*den Ploppi mach* (QUEEN)

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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Rivers
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Rivers » 25.03.2009 21:51

KnitterRitter hat geschrieben:
Sambora hat geschrieben:
playloud308 hat geschrieben:Finde ich schade, denn Made In Heaven IST das letzte richtige Queen Album.
Schade
So sehe ich das auch!
Ich sag mal so: Ein Album mit lediglich 3 neuen Komposition, bei dem der Rest mit Altmaterial und Songs der Solobands aufgefüllt wurde, ist für mich kein vollwertiges Album.

Wenn sie eine EP daraus gemacht hätten, nur mit den neuen Songs und 2-3 älteren Nummern, wäre es etwas anderes gewesen. Besonders dass mit dem Titeltrack und "Heaven For Everyone" die beiden echten Hitsingles gar keine QUEEN-Songs waren, hinterlässt leider den faden Beigeschmack der Geldmacherei. Hätte die Band es ernst gemeint mit diesem Album, hätte man zumindest nur QUEEN-Songs ausgekoppelt. Aber auch unabhängig davon ist es für mich aus den erwähnten Gründen kein vollwertiger Teil der QUEEN-Diskographie.
Ja, das mit dem faden Beigeschmack stimmt. Das ist schon unappetittlich. Als ich das erste mal das Album gehört hatte, dachte ich: Was fürn Schmalz. Diese ganzen Lieder über den Tod - das sieht etwas aufgesetzt aus. Irgendwann fand ich das Album aber sehr nett - You Don't Fool Me war so richtig schön um mitzuschunkeln. Aber als ich dann irgendwann über das Internet mitbekommen habe, dass die meisten Lieder Fakes sind (bei Heaven for everyone und Too much love dachte ich: so what? Sind halt neu aufgenommene Ausnahmen) hat das Album ziemlich an Wert verloren. Ich weiß nicht, was die Jungs dabei geritten hat. Nur der Verkauf? Oder was karthasisches? Weiß da jemand mehr drüber?

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Rivers
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Rivers » 25.03.2009 21:52

oger hat geschrieben:
KnitterRitter hat geschrieben:An sich sind wir fast der gleichen Meinung, nur dass du die mittelmäßigen und schwachen Songs etwas besser findest als ich. Das macht halt den Punkt aus.
Kommt hin, was erneut für eine dringende Anschaffung von "The Works" spricht.
Oh nein! Fehlt dir nichts besseres? ;-)

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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von JAYMZZ » 25.03.2009 21:53

Mein Fave der Scheibe ist Breakthru.
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von KnitterRitter » 25.03.2009 22:57

Rivers hat geschrieben:
KnitterRitter hat geschrieben:
Sambora hat geschrieben:
playloud308 hat geschrieben:Finde ich schade, denn Made In Heaven IST das letzte richtige Queen Album.
Schade
So sehe ich das auch!
Ich sag mal so: Ein Album mit lediglich 3 neuen Komposition, bei dem der Rest mit Altmaterial und Songs der Solobands aufgefüllt wurde, ist für mich kein vollwertiges Album.

Wenn sie eine EP daraus gemacht hätten, nur mit den neuen Songs und 2-3 älteren Nummern, wäre es etwas anderes gewesen. Besonders dass mit dem Titeltrack und "Heaven For Everyone" die beiden echten Hitsingles gar keine QUEEN-Songs waren, hinterlässt leider den faden Beigeschmack der Geldmacherei. Hätte die Band es ernst gemeint mit diesem Album, hätte man zumindest nur QUEEN-Songs ausgekoppelt. Aber auch unabhängig davon ist es für mich aus den erwähnten Gründen kein vollwertiger Teil der QUEEN-Diskographie.
Ja, das mit dem faden Beigeschmack stimmt. Das ist schon unappetittlich. Als ich das erste mal das Album gehört hatte, dachte ich: Was fürn Schmalz. Diese ganzen Lieder über den Tod - das sieht etwas aufgesetzt aus. Irgendwann fand ich das Album aber sehr nett - You Don't Fool Me war so richtig schön um mitzuschunkeln. Aber als ich dann irgendwann über das Internet mitbekommen habe, dass die meisten Lieder Fakes sind (bei Heaven for everyone und Too much love dachte ich: so what? Sind halt neu aufgenommene Ausnahmen) hat das Album ziemlich an Wert verloren. Ich weiß nicht, was die Jungs dabei geritten hat. Nur der Verkauf? Oder was karthasisches? Weiß da jemand mehr drüber?
Naja, an sich war es schon der Wille von Freddie, noch so viel wie möglich zu schreiben und auch aufzunehmen. Am Ende waren es halt drei fast-fertige Songs und ein paar Fragmente, was für ein Album natürlich nicht genug war. Deshalb wurden dann noch ein paar alte "Left-overs" hervorgekramt, ein paar Solosongs verwurstet und hat das dann als QUEEN-Album präsentiert.

