Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

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Thunderforce
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Thunderforce » 11.07.2017 11:52

Apparition hat geschrieben:
Wenn hier tatsächlich die Wünsche und Hinweise ausländischer Dienste im Spiel waren, ist wahrscheinlich eine Troika aus Bundeskanzleramt, Bundespresseamt und Bundeskriminalamt verantwortlich. Den Filz kriegst Du nie aufgelöst.
Dann halt "Impeach Merkel!"
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infected
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected » 11.07.2017 12:07

tafkasc hat geschrieben:
Rotorhead hat geschrieben:
infected hat geschrieben:
tafkasc hat geschrieben:Ich finde z.B. die Aussage "Wenn man Polizisten das Gefühl gibt, der Rechtsstaat sei optional, verhalten sie sich auch so", die in einem weiter oben verlinkten spiegel-Artikel auftaucht, für ziemlich schwierig. Polizisten sind ja keine dusseligen Amateure, sondern auch in den unteren und mittleren Ebenen gut ausgebildete Profis, die scheinbar auch unter Extremsituationen ganz gut in der Lage sind Unterschiede zu machen. .
Ausgehend von persönlichen Erfahrungen: Ausbildung ist nicht alles. Es gibt genug, die sich korrekt verhalten, aber es gibt auch mehr als genug, die dieses Machtgefälle ausnutzen. Und Punkte, wie mit der Akkreditierung von Journalisten oder der Ausflösung von gerichtlich bestätigt/erlaubten Camps sind für mich durchaus Anzeichen für ein problematisches, durchaus optionales Verhältnis zum Rechtsstaat.

"Gut ausgebildete Profis" finde ich schon schwierig. Profis in was genau? Extremsituationen können in der Ausbildung an der Waffe sicher nicht geübt werden. Und die theoretische Ausbildung selber ... Mei, Vollzugsrecht, Verfassungsrecht etc kommt natürlich schon vor. Aber das ist wie in der Schule, Hauptsache bestanden halt.
Im mittleren Dienst fangen die Leute zwischen 17 und 20 an im Schnitt schätze ich. Ja die haben während der Ausbildung andere Sachen im Kopf, als sich nen Kopp über Verfassungsrecht zu machen. Die lernen es halt weil sie es müssen. Wieviel da hängen bleibt ... Wieviel ist denn von eurem Französischunterricht noch da? ;)
Hmm. Ich will die Polizei nicht unter Generalschutz stellen. Da werden bestimmt auch Fehler gemacht, auf allen Ebenen. Ich bin auch definitiv kein Law and Order Fetischist und habe positive und negative Erfahrungen mit Polizeibeamten gemacht. Aber grundsätzlich sollten die schon Experten sein für den Umgang mit Bürgern in Extremsituationen. Und nicht nur theoretisch und vor der Zielscheibe. Aber irgendwie ist es ja schon etwas schwierig, was jetzt genau das Problem ist .. sind es "nur" Führungsfehler, sind es Probleme mit der Einstellung bei Teilen der Polizei - aber dann natürlich nichts gegen den einzelnen Beamten - oder ist es eine Herdensituation in der eskalative Fehler fast schon unvermeidlich sind. Mir gings mehr um das Thema Berichterstattung, wenn ich ein Spotlight auf einen ganz bestimmten Teil des Gesamtszenarios richte, dann mach ich damit natürlich auch schon ein Statement.
Du schreibst es "Sie sollten". Sind sie aber nicht. UNd genau deshalb ist es auch wichtig nachzufragen, was hier schief gegangen ist. Insbesondere angesichts der Historie (im speziellen in Hamburg: diverse eingeschleuste Beamte, die auch hier versuchten, dass ganze teilweise in readikalere Ecken zu drängen; allgemein: die teilweise aufgeflogene Praxis Beamte notfalls als Agent provocateur einzuschleusen, s. dazu unter anderem hier "Blockadeaktionen rund um Heiligendamm") ist das IMO sogar zwingend angebracht. Die Art und Weise wie aktuell versuchgt wird, jegliche Kritik an der Polizei abzubügeln, finde ich ehrlich gesagt extrem befremdlich und unangebracht.
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tafkasc
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von tafkasc » 11.07.2017 12:30

