Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

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Apparition
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Apparition »

Queen & Slim

Thema und Story dürften ja weitgehend bekannt sein, falls nicht: Zwei Afroamerikaner, ein Mann und eine Frau, erschiessen auf der Heimfahrt vom ersten Date in Notwehr einen weissen Polizisten. Sich stellen geht aus nachvollziehbaren Gründen nicht, also beginnt eine Flucht quer durch die USA, auf der sie unfreiwillig zu Ikonen gegen Rassismus und Polizeigewalt werden. Nicht ausschließlich mit guten Folgen.

Was klischeehaft klingt, ist ein spannender, hochemotionaler Roadtrip durch den Süden der USA, triste black neighbourhoods und reiche weisse Vorstädte. Daniel Kaluuya und Jodie Turner-Smith sind als Verfolgte wider Willen absolut glaubwürdig, und geben ihren Figuren sowohl Gefühle als auch Coolness. "Coolness" ist eh ein Thema, das sich durch den ganzen Film zieht, von der Musik über die Autos und für manche Leute sicher auch den Klamotten. :D

Die "andere" Seite, also die Welt der Weissen und der Polizei, kommt eher am Rande vor, wobei es neben den Verfolgern auch Unterstützer gibt.

Tolles Ding, kann man auf jeden Fall gucken.

8/10
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Thunderforce
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Thunderforce »

Mal ein paar Kurzreviews der zuletzt gesehen Machwerke:

Iron Sky - The Coming Race
Die Fortsetzung des Mondnazi-Films bleibt leider klar hinter den Erwartungen zurück. Hölzerne Darsteller in einem mit immerhin okayen CGI-Effekten vollgepacktem Film. Ein paar ganz gute Ideen, allerdings kommt der Film bis zum Schluss nicht aus dem Quark. Trotz Udo Kier als Echsenmensch-Hitler, der "Sieg Heil, Mutterfickers!" rufend auf einem T-Rex reitet. Man sollte ja meinen, dass aus so einer Situation zumindest guter Trash entsteht, aber weit gefehlt. Leider ziemlich überflüssiger Film.
knappe 5/10


Radius
Wurde bei Prime sowohl unter "beliebte Filme" als auch bei den Empfehlungen angezeigt, kann man ja mal gucken. Hnn, oder es lassen (wäre besser gewesen). Inhaltlich geht es um einen Typen namens Liam, der nach einem Autounfall (mit dem beginnt der Film) ohne Gedächtnis aufwacht und versucht herauszufinden, was passiert ist. Schwierig dabei ist allerdings, dass jedes Lebewesen, dem er sich auf ca. 10 Meter nähert, sofort tot umfällt. Lediglich eine Frau, die er unterwegs trifft, scheint davon nicht betroffen zu sein.
Geile Idee, erbärmlich miese Schauspieler*innen, die aus dem ohnehin dann doch eher mittelguten Drehbuch nichts herausholen und durchgehend auf GZSZ-Niveau agieren. Ein bescheuerter Twist und eine idiotische Erklärung für das Phänomen dürfen am Ende natürlich nicht fehlen. Yawn! Finger weg.
3/10


1917
Gerade frisch im Kino angelaufen. Spielt im ersten Weltkrieg, zwei Soldaten erhalten den Auftrag durch feindliches Gebiet zu einer anderen Kompanie zu gelangen, um diese vor einem deutschen Hinterhalt zu warnen, der der gesamten Kompanie (der auch der Bruder eines der Hauptdarsteller angehört) das Leben kosten wird, insgesamt 1600 Männer. Das besondere ist, dass der Film in Echtzeit spielt und (zumindest augenscheinlich) in einem Take, ohne Schnitte gedreht ist. Das ist derart gut gemacht, dass es bis auf eine sehr offensichtliche Szene (wo es eben tatsächlich einen Cut gibt, der aber eben dann auch inhaltlich nötig ist)) tatsächlich so wirkt, als sei hier kein Schnitt erfolgt und die ganzen Massenszenen, Kämpfe, aber auch die nicht gerade leichte Reise der beiden jungen Männer wirklich an einem Stück gedreht. Der Krieg kommt dem Zuschauer hier teilweise ziemlich nah, es gibt keinerlei Distanz durch Schnitte oder irgendwelche Totalen. Man ist durchgehend quasi als dritter Mann dabei, hat genausoviel Übersicht über die Situation wie die beiden Jungs (keine) und krallt sich in einer Tour am Sessel fest. Emotional ging der Film mir weniger nahe, als ich vermutet hätte, er ist vor allem unglaublich spannend und filmtechnisch wirklich beeindruckend. Dennoch finde ich FSK 12 dafür schon einigermaßen heftig. Die Filmmusik war mir teilweise zu präsent, dadurch war halt das Gefühl, dass es eben doch nur ein Film ist, teilweise zu weit im Vordergrund, ansonsten absolut lohnenswert und wirklich großartig, auch schauspielerisch.
9/10


