fan der drei Vorgänger bin, so sehr hab ich das Gefühl, dass sie nun wirklich dort angekommen sind, wo sie hinwollten.
Perfektes Herbstalbum und bereits jetzt in meiner Jahres Top 3.
Diese Melodien und eigenartige, durchs Artwork verstärkte Atmosphäre...

Hatte mich zur Einstimmung die Tage nochmal quer durch die Diskographie gehört und festgestellt, dass sie reell nur noch ab Still Life funktionieren.

Die drei davor gehen noch als Nostalgie-Mementos durch, weil ich sie in meiner Jugend echt zu Tode gehört hab, aber das hat schon alles ziemlich Staub angesetzt und kommt mir inzwischen zu holprig daher.
Ähnlich wie bei Anathema, bei denen ich im Kopf mittlerweile eine: "War geil damals, aber richtig los geht es erst ab Alternative 4"-Schranke hab.
Ich segne den Regen unten in Afrika.

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Lepra_Messias » 30.09.2019 09:23

Freut mich ja, dass hier die Scheibe alle so abfeiern. :pommes: Dass ich totaler Opeth-Fanboy bin, kann man sich ja schon anhand meines Avatars denken, aber dass Åkerfeldt und seine Jungs mich mit „In Cauda Venenum“ noch mal so umhauen würden, hätte ich nicht gedacht. Grandioses Meisterwerk, für mich schon jetzt das Album des Jahres – und 2019 war ja nun wahrlich nicht schlecht bisher, was Neuveröffentlichungen angeht. Aber gegen die Platte können auch Tool mMn nicht anstinken (auch wenn der Vergleich als solcher natürlich eher schwierig ist, ich weiß). Ich liebe natürlich nach wie vor die alten Platten, aber Growls vermisse ich zu keiner Sekunde, die wären inzwischen auch unangebracht. Ganz klar das beste der vier „neuen“ Alben. Wen’s interessiert:

http://www.the-pit.de/review/opeth-in-c ... ZG7VHvgpaQ
"We are worse than animals, we hunger for the kill.
We put our faith in maniacs the triumph of the will,
We kill for money, wealth and lust, for this we should be damned.
We are disease upon the world, brotherhood of man."

(Motörhead - Brotherhood Of Man)

http://www.the-pit.de

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Gentleman_Hank » 30.09.2019 13:04

Sollte auch keine Amazon-Verteufelung sein. In Einzelfällen passiert mir das auch schon mal.
Und ja, ich bin auch schon mal geflogen *g* Alles gut
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von NegatroN » 30.09.2019 13:35

Ich hab meine Version bei Amazon gekauft und wüsste nicht, warum ich mich dafür rechtfertigen sollte.
And we are bored of the fireworks
We want to see the fire
We're long past being careful
Of what we wish for

https://www.negatron.de
https://cloud.collectorz.com/negatron/music

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Thunderforce » 30.09.2019 14:58

NegatroN hat geschrieben:Ich hab meine Version bei Amazon gekauft und wüsste nicht, warum ich mich dafür rechtfertigen sollte.
Du fährst ja auch keinen BMW 316 *g*
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Thunderforce » 30.09.2019 16:31

So, mal ein paar Gedanken:

Ich denke seit mindestens "Watershed", wie gut der Sound einer Opeth-Platte eigentlich noch werden soll und sie steigern sich jedes Mal.
Gleiches gilt für Mikaels Gesang, allerdings frage ich mich hier schon seit "Ghost Reveries", wie geil er noch singen will, und er stellt sich jedes Mal wieder selber in den Schatten.
Unfassbar, wenn man da an das unbeholfene Gerumpel aus der Frühphase denkt oder auch an seinen schüchternen Klargesang der frühen Alben.

Ansonsten finde ich, das Album ist etwas zu lang geraten. So ca. einen Song.
Gerade in der zweiten Hälfte bewegen sie sich eigentlich kaum noch aus diesem langsamen, halbballadesken Tempo raus.
"Universal Truth" oder "Continuum" (ich benutze aus Faulheit mal die englischen Titel) hätte man IMO streichen können, ohne groß was wegzulassen.
Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Allerdings empfinde ich diesmal tatsächlich keine Steigerung zu "Sorceress", also zum Vorgängeralbum, so wie es seit "Heritage" bisher bei mir jedes Mal war, und zwar deutlich. Das ist jetzt zusammen mit "Sorceress" der Gipfel, bzw. "Sorceress" würde ich knapp den Vorzug geben.
Nichtsdestotrotz ledern Opeth auch mit der neuen Platte ALLES weg, was sich sonst so Progressive Metal schimpft, und zwar klar und deutlich.
Lediglich Leprous sind noch vergleichbar spannend.

