Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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OlleSvenska
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von OlleSvenska » 15.01.2011 19:15

Erdbeerjoghurt hat geschrieben:Natürlich gibt es Snuff-Filme tatsächlich.

Vor ein paar Jahren gab es doch in der Ukraine z.B. die "Dnepropetrovsk Maniacs", die mit einem gefilmten Mord mit einem Hammer Berühmtheit erlangten. 2 von 3 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wo ich leider reingeguckt habe. :tot:

Aber für mich ist die Definition von "Snuff-Movie", dass ein Spielfilm gedreht wird, worin Leute in ihrer Rolle und dann aber auch real sterben. Was die Jugendlichen gemacht haben war ja reines dokumentieren eines brutalen Mordes.
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Erdbeerjoghurt
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Erdbeerjoghurt » 15.01.2011 19:23

OlleSvenska hat geschrieben:
Erdbeerjoghurt hat geschrieben:Natürlich gibt es Snuff-Filme tatsächlich.

Vor ein paar Jahren gab es doch in der Ukraine z.B. die "Dnepropetrovsk Maniacs", die mit einem gefilmten Mord mit einem Hammer Berühmtheit erlangten. 2 von 3 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wo ich leider reingeguckt habe. :tot:

Aber für mich ist die Definition von "Snuff-Movie", dass ein Spielfilm gedreht wird, worin Leute in ihrer Rolle und dann aber auch real sterben. Was die Jugendlichen gemacht haben war ja reines dokumentieren eines brutalen Mordes.
Stimmt. Wiki sagt, dass eine kommerzielle Absicht dahinter stecken muss.

Es würde mich aber sehr stark wundern, wenn sowas nicht praktiziert wird. Wenn der Preis stimmt, wird das auch gemacht.
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von SMF » 15.01.2011 20:21

Erdbeerjoghurt hat geschrieben:
OlleSvenska hat geschrieben:
Erdbeerjoghurt hat geschrieben:Natürlich gibt es Snuff-Filme tatsächlich.

Vor ein paar Jahren gab es doch in der Ukraine z.B. die "Dnepropetrovsk Maniacs", die mit einem gefilmten Mord mit einem Hammer Berühmtheit erlangten. 2 von 3 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wo ich leider reingeguckt habe. :tot:

Aber für mich ist die Definition von "Snuff-Movie", dass ein Spielfilm gedreht wird, worin Leute in ihrer Rolle und dann aber auch real sterben. Was die Jugendlichen gemacht haben war ja reines dokumentieren eines brutalen Mordes.
Stimmt. Wiki sagt, dass eine kommerzielle Absicht dahinter stecken muss.

Es würde mich aber sehr stark wundern, wenn sowas nicht praktiziert wird. Wenn der Preis stimmt, wird das auch gemacht.
Wie ich bereits oben schrieb.
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von LadyVader » 16.01.2011 12:43

California Death Row Special, Folge 2

Richard Ramirez "The Night Stalker"

Foto

Ort: USA
Opfer: >14
Methode: Erschießen, Folter, Erstechen

Richard Ramirez wurde 1960 als fünftes und jüngstes Kind mexikanischer Einwanderer in El Paso, Texas geboren. Er und seine Geschwister litten sowohl unter ihrem Vater, der sie verprügelte, als auch unter schweren gesundheitlichen Problemen. In den 1950er Jahren wurden in New Mexico Atomwaffentests durchgeführt, und der radioaktive Fallout wurde vom Wind bis nach El Paso getragen. Zwei seiner Geschwister waren durch die Folgen schwerbehindert. Seine Mutter arbeitete während sie mit ihm schwanger war in einer Schuhfabrik, ihr Job war es, Farbe zu mischen, sie hantierte dabei mit Benzol, Xylol und Toluol.
Ramirez’ Eltern arbeiteten praktisch den ganzen Tag, so dass die Kinder oft sich selbst überlassen waren, die wenige Zeit mit den Kindern, nutzten sie dazu, ihnen den üblichen erzkatholischen Kram einzubleuen. Richard litt als Kind unter epileptischen Anfällen, die möglicherweise von 2 schweren Kopfverletzungen herrührten, die er im Alter von 2 Jahren erlitt. Er galt als aggressiv und hyperaktiv und war ein Einzelgänger, der zu anderen Kindern keinen Kontakt fand.