Wie gesagt, besonders dass der Freddie-Solo-Song "Made In Heaven" und der Roger-Solo-Song "Heaven For Everyone" die größten Singlehits waren, lässt das ganze Projekt nicht unbedingt glaubwürdiger erscheinen.
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von DerMitDemHut » 26.03.2009 02:09

Ich wühle mich grade nochmal durch die Queen II

Was für ein wegweisendes Album. Mit Ogre Battle ist da ein Song drauf, für den sich Joe De Majo in den Arsch beisst und neidisch ist, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Zu der Zeit und auf diesem Album waren Queen die Proto-Manowar, nur um Lichtjahre innovativer.

*absolut sprachlos sei*


:sabber:
*bildsignatur sei die DerMitDemHut gefallen tut*


Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt
Und er hat sein helles Licht bei der Nacht
schon angezündt
Schon angezündt’! Das gibt ein Schein
und damit so fahren wir bei der Nacht
ins Bergwerk ein


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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von KnitterRitter » 30.03.2009 14:43

INNUENDO (1991)

*Cover sei*



Wir sind nun also am Ende angekommen. --- *Innehalt-Pause sei* --- Im Lauf der Jahre 1989 und 1990 hat sich Freddies Gesundheitszustand merklich verschlechter, und es zeichnete sich langsam ab, dass dies möglicherweise sein letztes Album sein würde. Die Band wusste natürlich schon seit einiger Zeit von seiner Erkrankung (laut Roger seit "1987 or 1988"), vor der Öffentlichkeit wurden jegliche AIDS-Spekulationen aber weiterhin und quasi bis zum Ende dementiert. Gerade über die Aufnahmen und Videodrehs hinweg wurde Freddies Zustand immer besorgniserregender, und die anstrengede Studiozeit zehrte an seinen Kräften. Letztlich war es so, dass er immer, wenn er sich gerade mal gut fühlte, einige Takes eingesungen hat, aber lange Sessions waren irgendwann quasi nicht mehr möglich. Sein Gesundheitszustand lässt sich auch recht gut anhand der Videos verfolgen. Während er auf dem "Headlong"-Clip noch einigermaßen gesund wirkt (zumal hier auch ein paar ältere Ausschnitte enthalten sind), sprechen die Aufnahmen zu "I'm Going Slightly Mad" und "These Are The Days Of Our Lives" schon eine deutlich andere Sprache (aber dazu später mehr). Das Album wurde im Februar 1991 veröffentlicht und erhielt fast durchgehend positive Resonanz. Es wirkt wieder etwas natürlicher, harmonischer und stimmiger als "The Miracle", ist deutlich weniger poppig und enthält mit dem unfassbaren Titelsong eine Nummer, die viele Erinnerung zur alten Komplexität und Experimentierfreudigkeit der 70er Jahre aufkommen lässt. Ich persönlich kenne nur die CD-Version, aber scheinbar mussten für die LP-Fassung einige Nummern etwas gekürzt werden (siehe Titelliste) - nähere Informationen dazu hab ich leider nicht gefunden. Inhaltlich befassen sich einige Songs des Albums mit Freddies absehbaren Tod - mal eher hintergründig, mal sehr offen und ehrlich, und der Albumtitel "Innuendo" ("Anspielung" oder "Andeutung") wird somit immer passender, je länger man darüber nachdenkt. Möglicherweise war das der breiten Öffentlichkeit zunächst gar nicht einmal klar, da man die Songs nicht unbedingt dahingehend interpretieren muss, aber spätestens, als die letzten Videoclips zu den Singles veröffentlicht wurden, wo Freddies Zustand dann kaum mehr bestreitbar war, dämmerte vielen, dass dies nicht irgendein Album war. Nach Freddies Tod war es dann so gut wie allen klar, dass "Innuendo" eine Art kleiner Abschiedssoundtrack für ihn war, eine Resümee und teilweise auch ein Fallen- und Loslassen. Nachdem sich die Gerüchte in den Boulevard-Zeitungen immer mehr verhärteten, sich die Spekulationen quasi überschlugen und die Yellow Press Freddies Haus fast rund um die Uhr belagerten, ließ Mercury am 23. November 1991 schließlich dochöffentlich verkünden, dass er entgegen der bisherigen Aussagen an AIDS erkrankt ist. Der genaue Wortlaut war wie folgt:
Following the enormous conjecture in the press over the last two weeks, I wish to confirm that I have been tested HIV positive and have AIDS. I felt it correct to keep this information private to date to protect the privacy of those around me. However, the time has come now for my friends and fans around the world to know the truth and I hope that everyone will join with my doctors and all those worldwide in the fight against this terrible disease. My privacy has always been very special to me and I am famous for my lack of interviews. Please understand this policy will continue.
Etwa einen Tag nach dieser Meldung, am 24. November 1991 um 19:00 Uhr, verstarb Farrokh Bulsara an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde gerade einmal 46 Jahre alt.
Ich habe ein bisschen nach nach Filmmaterial aus den letzten Jahren und Tagen gesucht, und ich denke dieses Video hier gibt einen recht guten kurzen Überblick über diese Zeit: Freddie's Last Days....
Hier auch nochmal ein kurzes, aber interessantes Interview mit Brian und Roger, etwa eine Woche nach Freddies Tod: Teil 1 / Teil 2
Auch ungefähr zu dem Zeitpunkt, am 2. Dezember 1991, erschien an Freddies Gedenken nochmal sein 1975er Song "Bohemian Rhapsody" als Single, mit "These Are The Days Of Our Lives" als B-Seite, wobei die Erlöse in vollem Umfang einer AIDS-Stiftung zuflossen.
Abermals blieb diese Single viele Wochen auf Platz 1 der britischen Charts.



