Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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metalbart
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von metalbart »

Aber die Linken hatten doch lange Jahre Spitzenwerte im Osten.
Schnabelrock
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Schnabelrock »

Tolpan hat geschrieben: Hessische Pampa im Nirgendwo. Ein Dorf am AdW, die Bevölkerung schrumpft und der Fußballverein besteht mittlerweile aus dem Zusammenschluss von ehemals drei Vereinen. Auch ich will da nicht tot überm Zaun hängen.

Klingt wie die Gegend zwischen Hamburg, Hannover und Bremen, aus der ich komme. Und in der ich natürlich dann und wann mal bin.
Da sieht man zuweilen schon fremdländisch aussehende Leute. Ich weiss nicht woher die kommen und wer das ist und welche Geschichte sie haben.
Ich weiss aber, dass die ohnehin schon gottverlassene Gegend ohne sie noch viel leerer und (für den Menschen) sinnloser wäre.

Keine Ahnung, was die seit 5 Generationen Eingeborenen dazu meinen, ich frag sie vorsichtshalber nicht.
Aber einige Örtchen da könnten einfach zumachen, wenn es nicht zumindest einige Leute da gäbe, deren Abstammung wohl Indien, Marokko, Libyen, Kuba wasweissich ist.
Und damit meine ich keine Heerscharen von Fremdlingen, sondern die 10 oder 12 Leute mehr oder weniger, auf die es in solchen Flecken ankommt, eben zum Beispiel um eine Fussballmannschaft zu haben oder eine Bushaltestelle.
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NegatroN
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Porcupine hat geschrieben:Das stimmt natürlich. Doch der Anwalt des Ostens war eigentlich immer die Linke, die genau das (und viele andere andere Themen rund um soziale Gerechtigkeit) immer wieder thematisiert haben.
Ich bin - vorsichtig formuliert - absolut kein Freund davon, die hohen AFD-Werte damit zu entschuldigen dass sich die Wähler abgehängt fühlen. Das ist keine Entschuldigung. Die Leute wählen nicht rechts weil es ihnen schlecht geht. Sie wählen rechts weil sie Arschlöcher sind. Und ich bin auch nicht mehr bereit das in irgendeiner Form zu verharmlosen und zu relativieren. Der oben verlinkte Artikel ist ein gutes Beispiel dafür.
Ich habe das auch nicht als Entschuldigung anbringen wollen, sondern als den Versuch einer Erklärung. Mich interessiert auch eine Schuldfrage nicht, sondern mich interessiert, wie man die Gesellschaft wieder zusammenbringt. Denn ich möchte in keiner gespaltenen Gesellschaft leben. Zusammenbringen wird weder durch Anschreien noch durch Ignorieren funktionieren, sondern eben nur durch miteinander reden und durch den ernsthaften Versuch, einen gemeinsamen Weg zu finden.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Tolpan hat geschrieben:
borsti hat geschrieben:Ich finde die Analyse grundsätzlich richtig. Beim Abgehängtsein haben wir es mittlerweile allerdings in der Tat etwas weniger mit einem wirtschaftlichen als mit einem kulturellen Abgehängtsein zu tun - zumindest mit dem Gefühl davon. Das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, in der Gesellschaft nicht stattzufinden.
Und warum wählt man dann nicht die Linken?
Weil das "FUCK YOU!" bei der AfD inzwischen wesentlich lauter ist.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner »

NegatroN hat geschrieben:
Porcupine hat geschrieben:Das stimmt natürlich. Doch der Anwalt des Ostens war eigentlich immer die Linke, die genau das (und viele andere andere Themen rund um soziale Gerechtigkeit) immer wieder thematisiert haben.
Ich bin - vorsichtig formuliert - absolut kein Freund davon, die hohen AFD-Werte damit zu entschuldigen dass sich die Wähler abgehängt fühlen. Das ist keine Entschuldigung. Die Leute wählen nicht rechts weil es ihnen schlecht geht. Sie wählen rechts weil sie Arschlöcher sind. Und ich bin auch nicht mehr bereit das in irgendeiner Form zu verharmlosen und zu relativieren. Der oben verlinkte Artikel ist ein gutes Beispiel dafür.
Ich habe das auch nicht als Entschuldigung anbringen wollen, sondern als den Versuch einer Erklärung. Mich interessiert auch eine Schuldfrage nicht, sondern mich interessiert, wie man die Gesellschaft wieder zusammenbringt. Denn ich möchte in keiner gespaltenen Gesellschaft leben. Zusammenbringen wird weder durch Anschreien noch durch Ignorieren funktionieren, sondern eben nur durch miteinander reden und durch den ernsthaften Versuch, einen gemeinsamen Weg zu finden.
Dinge in der Richtung schreibst du ja oft und natürlich ist das auch vernünftig. Und wie rational du darüber denkst, finde ich bewundernswert.
Du verlinkst ja auch gerne Artikel in der Richtung, wo IMO immer viel Richtiges drinsteht, aber wie stellst du dir so etwas denn konkret vor? Zunächst: Wie soll so etwas überhaupt zustande kommen, also die Gesprächssituation? Wer soll denn da wo und mit wem reden? Und dann: Wie? Die Fronten sich doch dermaßen verhärtet und viele Leute so sehr in ihrem Weltbild drin, dass doch inzwischen alles, was dem widerspricht, als Hetze oder Lügen(presse) abgetan wird.
Ich sehe ein, dass nur Dialog die Lösung sein kann. Wie es zu dem aber kommen soll, kann ich einfach nicht sehen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

