DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

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flyingpumpkin
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von flyingpumpkin » 22.07.2019 10:07

Es gibt schon einige markante Drum Patterns mehr an denen man erkennt das es sich nur um diesen Song handeln kann, wie das Intro von Painkiller was du schon genannt hast aber ansonsten ist das für einen Nicht-Drummer sicherlich schwierig das auseinander zu halten, gerade weil viele Patterns in ähnlicher Form in 1.000 Songs vorkommen.
https://www.youtube.com/watch?v=3iULDtpPGgo
Unser Lyric-Clip zu unserem Song "Never Walk Away".

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ReplicaOfLife
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von ReplicaOfLife » 22.07.2019 10:14

TMW316 hat geschrieben:
Alphex hat geschrieben:Irgendwie scheinst du nicht zu verstehen, dass es völlig egal ist, wie sehr man Songs anhand nur eines Instrumentes erkennt. 90% aller Motörhead-Songs würdest du (vor allem du, behaupte ich mal), wenn man nur den Bass hört, nicht erkennen. Welchen Springsteen-Song erkennt man schon an der Gitarre? Es geht darum, wie das Zeug zusammen spielt und funktioniert.

Aber das mein ich ja: Motörhead erkennt man am Bass, Springsteen vor allem am Gesang, Dream Theater vielleicht an den Gitarren, andere Songs vielleicht an den Keyboards.

Aber wie viele Songs erkennt man am Schlagzeug außer Painkiller? :prost:
6:00 von DT oder and Justice for all zum Beispiel. Und viele, viele mehr.
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von TMW316 » 22.07.2019 10:29

Ja von mir aus. Aber es gibt immer Ausnahmen von der Regel.
Im Zweifel muss man immer das richtige tun!!

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Alphex » 22.07.2019 13:23

Motörhead-SONGS erkennt man eben NICHT am Bass. Du erkennst, dass es Motörhead sind, ja. Wegen dem Sound. Aber dass du anhand von Lemmys Rhythmusparts erkennst, welcher konkrete Song es ist, halte ich für zweifelhaft.
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von TMW316 » 22.07.2019 16:52

Alphex hat geschrieben:Motörhead-SONGS erkennt man eben NICHT am Bass. Du erkennst, dass es Motörhead sind, ja. Wegen dem Sound. Aber dass du anhand von Lemmys Rhythmusparts erkennst, welcher konkrete Song es ist, halte ich für zweifelhaft.
Ach Mist, ich hab dein Posting falsch verstanden und das "nicht" überlesen.

Wobei es sicher Leute gibt, die auch MH Songs nur am Bass erkennen und Mike Portnoy erkennt die meisten Songs an den Drums.

Mir gings eigentlich nur darum, dass ich nicht erkenne ob jetzt Portnoy oder Mangini trommelt und die meisten normalen Menschen würden das wahrscheinlich auch nicht.
Im Zweifel muss man immer das richtige tun!!

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Alexforgood » 24.07.2019 01:36

TMW316 hat geschrieben: Mir gings eigentlich nur darum, dass ich nicht erkenne ob jetzt Portnoy oder Mangini trommelt und die meisten normalen Menschen würden das wahrscheinlich auch nicht.
Vielleicht. In dem Bereich, in dem Portnoy und Mangini sich bewegen, kommt es allerdings schon darauf an, einem Song (häufig ja ein komplexes kleines Gesamtkunstwerk) seinen eigenen Stempel aufzudrücken und nicht einfach nur den Takt zu prügeln.

Ich bin kein Schlagwerker, hatte aber witzigerweise in diesem Jahr ein Aha-Erlebnis, als ich bei der neuen Arch/Matheos tatsächlich genau die beiden Songs, auf denen Mark Zonder spielt, identifizieren konnte. Natürlich ohne zuvor das Booklet anzuschauen. Mark Zonder ist allerdings erstens mein absoluter Lieblingsdrummer im Rock-Bereich und er hat zweitens ein vollkommen eigenständiges Hi-Hat-Spiel, anhand dessen, wenn man erstmal darauf aufmerksam geworden ist, ihn vermutlich viele Hörer wiedererkennen würden. Was Zonder auf der geschlossenen Hi-Hat macht, ist geradezu seine Signatur und man braucht kein musikalisches Sensibelchen zu sein, um das herauszuhören.