infected hat geschrieben: Du schreibst es "Sie sollten". Sind sie aber nicht. UNd genau deshalb ist es auch wichtig nachzufragen, was hier schief gegangen ist. Insbesondere angesichts der Historie (im speziellen in Hamburg: diverse eingeschleuste Beamte, die auch hier versuchten, dass ganze teilweise in readikalere Ecken zu drängen; allgemein: die teilweise aufgeflogene Praxis Beamte notfalls als Agent provocateur einzuschleusen, s. dazu unter anderem hier "Blockadeaktionen rund um Heiligendamm") ist das IMO sogar zwingend angebracht. Die Art und Weise wie aktuell versuchgt wird, jegliche Kritik an der Polizei abzubügeln, finde ich ehrlich gesagt extrem befremdlich und unangebracht.
Ok, aber das heisst dann tendenziell eher: Es geht nicht nur einfach um Führungsfehler. Und bzgl des Abbügelns: seitens der Verantwortlichen "ja", seitens der Presse eher "nein".
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infected
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected » 11.07.2017 13:00

tafkasc hat geschrieben:
infected hat geschrieben: Du schreibst es "Sie sollten". Sind sie aber nicht. UNd genau deshalb ist es auch wichtig nachzufragen, was hier schief gegangen ist. Insbesondere angesichts der Historie (im speziellen in Hamburg: diverse eingeschleuste Beamte, die auch hier versuchten, dass ganze teilweise in readikalere Ecken zu drängen; allgemein: die teilweise aufgeflogene Praxis Beamte notfalls als Agent provocateur einzuschleusen, s. dazu unter anderem hier "Blockadeaktionen rund um Heiligendamm") ist das IMO sogar zwingend angebracht. Die Art und Weise wie aktuell versuchgt wird, jegliche Kritik an der Polizei abzubügeln, finde ich ehrlich gesagt extrem befremdlich und unangebracht.
Ok, aber das heisst dann tendenziell eher: Es geht nicht nur einfach um Führungsfehler. Und bzgl des Abbügelns: seitens der Verantwortlichen "ja", seitens der Presse eher "nein".
Führungsfehler definitiv. Die vorgegebene Strategie ist ja gnadenlos gescheitert, es sollte aber auch auf die mittlere Ebene wie auch die Beamten vor Ort geschaut werden. Und das Abbügeln: Nicht nur Seitens der Politiker, auch in der Presse gibt es genügend Stimmen, die jegliche Kritik an "unserer" Polizei komplett abbügeln wollen. Im Extremfall kommt dann so was wie die Spendenaktion der Bild-Zeitung in Zusammenarbeit mit der GdP raus. Es gibt leider mehr als genug, auch gerichtlich bestätigte Fälle, die mir zumindest ein solches, blindes Urvertrauen in die Polizei nicht möglich machen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von judetheobscure » 11.07.2017 13:18

infected hat geschrieben:
tafkasc hat geschrieben:
infected hat geschrieben: Du schreibst es "Sie sollten". Sind sie aber nicht. UNd genau deshalb ist es auch wichtig nachzufragen, was hier schief gegangen ist. Insbesondere angesichts der Historie (im speziellen in Hamburg: diverse eingeschleuste Beamte, die auch hier versuchten, dass ganze teilweise in readikalere Ecken zu drängen; allgemein: die teilweise aufgeflogene Praxis Beamte notfalls als Agent provocateur einzuschleusen, s. dazu unter anderem hier "Blockadeaktionen rund um Heiligendamm") ist das IMO sogar zwingend angebracht. Die Art und Weise wie aktuell versuchgt wird, jegliche Kritik an der Polizei abzubügeln, finde ich ehrlich gesagt extrem befremdlich und unangebracht.
Ok, aber das heisst dann tendenziell eher: Es geht nicht nur einfach um Führungsfehler. Und bzgl des Abbügelns: seitens der Verantwortlichen "ja", seitens der Presse eher "nein".
Führungsfehler definitiv. Die vorgegebene Strategie ist ja gnadenlos gescheitert, es sollte aber auch auf die mittlere Ebene wie auch die Beamten vor Ort geschaut werden. Und das Abbügeln: Nicht nur Seitens der Politiker, auch in der Presse gibt es genügend Stimmen, die jegliche Kritik an "unserer" Polizei komplett abbügeln wollen. Im Extremfall kommt dann so was wie die Spendenaktion der Bild-Zeitung in Zusammenarbeit mit der GdP raus. Es gibt leider mehr als genug, auch gerichtlich bestätigte Fälle, die mir zumindest ein solches, blindes Urvertrauen in die Polizei nicht möglich machen.
Sehe ich genauso. Gerade in Sachsen gibt es genügend Fälle, bei denen die Polizei auf mehreren Ebenen sehr problematisch agiert. Die allgemeine Verklärung zu Helden der Gerechtigkeit stört mich in ihrer Absolutheit gerade sehr.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Heiko-S- » 11.07.2017 13:39

Thunderforce hat geschrieben: Dann halt "Impeach Merkel!"
*g*
Keine Chance!

