Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon Rivers » 10.12.2018 20:52

The Ghost Writer (2010)

Ein Polit-Thriller von Roman Polanski mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan. McGregor ist ein namenlos bleibender Autor, der auf die Biographie des ehemaligen englischen Premierministers (Brosnan) gesetzt wird, um diese ins Reine zu schreiben. An den wirklich wohl sehr langweiligen 650 Seiten hatte sich schon ein anderer Ghostwriter versucht, der ist aber sehr undurchsichtig ums Leben gekommen. Zwischen Protestierern gegen Brosnan, seinen Verwicklungen in amerikanische Foltermethoden und auf einer einsamen, amerikanischen Atlantikküste spitzt sich der Film immer mehr auf eine Verschwörungstheorie zu.

Ein relativ spannender Thriller, der durch sein kühles Setting überzeugt und durch die Schauspieler, sowohl die beiden Männer als auch die beiden Frauen (Kim Cattrall und Olivia Williams). Filmisch ganz nett, leider viel zu düster nachbearbeitet, so dass meine Fassung wirklich unangenehm blau/grau war und eine Menge Spaß weggenommen hat. Letztendlich schlimmer ist die Handlung und der politische Hintergrund, der mich nicht ganz überzeugt, geschweige denn inhaltlich überhaupt von Bedeutung ist. Auch die kleinen Mätzchen, die Polanski einfügt, fallen auf, da sie dann weder den Film noch die Handlung unterstützen. An anderen Stellen ist der Film schön und kühl und sehenswert.

Insgesamt gut, mit einigen schönen und fesselnden Bildern und Szenen aber am Ende nicht richtig überzeugend.

7.5/10
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon Projecto » 10.12.2018 21:05

Ich fand den super. Kühle Atmosphäre, interessante Geschichte und überzeugende Darsteller.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon costaweidner » 10.12.2018 22:51

Jep, den hab ich auch als sehr gut in Erinnerung.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon Rivers » 10.12.2018 23:01

Meine Kritik zur Story und zum Ende des Films:

Spoiler:
Dass Brosnan seine Botschaft in seiner Biographie verstecken möchte ist ja ziemlich weit hergeholt, dass der Film den MacGuffin aber letztlich noch auflöst, macht den Flim gar nicht besser. Ein Satz, so simpel wie er ist als Geheimnis? Ich finde, weniger konkret wäre besser gewesen. Irgendeine Zauberformel, oder ein Geheimcode für ein Schließfach, irgend so etwas. Aber kein konkreter Satz. Der Aufhänger ist zu groß für den Film und schwächt ihn für mich. Denn dass wir am Ende rausfinden, wer dahintersteckt ist mir dann auch egal... Oh, es war der Gärtner....
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon TAFKAR » 16.12.2018 19:12

Roma (Netflix)

Mexiko, 1970/71. Cleo arbeitet als Dienstmädchen / Haushaltshilfe bei einer Arztfamilie. Sie ist zwar angestellt, aber zugleich auch gewissermaßen Teil der Familie.

Der Ansatz eines minimal-kleinen US-Kino-Releases, nur um Award-Chancen für den neuen Film von Alfonso Cuaron (Gravity) zu bewahren, ist zwar schäbig, aber der Film an sich ist ein Meisterwerk. Lichtgebung, Kameraführung, Bilder... ganz groß! Story gibt es kaum, dafür viel Alltag, der von einigen wenigen dramatischen Ereignissen durchbrochen wird. Wer Jarmuschs ruhige Erzählung „Paterson“ mochte, ist hier richtig.

Sully

Per Netflix endlich nachgeholt: Clint Eastwoods Verfilmung der Landung eines Passagierflugzeugs im Hudson River 2009, der um den Captain (gespielt von Tom Hanks) sowie die anschließende Untersuchung der Frage, ob dieser eigentlich auch ganz normal hätte landen können, kreist. Mit einer Mischung aus Hanks und Eastwood kann man eh nix falsch machen.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon costaweidner » 16.12.2018 20:10

TAFKAR hat geschrieben:Roma (Netflix)

Mexiko, 1970/71. Cleo arbeitet als Dienstmädchen / Haushaltshilfe bei einer Arztfamilie. Sie ist zwar angestellt, aber zugleich auch gewissermaßen Teil der Familie.

Der Ansatz eines minimal-kleinen US-Kino-Releases, nur um Award-Chancen für den neuen Film von Alfonso Cuaron (Gravity) zu bewahren, ist zwar schäbig, aber der Film an sich ist ein Meisterwerk. Lichtgebung, Kameraführung, Bilder... ganz groß! Story gibt es kaum, dafür viel Alltag, der von einigen wenigen dramatischen Ereignissen durchbrochen wird. Wer Jarmuschs ruhige Erzählung „Paterson“ mochte, ist hier richtig.