Die Frage ist aber auch, ob ein Drummer sich bei einem bestimmten Song auf seine höchsteigene Weise einbringen darf oder nicht. Mangini zum Beispiel hat auf dem Extreme-Album "Waiting For The Punchline" bei drei Songs gespielt, ich hätte aber wohl nie herausgefunden, auf welchen, wenn ich nicht den Beipackzettel der CD zurate gezogen hätte. Das liegt wahrscheinlich daran, daß es die Vorgabe gab, so straight wie möglich zu spielen und keine Spirenzchen zu machen. Es läßt sich vom reinen Können her wohl kaum ein größerer Unterschied denken als der zwischen Paul Geary, dem Nuno mal bescheinigt hat, er habe ihn nicht einmal üben sehen während all´ der Zeit, in der die beiden gemeinsam in der Band waren, und dem vielfach ausgezeichneten und mit etlichen Schlagzeug-Rekorden dekorierten Mangini. Aber wenn sie beide nur den Ringo machen, hört man das halt kaum.

Ich finde, daß Manginis Spiel auf den DT-Alben sich sehr von Portnoys unterscheidet. Klar, bolzen tun sie beide im Vergleich zum Feingeist Zonder oder auch im Vergleich etwa zu Gavin Harrison oder sogar Marco Minnemann, aber Mangini hat oft einen Fokus auf Snare und den hohen Toms, auf denen er in teilweise irrem Tempo und krassen x-tolen rumshufflet, während Portnoy gern in einem Takt möglichst alle Extreme des Drum-Kits unterbringen möchte, von den kleinsten Becken bis zur Double-Bass. Portnoy ist sicher kein experimenteller, jazziger Schlagzeuger so wie Vinnie Colaiuta oder auf seine Weise auch Simon Phillips, aber er hat doch mehr Variabilität in die DT-Songs gebracht, als Mangini das tut.

Das kann aber auch daran liegen, daß der Pate Petrucci mittlerweile seine Firma viel straffer führt als früher und Mangini als der "Neue", der er wohl für immer bleiben wird, vielleicht auch nicht den Mumm hat, so richtig dagegenzuhalten und seinen Kopf durchzusetzen. Manginis Spiel bei DT wirkt auf mich sehr konzipiert, beinahe kleinlaut im Vergleich zu Portnoy, der in jeder Hinsicht drauflospoltern konnte, wenn ihm danach war. Der aber auch mehr Schattierungen gezeigt hat.

Das Verhältnis von Portnoy zu Mangini bei Dream Theater ist ähnlich dem von Zonder zu Jarzombek bei Fates Warning. Die beiden früheren Drummer waren etwas feinsinniger und eigenständiger als die beiden heutigen. Mangini und Jarzombek sind eher kopflastige Musiker, letzterer schreibt sich sogar jeden Part genau auf, bevor er ihn spielt!

Dennoch sind natürlich viele, viele Ähnlichkeiten da zwischen Portnoy und Mangini. Vergleicht man sie spaßeshalber mal mit Steve Gadd oder Jeff Porcaro, hört man zwei Metzger bei der Arbeit. Jarzombek wirkt dagegen schon eher wie ein jovialer Sportmediziner, doch erst Mark Zonder wie der Chirurg, dem die Frauen vertrauen können. ;)
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von GoTellSomebody » 24.07.2019 05:58


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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Alexforgood » 24.07.2019 11:01

GoTellSomebody hat geschrieben:[...]
Der gehobene Altherrenhumor, wie man ihn zu dieser Tageszeit an jedem besseren Kiosk präsentiert kriegt. Als ich neun war, war ich davon schwer beeindruckt und dachte mir, so will ich auchmal werden. Ist dann aber irgendwie nicht so gekommen...
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von TMW316 » 24.07.2019 16:29

Alexforgood hat geschrieben:
TMW316 hat geschrieben: Mir gings eigentlich nur darum, dass ich nicht erkenne ob jetzt Portnoy oder Mangini trommelt und die meisten normalen Menschen würden das wahrscheinlich auch nicht.
Vielleicht. In dem Bereich, in dem Portnoy und Mangini sich bewegen, kommt es allerdings schon darauf an, einem Song (häufig ja ein komplexes kleines Gesamtkunstwerk) seinen eigenen Stempel aufzudrücken und nicht einfach nur den Takt zu prügeln.

