Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

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Warpig1975
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 »

NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:Naja, er könnte sich ja auch stellen und sich und seine Motive vor einem US-Gericht in einem ordentlichen, rechtsstaatlichen Verfahren erklären. Unter Obama wär da vielleicht auch was in Richtung Begnadigung gegangen, die amerikanische Öffentlichkeit hat ja manchmal ein Faible für tragische Helden...
Wenn man sich anschaut, was mit Manning passiert ist und immer noch passiert, sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür bei arschknapp über Null.
Manning ist ein anderer Fall, schwul, Transe und Verräter, eine Beleidigung für die Uniform zudem. Da rümpfen die Amis mehrheitlich immer noch die Nase. Für Manning gab es meines Erachtens in der Öffentlichkeit nie viel Sympathie. Bei Snowden ist das anders, ein netter junger Mann, getrieben von seinem Gewissen, auf der Flucht vor dem Gesetz. EIne Story wie die von Jason Bourne oder aus einem Grisham, nur ohne Ballerei, soweit bekannt. Die öffentliche Meinung und das Bild, das ein Angeklagter abgibt, spielen vor amerikanischen Gerichten schon eine ziemliche Rolle. Snowden hätte da eine ganz andere Ausgangsposition, zumal sich jeder liberale Bürgerrechtsanwalt darum reißen würde, ihn zu vertreten.
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Shadowrunner92
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Shadowrunner92 »

Warpig1975 hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:Naja, er könnte sich ja auch stellen und sich und seine Motive vor einem US-Gericht in einem ordentlichen, rechtsstaatlichen Verfahren erklären. Unter Obama wär da vielleicht auch was in Richtung Begnadigung gegangen, die amerikanische Öffentlichkeit hat ja manchmal ein Faible für tragische Helden...
Wenn man sich anschaut, was mit Manning passiert ist und immer noch passiert, sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür bei arschknapp über Null.
Manning ist ein anderer Fall, schwul, Transe und Verräter, eine Beleidigung für die Uniform zudem. Da rümpfen die Amis mehrheitlich immer noch die Nase. Für Manning gab es meines Erachtens in der Öffentlichkeit nie viel Sympathie. Bei Snowden ist das anders, ein netter junger Mann, getrieben von seinem Gewissen, auf der Flucht vor dem Gesetz. EIne Story wie die von Jason Bourne oder aus einem Grisham, nur ohne Ballerei, soweit bekannt. Die öffentliche Meinung und das Bild, das ein Angeklagter abgibt, spielt vor amerikanischen Gerichten schon eine ziemliche Rolle. Snowden hätte da eine ganz andere Ausgangsposition, zumal sich jeder liberale Bürgerrechtsanwalt darum reißen würde, ihn zu vertreten.
Ich wäre mir nicht so sicher, dass das in den USA wirklich eine mehrheitsfähige Meinung ist.
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NegatroN
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Warpig1975 hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:Naja, er könnte sich ja auch stellen und sich und seine Motive vor einem US-Gericht in einem ordentlichen, rechtsstaatlichen Verfahren erklären. Unter Obama wär da vielleicht auch was in Richtung Begnadigung gegangen, die amerikanische Öffentlichkeit hat ja manchmal ein Faible für tragische Helden...
Wenn man sich anschaut, was mit Manning passiert ist und immer noch passiert, sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür bei arschknapp über Null.
Manning ist ein anderer Fall, schwul, Transe und Verräter, eine Beleidigung für die Uniform zudem. Da rümpfen die Amis mehrheitlich immer noch die Nase. Für Manning gab es meines Erachtens in der Öffentlichkeit nie viel Sympathie. Bei Snowden ist das anders, ein netter junger Mann, getrieben von seinem Gewissen, auf der Flucht vor dem Gesetz. EIne Story wie die von Jason Bourne oder aus einem Grisham, nur ohne Ballerei, soweit bekannt. Die öffentliche Meinung und das Bild, das ein Angeklagter abgibt, spielen vor amerikanischen Gerichten schon eine ziemliche Rolle. Snowden hätte da eine ganz andere Ausgangsposition, zumal sich jeder liberale Bürgerrechtsanwalt darum reißen würde, ihn zu vertreten.
Ganz ehrlich, hätte dir das in seiner Situation ausgereicht um sich zu stellen? Ich hätte genau das gemacht, was er gerade tut: rennen so schnell es geht. Hinter der NSA und den anderen Diensten steht eine Lobby, die mit nichts anderem vergleichbar ist. Und die nach 9/11 auch keine nennenswerte Gegenwehr in der Bevölkerung mehr hat. Snowden ist für die Mehrheit nicht der tragische Held, sondern der Verräter, der die Sicherheit gefährdet. Der hätte keine Chance gehabt.
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Warpig1975
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 »

NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben:Naja, er könnte sich ja auch stellen und sich und seine Motive vor einem US-Gericht in einem ordentlichen, rechtsstaatlichen Verfahren erklären. Unter Obama wär da vielleicht auch was in Richtung Begnadigung gegangen, die amerikanische Öffentlichkeit hat ja manchmal ein Faible für tragische Helden...
Wenn man sich anschaut, was mit Manning passiert ist und immer noch passiert, sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür bei arschknapp über Null.
Manning ist ein anderer Fall, schwul, Transe und Verräter, eine Beleidigung für die Uniform zudem. Da rümpfen die Amis mehrheitlich immer noch die Nase. Für Manning gab es meines Erachtens in der Öffentlichkeit nie viel Sympathie. Bei Snowden ist das anders, ein netter junger Mann, getrieben von seinem Gewissen, auf der Flucht vor dem Gesetz. EIne Story wie die von Jason Bourne oder aus einem Grisham, nur ohne Ballerei, soweit bekannt. Die öffentliche Meinung und das Bild, das ein Angeklagter abgibt, spielen vor amerikanischen Gerichten schon eine ziemliche Rolle. Snowden hätte da eine ganz andere Ausgangsposition, zumal sich jeder liberale Bürgerrechtsanwalt darum reißen würde, ihn zu vertreten.
Ganz ehrlich, hätte dir das in seiner Situation ausgereicht um sich zu stellen? Ich hätte genau das gemacht, was er gerade tut: rennen so schnell es geht. Hinter der NSA und den anderen Diensten steht eine Lobby, die mit nichts anderem vergleichbar ist. Und die nach 9/11 auch keine nennenswerte Gegenwehr in der Bevölkerung mehr hat. Snowden ist für die Mehrheit nicht der tragische Held, sondern der Verräter, der die Sicherheit gefährdet. Der hätte keine Chance gehabt.
Wer redet denn von Mehrheit, wenn bei jedem Prozeßtag ein paar tausend Bürgerrechts-Aktivisten "We shall overcome..." für Snowden anstimmen, hätte das schein einen ziemlichen Effekt. Was ich getan hätte? Keine Ahnung, vermutlich einfach meinen Job, ich tauge eher nicht zum Whistleblower. Ich kann mir schon vorstellen, dass er in einem ziemlichen Dilemma steckt. Die Frage ist halt: Was ist seine Motivation? Handelte er aus purem Altruismus, mit einem höheren Ziel? Oder hatte er doch andere Gründe? Je länger er jedenfalls in Russland bleibt, desto unglaubwürdiger wird er meiner Meinung nach.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Du hast als erster von der Mehrheit gesprochen. Es gab auch bei Manning Aktivisten, die sich für sie eingesetzt haben. Das hat aber nichts daran geändert, dass ihr der Staat so hart in den Arsch getreten hat wie es nur möglich war. Und wie gesagt, er tut das noch immer. Manning bekommt seit ihrer Inhaftierung jede Haftverschärfung ab, die drin ist und muss sich alles, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, immer erkämpfen. Mit genau der Unterstützung, bei der du eine Begnadigung für Snowden siehst.

Gnade hätte es für Snowden ebenso niemals gegeben. Snowden muss genau wie Manning der Böse sein, ansonsten würde das alles in Frage stellen, was die Dienste seit 9/11 aufgebaut haben. Das wäre aus deren Sicht der GAU und genau das wird deswegen auch nicht passieren.

Dazu kommt auch, dass das amerikanische Strafrecht ein anderes ist als unseres. Bei uns ist der Staat vor Gericht verpflichtet, nach besten Möglichkeiten die Wahrheit zu ermitteln. Er ist keine Partei im Prozess, sondern übergeordnet. In den USA heißt es aber "der Staat gegen Edward Snowden" und der Staat hat in dem Fall völlig andere Interessen als eine Aufarbeitung der Rechtsstaatlichkeit seiner Sicherheitsorgane. In dem Fall kann und darf Snowden nur eine Gesinnung gehabt haben und zwar eine niedere.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Thunderforce »

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Diewaldo
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Diewaldo »

Wo sind jetzt eigentlich die ganzen Wagenknecht-Groupies hier aus dem Forum geblieben? *g*

Die würde inzwischen auch ganz gut zu AfD passen, ist halt nur postfaktischer-Links- statt Rechtsausleger.
Kann man eine Laute eigentlich auch leise spielen?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

Diewaldo hat geschrieben:Wo sind jetzt eigentlich die ganzen Wagenknecht-Groupies hier aus dem Forum geblieben? *g*

Die würde inzwischen auch ganz gut zu AfD passen, ist halt nur postfaktischer-Links- statt Rechtsausleger.
Ich halte diesen Vorwurf für ziemlichen Quatsch. Sie hat einen einzigen Satz gesagt, der wirklich Panne war. Das war der mit der angeblichen Grenzöffnung durch Merkel. Alles andere hat mit Inhalten der AfD rein gar nichts zu tun, weil die Hintergründe der Kritik völlig andere sind als bei der AfD. Nur weil man dasselbe kritisiert, macht man sich nicht inhaltlich mit jemand anders gemein.

