Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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costaweidner
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner »

NegatroN hat geschrieben: Bei den Krautreportern gibt es einen aktuellen Artikel zur Entwicklung seit 2015:

https://krautreporter.de/3050-die-bunde ... 1d63c22489
Perfekt, der ist natürlich genau richtig.
Danke!
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

Zeit für eine echte Verkehrswende
Die Waffe Auto muss aus der Stadt
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Leviathane »

NegatroN hat geschrieben:Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

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Die Waffe Auto muss aus der Stadt
Ich habe ja schon nix erwartet, als ich TAZ gesehen habe, aber: was für eine Grütze.

Wenn man gerade nicht in Berlin oder Hamburg lebt, ist es nämlich nicht mal eben so möglich, auf das Auto zu verzichten.

Und als ob sich Millionen von Bürgern ihre persönliche Mobilität. mal eben nehmen lassen würden :nerv:
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner »

Leviathane hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

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Jap, ich denke, das ist es, was NegatroN mit "ernsthaft diskutieren" meinte.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected »

Leviathane hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

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Es geht doch explizit im wesentlichen um den innerstädtischen Verkehr, der größtenteils wirklich unnötig ist und nicht um irgendwelche Strecken auf dem Land. :ka:
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von ReplicaOfLife »

Man muss die Alternativen erst mal schaffen. Und da sehe ich vielerorts (egtl. fast überall...) noch nicht den letzten Willen. Um einen brauchbaren ÖPNV zu schaffen, der die derzeitigen PKW-Pendlermassen aufnehmen kann, müsste man massiv investieren. Flächendeckender Ausbau (bzw. Wiederaufbau...) der Schiene, in den Innenstädten Ausbau der reinen Busspuren usw.
Solange die Mimimi-Mein-Auto!-Fraktion in denselben Staus steht wie der ÖPNV wird man keinen, der nicht ohnehin willens ist, zum Umstieg bewegen. Dazu muss der ÖPNV für den Großteil der Leute zumindest annähernd gleich schnell und idealerweise deutlich günstiger werden als das Auto. Und obendrein genug Kapazität haben, dass man sich darin auch noch wohl fühlt.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Leviathane »

infected hat geschrieben:
Leviathane hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

Zeit für eine echte Verkehrswende
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Ich habe ja schon nix erwartet, als ich TAZ gesehen habe, aber: was für eine Grütze.

Wenn man gerade nicht in Berlin oder Hamburg lebt, ist es nämlich nicht mal eben so möglich, auf das Auto zu verzichten.

Und als ob sich Millionen von Bürgern ihre persönliche Mobilität. mal eben nehmen lassen würden :nerv:
Es geht doch explizit im wesentlichen um den innerstädtischen Verkehr, der größtenteils wirklich unnötig ist und nicht um irgendwelche Strecken auf dem Land. :ka:
Ich wohne in der Stadt, sogar Innenstadt und habe ein Auto, weil ich es brauche, um in die Arbeit zu kommen.
Die Autos, die hier stehen gehören u.a. auch meinen Nachbarn und nicht nur Leuten, die hier shoppen und arbeiten kommen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Leviathane »

ReplicaOfLife hat geschrieben:Man muss die Alternativen erst mal schaffen. Und da sehe ich vielerorts (egtl. fast überall...) noch nicht den letzten Willen. Um einen brauchbaren ÖPNV zu schaffen, der die derzeitigen PKW-Pendlermassen aufnehmen kann, müsste man massiv investieren. Flächendeckender Ausbau (bzw. Wiederaufbau...) der Schiene, in den Innenstädten Ausbau der reinen Busspuren usw.
Solange die Mimimi-Mein-Auto!-Fraktion in denselben Staus steht wie der ÖPNV wird man keinen, der nicht ohnehin willens ist, zum Umstieg bewegen. Dazu muss der ÖPNV für den Großteil der Leute zumindest annähernd gleich schnell und idealerweise deutlich günstiger werden als das Auto. Und obendrein genug Kapazität haben, dass man sich darin auch noch wohl fühlt.