Ich bin kein Schlagwerker, hatte aber witzigerweise in diesem Jahr ein Aha-Erlebnis, als ich bei der neuen Arch/Matheos tatsächlich genau die beiden Songs, auf denen Mark Zonder spielt, identifizieren konnte. Natürlich ohne zuvor das Booklet anzuschauen. Mark Zonder ist allerdings erstens mein absoluter Lieblingsdrummer im Rock-Bereich und er hat zweitens ein vollkommen eigenständiges Hi-Hat-Spiel, anhand dessen, wenn man erstmal darauf aufmerksam geworden ist, ihn vermutlich viele Hörer wiedererkennen würden. Was Zonder auf der geschlossenen Hi-Hat macht, ist geradezu seine Signatur und man braucht kein musikalisches Sensibelchen zu sein, um das herauszuhören.

Die Frage ist aber auch, ob ein Drummer sich bei einem bestimmten Song auf seine höchsteigene Weise einbringen darf oder nicht. Mangini zum Beispiel hat auf dem Extreme-Album "Waiting For The Punchline" bei drei Songs gespielt, ich hätte aber wohl nie herausgefunden, auf welchen, wenn ich nicht den Beipackzettel der CD zurate gezogen hätte. Das liegt wahrscheinlich daran, daß es die Vorgabe gab, so straight wie möglich zu spielen und keine Spirenzchen zu machen. Es läßt sich vom reinen Können her wohl kaum ein größerer Unterschied denken als der zwischen Paul Geary, dem Nuno mal bescheinigt hat, er habe ihn nicht einmal üben sehen während all´ der Zeit, in der die beiden gemeinsam in der Band waren, und dem vielfach ausgezeichneten und mit etlichen Schlagzeug-Rekorden dekorierten Mangini. Aber wenn sie beide nur den Ringo machen, hört man das halt kaum.

Ich finde, daß Manginis Spiel auf den DT-Alben sich sehr von Portnoys unterscheidet. Klar, bolzen tun sie beide im Vergleich zum Feingeist Zonder oder auch im Vergleich etwa zu Gavin Harrison oder sogar Marco Minnemann, aber Mangini hat oft einen Fokus auf Snare und den hohen Toms, auf denen er in teilweise irrem Tempo und krassen x-tolen rumshufflet, während Portnoy gern in einem Takt möglichst alle Extreme des Drum-Kits unterbringen möchte, von den kleinsten Becken bis zur Double-Bass. Portnoy ist sicher kein experimenteller, jazziger Schlagzeuger so wie Vinnie Colaiuta oder auf seine Weise auch Simon Phillips, aber er hat doch mehr Variabilität in die DT-Songs gebracht, als Mangini das tut.

Das kann aber auch daran liegen, daß der Pate Petrucci mittlerweile seine Firma viel straffer führt als früher und Mangini als der "Neue", der er wohl für immer bleiben wird, vielleicht auch nicht den Mumm hat, so richtig dagegenzuhalten und seinen Kopf durchzusetzen. Manginis Spiel bei DT wirkt auf mich sehr konzipiert, beinahe kleinlaut im Vergleich zu Portnoy, der in jeder Hinsicht drauflospoltern konnte, wenn ihm danach war. Der aber auch mehr Schattierungen gezeigt hat.

Das Verhältnis von Portnoy zu Mangini bei Dream Theater ist ähnlich dem von Zonder zu Jarzombek bei Fates Warning. Die beiden früheren Drummer waren etwas feinsinniger und eigenständiger als die beiden heutigen. Mangini und Jarzombek sind eher kopflastige Musiker, letzterer schreibt sich sogar jeden Part genau auf, bevor er ihn spielt!

