The Damned - Werkschau

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Doktor » 19.03.2014 14:06

"The Damned" fand ich eigentlich immer toll, kenne aber nur wenig. Ich bin im Moment gerade mal wieder auf dem "The Clash"-Trip. Ewig nicht mehr durchgehört.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von monochrom » 19.03.2014 14:07

Janeck hat geschrieben:Sehr schön. Ich wünsche mir übrigens, dass du mal die 80er tiefer vorstellst, das ist hier nämlich hoffnungslos ein 0-Thema. Also nicht die Metal-Szene, sondern so hart erotisches Zeug, wie du es mal in deinem damaligen Begleitthread kurz angerissen hast.
Stehe ja voll auf diese Sachen und habe in den letzten Jahren so einige Kilos an Tonträgern teilweise zu Suizid-Preisen nachgekauft. Ich finde es generell spannend, wenn mal abseits der ausgekauten Metal-Alben und Metal-Themen mal wieder mehr unbeachtetes und vergessenes Material vorgestellt wird.
Hier darf ich ja jetzt auch offiziell verkünden, dass ich The Damned erst durch diesen Thread kennen- und lieben gelernt habe und mir auch damals die pikanten Perlen aus deinem Begleitthread rausgepickt habe.
Hier auch noch mal ein extra großes Danke an deine verbreitete Begeisterung!
Das ist ja cool, also mit dem Kennenlernen durch diesen Thread.

Sowas wie der Begleitthread ist heute zeitlich bei mir nicht mehr drin, das war ja irre aufwendig. Allerdings schon auch toll, alleine die ganzen Youtube-Videos zu Liveauftritten dieser ganzen obskuren Bands.

Bei sowas bekomm ich halt schon ohne Ton Gänsehaut:
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von hunziobelix » 20.03.2014 11:51

monochrom hat geschrieben:
Doktor hat geschrieben:
monochrom hat geschrieben:Die Stranglers sind zwar super, aber ich bin da nicht kompetent genug.
Ich auch nicht. Ich kenne zwar die ersten sechs Scheiben bis zur genialen "Live X-Cert" in- und auswendig und das war zu der Zeit meine absolute Lieblingsband, aber dann kam die (damals) für mich unerträgliche "La Folie" mit 'Golden Brown' raus und dann habe ich die Spur verloren und auch nicht mehr aufgenommen. Insofern ist mein Stranglers > Damned natürlich völliger Quatsch, das kann ich gar nicht beurteilen.
Ich finde ja das "Golden Brown" schon ein Übersong ist, aber die älteren Stranglers (Die ich so halb drauf hab) sind natürlich unterm Strich interessanter.
Die "alten" Stranglers sind natürlich (Zumindest für mich) absolute Götter. Vor allem Jean-Jaques Burnell mit seinem unverkennbaren Bass-Sound.Das fehlt nachher ab der "La Folie", die ich aber trotzdem sehr gut finde.Schade das der Bass danach "normal" tönte
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von hunziobelix » 20.03.2014 11:53

monochrom hat geschrieben:
Janeck hat geschrieben:Sehr schön. Ich wünsche mir übrigens, dass du mal die 80er tiefer vorstellst, das ist hier nämlich hoffnungslos ein 0-Thema. Also nicht die Metal-Szene, sondern so hart erotisches Zeug, wie du es mal in deinem damaligen Begleitthread kurz angerissen hast.
Stehe ja voll auf diese Sachen und habe in den letzten Jahren so einige Kilos an Tonträgern teilweise zu Suizid-Preisen nachgekauft. Ich finde es generell spannend, wenn mal abseits der ausgekauten Metal-Alben und Metal-Themen mal wieder mehr unbeachtetes und vergessenes Material vorgestellt wird.
Hier darf ich ja jetzt auch offiziell verkünden, dass ich The Damned erst durch diesen Thread kennen- und lieben gelernt habe und mir auch damals die pikanten Perlen aus deinem Begleitthread rausgepickt habe.
Hier auch noch mal ein extra großes Danke an deine verbreitete Begeisterung!
Das ist ja cool, also mit dem Kennenlernen durch diesen Thread.

Sowas wie der Begleitthread ist heute zeitlich bei mir nicht mehr drin, das war ja irre aufwendig. Allerdings schon auch toll, alleine die ganzen Youtube-Videos zu Liveauftritten dieser ganzen obskuren Bands.