Ein paar Gedanken noch zu diversen Einzelsongs:

1. Livet’s Trädgård / Garden Of Earthly Delights (Intro)
Wahn! Ein einziges Zitatfeuerwerk. Fabio Frizzi-Chöre dominieren das Lied, im Hintergrund wabert eine 1:1 Kopie von Pink Floyds "On the run" Keyboard rum und dieses merkwürdig angeschlagene Klavier immer erinnert massiv an eine bestimmte Stelle im Soundtrack von "Yellow Submarine", was gewiss kein Zufall ist. Stimmungsvollster Einstieg in eine Opeth-Scheibe seit immer.

2. Svekets Prins / Dignity
Irre, was hier alles passiert. Wenn man denkt, jetzt sind sie im Song angekommen, geht er nur noch 2 Minuten weiter. Die Gitarrenarbeit und der Gesang schlagen alles, was sie bisher gemacht haben.

5. Minnets Yta / Lovelorn Crime
Kitschiger kann es nicht mehr werden. Das erinnert in seiner allumfassenden Schmalzigkeit fast schon an Frühneunziger-Poserballaden wie "Song for Love" (Extreme) oder "November Rain" (GNR) *g*
Allerdings ist das keine Kritik, sondern ein Lob. Glaube nicht, dass dieses Jahr noch eine tollere Ballade kommt. Und der Gesang, ne? Leck mich fett, ist der gut.

6. Charlatan
Bei den ersten beiden Durchgängen wollte ich ja spontan Helges Nachbar in "Jazzclub" geben bei der Orgel: "Dudeldidudeli dööööööö - Das ist doch keine Musik!" *Blumentopf werf*.
Beim dritten Mal hat das gerade gezündet. Irre guter Song, teilweise schon beklemmend finster und mit den schwedischen Dialogen und dem Mönchsgesang am Ende richtiggehend unheimlich. Bisher glaube ich mein Lieblingssong der Platte. Geil ist, wenn man die englischen Übersetzungen der Gesprächsfetzen mitliest, das man sie dann tatsächlich versteht, weil sich Wörter halt teilweise gleichen.

7. Ingen Sanning Är Allas / Universal Truth
Stellvertretend für das Album, da hier besonders auffällig: Die mehrstimmigen Aaaahaaaaa-Chöre sind alte Scorpions in Reinkultur. Wobei ich stark davon ausgehe, dass Mikael über diesen Hinweis erfreut wäre *g*

8. Banemannen / The Garroter
Einziger Song, der in der zweiten Hälfte etwas aus dem Rahmen fällt. Ebenfalls sehr spukfilm-mäßig, sehr düster und geisterhaft. Was ist das für ein merkwürdiges Instrument, dass sie da für die Soli nutzen? Klingt wie ne Mischung aus Gesang, singender Säge und Klarinette. Affengeile Nummer.


Fazit: Knüpft an "Sorceress" an, was die Qualität betrifft, unterscheidet sich musikalisch aber schon stark davon. Um einen Song gekürzt fände ich es noch besser.
Die englische Version versteht man und macht mehr Spaß zum mitlesen, die schwedische ist trotzdem etwas besser. Und sei es nur, weil es das "fremdartige" von Songs wie "Banemannen" noch besser unterstützt.
Aber beide Versionen sind durchaus hörenswert. In Zukunft werde ich aber vermutlich hauptsächlich die schwedische hören, denke ich.
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Rivers » 30.09.2019 18:24

Thunderforce hat geschrieben:Bei den ersten beiden Durchgängen wollte ich ja spontan Helges Nachbar in "Jazzclub" geben bei der Orgel: "Dudeldidudeli dööööööö - Das ist doch keine Musik!" *Blumentopf werf*.
Verzerrte Hammond-Orgel. Nunja, heutzutage nicht so. Ist auch eine echte Steilvorlage für Ghost. Und ein Riff irgendwo zwischen Deliverance und Harlequin Forest.