Dennoch sind natürlich viele, viele Ähnlichkeiten da zwischen Portnoy und Mangini. Vergleicht man sie spaßeshalber mal mit Steve Gadd oder Jeff Porcaro, hört man zwei Metzger bei der Arbeit. Jarzombek wirkt dagegen schon eher wie ein jovialer Sportmediziner, doch erst Mark Zonder wie der Chirurg, dem die Frauen vertrauen können. ;)
Also ehrlich gesagt achte ich eigentlich nie soooo genau auf die Drums als dass ich jetzt da gigantische Unterschiede feststellen könnte. Auch nicht bei Arch Matheos. Hättest du es nicht gesagt - oder hätte ich es nicht irgendwo gelesen, wüsste ich jetzt nach ca. 30 Durchgängen immer noch nicht, dass da verschiedene Leute spielen.

Drums an sich hängen ja auch vom Song ab. Wenn jetzt MP zu ACDC wechseln würde, müsste er seinen Stil ja auch umstellen. Wie erkennst du dann ob er es ist? Phill Rudd bei Dream Theater würde man wahrscheinlich erkennen. :D Aber mir ist eigentlich wichtiger a) wie die Drums sich anhören und b) ob es zum Song passt und nicht so sehr wer spielt oder wer wie die Toms oder Hi Hats schlägt. Das finde ich im Gesamtkonzept eines Songs eher nebensächlich (weil mir die Gitarren und der Gesang wichtiger sind). Zum Beispiel ein Double Bass Gewitter bei Highway to Hell wäre genauso unpassend wie ein Rock Beat bei Angel of Death. Deswegen sollte mehr zählen was jemand spielt als wie... (auch wenn das manchmal zusammenhängt)

So lange nicht sowas bei rauskommt...
Spoiler:
Im Zweifel muss man immer das richtige tun!!

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Disbeliefer » 07.08.2019 00:55

Nach ein paar Wochen Pause quasi wie ein zweiter Erstdurchlauf:

1: Untethered Angel

Standard-Anfang im Standard-Sound...
Dass die Band auch nur irgendwann mal wieder an ihrem Erfolgssound feilt, wäre aber auch zu schön.
Der Song selbst bietet aber leider auch nur Standard-Kost nach Schema F inklusive Pattex-Refrain und den üblichen Ruddess-Key-Sounds...
Mit viel Wohlwollen noch 6 Punkte, weil der Solo-Teil wenigstens ein wenig Spaß macht.

2: Paralyzed

Cooler Anfang, feiner Groove.
Hat ein klein wenig "Awake"-Schlagseite.
Natürlich muss man dann sofort wieder in so eine melodramatische Melodie driften...
Aber wenigstens mündet die dann in einer ungewohnt kalten Atmo. Doch, so darf das.
Und selbst Ruddess zaubert kurz mal einen anderen Key-Sound aus dem Ärmel.
Ansich kein spektakulärer Song, aber das unterkühlte "I'm paralyzed...." im Chorus reisst's dann doch etwas raus.
8/10

3: Fall Into The Light

Zu oft auf einem Riff mit unterschiedlichem Beats rumreiten macht Spaß. Not.
Naja zumindest nicht hier, dafür kann das Riff zu wenig.
Sowohl Strophe als auch Chorus sind danach auch zu sehr aus dem "Scenes From A Memory"-Reissbrett-Buch geklaut...
Meine Fresse... fällt dir echt nix besseres mehr ein, Petrucci???
Ihr seid ne fucking PROG-Band - nicht AC/DC...
Oh, wieder kein Standard-Sound beim Ruddess... Ich bin erstaunt. Aber halt auch nur kurz, dann is alles wieder typisch DT...
7/10

4: Barstool Warrior

1 nicer Anfang, aber auch der erinnert mich irgendwie an irgendwas... Count of Tuscanny? Mehr von der Stimmung her. Egal, Auf jeden Fall trotzdem cool.
Trotzdem geht's halt wieder so urtypisch weiter. Das is alles nicht schlecht, aber halt auch null überraschend.
Das is wieder so ein SFAM-Ding. Seitdem die damals die Moll-Tonleiter entdeckt/erfunden/scheinbar für sich patentiert haben, gibt's scheinbar nichts anderes mehr...
Don't get me wrong... der Song is schon irgendwie toll, aber halt auch so vorhersehbar wie ein Maler mit nem weisen Eimer.
7/10