Hier steht es.
In meiner Heimatstadt wurde das Linien etz wieder mal ausgedünnt, um Kosten zu sparen. Gleichzeitig wurde ein neues Parkraumkonzept verabschiedet - von Parkscheibe auf Parkschein, bis zu 8 EUR am Tag. Sag mal einer Verkäuferin vin Penny, das sie doch bitte im Winter bis 22 Uhr arbeiten soll und dann auf eine stündliche Verbindung mit dem Bus warten muss und sich während der Wartezeit noch belästigen lassen muss. :klatsch:
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Leviathane »

costaweidner hat geschrieben:
Leviathane hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:Der Titel ist reisserisch und ein paar Argumente sind es auch. Nichtsdestotrotz fände ich es durchaus lohnend, das ernsthaft zu diskutieren. Der Autor hat da nämlich grundsätzlich schon einen Punkt. Ganz abgesehen von ökologischen Aspekten wären Städte ohne Autos um ein Vielfaches lebenswerter.

Zeit für eine echte Verkehrswende
Die Waffe Auto muss aus der Stadt
Ich habe ja schon nix erwartet, als ich TAZ gesehen habe, aber: was für eine Grütze.

Wenn man gerade nicht in Berlin oder Hamburg lebt, ist es nämlich nicht mal eben so möglich, auf das Auto zu verzichten.

Und als ob sich Millionen von Bürgern ihre persönliche Mobilität. mal eben nehmen lassen würden :nerv:
Jap, ich denke, das ist es, was NegatroN mit "ernsthaft diskutieren" meinte.
Ich diskutiere das gerne ernsthaft, wenn die Elfenbeinturmbewohner und Ideologen ernsthafte Alternativen und Argumente haben.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von JudasRising »

ReplicaOfLife hat geschrieben:Man muss die Alternativen erst mal schaffen. Und da sehe ich vielerorts (egtl. fast überall...) noch nicht den letzten Willen. Um einen brauchbaren ÖPNV zu schaffen, der die derzeitigen PKW-Pendlermassen aufnehmen kann, müsste man massiv investieren. Flächendeckender Ausbau (bzw. Wiederaufbau...) der Schiene, in den Innenstädten Ausbau der reinen Busspuren usw.
Solange die Mimimi-Mein-Auto!-Fraktion in denselben Staus steht wie der ÖPNV wird man keinen, der nicht ohnehin willens ist, zum Umstieg bewegen. Dazu muss der ÖPNV für den Großteil der Leute zumindest annähernd gleich schnell und idealerweise deutlich günstiger werden als das Auto. Und obendrein genug Kapazität haben, dass man sich darin auch noch wohl fühlt.
+1

Außerhalb der richtig großen Städte ließe sich das nirgends von heute auf morgen umsetzen. Und ich finde die Vorstellung von (Privat)Autofreien Innenstädten SEHR reizvoll. Was man allerdings wirklich mal anregen könnte, wäre eine deutliche Begrenzung von diesen völlig überdimensionierten SUVs in den Städten, durch (deutlich) höhere Parkgebühren, Einfahrverbote in schmalere Straßen usw. Ich finde das völlig paradox: Der Platz wird überall knapper, und gleichzeitig werden die Autos immer größer und breiter, ich muss immer wieder mit dem Kopf schütteln, wenn sich Leute mit ihren rollenden Wohnzimmern minutenlang in Parklücken manövrieren, weil man ja unbedingt überall bis vor die Tür fahren muss.

Was ich am dem Artikel aber sehr seltsam finde ist, das ausschließlich Privat-PKW als potenzielle Waffen dargestellt werden. Was ist mit Handwerkern, Paketfahrern usw, die (oft noch unter Zeitdruck) zudem meist in deutlich größeren Fahrzeugen unterwegs sind? Natürlich kann man die nicht aussperren, aber das liest sich da so, als wenn davon überhaupt keine Gefahr ausginge.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Feindin »

infected hat geschrieben:Es geht doch explizit im wesentlichen um den innerstädtischen Verkehr, der größtenteils wirklich unnötig ist und nicht um irgendwelche Strecken auf dem Land. :ka:
Um so mehr ist es dann schlechter Stil auf den verhältnismässig wenigen Verkehrstoten rumzureiten, wenn die meisten auf Land- bzw Bundesstrassen und Autobahnen umgebracht werden.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected »

JudasRising hat geschrieben:
ReplicaOfLife hat geschrieben:Man muss die Alternativen erst mal schaffen. Und da sehe ich vielerorts (egtl. fast überall...) noch nicht den letzten Willen. Um einen brauchbaren ÖPNV zu schaffen, der die derzeitigen PKW-Pendlermassen aufnehmen kann, müsste man massiv investieren. Flächendeckender Ausbau (bzw. Wiederaufbau...) der Schiene, in den Innenstädten Ausbau der reinen Busspuren usw.
Solange die Mimimi-Mein-Auto!-Fraktion in denselben Staus steht wie der ÖPNV wird man keinen, der nicht ohnehin willens ist, zum Umstieg bewegen. Dazu muss der ÖPNV für den Großteil der Leute zumindest annähernd gleich schnell und idealerweise deutlich günstiger werden als das Auto. Und obendrein genug Kapazität haben, dass man sich darin auch noch wohl fühlt.
+1

Außerhalb der richtig großen Städte ließe sich das nirgends von heute auf morgen umsetzen. Und ich finde die Vorstellung von (Privat)Autofreien Innenstädten SEHR reizvoll. Was man allerdings wirklich mal anregen könnte, wäre eine deutliche Begrenzung von diesen völlig überdimensionierten SUVs in den Städten, durch (deutlich) höhere Parkgebühren, Einfahrverbote in schmalere Straßen usw. Ich finde das völlig paradox: Der Platz wird überall knapper, und gleichzeitig werden die Autos immer größer und breiter, ich muss immer wieder mit dem Kopf schütteln, wenn sich Leute mit ihren rollenden Wohnzimmern minutenlang in Parklücken manövrieren, weil man ja unbedingt überall bis vor die Tür fahren muss.
(...)
Die großen Autos aus der Stadt zu kriegen wäre ja wenigstens ein erster Schritt, aber zusätzliche Investitionen in den ÖPNV müssen ebenso her wie auch Extra Busspuren um den innerstädtischen Verkehr insgesamt zu reduzieren und den ÖPNV attraktiver und gleichzeitig innerstädtische Fahrten mit dem eigenen PKW unnötig zu machen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected »

Feindin hat geschrieben:
infected hat geschrieben:Es geht doch explizit im wesentlichen um den innerstädtischen Verkehr, der größtenteils wirklich unnötig ist und nicht um irgendwelche Strecken auf dem Land. :ka:
Um so mehr ist es dann schlechter Stil auf den verhältnismässig wenigen Verkehrstoten rumzureiten, wenn die meisten auf Land- bzw Bundesstrassen und Autobahnen umgebracht werden.
Es geht generell darum, die schwächsten zu schützen, in dem Fall die Fußgänger und Radfahrer.
Ich zitiere gerade mal aus einem Artikel aus der Zeit
Dass gerade innerhalb von Ortschaften schwächere Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet sind, zeigen auch ältere Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Laut Auswertung der Unfallzahlen für das Jahr 2017 verunglückten in 95,8 Prozent aller im Straßenverkehr verletzten Fußgänger sowie 90,6 Prozent aller Fahrradfahrer innerorts. Bei den Todesopfern waren es 71,6 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Fußgänger sowie 66,5 Prozent aller Radfahrer.
Quelle
Und da halte ich es durchaus für legitim darüber nachzudenken wie man diese weiter schützen kann wie auch generell über eine lebenswertere Perspektive in der Stadt nachzudenken.
Und speziell im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um SUVs. Diese sind für mich die größte Fehlentwicklung der letzten 10-15 Jahre, egal ob aus innerstädtischer Perspektive oder auf der Autobahn. Um mal das Thema etwas weiter auszuweiten, ich persönlich würde gerne auf ein kleines Elektro-Auto umsteigen für meine Langstreckenpendelei, was sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe hat. Nur, nach zwei nicht selbst verschuldeten Unfällen in den letzten 2 Wochen (insbesondere nach dem 2. mit einem SUV) habe ich da zunehmend mehr Skrupel davor und bin aktuell um jedes Gramm Extra-Blech um mich herum froh, dass mich vor diesen Panzern zusätzlich schützt.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Feindin »

Das ein SUV in erster Linie meine Verkehrssicherheit erhöht ist mir schon klar. :wink:

Auch wenn dein Zeit Artikel es richtiger macht, bleibt der andere Murks.

Außerdem, wie definieren wir denn "Stadt"?

Bis zum City-Ring?
Bis zum Ortsschild?