Aus meiner Sicht ist das der aktuell leider weit verbreitete Reflex, alles als rechtsradikal und rassistisch zu brandmarken, was sich in irgendeiner Form kritisch mit dem Thema auseinandersetzt. Das ist aber bestenfalls dann haltbar, wenn man einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang reißt und bewusst falsch verstehen will.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von KingFear »

Vorsicht, dies ist Threadseite 88.
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Apparition
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Apparition »

NegatroN hat geschrieben:
Diewaldo hat geschrieben:Wo sind jetzt eigentlich die ganzen Wagenknecht-Groupies hier aus dem Forum geblieben? *g*

Die würde inzwischen auch ganz gut zu AfD passen, ist halt nur postfaktischer-Links- statt Rechtsausleger.
Ich halte diesen Vorwurf für ziemlichen Quatsch. Sie hat einen einzigen Satz gesagt, der wirklich Panne war. Das war der mit der angeblichen Grenzöffnung durch Merkel. Alles andere hat mit Inhalten der AfD rein gar nichts zu tun, weil die Hintergründe der Kritik völlig andere sind als bei der AfD. Nur weil man dasselbe kritisiert, macht man sich nicht inhaltlich mit jemand anders gemein.

Aus meiner Sicht ist das der aktuell leider weit verbreitete Reflex, alles als rechtsradikal und rassistisch zu brandmarken, was sich in irgendeiner Form kritisch mit dem Thema auseinandersetzt. Das ist aber bestenfalls dann haltbar, wenn man einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang reißt und bewusst falsch verstehen will.
Ich würde gern mal den Wortlaut ihres letzten Interviews im Stern lesen. Was aus den Zusammenfassungen hervorgeht, geht auf keine Kuhhaut und wäre eigentlich nur durch wirklich grobe Verfälschung zu rechtfertigen.
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tafkasc
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von tafkasc »

Apparition hat geschrieben: Ich würde gern mal den Wortlaut ihres letzten Interviews im Stern lesen. Was aus den Zusammenfassungen hervorgeht, geht auf keine Kuhhaut und wäre eigentlich nur durch wirklich grobe Verfälschung zu rechtfertigen.
Merkels Politik hat die AfD groß gemacht
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borsti
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti »

tafkasc hat geschrieben:
Apparition hat geschrieben: Ich würde gern mal den Wortlaut ihres letzten Interviews im Stern lesen. Was aus den Zusammenfassungen hervorgeht, geht auf keine Kuhhaut und wäre eigentlich nur durch wirklich grobe Verfälschung zu rechtfertigen.
Merkels Politik hat die AfD groß gemacht
Da steht nichts skandalöses. Komischerweise ist mir Wagenknecht noch lieber als der Großteil ihrer Partei oder der Grünen. Sie hat den Kontakt zur Realität noch nicht vollständig verloren.

Im Übrigen ist mit der Flüchtlingspolitik genau das eingetreten, was ich schon 2015 prophezeit hatte, wie einst Kassandra von Troja. Man hat zuerst die Kontrolle über die Einreise aufgegeben - mit Folgen bis heute, hat massenhaft Leute ins Land gelockt, die von vorn herein niemals eine Bleibeperspektive hatten, hatte von vorn herein kein Konzept, diese Leute zu integrieren und Merkel propagiert ja auch selbst schon lange, dass die alle wieder abgeschoben werden sollen (qed). Das Problem ist nur, dass sie auch dafür kein Konzept hat und dass es einfach nicht so funktioniert, wie es propagiert wird. Jetzt wird der gleiche hirnverbrannte Aktionismus in die andere Richtung durchgeführt. Und was am Ende passiert: Es werden massenhaft Leute einfach bleiben, die einen prekären sozialen Status behalten werden. Es wird ein neues und größeres Prekariat an Migranten geben, mehr Gethoisierung, logischerweise mehr Kriminalität, was wiederum eine zunehmende Entfremdung zwischen Einheimischen und Zugereisten zur Folge hat. Die gesellschaftlichen Gräben, die diese hirnverbrannte und planlose Politik hervorgerufen hat, sind jetzt schon tiefer als je zuvor. Das Misstrauen auf beiden Seiten ist größer und nicht kleiner geworden.