Das Rezept für den Superkleber mit dem Madame an ihrem Stuhl klebt ist Normalsterblichen unbekannt... :wink:

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Warpig1975
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 11.07.2017 15:24

NegatroN hat geschrieben:
Möglich ist sie in allen. Aber sie hat in beiden Ansätzen eine völlig andere Verbreitung. Ich hatte im Laufe der Jahre wirklich genug Kontakt zu Menschen aus der linken Szene, auch aus der radikalen Linken. Ich würde nie bestreiten, dass sich darunter nicht auch Menschen befunden haben, deren Ansichten ich unter gefährlich, menschenverachtend und grundfalsch einsortieren würde. Sie waren aber tatsächlich eine deutliche Minderheit. Die allermeisten waren alles mögliche, vor allem aber harmlos.

Die Quote derjenigen in der rechtsextremen Szene, die ich als harmlos einstufen würde und/oder die mit Menschenverachtung nichts am Hut haben, sieht sehr anders aus. Die sind bestenfalls die Ausnahme, aber keinesfalls die Regel.

Die reale Bedrohung, die von der extremen Linken ausgeht, halte ich nach wie vor für nicht im Ansatz mit der vergleichbar, die von der extremen Rechten ausgeht. Daran haben auch die Krawalle am Wochenende nichts grundlegendes geändert, auch wenn sie die Latte auf der Linken Seite ein Stück nach oben gelegt haben.
Ich kenne zu wenige Rechts - wie Linksextreme persönlich, um mir auf der Grundlage ein Bild zu machen. Wir hatten, zu Beginn der 90er, mit beiden Seiten unsere Probleme: Die Faschos wollten uns verkloppen, weil sie uns aufgrund unserer langen Haare für Zecken hielten, die Zecken wollten uns verkloppen, weil sie dachten Metaller sind Faschos^^. Ich vermute, dass es auf beiden Seiten, wie überall im Leben, Arschlöcher und nette Menschen gibt. Entscheidend ist für mich, welche Inhalte auf welche Weise vertreten werden. Ich gebe dir, was die Verwerflichkeit angeht, vielleicht insofern Recht, dass bei Rechtsextremen halt noch die Komponente Rassismus hinzu kommt.

Ob nun Rechts- bzw. Linksextremismus die größere Bedrohung sind, darüber kann man trefflich streiten. Eigentlich ist das egal: Beide Phänomene gehören bekämpft, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, so konsequent wie möglich.


NegatroN hat geschrieben: Der positive Ansatz bei der Roten Flora war und ist erst mal einer gegen Gentrifizierung. Das ganze Ding ist daraus entstanden, dass man sich einen Freiraum für das Viertel nicht von Spekulanten und Stadtplanern wegnehmen lassen wollte und will. Das ist auch nicht gegen die Anwohner im Viertel passiert, sondern mit ihnen. (Der Riss kam erst am Wochenende auf, als man sich auf die Seite derjenigen gestellt hat, die den Krieg vor die eigene Haustür getragen haben.)
Man kann das als Zentrum der linksradikalen Agitation sehen. Man kann es aber auch als gesellschaftlichen Freiraum betrachten.

Ja, die Geschichte der Flora kenne ich. Wobei ich gehört habe, dass Schanzenviertel sei mittlerweile vor allem deshalb bei so vielen Hipstern beliebt, weil es dort die Flora gibt. Gentrifizierung findet also statt, sie sieht vielleicht nur anders aus. Und natürlich ist die Flora ein gesellschaftlicher Freiraum, wo viele gute Sachen gemacht werden (Konzerte, Workshops, Stadtteilfeste etc.), das ist völlig unstrittig. Sie ist aber eben auch ein Zentrum für gesellschafts- und demokratiefeindliche Agitation. Letztendlich wird es auch diese Ambivalenz sein, die dem Projekt Flora nach über 20 Jahren nun doch mittelfristig das Genick bricht.

Zur Rolle der Flora bei den G20-Krawallen empfehle ich diesen sehr treffenden, offenen Brief:

http://www.faz.net/aktuell/g-20-gipfel/ ... 01244.html

NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:Zu der Frage: Hab ich das so irgendwo geschrieben? :kratz:
Zumindest habe ich das hier so verstanden:
Warpig1975 hat geschrieben:Wie sonst ist es möglich, dass die extreme Linke offensichtlich wenigstens für Teile ihrer Agenda eine breite Lobby in Teilen der Medien, der Politik und der Gesellschaft findet?
Ach das. Nee, das ist so nicht gemeint gewesen. Das sollte sich direkt auf die G20-Tagung selbst beziehen, mein Eindruck ist nämlich gewesen, dass vor allem die Argumente und Inhalte der Gipfelgegner in der öffentlichen Debatte Raum bekommen haben und ihnen von vielen Seiten eine grundsätzliche Sympathie entgegen gebracht wird. Aber das sind natürlich nicht alles Linksextreme, genauso wie Kritik an der G20-Politik keineswegs nur linksradikal einzustufen ist. Man kann diesen Gipfel und seine Agenda sogar als Konservativer doof finden^^.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti » 11.07.2017 16:36