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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von monochrom » 20.03.2014 12:24

So, ich mach dann mal weiter, wär vielleicht mal an der Zeit.

Inzwischen hatten sich die meisten Leute daran gewöhnt, das diese Band weder imstande noch Willens war ein konstantes Line-Up oder einen konstanten Sound zu produzieren, also ist auf Strawberries mal wieder vieles neu. Zum einen hatte man sich mit Roman Jugg einen Keyboarder fest ins Line-Up geholt, und den hört man dann naturgemäß auch an allen Ecken und Enden des Albums. Zum anderen wurde man auf "Strawberries" deutlich poppiger, was mit daran liegen mag, das ausgerechnet eine der irrsten Figuren des englischen Punk, namentlich Captain Sensible, sich inzwischen einen Namen (und ordentlich viel Kohle) mit dem Schreiben von ziemlich schlimmen und komischen Mainstream-Popsongs der untersten Schiene gemacht hatte. Leute meines Alters erinnern sich mit Schaudern sicher sofort an düstere Zeiten, wenn ich "I say Captain - I say Wot" in den Raum werfe. Einen noch größeren Hit hatte er in Großbritannien mit "Happy Talk", einem Song aus einem Pazifikmusical von 1949. Wenn "The Damned" einen besonders tollen Abend haben, spielen sie "Happy Talk" übrigens manchmal noch live, um den Captain zu ärgern.

Ach ja, mit dem Albumtitel hat es folgende Bewandnis auf sich: Dave Vanian war zu dieser Zeit von vielen gängigen Punkverhaltensweisen so angekotzt (Gobbing, Flaschenschleudern usw) das er irgendwann schön arrogant meinte sie wären wie "Strawberries before Swine". Deshalb auch die Sau auf dem Cover.

1. Ignite
Mit einem der größten Bandhits geht es gleich phänomenal los. Hier stimmt jeder Ton, einfach einer der besten Punksongs die jemals geschrieben wurden. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=5uT_KQ8QJRI

2. Generals
Nachdem "Ignite" vorbei ist, verlassen wir für dieses und das nächste Album endgültig den Punk, und finden uns jetzt im ironischen Pop wieder. Durchaus zeittypisch also, und dann mit Saxophon, das hat man damals ja auch ganz gerne mal rausgeholt. Es war ziemlich klar das Ironie ein gutes Betätigungsfeld für diese Band ist, funktionert dann auch 1a. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=KbBvMWadQF0

3. Stranger on the Town

Und hier gleich noch mehr Bläser, man merkt an allen Ecken und Enden das die Band jetzt weiß, wie man ein Studio benutzt. Und so hat man hier auch gleich ein leichtes Madness-Gefühl, und kann beschwingt mit den Fingern schnippen. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=2aOVTr439-4

4. Dozen Girls
Was ist das? Ein lustiges Keyboardintro, fröhlich treibende Gitarren, schöner mehrstimmiger Gesang - ach so, ein Pop-Hit. Super. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=Vk_8sy7bOMY

5. The Dog
Völlig unvermutet wechselt die Stimmung radikal, und die düstere Seite von The Damned darf sich zum ersten Mal zeigen. Dave Vanian zelebriert eine traurige, sich ständig verändernde Ballade, die uns durch nebelverhangene Straßenschluchten führt, immer getragen vom sehr prägnanten Klavier. Meisterwerk. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=LGBFAAngUE4

6. Gun Fury (Of Riot Forces)
Ein eher verspielter Track, mit herrlich plakativem Text. Geht zwischen den Hits aber eher etwas unter. 7/10
https://www.youtube.com/watch?v=Qw_mf43TEMk

7. Pleasure and the Pain
Das Album erholt sich aber sofort wieder, wir kehren zu lustigen Synthie-Klängen (Naja, eigentlich sind wir hier schon bei Kinderlied-Melodien) und ironischem Pop zurück. Beschwingt, sagt man da wohl. 8/10
https://www.youtube.com/watch?v=61UU78ZfJpM

8. The Missing Link
Ein nur ein paar Sekunden andauerndes Spinett-Zwischenspiel, genau das was jede Rockplatte braucht. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=7Zn-qfsChAg