A-Seite
"Innuendo" (Queen) – 6:29
"I'm Going Slightly Mad" (Queen) – 4:04
"Headlong" (Queen) – 4:31
"I Can't Live with You" (Queen) – 4:04
"Ride the Wild Wind" (Queen) – 4:41

B-Seite
"All God's People" (Queen / Mike Moran) – 3:53
"These Are the Days of Our Lives" (Queen) – 3:55
"Delilah" (Queen) – 3:32
"Don't Try So Hard" (Queen) – 3:32
"The Hitman" (Queen) – 3:43
"Bijou" (Queen) – 1:19
"The Show Must Go On" (Queen) – 4:24

------

CD-Version
"Innuendo" (Queen) – 6:29
"I'm Going Slightly Mad" (Queen) – 4:22
"Headlong" (Queen) – 4:39
"I Can't Live with You" (Queen) – 4:35
"Don't Try So Hard" (Queen) – 3:39
"Ride the Wild Wind" (Queen) – 4:41
"All God's People" (Queen / Mike Moran) – 4:19
"These Are the Days of Our Lives" (Queen) – 4:12
"Delilah" (Queen) – 3:32
"The Hitman" (Queen) – 4:52
"Bijou" (Queen) – 3:36
"The Show Must Go On" (Queen) – 4:24



Singles:
- Innuendo (Cover)
- I'm Going Slightly Mad(Cover)
- Headlong (Cover)
- The Show Must Go On (Cover)
- These Are The Days Of Our Lives (Cover)


----------


Innuendo
Das Album beginnt mit dem besten QUEEN-Song seit... naja, schwer zu sagen... auf jeden Fall seit sehr langer Zeit. Der Song ist aus einer Jam-Session im Jahr 1989 entstanden, woraus Freddie eine Idee aufgegriffen und einen Song daraus geschrieben hat. Gemeinsam wurde das Ganz noch modifiziert und ergänzt, wobei Roger auch die Lyrics noch ein wenig modifierte und die Nummer zu einer Art Tribut an "Kashmir" von LED ZEPPELIN machte. Für den großartigen Flamenco-artigen Mittelteil konnte Steve Howe von YES gewonnen werden, der hier wirklich etwas ziemlich Fantastisches auf Band brachte - irsinnig gut, dieser Part (Brian gab zu, dass der diesen Teil nicht spielen konnte). "Innuendo" hat wirklich alles: Eingängige Melodien, unfassbar viel Abwechslung, große Ideen, interessante Tempowechsel, und ganz einfach verdammt gutes Songwriting. Das etwas eigentümliche Video ist auch großes Kino, und alleine die Tatsache, nach den kommerziellen 80ern diese Nummer als erste Single zu veröffentlichen, zeugt schon von einem gewissen Mut. Hier passt ganz einfach alles: Einer der ganz ganz großen QUEEN-Songs, wahrscheinlich sogar einer ihrer besten.

I'm Going Slightly Mad
"I'm Going Slightly Mad" ist im Prinzip ein Song, der erst auf den zweiten Blick sein volles Potenzial offenbart. Zunächst wirkt er wie eine recht simple keyboardorientierte Pop-Nummer mit einem lustigen Text, allerdings ohne viel Tiefgang oder Anspruch. Wenn man aber genauer hinhört, klingt das Keyboard-Hauptthema nicht wirklich fröhlich, sondern vielmehr geheimnisvoll, dunkel und auf eine hintergründige Art und Weise auch etwas ambivalent. Wenn man dann die Texte etwas genauer liest und dazu noch erfährt, dass Freddie hier zumindest teilweise seine HIV-verursachten Demenzerscheinungen besingt, dann wird dieser zwar heitere, aber gleichzeitig auch irgendwie verzweifelt wirkende Unterton erst richtig deutlich. Was natürlich auch noch einer Erwähnung bedarfm, ist das ebenso zwiespältige Video. Zwar ist der Clip mit einigen Skurrilitäten und Albernheiten gespickt, allerdings lässt einem Freddies Erscheinung das Lachen gehörig im Hals stecken bleiben. Er ist zwar an sich sehr aktiv und bewegungsfreudig, aber teilweise wirkt er schon fast mehr tot als wirklich lebendig (er hat während des Drehs auch auch sehr häufig Pausen benötigt). Insgesamt ein sehr paradoxes Video mit einer Stimmung zwischen lustig und erschreckend und unabhängig davon einer sehr künstlerischen und hochwertigen Darstellung. Für mich einer der großartigsten Clips von QUEEN, und auch ein ganz starker Song, der aber wie gesagt vielleicht erst beim zweiten Hinhören richtig zündet.