Ich find da nix schäbig dran. Netflix produziert richtige Filme, also wollen sie richtiges Prestige. Solange die Academy auf bestimmte Kinovorstellungen pocht, wird Netflix das auch weiterhin so handhaben.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon TAFKAR » 16.12.2018 20:25

costaweidner hat geschrieben:Ich find da nix schäbig dran. Netflix produziert richtige Filme, also wollen sie richtiges Prestige. Solange die Academy auf bestimmte Kinovorstellungen pocht, wird Netflix das auch weiterhin so handhaben.


Der Punkt ist: Es gibt für diesen wunderbaren Film genau so viele Vorführungen, wie man braucht, um an der Award Season teilnehmen zu können. Dann wird weiter auf dem Streamingportal verdient. Der Film hätte aber sicher den einen oder anderen Filmliebhaber ins kleine Programmkino gehen lassen. Natürlich trägt dieser Ansatz zum Kinosterben bei.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon costaweidner » 16.12.2018 20:34

TAFKAR hat geschrieben:
costaweidner hat geschrieben:Ich find da nix schäbig dran. Netflix produziert richtige Filme, also wollen sie richtiges Prestige. Solange die Academy auf bestimmte Kinovorstellungen pocht, wird Netflix das auch weiterhin so handhaben.


Der Punkt ist: Es gibt für diesen wunderbaren Film genau so viele Vorführungen, wie man braucht, um an der Award Season teilnehmen zu können. Dann wird weiter auf dem Streamingportal verdient. Der Film hätte aber sicher den einen oder anderen Filmliebhaber ins kleine Programmkino gehen lassen. Natürlich trägt dieser Ansatz zum Kinosterben bei.

Das mag ja sein. Es wäre von Netflix aber kreuzdumm, einen hochkarätigen Film wie jetzt "Roma" oder 2019 "The Irishman" normal im Kino laufen zu lassen.
Und mir ist es so lieber. Ich bekomme mal neue, gute Filme zu sehen ohne für jeden einzelnen ins Kino gehen zu müssen. Die Alternative ist, dass Netflix keine Möglichkeit mehr bekommt, solche Projekte an Land zu ziehen. Und für mich wäre das schlechter.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon LordVader » 17.12.2018 11:41

Nun ja, Netflix kömnte die ja auch produzieren und normal im Kino zeigen (mit fettem Hinweis/Produzentenlogo zu Beginn) und sie danach halt exklusiv bei sich und nicht auf dvd/br als Heimkinovariante laufen lassen.
Ich denke der Werbeeffekt/das Neukundenpotential wäre noch höher.

So setzen sie halt eher bewußt darauf das Medium Kino kaputt zu machen. Klar ist deren Entscheidung... aber schäbig trifft es da ganz gut, wenn man dann eine ausschließlich für das Medium das man bekämpft geschaffene Ausszeichnung anstrebt, in dem man formaljuristische Auflagen einhält.
Wie gesagt, können sie machen, kann man aber durchaus kritisch sehen (muss man aber natürlich auch nicht....)
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon costaweidner » 17.12.2018 12:13

Auf welche Preise sollen sie es denn sonst anlegen? Der Oscar ist nun mal der größte Filmpreis der Welt. Und logisch ist der nicht für das Medium Netflix geschaffen, weil es das einfach nicht gab. Und bekanntermaßen wurden die Regeln bei den Oscars ja noch niiiiiiie geändert in 90 Jahren. *g*
Und ich zweifle stark an, dass sie besser dran wären, wenn sie den Kram erst normal im Kino laufen lassen würden.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon LordVader » 17.12.2018 12:33

Nun ja es ist halt ein Kinofilmpreis, und das war er halt bei allen Änderungen immer.
Klar versucht Netflix da zu nassauern, verstehen kann ich das., haben TV-Sender auch immer versucht, eben weil sie trotz vieler Versuche nicht in der Lage sind das gleiche Ansehen bei ihren Preisen zu erreichen. (Das sogar zu unrecht).

Ich würde da als Academy aber wahrscheinlich noch rigorosere Bedingungen stellen um eben nicht als Werbeplatform eines Monopolisten misbraucht zu werden. Und das ist halt das große Problem bei den Netflixprodoktionen, sie sind dem Kunden von vornherein nur über einen Anbieter zugängig. In dieser Hinsicht ist Netflix gerade schon das Red Bull der Unterhaltungsbrance...