9. Life Goes on
Komisch, das ist doch der Anfang von "Come as you are" von so einer blöden Band aus Seattle, nur zu schnell gespielt. Naja, man sollte ja wenigstens bei geilen Bands klauen. The Damned machen entwickeln daraus allerdings einen sensationell guten depressiven Melodic Rocker. Keiner von euch wird das beim ersten Hören übrigens feststellen können, aber vertraut mir, nach 10 Jahren hören macht es Klick und ihr checkt was das für eine Perle ist. Hier haben auch "The Cure" kräftig gelauscht, würde ich mal behaupten. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=nQ3rXW4Nhlo

10. Bad Times for Bonzo
So, es wird (endlich?) mal wieder flotter. Spaßiger Puprocksong, gut zum Bauchreiben im Pup geeignet, schön das sie auch sowas hier drauf haben. 8,5/10
https://www.youtube.com/watch?v=P6tMF4XrLHc

11. Under the Floor Again
Ein Poprocksong, bei dem ständig musikalisch irgendwas schräges passiert. Gute Nummer, ohne herauszustechen, aber vielleicht muss man den auch nur 10 Jahre länger hören damit es Klick macht. Vorsichtige 7,5/10
https://www.youtube.com/watch?v=4deIvHL9NS8

12. Don't Bother Me
Als Rausschmeisser einfach noch mal ein kurzer, gesungener, ausgestreckter Mittelfinger. Wunderschön natürlich. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=319KDiabf0Q

Auf der amerikanischen CD-Veröffentlichung sind noch ein paar Tracks mehr, die nehm ich noch mal mit rein.

13. Disguise.
"Ah - cosmic" haucht Vanian zu Beginn ins Mikro, und dann kommt auch wieder so ein Song, den ich ewig unterschätzt habe. Auf der einen Seite zuckersanft, aber wie sich der dann steigert, und dazu dieser geile Text - schweinegeiler Popsong unterm Strich. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=HRUOHtPmLWE

14. Citadel Zombies
Plötzlich rotziger Gitarrensound, passend zu einem B-Movie-Trashrocksong. Sowas muss albern sein, grooven, und man muss Lust bekommen sich auszuziehen. Sehr gut gelöst. 9/10 (ohne Hosen an benotet)
https://www.youtube.com/watch?v=cTCZSE_gLzk

15. Take That
Flotter Rocker, der so auch auf dem Vorgängeralbum eine gute Figur gemacht hätte. Super. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=Zq6Mx8QVd9I

16. Mine's a Large One Landlord
Alberner Scheiss. 9/10
Auf youtibe nicht gefunden

17. Torture Me
Knapp über eine Minute Brillianz. Unter anderem deshalb ist Dave Vanian mein Lieblingsrocksänger. Oft gehen mir Tierrechtssongs auf den Sack, aber der hier niemals. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=9pEjhgTK1L4

Warum man nicht ein paar der US-Nummern auf die reguläre CD gepresst hat, ist mir ein vollkommenes Rätsel. Ich rate beim Kauf auf jeden Fall zur Deluxe Edition, wo neben dem Amerikakram noch weitere Albernheiten und sogar noch mehr tolle Songs sind. "I Think I'm Wonderful" sei da genannt, 1a-Melodic-Punkrocksong, keine Ahnung warum Bands sowas verwerfen, könnte aber auch an der Plattenfirma gelegen haben, die wohl komplett nicht wussten was sie mit dieser Band machen sollen.

Ach ja, die Youtubelinks sind absichtlich nicht nur nach Qualität des Sounds beim Gig gewählt - es geht ja doch primär darum sich an den beschissenen (Sensible) und überragenden (Vanian) Outfits der Band zu erfreuen.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Susi666 » 20.03.2014 13:45

Ja schön, daß es hier weitergeht!

Captain Sensible und "Wot" fand ich schon auch ziemlich gut, was aber vermutlich primär an dem witzigen Video lag. Für ne LP hat es nie gereicht.

Jetzt erst mal die "Strawberries"...aus Gründen der Bequemlichkeit aber gleich bei Spotify.
Kennt ihr dieses leichte Prickeln der Vorfreude und Herzklopfen, wenn ihr einen Thread öffnet, dessen neueste Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit beleidigter Leberwurst bestrichen ist?