Headlong
Hier ist die Sache wieder etwas einfacher: Der Song ist ebenso wie das Video recht simpel. "Headlong" ist eine eingängige, straighte Rocknummer mit einer recht rock-'n'-rolligen, swingigen Ausrichtung und ziemlich viel lebendigem Drive. An sich ein hervorragender Song, allerdings finde ich ihn leider etwas zu lang, bzw. für die Länge der Nummer finde ich sie etwas zu eintönig. Vielleicht geht es nur mir so, aber so nach 3 1/2 Minuten geht sie mir schon etwas auf den Geist. Aber okay, nichtsdestotrotz ein sehr guter Song, und nebenbei übrigens die erfolgreichste Single des Albums. Ursprünglich hat May die Nummer für sein Soloalbum "Back To The Light" geschrieben, er hat es dann aber (nachdem er gehört hat, wie Freddie den Song singt) letztlich als QUEEN-Song für "Innuendo" übernommen.

I Can't Live With You
Auch dieser Song war zunächst für Brians Soloalbum gedacht. Was hier auffällt, ist der etwas andere Sound, der im Wesentlichen auf die künstlichen Drum-Tracks zurückzuführen ist. Auch die Gitarren sind hier zugunsten einiger Keyboard-Spuren recht weit im Hintergrund, was dem Song aus meiner Sicht ziemlich viel von seiner Energie nimmt. Auf der spätereren Compilation "Queen Rocks" ist eine deutlich rockiger Version des Songs mit echten Drums und mehr Gitarren enthalten, was der Nummer viel besser zu Gesicht steht. Gut, so ist es hier eben ein Rocksong im Popgewand, der aber als Song an sich wirklich bärenstark ist. Mich erinnert "I Can't Live With You" (besonders die "Queen Rocks"-Version) sehr stark an "It's Late" vom 1977er "News Of The World"-Album, auch wenn er nicht ganz dessen Klasse erreicht. Für mich ist der Song eines der Highlights von "Innuendo", wobei wie gesagt produktionstechnisch noch etwas mehr drin gewesen wäre.

Ride The Wild Wind
Nach "I'm In Love With My Car" ist "Ride The Wild Wind" der zweite Auto-Song von Taylor, wobei es hier mehr ums Fahren und weniger ums Anschmachten geht *g*. Trotz des dementsprechenden Drives, der auch recht gut vermittelt wird, ist der Song an sich eine Rocknummer im Mid-Tempobereich, die eher locker und unbeschwert daherkommt als wirklich energiegeladen und temporeich. Alles in allem ein guter Song, der sehr schön befreiend und positiv wirkt (was das Album auch braucht), der aber mit ziemlicher Sicherheit keinen Höhepunkt auf der Scheibe darstellt.

All God's People
"All God's People" war urpsrünglich von Freddie für sein "Barcelona"-Projekt mit Montserrat Caballé gedacht, und so klingt der Song dann auch. Sehr dramatisch, sehr operesk und voller Energie, aber alles in allem ist die Nummer für mich eher ein Zwischenspiel als ein richtiger Song. Das soll aber keinesfalls negativ gemeint sein, denn genau als Interlude in der Albummitte passt "All God's People" verdammt gut und stimmt somit sehr schön auf die zweite Hälfte von "Innuendo" ein. Wie gesagt, eine tolle Nummer, die auch etwas an alte Tage erinnert, die aber für mich kein wirklich vollwertiger Song ist.

These Are The Days Of Our Lives
So einfach wie dieser im Wesentlichen von Roger Taylor geschriebene Song ist, so wirkungsvoll und mitreißend ist er auch. Sehr minimalistisch produziert, basierend auf sehr dezenten Keyboard-, Percussion- und vereinzelten Gitarrenelementen, hat die Nummer aber etwas, was nur ganz wenige von sich behaupten können: Seele. Am besten wirkt der Song mal wieder in Verbindung mit dem Video, das die meiste Zeit über nur Freddie in ruhiger Nahaufnahme zeigt. Wie er hier mit einer sanften, friedlichen Stimme über das zurückliegende Leben singt, und dabei aussieht, als wäre dieses Leben für ihn tatsächlich bald vorbei - das geht schon unglaublich unter die Haut. Man hat das Video bewusst in schwarz-weiß gehalten, um Freddies schlechten Zustand etwas zu verschleiern. In einer kurzen Dokumentation über den Song sieht man auch Bilder der Aufnahmen in Farbe - da wird diese Entscheidung ziemlich gut nachvollziehbar. Spätestens, wenn Freddie im Video am Ende zum Abschied ganz dezent dem Zuschauer zuwinkt, bekommt man eine Gänsehaut, wie sie intensiver kaum sein könnte. Ein großartiger, großartiger Song, der zwar auch aus rein musikalischer Sicht gut, als Gesamtbild mit den bekannten Umständen aber vollkommen over-the-top ist. Unfassbar, was hier emotional abgeht.