Am besten verstand er sich mit seinem Cousin Mike. Richard war etwa 12 als dieser als Veteran der Special Forces aus Vietnam heimkehrte. Mike lehrte ihn Nahkampf, wie man sich anschleicht ohne gesehen zu werden, wie man Gegner am effektivsten tötet und referierte tagelang und in epischer Breite von den mehr als 20 Vietnamesinnen, die er dort vergewaltigt und getötet hatte. Das war ganz offensichtlich keine Phantasie und auch keine Angeberei, denn er hatte einen Schuhkarton voll mit Fotos davon, und Richard war davon außerordentlich fasziniert. Mikes Frau war allerdings des ganzen Vietnam Gelabers überdrüssig und keifte immer öfter ihren Mann an er solle sich endlich einen Job suchen und sich um seine Familie kümmern. Irgendwann war Mike es leid und er schoss ihr ins Gesicht, so dass Blut und Hirnmasse auf ihn selbst, seine zwei kleinen Söhne und Richard spritzten. Mike wurde später als nicht zurechnungsfähig eingestuft und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mit 13 schmiss er die Schule hin und besorgte sich Alkohol, Pot und Klebstoff und ernährte sich von Zuckerzeug und Junkfood, so dass schon zu der Zeit seine Zähne zu verfaulen begannen. Den ganzen Trip finanzierte er mit Diebstählen, so dass er schon als Teenager 2 mal eingebuchtet wurde. Er hörte Mucke von u.a. Iron Maiden, und Judas Priest, sein Lieblingssong ist „Night Prowler“ von AC/DC. Im Knast erzählte ihm ein anderer Insasse von Satanismus. Den katholischen Glauben hatte er schon für sich abgehakt und sich die letzte Zeit für einen Atheisten gehalten, aber nun spürte er eine intensive Faszination vom Satanismus ausgehen.
Seinen üblen Mundgeruch verstand er fortan wohl als Teil seines satanischen Wesens.

Bei späteren Gerichtsverhandlungen erschien er immer öfter mit aufgemalten Pentagrammen und brüllte „Hail Satan“ in den Saal. Hatte sich bisher niemand einen Dreck um ihn geschert, bekam er mit dieser Masche plötzlich eine ganze Menge Aufmerksamkeit, denn Mitte der 80er Jahre erreichte die Satanismuspanik und der ganze Puritanismus in Amerika seinen Höhepunkt.

Zwischen Gefängnisaufenthalten verbesserte er seine Fertigkeiten in Sachen Wohnungseinbruch und wurde ein versierter Einbrecher. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Los Angeles und kultivierte weiterhin seinen persönlichen Satanismus, der zu einer starken Motivation wurde, seine Gewaltphantasien in die Tat umzusetzen.
Im Juni 1984 beging er seinen ersten Mord. Schwer auf Koks brach er in die Wohnung einer 79 Jahre alten Frau ein, ermordete sie und masturbierte auf die Leiche. Ihr Hals war von einem Ohr bis zum anderen aufgeschlitzt, so dass ihr Kopf beinahe abgetrennt war.
Bis zu seinem nächsten Mord vergingen danach 8 Monate.

Im März 1985 setzte er seine Mordserie fort, sein Ziel waren Frauen. Jung oder alt war ihm gleich. Fand er außer der Frau auch noch einen Ehemann oder Freund vor, verpasste er diesem als erstes eine Kugel in den Kopf. Die Frauen wurden übel zugerichtet mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden, zum Teil vergewaltigt. Manchmal, wenn er keinen hochbekam, schlug er ein weiteres mal in derselben Nacht zu. Später ging er dazu über, seine Opfer mit an die Schläfe gehaltener Waffe zu zwingen, ihn oral zu befriedigen.
Es kam auch vor, dass er Frauen anschließend verschonte, ganz nach Lust und Laune.

Augenscheinlich hatte er die für sich befriedigendste Methode nun gefunden, und im Sommer 1985 legte er richtig los. Er brach ein, verging sich an Frauen, nahm alle Wertgegenstände an sich und verschwand. Kein Haus schien vor ihm sicher und ganz LA war in Panik, die Presse taufte ihn fortan den „Night Stalker“.