5: Room 137

Dunkel, schräger Rhythmus, auch LaBrie zunächst eher tief...
Doch das fetzt schon mehr.
Ruddess wieder mit (für ihn) ungewohntem Sound, doch... insgesamt bisher schon der beste, weil ungewohnteste Shit des Albums.
Der Mittelteil hätte so auch "Awake" stehen können. Das macht es jetzt zwar auch nicht origineller, aber immerhin tatsächlich mal unerwartet.
Und die melancholische Schlagseite is auch eher mal so kaum da. Das macht es schon beinahe erfrischend...
8,5/10

6: S2N

Bis hin zum Chorus hätte das der beste Song des Album werden können. Dann halt wieder so ein Rumdenudel...
Man, ey, echt jetzt? Der Song hatte richtig Potenzial.
Nur der shitty Melo-Chorus macht halt wieder alles kaputt.
Fuck, der Mittelteil is der blanke Wahn! Supergeile Basslinie, arschfettes Solo - alles tight wie Sau.
Und dann wieder - WIEDER - dieser nullinger Chorus... Hmpf!
8/10.
Weil halt auch das Ende fetzt wie Shit.
Mit nem besseren Chorus wäre mehr drin gewesen.

7: At Wit's End

Dudel - dudel... egal. Kennt man zur Genüge.
Und zack - wieder schön im Moll drin.. gähn.
Dabei kann die zweite Strophe doch wieder was. Warum nich weiter so?
Das macht doch richtig was her! Yeah!
Und dann wieder dieser Heul-Chorus... Is das eigentlich immer der gleiche auf der Platte?
Standard-Gefrickel in der Mitte, bis es ruhiger wird. Naja, hauchen kann er ja schon immer, der harte Biker.
Okay, das Solo jetzt halt mal wieder sowas wie einen positiven Charakter, fetzt schon deswegen weil es anders klingt.
Aber LaBrie hätte mal besser die Klappe gehalten, anstatt darüber zu singen.
Den Fade-Out mit folgendem Fade-In finde ich wohl aber auch als einziger richtig gut.
Hätte vom Grundgedanken her auch eher von Pain Of Salvation kommen können.
Für ne 7/10 lass ich mich noch drängeln

8: Out Of Reach

As I said: Hauchen kann er, der LaBrie. Und hier passt's dann halt auch wieder wie Arsch auf Eimer.
Zumal man ich dem Ruddess auch nicht mehr soviel Gefühl in den Tasten zugetraut hätte.
Das taugt.
Mit den letzten 75 Sekunden zerlegt man aber halt leider wieder alles in banale Currywurst, was man vorher als zartes Filet zubereitet hatte...
6,5/10

9: Pale Blue Dot

Klangkulisse, Samples... Soweit - so meins.
Fetziger Rhythmus.
Variiert.
Auch mal die Tonlage gewechselt. die ersten beiden Minuten machen gute Laune.
Naja, LaBrie is wieder traurig. Wie unerwartet.
Hm... Jetzt klingt er, als ob er sich nicht sicher zu sein scheint, welche Gemütslage wohl die bessere wäre.
Seine Kollegen fiedeln danach genauso rum.
Aber bei denen klingt das gut.
Naja, Ruddess hat zum Ende hin auch seinen Standard-Sound wieder gefunden.
Unerwartet, #2.
Und zum Abschluss - nach viel Gedudel - wieder schön in die Moll-Skala gerutscht... hmpf.
6/10


10: Viper King

Okay. Bonus-Track.
Netter Hammond-Beginn.
Danach feiner, rockiger Shit.
Der Chorus is aber halt - auch wenn er erfreulicherweiser mal nicht zu Tränen rührt - vollkommen banale Scheiße.
Der Mittelteil reisst es zwar nicht wirklich raus, kann aber schon einiges.
Zumindest hat man DT so schon lange nicht mehr gehört.
-/10


Macht unterm Strich ne 7/10

Fuck, ey... die Band hatte es mal drauf, 10er am Stück zu servieren.
Aber immerhin weiss ich jetzt, warum manchmal unter miesen Reviews vergleichsweise gute Benotungen stehen.
Gefühlt wäre das eher ne 6/10.