Delilah
Der aus meiner Sicht schwächste Song der Scheibe ist eine ziemlich seichte Pop-Nummer, die Freddie über seine Lieblingskatze geschrieben hat. Nun, vielmehr gibt es dazu fast nicht zu sagen... Hier wurde gar nicht versucht, irgendeinen Tiefgang hineinzubringen, was ja auch durchaus legitim ist, aber diese Katzen-Besingerei ist schon reichlich flach und kitschtechnisch mindestens grenzwertig. Interessant ist vielleicht noch, dass die etwas peinlich wirkenden MIAU-Schreie am Ende in Wirklichkeit gar keine Schreie sind, sondern mal wieder irgendein abgefahrener Gitarreneffekt (für die, die es interessiert: Brian hat hier eine Talk Box verwendet). Naja, der Song ist nicht wirklich schlimm, aber auch nicht wirklich gut. Belassen wirs dabei...

Don't Try So Hard
Sorry, den Song hatte ich zunächst völlig vergessen. Deshalb mach ichs kurz: Völlig großartige Ballade, die so unfassbar gesungen ist, dass man fast heulen möchte. Große klasse.

The Hitman
Neben Headlong ist "The Hitman" der zweite echte Rocksong der Scheibe, und auch diese Nummer hier ist zwar gut, kann aber mit ähnlichen Songs aus den 80ern ("Hammer to Fall", "One Vision", "I Want It All") nicht ganz mithalten. Der Song wurde ursprünglich von Mercury auf dem Keyboard geschrieben. May hat dann das "Keyboard"-Riff hergenommen und eine Rocknummer daraus gemacht - und zwar eine der härtesten QUEEN-Rocknummern überhaupt. Ich zumindest kann mich an kaum einen Song mit derart aggressiven Gitarren erinnern. Wie gesagt, der Song ist gut, gehört für mich aber zu den schwächeren Tracks auf "Innuendo".

Bijou
Diese Nummer von May und Mercury sollte ein kleines Experiment sein, eine Art invertierten Song zu schreiben, bei dem quasi Solo und Hauptsong vertauscht sind. Konkret heißt das, dass "Bijou" ein Instrumental ist, bei dem als "Solo" oder "Break" ein kurzer Gesangspart eingestreut wurde. Was die beiden (John und Roger waren hier gar nicht beteiligt) in dem Song abziehen, ist wirklich unglaublich. Viel atmospährischer und gefühlvoller kann man einen Quasi-Instrumentaltrack nicht gestalten. Ungewöhnliche Nummer, aber ganz ganz große Kunst.

The Show Must Go On
An sich wäre "Bijou" schon ein sehr schöner Abschluss gewesen, aber was ist schon ein schöner Abschluss, wenn man auch einen monumentalen haben kann?! Gäbe es den Titeltrack nicht, dann wäre "The Show Must Go On" das riesengroße Highlight auf "Innuendo", denn was hier abgeht, ist so unfassbar, dass man fast eingeht vor Geilerei. Strophenmelodie: Irre! Refrain: Der Wahnsinn! Text und Hintergrundgeschichte: Völlig unbegreifbar! Der Song wurde an sich von allen Bandmitgliedern zusammen geschrieben, wobei Brian May und Freddie Mercury wohl der Hauptanteil zuzusprechen ist. Als es dann an die Gesangsaufnahmen ging, war Freddie schon so schwach, dass er kaum noch laufen konnte, und Brian hatte ernste Bedenken, dass er körperlich dazu imstande wäre, diesen extrem anspruchsvollen Song zu singen (May musste bei seinen Demotracks bei einigen Teilen wegen der Tonhöhe sogar ins Falsett wechseln). Auf seine Frage "Fred, I don't know if this is going to be possible to sing..." meinte Mercury nur "I'll fucking do it, darling", exte ein Glas Wodka und sang die Nummer im ersten Take ein. Völlig irrsinnig, wie gut dieser Mann war. Das Video zusammen mit der Single zu dem Song wurde an sich erst als Promotion für das "Greatest Hits II"-Album veröffentlicht. Weil Freddie zu dieser Zeit schon nicht mehr die Kraft zu den Videoaufnahmen hatte, wurden Clip-Ausschnitte aus den Alben ab "Hot Space" (also die für die Compilation relevanten Alben) zusammengeschnitten. Und falls jemand, der hier mitliest, sich noch nicht genau mit den Hintergründen des Songs und den Lyrics befasst haben sollte, hier zum Abschluss ein paar Textausschnitte:

I guess I'm learning, I must be warmer now
I'll soon be turning 'round the corner now
Outside the dawn is breaking
But inside in the dark I'm aching to be free

The show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile still stays on

(...)

The show must go on
I'll face it with a grin
I'm never giving in
On - with the show...!!!