Langfristig hat man 2015 wohl die Chance für eine geordnete und sinnvolle Asyl- und Einwanderungspolitik und vor allem für eine bessere innergesellschaftliche Verständigung und Integrationspolitik verspielt. Jetzt schlägt das Pendel so massiv in die andere Richtung, dass bezweifelt werden kann, ob es jemals wieder ins Lot kommt.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Dimebag666 »

Wie sehr mich dieser Fußfessel-Unfug aufregt, kann ich kaum in Worte fassen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN »

borsti hat geschrieben:
tafkasc hat geschrieben:
Apparition hat geschrieben: Ich würde gern mal den Wortlaut ihres letzten Interviews im Stern lesen. Was aus den Zusammenfassungen hervorgeht, geht auf keine Kuhhaut und wäre eigentlich nur durch wirklich grobe Verfälschung zu rechtfertigen.
Merkels Politik hat die AfD groß gemacht
Da steht nichts skandalöses. Komischerweise ist mir Wagenknecht noch lieber als der Großteil ihrer Partei oder der Grünen. Sie hat den Kontakt zur Realität noch nicht vollständig verloren.

Im Übrigen ist mit der Flüchtlingspolitik genau das eingetreten, was ich schon 2015 prophezeit hatte, wie einst Kassandra von Troja. Man hat zuerst die Kontrolle über die Einreise aufgegeben - mit Folgen bis heute, hat massenhaft Leute ins Land gelockt, die von vorn herein niemals eine Bleibeperspektive hatten, hatte von vorn herein kein Konzept, diese Leute zu integrieren und Merkel propagiert ja auch selbst schon lange, dass die alle wieder abgeschoben werden sollen (qed). Das Problem ist nur, dass sie auch dafür kein Konzept hat und dass es einfach nicht so funktioniert, wie es propagiert wird. Jetzt wird der gleiche hirnverbrannte Aktionismus in die andere Richtung durchgeführt. Und was am Ende passiert: Es werden massenhaft Leute einfach bleiben, die einen prekären sozialen Status behalten werden. Es wird ein neues und größeres Prekariat an Migranten geben, mehr Gethoisierung, logischerweise mehr Kriminalität, was wiederum eine zunehmende Entfremdung zwischen Einheimischen und Zugereisten zur Folge hat. Die gesellschaftlichen Gräben, die diese hirnverbrannte und planlose Politik hervorgerufen hat, sind jetzt schon tiefer als je zuvor. Das Misstrauen auf beiden Seiten ist größer und nicht kleiner geworden.

Langfristig hat man 2015 wohl die Chance für eine geordnete und sinnvolle Asyl- und Einwanderungspolitik und vor allem für eine bessere innergesellschaftliche Verständigung und Integrationspolitik verspielt. Jetzt schlägt das Pendel so massiv in die andere Richtung, dass bezweifelt werden kann, ob es jemals wieder ins Lot kommt.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Apparition »

tafkasc hat geschrieben:
Apparition hat geschrieben: Ich würde gern mal den Wortlaut ihres letzten Interviews im Stern lesen. Was aus den Zusammenfassungen hervorgeht, geht auf keine Kuhhaut und wäre eigentlich nur durch wirklich grobe Verfälschung zu rechtfertigen.
Merkels Politik hat die AfD groß gemacht
Danke. Das klingt zwar differenzierter als befürchtet, aber neben einigen richtigen Dingen sagt sie leider auch ein paar ziemlich bodenlose Sachen. Dass sie sich nicht zu schade ist, die ölgeilen USA und Europäer zur allinigen Ursache des IS zu erklären, ist einfach falsch - und das weiss sie auch.

Und bei aller Abneigung gegen und Kritik an Merkel: ihr als Kanzlerin das Versagen der Behörden im Fall Amri in die Schuhe zu schieben, ist schon fast grotesk. Da hilft für mich auch kein Verweis auf die angebliche Vielschichtigkeit der Verantwortung. Was hätte Merkel tun können, um diesen Anschlag zu verhindern. Dass Amri mit seinem Plan durchkam, lag nicht an fehlender Ausstattung der Polizei und Geheimdienste, zumindest ist das für mich nicht erwiesen.

Und die Antwort, wie mit den Massen an Menschen umzugehen wäre, die letztes und vorletztes Jahr an unseren Grenzen standen, bleibt sie auch schuldig. Nein, ich finde tatsächlich, dass der Vorwurf des Populismus hier gerechtfertigt ist.
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