Im August '85 konnte die Polizei die ersten Fingerabdrücke an den Tatorten und an einem zuletzt am Tatort gesehenen, gestohlenen Toyota Ramirez zuordnen, und hatte nun ein Foto, das sie veröffentlichen konnten.

Jener hatte den Toyota zurücklassen müssen und brauchte jetzt einen neuen fahrbaren Untersatz. Er begab sich auf die Suche in einem Vorort von LA, das von Hispanics bewohnt wird, da er meinte, dort am wenigsten aufzufallen. Tatsächlich fand er dort einen unverschlossenen Ford Mustang vor und machte sich unverzüglich ans Werk. Der Besitzer war jedoch nicht unvorsichtig, sondern lag schraubenderweise unter dem Auto, als er hörte wie sein Baby angelassen wurde. Blitzschnell kam er unter dem Auto hervor, langte durch das offene Fenster und packte Ramirez am Genick. Dieser brüllte, er habe eine Kanone, aber dem Besitzer war das latte -- keiner würde seinen Mustang klauen. Selbst als Ramirez losfuhr, blieb er an ihm dran, und es gelang ihm, ihn aus dem Auto zu ziehen.

Ramirez bedrohte anschließend noch eine weitere Frau in ihrem Auto, aber ihr Mann rannte hinterher und in dem ganzen Durcheinander wurde er von einem Anwohner als der gesuchte Nightstalker erkannt und die Polizei konnte ihn schlußendlich festnehmen.

Ihm wurden 14 Morde sowie etliche Vergewaltigungen und versuchte Morde nachgewiesen.

Er nennt eine wahre Armee von Groupies sein eigen, anscheinend übt seine diabolische Erscheinung eine starke Anziehungskraft auf Frauen mit geringem Selbstwertgefühl aus. Eine davon hat er 1996 im Knast geheiratet, sie hatte in 75 Briefen immer wieder beteuert sie sei Jungfrau, vermutlich machte er ihr darum einen Antrag. Ob das stimmt wird er wohl nie verifizieren können, denn intime Besuche auch von Ehepartnern sind für Todeskandidaten nicht erlaubt.

Ramirez und seine Frau

Er wurde ursprünglich zum Tode in der Gaskammer verurteilt, später umgewandelt in Tod durch Giftspritze, und auch dieses Verfahren wird zur Zeit nicht angewendet. Außerdem bieten seine unzähligen Verurteilungen die Möglichkeit zu nicht enden wollenden Kreisläufen aus Berufungen, Revisionen und Haftüberprüfungen. Auch dieser Mann wird also höchstwahrscheinlich niemals hingerichtet werden.
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Funeral_Moon » 16.01.2011 15:51

OlleSvenska hat geschrieben:
Erdbeerjoghurt hat geschrieben:Natürlich gibt es Snuff-Filme tatsächlich.

Vor ein paar Jahren gab es doch in der Ukraine z.B. die "Dnepropetrovsk Maniacs", die mit einem gefilmten Mord mit einem Hammer Berühmtheit erlangten. 2 von 3 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wo ich leider reingeguckt habe. :tot:
Sorry, aber wonach muss man suchen um sowas zu finden ? :aua: :ka:

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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von OlleSvenska » 16.01.2011 15:59

Funeral_Moon hat geschrieben:
OlleSvenska hat geschrieben:
Erdbeerjoghurt hat geschrieben:Natürlich gibt es Snuff-Filme tatsächlich.

Vor ein paar Jahren gab es doch in der Ukraine z.B. die "Dnepropetrovsk Maniacs", die mit einem gefilmten Mord mit einem Hammer Berühmtheit erlangten. 2 von 3 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Wo ich leider reingeguckt habe. :tot:
Sorry, aber wonach muss man suchen um sowas zu finden ? :aua: :ka:
Hatte ich damals (ist sogar dieser Thread hier) hier erklärt:

http://forum2008.rockhard.de/viewtopic. ... 5#p2297915

Edit: Besser den Kommentar dazu von LadyVader mitlesen und nicht auf die Idee kommen danach zu suchen!
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von OlleSvenska » 16.01.2011 16:11