SCHLUSSWORT:
Es ist natürlich fast unmöglich, dieses Album nüchtern zu bewerten. Versucht man es trotzdem, so ist das Album im Grunde nicht ganz so stark wie es häufig gemacht wird. Gerade in der Mitte des Albums finden sich schon einige Songs, die lediglich "okay" bis "gut" sind, und es ist nicht ganz leicht, diese kleinen Durchhängerchen gegen die Unmenschlichkeiten des Openers und des Abschlusstracks aufzuwiegen. Im Grunde ist es so: Emotional gesehen ist "Innuendo" für mich eine glatte 10, denn kaum ein anderes Album nimmt mich beim intensiven Hören mehr mit als dieses. Betrachtet man rein die Songs ohne jeden emotionalen Bezug, würde ich mich auf wahrscheinlich auf 9 Punkte einschießen. Also, mach ichs mir einfach, und gebe aus meiner Sicht eine extrem gut passende 9,5.
Aber wie gesagt, eigentlich rangiert das Album jenseits jeglicher Punkteränge und kann gar nicht anders, als eine absolute Sonderstellung einzunehmen - nicht nur in der QUEEN-Diskographie, sondern auch in der gesamten Musikhistorie. "Innuendo" ist das unsterbliche Vermächtnis einer der besten Bands und eines der größten Sänger aller Zeiten, ein Requiem einer der ganz großen musikalischen Erscheinungen unserer Zeit. Danke QUEEN, danke Freddie, für dieses wundervolle Abschlusswerk.

-------


SONGS:
Innuendo
I'm Going Slightly Mad
Headlong
I Can't Live With You
Don't Try So Hard
These Are The Days Of Our Lives
The Show Must Go On



Zum Abschluss nochmal danke an alle, die sich hier im Thread so eifrig beteiligt haben. Es war zwar eine Menge Arbeit, aber wenn man eine solche Resonanz bekommt und sich so viele Leute mit einbringen, dann macht das auch richtig Spaß.
Also, Daumen hoch! Schön wars. :)
Zuletzt geändert von KnitterRitter am 30.03.2009 18:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Sambora » 30.03.2009 15:18

Tja, Innuendo?
Ich bin genau Knitters Meinung: für mich ist es unmöglich, das Album von einem nüchternen Standpunkt aus zu betrachten bzw. hören und deshalb werde ich auch keine Punkte vergeben.

"Innuendo" berührt mich wie kein zweites Album auf die Weise, daß es mich beim Hören todtraurig macht. Die Melancholie, die sich durch das ganze Album zieht, zieht mich irgendwie ganz tief runter, gleichzeitig sind da aber immer wieder tröstende und Hoffnung spendende Passagen.

Besonders stark ausgeprägt ist diese Achterbahn der Gefühle bei "I'm going slightly mad", "These are the days of our lives" und natürlich dem absoluten Höhepunkt "The Show must go on". Wenn ich diese Songs höre, habe ich durchgehend Gänsehaut und bin sehr häufig kurz vor dem Losheulen, manchmal auch schon dahinter.

Wie schon gesagt: wenn ein Album es schafft, mich so intensiv zu berühren (und da ist es egal, ob es mich traurig macht oder glücklich), ist es ein wahres Meisterwerk und entzieht sich jeder Bewertung.

Besonders schön finde ich diese Anekdote:
KnitterRitter hat geschrieben: Auf seine Frage "Fred, I don't know if this is going to be possible to sing..." meinte Mercury nur "I'll fucking do it, darling", exte ein Glas Wodka und sang die Nummer im ersten Take ein.
DAS war Freddie, besser kann man diese unglaubliche Persönlichkeit nicht auf den Punkt bringen!


@Knitter: Ich möchte dir für die Arbeit, die du dir mit diesem Thread gemacht hast, von Herzen danken!
Klasse war's! :prost:

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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von PetePetePete » 30.03.2009 15:28

Ganz großartiges Review.
Innuendo war damals mein zweites Queen-Album nach der "II" und ich konnte erst viel später, als ich dann auch etwas über die Hintergründe wusste und auch wusste, wie es in der Queen-Historie einzuordnen ist, etwas damit anfangen und es in seiner Gänze verstehen. Inzwischen läuft es bei mir, ähnlich wie bei dir, außer Konkurrenz. Aufs ganze gesehen gibt es wohl ein, zwei Queen-Alben die für sich gesehen wohl einfach besser sind, doch wegen der Geschichte und der unfassbaren Emotionen, die bei jedem Hören wieder rüberkommen ist es doch irgendwie so ziemlich das großartigste Stück Musik, das ich kenne.
Völlig schwierig und eigentlich auch unmöglich das Album in eine Alltime-Topliste ebenso wie in eine Queen-Hitliste dieses Album einzuordnen.
Der perfekte Abschluss der wahnsinnigen Diskografie der wohl großartigsten Band der Erde. Dieses Album und nichts anderes ist das Vermächtnis von Freddie Mercury und somit auch von Queen.
Vielen Dank dafür Brian, Roger, John und Freddie.


War wirklich ein toller Thread, Knitter. Toll geschrieben und schön gespickt mit einigem Nerdwissen, das auch noch mir nicht bekannt war.
Hat Spaß gemacht. :-)
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Stepfather » 30.03.2009 15:33

INNUENDO: Die Schwachpunkte auf der Platte hast Du ja schon angesprochen, "All god's people" und "Delilah". Belassen wir's dabei.