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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von monochrom » 20.03.2014 15:52

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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Janeck » 20.03.2014 16:03

Bei 'Life Goes on' ist mir das auch sofort aufgefallen. Ich dachte allerdings sofort an 'Eighties' von Killing Joke. Also haben Nirvana einen "geklauten" Song geklaut? Übrigens ist dieses Anfangsriff völlig super!

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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von monochrom » 20.03.2014 16:12

Janeck hat geschrieben:Bei 'Life Goes on' ist mir das auch sofort aufgefallen. Ich dachte allerdings sofort an 'Eighties' von Killing Joke. Also haben Nirvana einen "geklauten" Song geklaut? Übrigens ist dieses Anfangsriff völlig super!
Ich glaube in Wahrheit ist das erstens einfach so ein Ding worauf man kommen kann, wenn man ein guter Gitarrist ist, und zweitens unterscheiden sich lustigerweise alle drei Riffs dann doch ein wenig, und was die Bands damit machen ist sogar komplett anders.

Aber eine Gelegenheit auslassen um Nirvana zu dissen? Hey, ich verteidige hier seit Jahren den Metal gegen das Kommerzmonster Grunge, und das mach ich sicher besonders gut am Beispiel von The Damned.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von costaweidner » 20.03.2014 17:29

Mal aus Spaß an der Freude 'Ignite' angehört - irgendwie glaub ich, dass der Song Pete Steele massiv für den Titelsong der "Dead Again" inspiriert hat. Vielleicht hör das aber auch nur ich so. *g*
TMW316 hat geschrieben:Mit Musik kenn ich mich aus. Das sind Noten bzw. Töne in bestimmter Reihenfolge.
"-So, your forefathers were from Germany, right?"
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von monochrom » 20.03.2014 17:37

costaweidner hat geschrieben:Mal aus Spaß an der Freude 'Ignite' angehört - irgendwie glaub ich, dass der Song Pete Steele massiv für den Titelsong der "Dead Again" inspiriert hat. Vielleicht hör das aber auch nur ich so. *g*
Vielleicht hab ich das in diesem Thread schon mal geschrieben, aber The Damned haben einen riesigen Status als Musikerbeeinflussungsband. Jello Biafra meinte mal das sich auf der ersten US-Tour der Verdammten 1977 nach jedem Auftritt spontan Bands gründeten. Kurz darauf nannte man diese Bands zusammengefasst Hardcore. Don Letts hat sich auch mal so geäußert, falls der Name noch jemandem was sagt.

Ansonsten waren sie ja nie so richtig ganz groß, aber als Beeinflusser sind sie superwichtig. Und halt für Rocker mit Geschmack.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von costaweidner » 20.03.2014 17:41

monochrom hat geschrieben:
costaweidner hat geschrieben:Mal aus Spaß an der Freude 'Ignite' angehört - irgendwie glaub ich, dass der Song Pete Steele massiv für den Titelsong der "Dead Again" inspiriert hat. Vielleicht hör das aber auch nur ich so. *g*
Vielleicht hab ich das in diesem Thread schon mal geschrieben, aber The Damned haben einen riesigen Status als Musikerbeeinflussungsband. Jello Biafra meinte mal das sich auf der ersten US-Tour der Verdammten 1977 nach jedem Auftritt spontan Bands gründeten. Kurz darauf nannte man diese Bands zusammengefasst Hardcore. Don Letts hat sich auch mal so geäußert, falls der Name noch jemandem was sagt.

Ansonsten waren sie ja nie so richtig ganz groß, aber als Beeinflusser sind sie superwichtig. Und halt für Rocker mit Geschmack.
Gut, dann behaupt ich weiterhin, dass ihn The Damned da beeinflusst haben. :D
TMW316 hat geschrieben:Mit Musik kenn ich mich aus. Das sind Noten bzw. Töne in bestimmter Reihenfolge.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Apparition » 20.03.2014 20:07

Super, die Strawberries werd ich gleich mal bei Spotify anwählen (und fleissig mitkommentieren), die kenn ich eh noch nicht so gut.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Apparition » 20.03.2014 21:38