Warpig1975 hat geschrieben:

Ob nun Rechts- bzw. Linksextremismus die größere Bedrohung sind, darüber kann man trefflich streiten. Eigentlich ist das egal: Beide Phänomene gehören bekämpft, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, so konsequent wie möglich.
Für meine Begriffe ist es auch völlig unerheblich, welche Seite nun gefährlicher ist. Weil die Gefahr von Rechts nicht die Gefahr von Links aufhebt - oder umgekehrt. Beide Extreme stehen letztlich für Gesellschaftsmodelle, die nicht den Idealen vereinbar sind, die unsere freie Gesellschaft ausmachen. Beide rechtfertigen in irgendeiner Form Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele und beide zeichnen sich durch extreme und aggressive Intoleranz aus - und sei es nur die Intoleranz gegen Andersdenkende.

Das man sich für ein härteres Vorgehen gegen Linksextremismus ausspricht, kann für meine Begriffe deshalb nie bedeuten, dass man Rechtsextremismus im Gegenzug weniger hart behandeln sollte.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 11.07.2017 16:57

borsti hat geschrieben:
Das man sich für ein härteres Vorgehen gegen Linksextremismus ausspricht, kann für meine Begriffe deshalb nie bedeuten, dass man Rechtsextremismus im Gegenzug weniger hart behandeln sollte.
Tut auch niemand, denke ich. Jedenfalls nicht, dass ich wüsste.

Mir ist noch was zur Flora eingefallen, was Negatroms positive Darstellung nochmal relativiert, finde ich: Falt ist, dass die Flora nur existiert, weil man einen elementaren Rechtsbruch hingenommen hat. Das Haud hat ja mal jemandem gehört, der damit Pläne hatte. Die haben der Nachbarschaft vielleicht nicht gepasst, aber es war nun mal sein Haus und er konnte damit im Rahmen der Gesetze machen was er will. Das Recht auf Eigentum und die Möglichkeit damit nach freiem Willen zu verfahren, sind nun mal elementarer Bestandteil des Grundgesetzes. Und das gilt für Oma Kasuppkes Schrebergarten, genauso wie für böse Investoren, die Pläne mit alten Theatern haben. Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti » 11.07.2017 17:03

Warpig1975 hat geschrieben: Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
...und die ganzen kulturellen Projekte, die man sich positiv auf die Fahnen schreibt, ließen sich auch in anderer Art umsetzen, wie es in anderen Städten und an anderen Stellen täglich tausendfach geschieht. Dafür braucht man kein besetztes Haus.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Shadowrunner92 » 11.07.2017 17:13

Warpig1975 hat geschrieben:
borsti hat geschrieben:
Das man sich für ein härteres Vorgehen gegen Linksextremismus ausspricht, kann für meine Begriffe deshalb nie bedeuten, dass man Rechtsextremismus im Gegenzug weniger hart behandeln sollte.
Tut auch niemand, denke ich. Jedenfalls nicht, dass ich wüsste.

Mir ist noch was zur Flora eingefallen, was Negatroms positive Darstellung nochmal relativiert, finde ich: Falt ist, dass die Flora nur existiert, weil man einen elementaren Rechtsbruch hingenommen hat. Das Haud hat ja mal jemandem gehört, der damit Pläne hatte. Die haben der Nachbarschaft vielleicht nicht gepasst, aber es war nun mal sein Haus und er konnte damit im Rahmen der Gesetze machen was er will. Das Recht auf Eigentum und die Möglichkeit damit nach freiem Willen zu verfahren, sind nun mal elementarer Bestandteil des Grundgesetzes. Und das gilt für Oma Kasuppkes Schrebergarten, genauso wie für böse Investoren, die Pläne mit alten Theatern haben. Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
Ich habe zugegebenermaßen nur den Wikipedia-Artikel dazu gelesen, aber das mit den Eigentumsverhältnissen und vor allem den Nutzungsrechten scheint erheblich komplizierter zu sein, als du hier behauptest.
HaHoHe

Euer Jürgen

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 11.07.2017 17:15

borsti hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben: Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
...und die ganzen kulturellen Projekte, die man sich positiv auf die Fahnen schreibt, ließen sich auch in anderer Art umsetzen, wie es in anderen Städten und an anderen Stellen täglich tausendfach geschieht. Dafür braucht man kein besetztes Haus.