LadyVader hat geschrieben:California Death Row Special, Folge 2

Richard Ramirez "The Night Stalker"
...
Tatsächlich fand er dort einen unverschlossenen Ford Mustang vor und machte sich unverzüglich ans Werk. Der Besitzer war jedoch nicht unvorsichtig, sondern lag schraubenderweise unter dem Auto, als er hörte wie sein Baby angelassen wurde. Blitzschnell kam er unter dem Auto hervor, langte durch das offene Fenster und packte Ramirez am Genick. Dieser brüllte, er habe eine Kanone, aber dem Besitzer war das latte -- keiner würde seinen Mustang klauen. Selbst als Ramirez losfuhr, blieb er an ihm dran, und es gelang ihm, ihn aus dem Auto zu ziehen.
...
So übel alles andere auch ist, aber da musste ich doch sehr lachen. Weil ich mir den Autobesitzer mit Al Bundy-Mimik vorstelle, wie er merkt, dass jemand den Wagen startet, wo er gerade drunter liegt. So "Hm?" (Al Bundys Gesicht in verwundert) und dann Als Gesicht wenn er aggressiv ist und auf jemanden einschlägt. :traenenlach:

Ansonsten wieder sehr gut geschrieben und interessant zu lesen!
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von LadyVader » 17.01.2011 08:55

Funeral_Moon hat geschrieben:
Sorry, aber wonach muss man suchen um sowas zu finden ? :aua: :ka:
Ich erinnere mich dass ich nur nach 3 Wörtern googeln musste, welche das waren hab ich mir nicht gemerkt, es war aber wirklich total einfach.
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Funeral_Moon » 17.01.2011 14:19

LadyVader hat geschrieben:
Funeral_Moon hat geschrieben:
Sorry, aber wonach muss man suchen um sowas zu finden ? :aua: :ka:
Ich erinnere mich dass ich nur nach 3 Wörtern googeln musste, welche das waren hab ich mir nicht gemerkt, es war aber wirklich total einfach.
Will sie eh nicht wissen. ;-)

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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von LadyVader » 30.01.2011 19:01

California Death Row Special, Folge 3

Den nächsten, von dem ich erzählen will, wird man auf der Liste der Todeskandidaten vergeblich suchen, auch wenn dieser Mann in den USA quasi das Böse personifiziert. Das liegt nicht etwa daran, dass er niemanden ermordet hat (hat er tatsächlich nicht), denn das fand das Gericht 1971 irrelevant. Vielmehr wurde sein Urteil, Tod durch Gaskammer wegen Verschwörung zum Mord, im Rahmen der Abschaffung der Todesstrafe 1972 genau wie die seiner 3 Mitangeklagten zu lebenslanger Freiheitsstrafe umgewandelt. Als 1978 die Todesstrafe in Kalifornien wieder eingeführt wurde, ließ sich das nicht mehr ändern.

Charles Manson and the "Manson Family"

Charles Manson
Leslie Van Houten
Susan Atkins
Patricia Krenwinkel

Ort: USA
Opfer: 8
Methode: verschiedene

Als Charlie im März 1967 im Alter von 32 Jahren aus dem Knast entlassen wurde, hatte er bereits über die Hälfte seines Lebens in Haft verbracht. Zeit seines Lebens hatte er sich irgendwie durchs Leben gemogelt, mit kleineren und größeren Gaunereien, mal wurde er erwischt, mal eben nicht.
Seine Mutter stammte aus einem überaus lieblosen, streng katholischen Elternhaus, was sie veranlasste, mit 15 von zu Hause abzuhauen und von irgendeinem Soldaten schwanger zu werden, so dass sie mit 16 Charles bekam. Kindererziehung war nicht so ihr Ding, Alkohol und Speed schon eher, den Sohn ließ sie tagelang bei den Großeltern zurück oder überließ ihn sich selbst.
Manson selbst erzählt, seine Mutter habe ihn eines Tages für einen Pitcher Bier an eine Kellnerin verscherbelt, seine Tante habe 4 Tage gebraucht um ihn aufzuspüren und zurückzuholen.
In seiner Jugend probierte er alles aus, was Geld versprach, stahl Autos oder Schecks aus Briefkästen, nahm unattraktive aber reiche Mädchen aus, und vieles mehr.
Im Knast lernte er von Zuhältern, wie man Frauen manipuliert, und machte sich Gedanken über den Sinn des Lebens, was ihn dazu brachte Bücher über Scientology, Buddhismus etc zu lesen, nur um derartige Weltanschauungen gleich wieder zu verwerfen, da sie einfach nicht dazu taugten, sein Aufmerksamkeitsbedürfnis zu bedienen.
Von Alvin Karpis, dem einzig Überlebenden der Ma Barker Gang, lernte er im Knast Gitarre spielen und übte an ihm seine Manipulationsfähigkeiten.