Aber letztlich finde ich das nicht so schlimm wie es oben klingt, Netflix hat in den eingefahrenen Strukturen dankenswerter Weise einiges durcheinander gewirbelt und einiges (auch kreativ) bewegt.
Aber mal sehen wie lange das so weiter geht, da bröckelt ja auch einiges, weil mehr (auf Dauer sicherlich:zu viele) Anbieter exklusive Angebote machen wollen und die Inhalte bei Netflix rausgehen (sei es Marvel, sei es Disney), aber solange sie genug Kohle haben $100.000.000,00 dafür zu bezahlen Friends ein Jahr weiter exklusiv zu zeigen wird es an Neuproduktionen nicht mangeln.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon My Friend Of Misery » 17.12.2018 22:01

TAFKAR hat geschrieben:Der Punkt ist: Es gibt für diesen wunderbaren Film genau so viele Vorführungen, wie man braucht, um an der Award Season teilnehmen zu können. Dann wird weiter auf dem Streamingportal verdient. Der Film hätte aber sicher den einen oder anderen Filmliebhaber ins kleine Programmkino gehen lassen. Natürlich trägt dieser Ansatz zum Kinosterben bei.

Das stimmt so nicht. Roma lief in mehr Kinos und länger, als für die Oscars nötig waren. Und nicht nur in den USA. Hierzulande hatte man auch die Möglichkeit ihn im Kino zu sehen.

Dass Netflix seine Filme kaum ins Kino bringt liegt ja primär nicht daran, dass sie Kino scheiße finden, sondern dass die meisten Kinos auf ihrem althergebrachten starren Auswertungsfenster bestehen. Daran hat Netflix logischerweise kein Interesse, weil das der eigenen Kundschaft kaum zu vermitteln wäre, wieso sie monatelang auf einen Film warten soll, der schon nach wenigen Wochen wieder aus den Kinos verschwunden ist. Diese tote Zeit zwischen Kinorelease und traditioneller Heimkinoauswertung ergibt für eine Streamingplattform, die eigenen Inhalt produziert bzw exklusiv kauft, keinerlei Sinn.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon metalbart » 18.12.2018 13:17

Taxi

Katrin Duve fährt im Hamburg der 80er Jahre mit einem Mercedes Fahrgäste durch die Nacht.
Wunderbar melancholischer, entschleunigter Film.
Skurile Gestalten und Dialoge gibt es natürlich auch noch dazu.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon TAFKAR » 19.12.2018 08:10

My Friend Of Misery hat geschrieben: Roma lief in mehr Kinos und länger, als für die Oscars nötig waren. Und nicht nur in den USA. Hierzulande hatte man auch die Möglichkeit ihn im Kino zu sehen.


Das hab ich in der Tat übersehen. Eine ganze Woche Kinoverwertung hat man Roma hierzulande zugestanden, schreibt Antje Wessels.

Blair Witch
James Donahue macht sich mit 5 BegleiterInnen auf in den Wald nahe Burkittsville, wo seine Schwester Heather vor 20 Jahren verschollen ist und nur ein paar Videobänder zurück ließ. Den Rest kann man sich eigentlich denken.

Im Gegensatz zu Blair Witch 2 wurde hier wieder Found Footage-Ansatz gewählt, inkl. verwackelten Kameras etc. Ein paar schöne Jump Scares, ein paar fiese Einfälle gegen Ende hin - mir als Genrefan gefiel's.

7,5/10

22. Juli (Netflix)

(Nicht zu verwechseln mit "Utoya, 22. Juli".)

2stündiger Film über den Breivik-Massenmord. Die ersten 30 Minuten beinhalten die beiden Anschläge, die restlichen 90 Minuten konzentrieren sich auf den Prozess gegen den Helden aller AfDioten und sonstigen rechtsextremen VT‘lern, mit Fokus auf Breivik, seinen Anwalt und eine Opferfamilie.

Bedrückend und erschreckend; einen besonders tiefen Einblick in die verquere Gedankenwelt des Täters gab’s nicht. Vielleicht besser so. Stark fand ich die Darsteller des Anwalts und von Breivik selbst.

7/10
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitragvon My Friend Of Misery » 19.12.2018 12:46

TAFKAR hat geschrieben:Das hab ich in der Tat übersehen. Eine ganze Woche Kinoverwertung hat man Roma hierzulande zugestanden, schreibt Antje Wessels.

Das ist nicht lang zugegebenermaßen, die Roma-Zielgruppe dürfte allerdings auch sehr überschaubar sein.
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