Aber was für ein Monster von Titeltrack. Galaktisch gut. Und besser und emotionaler als wie mit "The show must go on" könnte die Scheibe nicht enden. Wirklich tragisch, aber das wussten wir beim Release ja nicht. Wie Sambora schon sagte, Gänsehaut-Garantie. Immer so gegen Ende der Partys damals, wurde der aufgelegt und selbst die grössten Honks begaben sich gen Tanzfläche. Ich kenne wirklich keinen Menschen, den dieser Song nicht berührt.
Ach ja, emotional gibt's 'ne 10. Und reell eine 9,5. Ist aber auch vollkommen egal.

Von Freddie's Tod erfuhr ich während der Autofahrt aus Norddeutschland zurück in die westfälische Heimat. Auf alle Fälle bestand der Großteil des Radioprogramms von Queen-Songs, welche diverse Sender dann über den Äther brachten. Weiss ich noch so gut, als sei es gestern gewesen.

Danke Freddie, danke Queen für Eure Musik, ein Vermächtnis sondergleichen.

Danke Knitter für Deine schönen und nachvollziehbaren Reviews, sowie an alle anderen, die hier mitgemacht haben. Hat wieder Spass gemacht, sich mit der Queen-Discographie intensiv auseinanderzusetzen.

In diesem Sinne: "I can fly my friends...the show must go on". :heul:
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von My Friend Of Misery » 30.03.2009 16:06

Groß, Herr Knitter. Groß. *verneig*
Perfektion ist Langeweile.

"[If] you don't know anything about society, you don't have the satisfaction of avoiding it." (Nicholas van Orton)

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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von XzarNado » 30.03.2009 16:23

Erst einmal:

So genial, fantastisch und vor allem völlig emotional ergreifend an den richtigen Stellen hab ich noch NIE Reviews gelesen außer dem Herrn Knitter. Dass der bei keinem Blatt wie dem RockHard arbeitet ist wahnsinnig Schade, so bleibt doch vielen Menschen dieses MACHTWERK an hinterinandergereihten Wörtern einfach schliehctweg verschlossen. DANKE für die Arbeit, danke dafür, dass ich bald ~80€ ausgeben werde und danke dafür, dass ich immer wieder mich erinnere, dass Queen einfach die beste Band der Welt sind!

Zur Scheibe: Objektiv betrachten kann man ein Abschiedswerk eines solch großen Musikers gar nicht. Sollte man auch gar nicht probieren. Daher subjektive Eindrücke der Songs, die ich kenne:

Innuendo: Wenn es EINEN, nur einen einzigen Song gibt, der zugleich episch, fantasitsch, memorial, wegweisend und völlig far beyond ist, dann dieser. Im Rockbereich gibt es wohl kaum einen Song (ok, einer fällt mir dann doch ein, aber der ist beiweitem nicht Instrumental so völlig krank geil wie Innuendo), dann dieser. Immer, wenn ich diesen Song höre, dann verschwindet einfach alles von der Welt. Der song treibt einen in Spähren, wo es nur noch ihn gibt. Der song sprengt sowieso JEDE Skala, steht völlig drüber. Absolutes Meiterwerk! 10 Punkte und eigentlich viel mehr!

I'm going slightly Mad. Ich muss zugeben, anfangs mochte ich den Song nicht. Es ist ein verdammt sperriger Song, der wenn man nicht über alles Bescheid weiß, einem eventuell auf die Eier gehen kann. Jedoch, beschäftigt man sich mit dem Song und hört ihn sehr intensiv, dann erschließt sich einem das Potential. Gerade im Kontext mit Freddies damaligen Gesundheitszustand ein dermaßen geiler Song, da kann man nichts anderes als 10 Punkte subjektiv geben!

Headlong: So, und den Song finde ich jetzt nicht so pralle ehrlich gesagt. Er ist keine 10 Punkte mir wert. 9 Punkte passen aber. Der Anfang ist natürlich total geil, kaum besser zu machen. Die Gesnagslinien rocken einfach alles weg. Aber: Nach 3 Minuten ist einfach wirklich alles gesagt. Die letzte Minute hätten sie wirklich weglassen können. Egal. 9 Punkte für ein tollen Rocksong!

These Are the Days of our Lives: Der anfang ist ein wenig verstörend, da er fröhlich wirkt. Aber spätestens, wenn nach 10 Sekunden das Orchester/Keyboard/keine Ahnung einsetzt und Freddies gottgleiche Stimme erklingt, merkt man, worum es wirklich geht. Keine Fröhlichkeit. Resignation und ein "Winke Winke". Gerade der Refrain ist ein Monster von Interpretierbarkeit in ALLE Richtungen, man will nur noch zu hören. Monstersong! 10 Punkte.

the Show Must Go on: Was soll man sagen? Der Song ist eigentlich all das, was ich schon bei Innuendo geschrieben habe. Das einzige, wo ich Unterschiede feststelle, ist dass Innuendo einen ruhigen Zwischenpart habe. Dafür ist hier bei TSMGO eben diese völlig verrückt geile End-Athmosphäre zu spüren. Das wars. Ende. Aus. Wahnsinn, wie sie das hinbekommen haben.