costaweidner hat geschrieben:Dinge in der Richtung schreibst du ja oft und natürlich ist das auch vernünftig. Und wie rational du darüber denkst, finde ich bewundernswert.
Du verlinkst ja auch gerne Artikel in der Richtung, wo IMO immer viel Richtiges drinsteht, aber wie stellst du dir so etwas denn konkret vor? Zunächst: Wie soll so etwas überhaupt zustande kommen, also die Gesprächssituation? Wer soll denn da wo und mit wem reden? Und dann: Wie? Die Fronten sich doch dermaßen verhärtet und viele Leute so sehr in ihrem Weltbild drin, dass doch inzwischen alles, was dem widerspricht, als Hetze oder Lügen(presse) abgetan wird.
Ich sehe ein, dass nur Dialog die Lösung sein kann. Wie es zu dem aber kommen soll, kann ich einfach nicht sehen.
Der Weg dahin ist mühsam und macht absolut keinen Spaß. Mir auch nicht. Ich sehe trotzdem die Alternative nicht.

Wie es geht? Wie bei jedem ernsthaften Gespräch. Zuhören (also wirklich Zuhören) und Nachfragen, was das Gegenüber meint und worum es ihm wirklich geht, Gemeinsamkeiten finden, das Gespräch von dort auf Bereiche ausweiten, in denen man sich nicht einig ist.

Da gibt es einiges sinnvolles dazu: https://www.zeit.de/2019/34/armin-falk- ... sforschung
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Porcupine »

NegatroN hat geschrieben:
Porcupine hat geschrieben:Das stimmt natürlich. Doch der Anwalt des Ostens war eigentlich immer die Linke, die genau das (und viele andere andere Themen rund um soziale Gerechtigkeit) immer wieder thematisiert haben.
Ich bin - vorsichtig formuliert - absolut kein Freund davon, die hohen AFD-Werte damit zu entschuldigen dass sich die Wähler abgehängt fühlen. Das ist keine Entschuldigung. Die Leute wählen nicht rechts weil es ihnen schlecht geht. Sie wählen rechts weil sie Arschlöcher sind. Und ich bin auch nicht mehr bereit das in irgendeiner Form zu verharmlosen und zu relativieren. Der oben verlinkte Artikel ist ein gutes Beispiel dafür.
Ich habe das auch nicht als Entschuldigung anbringen wollen, sondern als den Versuch einer Erklärung. Mich interessiert auch eine Schuldfrage nicht, sondern mich interessiert, wie man die Gesellschaft wieder zusammenbringt. Denn ich möchte in keiner gespaltenen Gesellschaft leben. Zusammenbringen wird weder durch Anschreien noch durch Ignorieren funktionieren, sondern eben nur durch miteinander reden und durch den ernsthaften Versuch, einen gemeinsamen Weg zu finden.
Das Hauptproblem liegt wohl darin dass Populismus und platte Parolen besser funktionieren als vernünftige Lösungsansätze. Abgrenzung, Angstmache und Lügen finden mehr Zuspruch als tiefgreifende Diskussionen über die wahren Probleme. Siehe das Thema Flüchtlinge, Trump und den Wahlkampf vor der Brexit-Abstimmung. Das Volk wird belogen, jubelt den Lügnern zu und beschimpft die Vernünftigen als "Lügenpresse". Dagegen hilft wahrscheinlich nur Populismus von der "richtigen" Seite. Ein anderer Ansatz fällt mir dazu nicht ein.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Tolpan »

NegatroN hat geschrieben:
Tolpan hat geschrieben:
borsti hat geschrieben:Ich finde die Analyse grundsätzlich richtig. Beim Abgehängtsein haben wir es mittlerweile allerdings in der Tat etwas weniger mit einem wirtschaftlichen als mit einem kulturellen Abgehängtsein zu tun - zumindest mit dem Gefühl davon. Das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, in der Gesellschaft nicht stattzufinden.
Und warum wählt man dann nicht die Linken?
Weil das "FUCK YOU!" bei der AfD inzwischen wesentlich lauter ist.
Klar, aber Fuck You ist ja kein Programm. Kein Inhalt. Nur ein Dagegen.