Beziehungsweise, ich nehm die Youtube-Videos, wenn schon, dann richtig:
1. Ignite
Mit einem der größten Bandhits geht es gleich phänomenal los. Hier stimmt jeder Ton, einfach einer der besten Punksongs die jemals geschrieben wurden. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=5uT_KQ8QJRI
Keine Anmerkungen, keine Gefangenen. Hat 'ne unglaubliche Energie, das reicht mir oft schon, um von irgendwas begeistert zu sein.
2. Generals
Nachdem "Ignite" vorbei ist, verlassen wir für dieses und das nächste Album endgültig den Punk, und finden uns jetzt im ironischen Pop wieder. Durchaus zeittypisch also, und dann mit Saxophon, das hat man damals ja auch ganz gerne mal rausgeholt. Es war ziemlich klar das Ironie ein gutes Betätigungsfeld für diese Band ist, funktionert dann auch 1a. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=KbBvMWadQF0
Der davor war runtergerotzt, das hier ist genauso ein Hit, aber diesmal nicht auf Power, sondern mehr auf Songwriting basierend. Schwer zu beschreiben, aber einfach was ganz anderes. Mag ich vielleicht noch lieber als Ignite.
3. Stranger on the Town

Und hier gleich noch mehr Bläser, man merkt an allen Ecken und Enden das die Band jetzt weiß, wie man ein Studio benutzt. Und so hat man hier auch gleich ein leichtes Madness-Gefühl, und kann beschwingt mit den Fingern schnippen. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=2aOVTr439-4
Mit Vanian in seinem Dracula-Outfit wirkt das wie die alternative Titelmelodie der Munsters. Jedenfalls hab ich da irgendwie so ein Sixties-Trash-Feeling. Zum Brüllen, sowas müsste auf sämtlichen Retro- und Halloweenparties laufen.
4. Dozen Girls
Was ist das? Ein lustiges Keyboardintro, fröhlich treibende Gitarren, schöner mehrstimmiger Gesang - ach so, ein Pop-Hit. Super. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=Vk_8sy7bOMY
Mächtiges Eröffnungsriff, das mir verdächtig bekannt vorkommt, aber ich komm nicht drauf. Nicht ganz so überragend, aber immer noch super.
5. The Dog
Völlig unvermutet wechselt die Stimmung radikal, und die düstere Seite von The Damned darf sich zum ersten Mal zeigen. Dave Vanian zelebriert eine traurige, sich ständig verändernde Ballade, die uns durch nebelverhangene Straßenschluchten führt, immer getragen vom sehr prägnanten Klavier. Meisterwerk. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=LGBFAAngUE4
Schöner Schmachtfetzen mit viel auf und ab. Machst Du weiter, wenn ich sage, dass mich das von der Machart her an eine Punk-Version bestimmter Savatage-Songs erinnert? :D
6. Gun Fury (Of Riot Forces)
Ein eher verspielter Track, mit herrlich plakativem Text. Geht zwischen den Hits aber eher etwas unter. 7/10
https://www.youtube.com/watch?v=Qw_mf43TEMk
Bisschen psychedelisch, oder? Ich seh jedenfalls Mädels mit bunten Klamotten bekifft über Blumenwiesen tänzeln. Spätestens da wird aber klar, dass die sich teils sehr an den Sechzigern orientieren. Ultrageiles Melodieverständnis bei gleichzeitiger Beschränkung aufs wesentliche halt. Als Zwischenspiel funktioniert das super.
7. Pleasure and the Pain
Das Album erholt sich aber sofort wieder, wir kehren zu lustigen Synthie-Klängen (Naja, eigentlich sind wir hier schon bei Kinderlied-Melodien) und ironischem Pop zurück. Beschwingt, sagt man da wohl. 8/10
https://www.youtube.com/watch?v=61UU78ZfJpM
Weiss nicht, ob ich mir den öfter anhören kann, ohne genervt zu sein, aber passt schon. Etwas aufdringlich. *g*
8. The Missing Link
Ein nur ein paar Sekunden andauerndes Spinett-Zwischenspiel, genau das was jede Rockplatte braucht. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=7Zn-qfsChAg
Hübsch.
9. Life Goes on
Komisch, das ist doch der Anfang von "Come as you are" von so einer blöden Band aus Seattle, nur zu schnell gespielt. Naja, man sollte ja wenigstens bei geilen Bands klauen. The Damned machen entwickeln daraus allerdings einen sensationell guten depressiven Melodic Rocker. Keiner von euch wird das beim ersten Hören übrigens feststellen können, aber vertraut mir, nach 10 Jahren hören macht es Klick und ihr checkt was das für eine Perle ist. Hier haben auch "The Cure" kräftig gelauscht, würde ich mal behaupten. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=nQ3rXW4Nhlo
Klingt ähnlich, aber eben nur ähnlich. Macht nichts, der Bassauf ist so geil, den kann man ruhig öfter haben. Schöner, entspannter Sonnenuntergangssong. Sth ich ja voll drauf.
10. Bad Times for Bonzo
So, es wird (endlich?) mal wieder flotter. Spaßiger Puprocksong, gut zum Bauchreiben im Pup geeignet, schön das sie auch sowas hier drauf haben. 8,5/10
https://www.youtube.com/watch?v=P6tMF4XrLHc
Find ich ok, aber nicht überragend.
11. Under the Floor Again
Ein Poprocksong, bei dem ständig musikalisch irgendwas schräges passiert. Gute Nummer, ohne herauszustechen, aber vielleicht muss man den auch nur 10 Jahre länger hören damit es Klick macht. Vorsichtige 7,5/10
https://www.youtube.com/watch?v=4deIvHL9NS8
Sitar geht ja immer, mit Pop-Punk sogar noch mehr. Auch kein Highlight, aber ziemlich anders, deswegen gut. Komischerweise muss ich an "Slow Down" von Ozzy denken, liegt bestimmt an dem Spinett-artigen Keyboardsoud im Hintergrund.
12. Don't Bother Me
Als Rausschmeisser einfach noch mal ein kurzer, gesungener, ausgestreckter Mittelfinger. Wunderschön natürlich. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=319KDiabf0Q
*lol* @ Kaputtheit. Geht aber auch nur als Rausschmeisser.
Auf der amerikanischen CD-Veröffentlichung sind noch ein paar Tracks mehr, die nehm ich noch mal mit rein.