Mit seiner Gitarre fand er nach seiner Entlassung schnell Anschluss an die Hippie Szene in San Francisco, wo er schnell junge Menschen um sich scharte. Für willensschwache Leute hatte er ein Händchen, und er konnte sie innerhalb kurzer Zeit dazu bringen, sämtliche Wertvorstellungen über den Haufen zu werfen. Für die Fälle wo reden alleine nicht half, sich die Leute gefügig zu machen, gabs ja noch LSD.

Es war ja gut und schön, dass er schon Groupies hatte, aber er wollte eigentlich Musiker werden und hatte schon diverse Songs geschrieben. Damit ging er dem Musikproduzenten Terry Melcher, Doris Days Sohn, gehörig auf den Zeiger, aber der war nicht interessiert, er fand das Zeug einfach zu schlecht.
Dann lernte er Dennis Wilson kennen, Gründungsmitglied der Beach Boys, der anfänglich sogar einiges Interesse zeigte. Er kaufte Manson einen Song ab, der es mit einigen Änderungen auf die B-Seite einer Beach Boys Single schaffte, und ließ Charlie und seinen Weiberstaat sogar einige Zeit in seiner gemieteten Villa wohnen.
Manson fühlte sich in der Tat wie zu Hause, benutzte dessen Kreditkarten, verscheuerte goldene Schallplatten und veranstaltete eine Orgie nach der anderen, bis Wilson die Schnauze voll hatte und mitsamt seinen Habseligkeiten auszog und dem Hausbesitzer überließ, die Manson Bande an die Luft zu setzen.
Inzwischen hatte Charlie seine persönliche Philosophie ausgearbeitet und hatte seinen Anhängern eine ganz eigene Weltanschauung zu bieten. Seine Prophezeihung sah vor, dass im Sommer '69 ein infernalischer Rassenkrieg ausbrechen würde, in dem die Afroamerikaner alle Weißen vernichten würden. Er und seine Anhänger würden in einem unterirdischen Paradies Zuflucht suchen und in aller Glückseligkeit die Unruhen abwarten. Er, Jesus, der fünfte Engel, der wiedergeborene Crowley (das Aleister Crowley erst starb als Manson 12 war störte keinen), würde die Gemeinde leiten, bis sie ungefähr zu einer Größe von 140.000 Menschen angewachsen und bereit waren, die Herrschaft über die Schwarzen wieder zu übernehmen, die selbstverständlich auf Grund ihrer sklavischen Natur nicht in der Lage seien, ein Land zu regieren.
Als 1968 die Beatles ihr "White Album" veröffentlichten, bekam der Schwachsinn dann einen Namen: Helter Skelter.

Es kam der Sommer '69, aber kein Rassenkrieg brach aus. Manson erklärte seinen Leuten, natürlich sei Blackie an sich zu blöd um zu erkennen, dass es Zeit war loszuschlagen, und er machte eine Liste von weißen Prominenten, die man ermorden würde, um die Taten dann den Schwarzen anzulasten.

Das erste Opfer der Manson Family war aber kein Prominenter, sondern Gary Hinman, der die Family dadurch gegen sich aufbrachte, dass er schlechten Speed lieferte, den sie an eine Rockergang namens "Straight Satans" weiterverkauft hatten. Jene fühlten sich verarscht und verlangten ihr Geld zurück. Dieses gedachte Charles sich von Hinman zurückzuholen und sandte 3 seiner Leute, die Hinman 2 Tage folterten, ohne jedoch Kohle aus ihm rauszuholen. Am Ende brachten sie ihn um und schmierten mit seinem Blut "Political Piggy" und einen Tatzenabdruck an die Wand, um die Tat den Black Panthers, der Schwarzenbewegung, in die Schuhe zu schieben.