Man könnte es ja einfach kaufen. Absurder Gedanke, ich weiß.

Rechtsextreme machen das übrigens so: Irgendeinen abgelegenen Gutshof im Magdeburgischen, wo dann völkische Seminare, Wehrsportübungen und Konzerte abgehalten werden. Alles legal und unangreifbar, solange Strom, Steuern und Wasser pünktlich bezahlt werden. Was wiederum zu der Frage führt, ob die nicht doch die gefährlicheren Gegner sind....
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 11.07.2017 17:17

Shadowrunner92 hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:
borsti hat geschrieben:
Das man sich für ein härteres Vorgehen gegen Linksextremismus ausspricht, kann für meine Begriffe deshalb nie bedeuten, dass man Rechtsextremismus im Gegenzug weniger hart behandeln sollte.
Tut auch niemand, denke ich. Jedenfalls nicht, dass ich wüsste.

Mir ist noch was zur Flora eingefallen, was Negatroms positive Darstellung nochmal relativiert, finde ich: Falt ist, dass die Flora nur existiert, weil man einen elementaren Rechtsbruch hingenommen hat. Das Haud hat ja mal jemandem gehört, der damit Pläne hatte. Die haben der Nachbarschaft vielleicht nicht gepasst, aber es war nun mal sein Haus und er konnte damit im Rahmen der Gesetze machen was er will. Das Recht auf Eigentum und die Möglichkeit damit nach freiem Willen zu verfahren, sind nun mal elementarer Bestandteil des Grundgesetzes. Und das gilt für Oma Kasuppkes Schrebergarten, genauso wie für böse Investoren, die Pläne mit alten Theatern haben. Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
Ich habe zugegebenermaßen nur den Wikipedia-Artikel dazu gelesen, aber das mit den Eigentumsverhältnissen und vor allem den Nutzungsrechten scheint erheblich komplizierter zu sein, als du hier behauptest.
Ist es auch, aber die Ausgangslage ist schon so, wie von mir verkürzt beschrieben. Ich wollte hier nur kein Referat über die Flora schreiben;-).
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti » 11.07.2017 17:28

Warpig1975 hat geschrieben:
borsti hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben: Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
...und die ganzen kulturellen Projekte, die man sich positiv auf die Fahnen schreibt, ließen sich auch in anderer Art umsetzen, wie es in anderen Städten und an anderen Stellen täglich tausendfach geschieht. Dafür braucht man kein besetztes Haus.

Man könnte es ja einfach kaufen. Absurder Gedanke, ich weiß.

Rechtsextreme machen das übrigens so: Irgendeinen abgelegenen Gutshof im Magdeburgischen, wo dann völkische Seminare, Wehrsportübungen und Konzerte abgehalten werden. Alles legal und unangreifbar, solange Strom, Steuern und Wasser pünktlich bezahlt werden. Was wiederum zu der Frage führt, ob die nicht doch die gefährlicheren Gegner sind....
Sie machen es dem Rechtsstaat zumindest theoretisch schwerer, sich ihrer anzunehmen - aber nicht unmöglich. Selbst wenn Jemandem die Absteige gehört, in der er agiert, ist das kein rechtsfreier Raum.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN » 11.07.2017 17:43

Warpig1975 hat geschrieben: Ich kenne zu wenige Rechts - wie Linksextreme persönlich, um mir auf der Grundlage ein Bild zu machen. Wir hatten, zu Beginn der 90er, mit beiden Seiten unsere Probleme: Die Faschos wollten uns verkloppen, weil sie uns aufgrund unserer langen Haare für Zecken hielten, die Zecken wollten uns verkloppen, weil sie dachten Metaller sind Faschos^^. Ich vermute, dass es auf beiden Seiten, wie überall im Leben, Arschlöcher und nette Menschen gibt. Entscheidend ist für mich, welche Inhalte auf welche Weise vertreten werden. Ich gebe dir, was die Verwerflichkeit angeht, vielleicht insofern Recht, dass bei Rechtsextremen halt noch die Komponente Rassismus hinzu kommt.

Ob nun Rechts- bzw. Linksextremismus die größere Bedrohung sind, darüber kann man trefflich streiten. Eigentlich ist das egal: Beide Phänomene gehören bekämpft, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, so konsequent wie möglich.
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
And we are bored of the fireworks
We want to see the fire
We're long past being careful
Of what we wish for

https://www.negatron.de
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