13. Disguise.
"Ah - cosmic" haucht Vanian zu Beginn ins Mikro, und dann kommt auch wieder so ein Song, den ich ewig unterschätzt habe. Auf der einen Seite zuckersanft, aber wie sich der dann steigert, und dazu dieser geile Text - schweinegeiler Popsong unterm Strich. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=HRUOHtPmLWE
Schon reichlich Zucker. *g* Müsste ich öfter hören, im Moment will der nicht so recht.
14. Citadel Zombies
Plötzlich rotziger Gitarrensound, passend zu einem B-Movie-Trashrocksong. Sowas muss albern sein, grooven, und man muss Lust bekommen sich auszuziehen. Sehr gut gelöst. 9/10 (ohne Hosen an benotet)
https://www.youtube.com/watch?v=cTCZSE_gLzk
Ah, besser. Wir sind wieder in diesem leichten Retro-Feeling, könnte man wirklich für einen alten Horror-B-Movie als Trailermusik nehmen. Erinnert mich schwer an "We Love You" von den Stones.
15. Take That
Flotter Rocker, der so auch auf dem Vorgängeralbum eine gute Figur gemacht hätte. Super. 9/10
https://www.youtube.com/watch?v=Zq6Mx8QVd9I
Geht ok, aber irgendwas fehlt mir an dem Song. Vielleicht ein richtig geiler Refrain? Auf der Schwarzen wäre das einer der schwächeren Songs gewesen, denke ich.
16. Mine's a Large One Landlord
Alberner Scheiss. 9/10
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Äh, ja. *lol*
17. Torture Me
Knapp über eine Minute Brillianz. Unter anderem deshalb ist Dave Vanian mein Lieblingsrocksänger. Oft gehen mir Tierrechtssongs auf den Sack, aber der hier niemals. 10/10
https://www.youtube.com/watch?v=9pEjhgTK1L4
Ja, der kann alles.

Richtig geil ist auch noch "I Think I'm Wonderful". Den hätten sie besser mal mit draufgenommen, wäre einer der besten Songs gewesen. Egal, jetzt haben wir ihn ja.
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Re: The Damned - Werkschau

Beitrag von Apparition » 21.03.2014 09:04

Ach so, Fazit: Die Erste Hälfte finde ich sehr stark, danach wird's doch etwas sehr blümerant. Nicht schlecht, aber recht oft bock auf so zuckerige Sachen hab ich dann auch nicht. Im Moment würde ich sagen, anderthalb bis zwei Punkte schwächer als Machine Gun Etiquette und das Black Album, die beide auf jeden Fall 9/10 sind.
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