Ein paar Tage später nahm er sich das Haus vor, dass er als das von Terry Melcher kennen gelernt hatte. Es war schön abgelegen, ideal für einen Überfall. Jener wohnte aber nicht mehr dort, es wurde inzwischen bewohnt von Roman Polanski und seiner hochschwangeren Frau Sharon Tate. Polanski war zu Dreharbeiten in Europa, aber Sharon hatte Besuch von fünf Freunden, die das Pech hatten, mit ihr zu sterben.
Die Family stürmte mit Pistolen und Messern das Haus und stachen wie irrsinnig auf die Anwesenden ein, bis ihnen die Arme wehtaten. Am Schluss tötete Susan Atkins die um ihr Leben flehende Sharon Tate mit mehreren Messerstichen und schrieb mit ihrem Blut "Helter Skelter" an die Kühlschranktür.

Bereits am nächsten Tag ermordeten Familymitglieder das Ehepaar LaBianca in Los Angeles und schrieben wieder "Helter Skelter" mit Blut an die Tür.

Einige Zeit später wurden sie wegen Autodiebstahls und Sachbeschädigung festgenommen, und im Untersuchungsknast fing Susan Atkins an, mit den Morden an Sharon Tate und den LaBiancas anzugeben.

Im Juli 1970 begann der Prozess gegen Manson und drei weitere Mitglieder wegen der Tate/LaBianca Morde, und im bis dahin längsten Mordprozess der amerikanischen Geschichte wurden alle Angeklagten wegen Verschwörung zum Mord zum Tod durch die Gaskammer verurteilt. Im Verlauf des Prozesses ritzte sich Manson ein Hakenkreuz in die Stirn, welches noch heute zu sehen ist.
Susan Atkins versuchte zuletzt 2009 auf Grund ihrer tödlichen Erkrankung an einem Gehirntumor eine Begnadigung zu erwirken, stieß aber bei Gouverneur Schwarzenegger auf taube Ohren und starb im September 2009 im Knast.

Charles Manson hat im Knast bereits mehrere Attentate überlebt und kann bis heute noch auf die Treue von zweien seiner Ahänger bauen, Lynette Fromme und Sandy Good, alle anderen wandten sich im Laufe der Zeit ab. Er hält den Rekord als Gefangener der USA, der die meiste Post bekommt, ganz zu schweigen von Tonnen an Merchandising das in seinem Namen verkauft wird.

Es sei noch am Rande erwähnt, dass Polanski selbst anfänglich unter Verdacht geriet, seine Frau ermordet zu haben, da man ihm auf Grund seines 1968 veröffentlichten Films "Rosemary's Baby" satanistische Tendenzen nachsagte. Bis heute hält sich die Urbane Legende, der Teufel in jenem Film werde gespielt von Anton LaVey, der auch als Berater fungiert habe.
Tatsächlich handelte es sich dabei um den Vater von Mia Farrows Bodydouble, und LaVey und Polanski waren sich zu Drehzeiten des Films noch nie begegnet.

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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Weakling » 07.06.2011 10:26

Sind die Bücher von Stephan Harbort denn zu empfehlen?
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Tequila » 07.07.2011 11:08

Habe gerade heute ein Buch über Manson rezensiert, das ihr vielleicht interessant findet: Charles Manson - Meine letzten Worte


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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von LadyVader » 07.07.2011 12:35

Hab ich schon gelesen und hier meinen Mostrich dazu abgegeben.

Das Buch ist wirklich arg unkritisch, und es hätte der Journalistin gut zu Gesicht gestanden, sich vorher in das Thema zu vertiefen, um Fakten von blödem Gelaber unterscheiden zu können.
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von Weakling » 07.07.2011 19:08

Dann frag ich auch mal noch mal hier: Sind die Bücher von Stephan Harbort denn zu empfehlen? Und falls ja, welche? Hat ja einige verfasst.. von denen sich die Inhaltsangaben teils recht ähnlich lesen *g*
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Re: Die spektakulärsten Mörder aller Zeiten

Beitrag von LadyVader » 08.07.2011 08:11

Harbort ist halt einer von vielen Trittbrettfahrern der ganzen Welle, wenn auch einer der ersten und wie man hört einer der guten. Ich selber hab aber kein Buch von ihm bisher gelesen.

Man kann da eh nichts machen ausser mit einem Buch anfangen und schauen, ob einem der Schwerpunkt gefällt, und die Art wie erzählt wird, usw.
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