Wie will man solche Leute ansprechen?

Inhaltliche Alternativen bietet aber eben nicht nur die AfD. Man muss sich halt aber auch ein Minimum damit beschäftigen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Porcupine hat geschrieben:Das Hauptproblem liegt wohl darin dass Populismus und platte Parolen besser funktionieren als vernünftige Lösungsansätze. Abgrenzung, Angstmache und Lügen finden mehr Zuspruch als tiefgreifende Diskussionen über die wahren Probleme. Siehe das Thema Flüchtlinge, Trump und den Wahlkampf vor der Brexit-Abstimmung. Das Volk wird belogen, jubelt den Lügnern zu und beschimpft die Vernünftigen als "Lügenpresse". Dagegen hilft wahrscheinlich nur Populismus von der "richtigen" Seite. Ein anderer Ansatz fällt mir dazu nicht ein.
Populismus von links halte ich für dir komplett falsche Antwort. Was wir vielmehr bräuchten, wären wieder ernsthafte Debatten statt leerer Phrasen. Da sehe ich vor allem die Journalismus in der Pflicht. Gerade im Fernsehen sind Interviews viel zu sehr dazu verkommen, dass die Fragesteller bloße Stichwortgeber für Phrasen der Politik sind. Da wird viel zu selten und wenig konsequent nachgehakt und widersprochen. Das ist bei den etablierten Parteien schon schlimm, aber bei der AfD ist es fatal. Und mit den Ergebnissen der letzten Wahl wird man nicht darum herumkommen, mit ihnen zu reden. Dann darf man sie aber nicht mit ihren hohlen und falschen Phrasen durchkommen lassen, sondern muss sie konsequent festnageln, Falschaussagen widersprechen (am besten sofort mit Belegen, die man dafür natürlich parat haben muss) und immer wieder nachfragen, was damit genau gemeint sein soll. Populisten muss man bloßstellen, sofort und konsequent und bei jedem Satz, immer wieder. Leere Phrasen dagegenhalten macht alles nur noch sinnloser.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von OriginOfStorms »

Apparition hat geschrieben:Der schwer fsssbare Begriff "Volksnähe" ist entscheidend bei links versus konservativ. Den Linken geht das völlig ab, bei CDU/csu ist sie einstellungsvoraussetzung für Spitzenämter. Oder kann sich hier jemand Riexinger oder Wagenknecht im Bierzelt vorstellen?
Auf welchem Planeten sind Spahn, Söder oder Altmeier volksnah? Was soll das für ein Volk sein?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti »

Tolpan hat geschrieben:
GoTellSomebody hat geschrieben:Sicher sind (viele) AfD-Wähler Arschlöcher. Ihnen das aber zu sagen und in diesem Sinne klare Kante zu zeigen wird sie aber ja nicht zum Nachdenken bringen, sondern eher bestärken, zumindest bis sie vielleicht doch mal zuhören. Wenn mir jemand sagt ich sei ein Arschloch ist mein erster Gedanke ja auch nicht, dass er Recht hat.
Die Menschen wollen aber sicherlich nicht zu den Arschlöchern gehören. Zu den "Bürgerlichen", den "Demokraten", den "Konservativen" aber sicherlich. Und dass sie das nicht sind (bzw. nur vorgeben zu sein), darf und muss man klar thematisieren.
Und gleichzeitigen sollte man ihnen wirklich bürgerliche und konservative Politik präsentieren, die sie anspricht.