IMO sind Queen die Musiker, die völlig geile Melodien, viele Stilmittel und doch eine gewisse Eingängikeit unter ein Hut bringen und zwar mit einem faible für ALLES. Das hat es nie mehr gegeben. Den Spagat zwischen Radio und Prog perfekt hinbekommen. Das wird es NIE mehr geben. Es mag Bands geben, die "haben mehr auf dem Kasten." Das ist aber völlig egal. Ich glaube, keine Rockmusik hat mehr Menschen im Herzen berührt, als Queen. Völlig zu Recht.
abuzze666 hat geschrieben:Bier auf Bier, ja das wollen wir!!! :prost:
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Scout » 30.03.2009 16:24

Ich kann mich den Vorschreibern zu Innuendo nur anschließen, eine emotionslose Bewertung ist unmöglich.

Danke Knitter für den tollen Thread, grosse Klasse.

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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Sambora » 30.03.2009 16:34

XzarNado hat geschrieben:Es mag Bands geben, die "haben mehr auf dem Kasten."
*bezweifel* :wink:

Queen hatten es nur nicht nötig, ihre zweifellos herausragenden Fähigkeiten als Musiker ständig jedem unter die Nase zu reiben.
Da durfte es eben auch schon mal ein einfacher Popsong oder ein straighter Rocker sein und nicht immer Meisterwerke a la "Innuendo" oder "Bohemian Rhapsody".
Und dieses Understatement zeugt von wahrer Größe!

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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von Thunderforce » 30.03.2009 18:14

]Innuendo
Ob jetzt Bohemian Rhapsody oder der hier: Einer der beiden ist ihr bester, eigentlich immer der, den ich gerade höre. Wirklich unfassbares Lied, ja Werk. Das Ende mit dem sich wiederholenden „Til the end of time“ mit Brians sich in den Himmel schraubenden Gitarren ist klipp und klar der beste Moment der kompletten Rockmusikgeschichte.

I'm Going Slightly Mad
Fantastischer Song. Das mit dem Video stimmt, ganz komische Atmosphäre, man weiß nicht ob man weinen oder lachen soll. Das schwarzweiße und das kranke Gehabe hat fast etwas von einem Lynch-Film. Musikalisch finde ich es aber schon klar eher düster als heiter.

Headlong
Stimmt alles. Schon gut, bleibt aber hinter den beiden ersten Songs schon zurück. Aber gute Rocknummer halt.

I Can't Live With You
Der Refrain ist mir fast einen Tick zu simpel, aber ansonsten ist das auf jeden Fall ein geiler Song.

Ride The Wild Wind
Für mich ein klares Highlight. Einer jener Songs, bei denen mir jedes mal die Spucke wegbleibt, wie geil es eigentlich noch werden kann. Göttlich ist hier meiner Meinung nach noch stark untertrieben.

All God's People
Sehr bombastisch und nicht mein Lieblinglied, aber halt auch sehr gut. Also so wie Headlong, nur anders. *lol*

These Are The Days Of Our Lives
Unterschreibe ich alles und füge noch hinzu, das Brian Mays Gitarrensolo in diesem Song mein liebstes von ihm überhaupt ist. Da könnte ich jedesmal Rotz und Wasser heulen bei.
Das Video ist wirklich heftig.

Delilah
Ich mag den irgendwie, weil er so geheimnisvoll krank ist *g* - Dass das Miau-Miau ne Gitarre ist, hab ich schonmal gelesen und finde es völlig krass. Das klingt doch wirklich wie ne menschliche Stimme. Oder ist Talkbox dieses Ding, wo man mit den Luftströmen im Mund den Gitarrenton verändert, so dass es wie Gesang klingt? (vergl.: Pink Floyd – Keep talking oder Tool – Jambi) *sein könnt*

The Hitman
Für mich klar der Schwachpukt der Scheibe, gibt mir wirklich rein gar nichts.

Bijou
Das mit dem invertiereten Song finde ich interessant. VÖLLIG göttliches Lied, mit Worten nicht zu beschreiben gottgleich. Nur 2 Teile (Stimme und Gitarre), und die Summe ist so unendlich viel größer, Wahn Wahn Hyperwahn.

The Show Must Go On
Meine Güte @ „I'll fucking do it“ Story. *Gänsehaut beim lesen hab* - Und es wirklich eine von Mercurys besten Gesangsleistungen überhaupt. Auch wiederum so überirdisch geiler Song, das man halt auch beim 3000. Anhören noch kaputtgeht. Musik geht definitiv nicht besser als hier.

SCHLUSSWORT:
Kann man wohl so stehen lassen. Für mich ist es vermutlich meine Lieblings-Queen.

Danke Knitter, für den tollen Thread.
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Re: *den Ploppi mach* (QUEEN)

Beitrag von KnitterRitter » 30.03.2009 18:18

:)

Eine Talkbox ist eine Art Effektgerät. http://de.wikipedia.org/wiki/Talkbox

Und "The Hitman" finde ich nach "Delilah" auch am schwächsten.
They throw the best damn parties at the rim of hell
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