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Porcupine » 07.08.2019 07:12

Schönes Review.

Ich mag Moll-Melodien, vielleicht ist meine Meinung zu dem Album deshalb etwas positiver. Das ist halt ein spontanes, frisches Album ohne jeglichen Tiefgang. Viel Standardkost, ja. Aber auch ein paar unerwartete Momente wie S2N und Viper King. Wer echte Emotionen und innovative Kunst erwartet, muss aber zu anderen Bands greifen. Das ist aber schon seit einer Weile so.
TMW316 hat geschrieben:Musik und Schlagzeug sind ja zwei verschiedene Dinge. Das eine hat verschiedene Töne c d e f g a h c und so, das andere macht bum burum bum klick bum zisch.

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Schnabelrock » 07.08.2019 09:59

Die Band nimmt den Weg wie Deep Purple seit langem.
Die Zeit der epochalen Alben und Kompositionen ist vorbei.
Was bleibt ist, dass sie besser spielen können als so ziemlich sämtliche Kollegen und dass sie erkennbar Spaß daran haben.
Wenn man mit ihnen mitgeht, dann deswegen. Ich finde, das ist ein guter Grund.

Wenn man dagegen große Alben im kompositorischen Sinn haben will, macht es keinen Sinn.
Mit 14 hatte ich ein halbes Dutzend Sportarten durch, das war alles nix, Musik wars!

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von GoTellSomebody » 07.08.2019 10:05

@Disbe: cooles, weil spontanes Review. Fast ebenso spontan wie Distance Over Time wirkt. Ich würde überall noch einen Punkt abziehen. Leider.

Ich habe zwar mittlerweile keine Erwartungen mehr an DT, aber wenn, dann würde ich keine Spontanität, sondern Detailverliebtheit erwarten, ausgeklügelte Kompositionen. Leider müssen sie wohl liefern, sind in ihrem eigenen Rhythmus gefangen, Kommerzialität vor Kreativität. Bis auf ADTOE und Teile der selbstbetitelten kann ich Mike Portnoys damaligen Vorstoß immer besser verstehen. Leider.

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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Frank2 » 07.08.2019 18:20

@Disbeliefer:
Sehr schönes Review.
Kann Deine Meinung in den meisten Fällen zwar nicht teilen, aber
zumindest nachvollziehen.

Meine Erwartungshaltung tendierte nach dem letzten Desaster gen
Null, d.h. innovative oder wegweisende Alben erwarte ich aus dem
Hause Dream Theater schon lange nicht mehr.
"Distance over Time" hat mich dahingehend überrascht, als das ich
bei den Songs herauszuhören glaube, dass die Jungs diesmal richtig
Spaß an den Aufnahmen gehabt zu haben scheinen.

Im Bandkontext gesehen sind ein "Fall Into the Light" oder "Barstool Warrior"
sicher alles andere als Bandhighlights, aber für mich klingen die Songs einfach
frisch und nicht so angestrengt durchkonzipiert wie in der jüngeren Vergangen-
heit.
Unter dem Gesichtspunkt gesehen halte ich die Scheibe nach wie vor für überaus
gelungen.

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Nicnakk
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Re: DREAM THEATER - Distance Over Time 22.02.2019

Beitrag von Nicnakk » 09.08.2019 07:02

Meinereiner hat nach wie vor nichts an "Distance Over Time" auszusetzen. Scheint auch so das beste unter den Spätwerken Zusein,aber ich kenn / hab halt die "The Astonishing" immer noch nicht,daher erstmal "scheint" :traenenlach:
Zumindest hab ich keine andere,neuere Scheibe mehr so oft gehört - seit "Black Clouds..." zumindest,die hatte mich auch übelst gepackt.
"I find myself in between an eruption of fear
I've become a slave to the void,my dear"

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