Die CDU in Sachsen mag vielleicht seit 30 Jahren herrschen aber sie hat eigentlich nie viel dafür getan. Sie hat sich drauf verlassen, dass es ne konservative Mehrheit im Land gibt und man Wahlen automatisch gewinnt. Man saß im Elfenbeinturm in Dresden, hat das Reden der Bundes-Union in Berlin überlassen und war ansonsten praktisch unsichtbar. Als die Bundes-Union plötzlich gar nicht mehr so konservativ wirkte, hatte man ein massives Problem.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Hyronimus »

And now for something not completely different: https://www.tagesschau.de/eilmeldung/ei ... -4557.html :?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner »

NegatroN hat geschrieben:
costaweidner hat geschrieben:Dinge in der Richtung schreibst du ja oft und natürlich ist das auch vernünftig. Und wie rational du darüber denkst, finde ich bewundernswert.
Du verlinkst ja auch gerne Artikel in der Richtung, wo IMO immer viel Richtiges drinsteht, aber wie stellst du dir so etwas denn konkret vor? Zunächst: Wie soll so etwas überhaupt zustande kommen, also die Gesprächssituation? Wer soll denn da wo und mit wem reden? Und dann: Wie? Die Fronten sich doch dermaßen verhärtet und viele Leute so sehr in ihrem Weltbild drin, dass doch inzwischen alles, was dem widerspricht, als Hetze oder Lügen(presse) abgetan wird.
Ich sehe ein, dass nur Dialog die Lösung sein kann. Wie es zu dem aber kommen soll, kann ich einfach nicht sehen.
Der Weg dahin ist mühsam und macht absolut keinen Spaß. Mir auch nicht. Ich sehe trotzdem die Alternative nicht.

Wie es geht? Wie bei jedem ernsthaften Gespräch. Zuhören (also wirklich Zuhören) und Nachfragen, was das Gegenüber meint und worum es ihm wirklich geht, Gemeinsamkeiten finden, das Gespräch von dort auf Bereiche ausweiten, in denen man sich nicht einig ist.

Da gibt es einiges sinnvolles dazu: https://www.zeit.de/2019/34/armin-falk- ... sforschung
Den Artikel werde ich nachher mal lesen, danke.
Dein Ansatz für ein Gespräch ist natürlich erst einmal logisch, aber auch da sehe ich den Raum nicht dazu. Vielleicht bin ich da gesegnet oder sitze zu sehr in meiner Blase, aber in meinem direkten, privaten Umfeld gibt es solche Meinungen einfach nicht, oder sie sind mir in diesem Extrem einfach bisher nicht untergekommen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Tolpan »

NegatroN hat geschrieben:
Porcupine hat geschrieben:Das Hauptproblem liegt wohl darin dass Populismus und platte Parolen besser funktionieren als vernünftige Lösungsansätze. Abgrenzung, Angstmache und Lügen finden mehr Zuspruch als tiefgreifende Diskussionen über die wahren Probleme. Siehe das Thema Flüchtlinge, Trump und den Wahlkampf vor der Brexit-Abstimmung. Das Volk wird belogen, jubelt den Lügnern zu und beschimpft die Vernünftigen als "Lügenpresse". Dagegen hilft wahrscheinlich nur Populismus von der "richtigen" Seite. Ein anderer Ansatz fällt mir dazu nicht ein.
Populismus von links halte ich für dir komplett falsche Antwort. Was wir vielmehr bräuchten, wären wieder ernsthafte Debatten statt leerer Phrasen. Da sehe ich vor allem die Journalismus in der Pflicht. Gerade im Fernsehen sind Interviews viel zu sehr dazu verkommen, dass die Fragesteller bloße Stichwortgeber für Phrasen der Politik sind. Da wird viel zu selten und wenig konsequent nachgehakt und widersprochen. Das ist bei den etablierten Parteien schon schlimm, aber bei der AfD ist es fatal. Und mit den Ergebnissen der letzten Wahl wird man nicht darum herumkommen, mit ihnen zu reden. Dann darf man sie aber nicht mit ihren hohlen und falschen Phrasen durchkommen lassen, sondern muss sie konsequent festnageln, Falschaussagen widersprechen (am besten sofort mit Belegen, die man dafür natürlich parat haben muss) und immer wieder nachfragen, was damit genau gemeint sein soll. Populisten muss man bloßstellen, sofort und konsequent und bei jedem Satz, immer wieder. Leere Phrasen dagegenhalten macht alles nur noch sinnloser.
Das ist zwar richtig, ob dies den "Lügenpresse"-Schutzwall jedoch durchdringt, halte ich für fraglich.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Tolpan »

borsti hat geschrieben:Die CDU in Sachsen mag vielleicht seit 30 Jahren herrschen aber sie hat eigentlich nie viel dafür getan.
Dann liegt halt der Grundfehler schon mal darin, dass sie, obwohl sie nix gemacht hat, dennoch immer und immer wieder gewählt wurde. Statt mal den anderen Parteien eine Chance zu geben.

Ich sehe immer noch keinen zwingenden Grund, warum man von der CDU aus rechts abbiegen muss.
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