Münsters Innenstadt wäre sicherlich geiler ohne Autos.
Gronau ohne nicht zu ertragen.
Schließlich hat Udo schon gesagt das Schönste hier sei die Straße die wegführt, nicht die Bahnlinie. :D
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von ReplicaOfLife »

infected hat geschrieben:
JudasRising hat geschrieben:
ReplicaOfLife hat geschrieben:Man muss die Alternativen erst mal schaffen. Und da sehe ich vielerorts (egtl. fast überall...) noch nicht den letzten Willen. Um einen brauchbaren ÖPNV zu schaffen, der die derzeitigen PKW-Pendlermassen aufnehmen kann, müsste man massiv investieren. Flächendeckender Ausbau (bzw. Wiederaufbau...) der Schiene, in den Innenstädten Ausbau der reinen Busspuren usw.
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(...)
Die großen Autos aus der Stadt zu kriegen wäre ja wenigstens ein erster Schritt, aber zusätzliche Investitionen in den ÖPNV müssen ebenso her wie auch Extra Busspuren um den innerstädtischen Verkehr insgesamt zu reduzieren und den ÖPNV attraktiver und gleichzeitig innerstädtische Fahrten mit dem eigenen PKW unnötig zu machen.
Man zäumt mit derartigen halt den Gaul von hinten auf. Die Autos müssen auch als Folge anderer Maßnahmen aus den Städten verschwinden, und nicht als erste Maßnahme ausgesperrt werden. Das kann nicht funktionieren.
Auch Busspuren bringen in den Innenstädten nur dann was, wenn sie wirklich flächendeckend eingeführt werden. Sonst kriegt man so Murkslösungen wie in Stuttgart mit dem X1 Expressbus von Bad Cannstatt in die Innenstadt. Einfach mal googlen, da fährt jetzt alle paar Minuten ein nahezu leerer Bus (bzw. steht im Stau), weil Symbolpolitik gemacht wird anstatt wirklich etwas bewegen zu wollen...
Und in quasi allen Großstädten können Busse ohnehin nur ein kleiner Teil sein, da wird man - wenn man wirklich die Massen zum Umnstieg bewegen will - um neue S-, U-, Strassen- und Regionalbahnlinien absolut nicht herumkommen. Auch inklusive neuer Strecken. Und da sind wir gleich beim nächsten Problem - Planung und Bau dauern heutzutage lächerlich lange, weil jeder noch so egal Furz ausdiskutiert und bis in die letzte Klageinstanz durchgefochten werden muss. Hier in der Region steht z.B. seit Jahren die Verlängerung einer S-Bahnstrecke um sage und schreibe vier Kilometer im Raum - den ersten Ankündigungen zufolge müste da schon längst die Bahn fahren, passiert ist natürlich nichts. Und wohlgemerkt, der Bau soll im Korridor einer früher bereits vorhandenen Bahnstrecke erfolgen...
(for the record, ich sage nicht, dass Bedenken und Einwände etc. weggewischt werden sollen, aber der gesamte Prozess muss einfach DEUTLICH schneller erfolgen, wenn man wirklich was bewegen will. Andere europäische Länder kriegen das doch auch hin.)
Und dann kommt beim Thema Bahn natürlich noch hinzu, dass die tolle Deutsche Bahn in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten die vielerorts noch üppig vorhandene Infrastruktur komplett totoptimiert hat. Mit der Folge, dass auf den Strecken heute oft kapazitätsmässig nicht mehr drin ist, als aktuell gefahren wird (wenn überhaupt noch Gleise liegen, stillgelegt haben sie ja auch alles, was nur irgendwie stillzulegen war). Was da an Bahnhöfen quasi abgerissen wurde, geht auf keine Kuhhaut. Es gibt Dutzende, wenn nicht Hunderte Strecken, die früher x Bahnhöfe mit Ausweichmöglichkeit (lies: mehrere Bahnsteige) hatten und in einem großzügigen Endbahnhof endeten. Heute bestehen diese Strecken dann teilweise insgesamt aus exakt einem Gleis. Mit VIEL Glück gibt's unterwegs noch irgendwo eine Ausweichstelle. Dass da dann nicht mehr viel fahren kann, braucht keiner Erläuterung.

Nebenbeibemerkt: Hätte man seinerzeit wirklich eine Güterverkehrswende gewollt (die war ja erklärtes Ziel der Bahnreform - selten so gelacht), hätte man so manche Strecke im eher ländlichen Raum konsequent ausbauen können, um darüber den Ferngüterverkehr abzuwickeln (und so auf den übrigen Hauptstrecken weitere Kapazitäten für den Personenverkehr zu schaffen). Aber das ist ein anderes Thema und ich hab mich schon wieder genug aufgeregt...
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