Thunderforce hat geschrieben:Was ist das für ein merkwürdiges Instrument, dass sie da für die Soli nutzen? Klingt wie ne Mischung aus Gesang, singender Säge und Klarinette.
Ich glaube, das ist die Stimme (leicht verzerrt) auf der leisen, halbweg cleanen Gitarre (schwer zu hören). Ähnlich Pink Floyds Wish You Were Here.

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Rivers » 30.09.2019 18:47

Køntinøierløg Drøft ist øbrigens meøn Løebløengssøng. Wohl neben 7empest bisher der Beste Song 2019.

Nicht viele Opeth Stücke hatten bisher diese Emotionaliät. Sehr nah' an der vergänglichen, federleichten Pop-Sentimentalität. Fein. :D

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Crypt0rchild » 30.09.2019 21:03

Das Ende von "Allting Tar Slut", leck mich doch anne Futt :heul:
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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von GoTellSomebody » 01.10.2019 09:11

Mist, seitdem ich das Interview im Rock Hard gelesen habe meine ich zu hören, dass der Mastermind tatsächlich mit den Parts jongliert. Da wo es instrumental kleinteiliger wird, meine ich dann genauso den Einfluß seiner Mitmusiker zu merken, da geht mir das viel besser rein. Wahrscheinlich Einbildung, aber davon habe ich eh genug.

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von guitar-fiend » 01.10.2019 14:16

Crypt0rchild hat geschrieben:Das Ende von "Allting Tar Slut", leck mich doch anne Futt :heul:
Leider konnte ich bisher das Album nur eher unkonzentriert auf der Arbeit anhören, aber hier wäre mir gerade fast ein Tränchen aus dem Auge gekullert.
*Scharfe Paprika in der Brotzeitbox als Ausrede für Kollegen zurechtleg*

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von TMW316 » 01.10.2019 22:27

Ein Arbeitskollege der vorwiegend Death Metal hört meinte sinngemäß die spielen ja nur die Tonleiter hoch und runter. ;)

Erstes Fazit nach 1-2 Durchgängen: Für das was es ist ganz gut, aber ... ist das noch Punk Rock? Ähh Metal? Es darf ruhig ein wenig mehr Metal sein. Muss ja garnicht Grunzen. Ja die letzten drei waren ähnlich, aber langsam wirds Zeit. ;)
Im Zweifel muss man immer das richtige tun!!

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Re: Opeth - In Cauda Venenum (27.09.)

Beitrag von Porcupine » 02.10.2019 07:03

Thunderforce hat geschrieben:Die englische Version versteht man und macht mehr Spaß zum mitlesen, die schwedische ist trotzdem etwas besser. Und sei es nur, weil es das "fremdartige" von Songs wie "Banemannen" noch besser unterstützt. Aber beide Versionen sind durchaus hörenswert. In Zukunft werde ich aber vermutlich hauptsächlich die schwedische hören, denke ich.
Vor allem bei Songs wie Dignity, Heart In Hand, Charlatan oder The Garroter kann ich das inzwischen sogar nachvollziehen. Bei den düsteren Songs passt der schwedische Gesang gut zur Stimmung, das funktioniert tatsächlich besser als erwartet. Lovelorn Crime dagegen klingt in der schwedischen Version ziemlich lächerlich, das ist offensichtlich keine geeignete Sprache für Balladen. Zumindest nicht in meinen Ohren. Und das ist vor allem deshalb schade, weil das auf englisch wirklich ein grandioser Song ist.
Thunderforce hat geschrieben:"Universal Truth" oder "Continuum" (ich benutze aus Faulheit mal die englischen Titel) hätte man IMO streichen können, ohne groß was wegzulassen.
Continuum finde ich auch eher mau, da passiert im Gegensatz zum Rest des Albums erstaunlich wenig. Universal Truth finde ich ohne Einschränkungen super.
Thunderforce hat geschrieben:Nichtsdestotrotz ledern Opeth auch mit der neuen Platte ALLES weg, was sich sonst so Progressive Metal schimpft, und zwar klar und deutlich.
Lediglich Leprous sind noch vergleichbar spannend.
Du solltest auf jeden Fall die neue Jolly hören. Ernsthaft.
Zuletzt geändert von Porcupine am 02.10.2019 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
TMW316 hat geschrieben:Musik und Schlagzeug sind ja zwei verschiedene Dinge. Das eine hat verschiedene Töne c d e f g a h c und so, das andere macht bum burum bum klick bum zisch.

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