One Cut of the Dead
s. Schmendricks Review etwas weiter oben/vorne. Grandioser Streifen, sollte man gesehen haben. Mehr wird nicht verraten
9/10


Border(Original: Gräns)
Schwedischer Film. Tina ist Grenzbeamtin am Hafen und überwacht die Leute, die von Fähren aus dem Ausland ins Land gelangen wollen. Sie hat die Fähigkeit, Gefühle wie Scham, Wut, Angst etc. am Personen riechen zu können. Ergo ist ihre Trefferquote bei Leuten, die irgendwas illegales ins Land schmuggeln wollen, bei 100%. Eines Tages kommt ein Typ von der Fähre, der verdächtig wirkt, bei dem sie aber nichts wahrnimmt. Der Typ sieht ihr zudem optisch relativ ähnlich (Tina sieht ungewöhnlich aus, nimmt sich selber als missgebildet wahr, was laut ihrem im Altersheim lebenden Vater einem Gendefekt geschuldet ist). Ansonsten lebt Tina abgeschieden mit einem Freund in einem Haus im Wald und hat auch zu den im Wald lebenden Tieren eine ungewöhnliche Beziehung, denn die Tiere haben keinerlei Scheu vor ihr.
Ruhiger, atmosphärischer Film, skandinavisch und damit oftmals sehr schräg mit "Mut zur Hässlichkeit", obwohl der Film überhaupt keine Komödie ist, erinnert er diesbezgl. leicht an "Men and Chicken", aber irgendwie auch wieder nicht. Auf jeden Fall sehenswert.
7.5-8/10


A Cure for Wellness
Ein Nachwuchs-Yuppie wird aus NYC in die Schweiz in ein Sanatorium geschickt, um dort den Vorstandsvorsitzenden der Firma abzuholen, der für eine Unterschrift (und ein wenig illegales Gemauschele) dringend zuhause gebraucht wird, das Sanatorium aber nicht wieder verlassen möchte. In der Schweiz angekommen, wird ihm zunächst (freundlich) verwehrt, seinen Kollegen zu sehen, bzw. er wird ständig vertröstet und von A nach B geschickt. Nach einem schweren Autounfall erwacht der Typ kurze Zeit später mit eingegipstem Bein selbst als Sanatoriums-Patient und irgendwie gestaltet es sich schwierig bis unmöglich, dort nun wieder wegzukommen.
Hmm. Fing super an, sah vor allem super aus, wurde dann mit zunehmender Spielzeit aber immer abstruser. Optisch weitgehend echt eine Wucht, inhaltlich von anfänglicher Verwirrung zu "Was geht da vor?" dann zu immer mehr Kopfschütteln bis hin zum facepalmigen Ende, das IMO komplett drüber und in einigen Details auch geradezu grottenschlecht war. Zudem mit 2.5 Stunden zu lang. Immerhin überzeugen aber Darsteller*innen und Kulisse. Ansonsten Shutter Island meets Der Zauberberg *lol* - Kann man mal gucken, man verpasst IMO aber auch nichts essentielles, wenn man es nicht tut.
6.5/10


Suburbicon
Spielt in den 50er Jahren in einer künstlich aus dem Boden gestampften Kleinstadt, in der ausschließlich weiße Familien der gehobenen Mittelschicht wohnen. In Handlungsstrang 1 geht es um die erste schwarze Familie, die dort hinzieht und mit zunehmendem Rassismus konfrontiert ist, der mit skeptischen Blicken beginnt und mit fackelwerfenden Mobs endet. Handlungsstanrg 2 zeigt eine jener weißen Familien, die zu viert (Vadder, Mudder, Sohn, Zwillingsschwester der Mudder) dort ein Spießer-Bilderbuchleben führt, bis die Familie anscheinend wahllos überfallen wird und dabei die Mutter umkommt. In der Folge wird die Tante als Ersatzmutter installliert. Bei einer Gegenüberstellung bei der Polizei erkennt der Sohn die Verbrecher wieder, Vadder und Tante hingegen leugnen, dass das die Leute sind und der Sohn beginnt langsam zu hinterfragen, ob bei seiner Familie wirklich alles so ist, wie es scheint. Das Drehbuch der schwarzen Komödie stammt von den Coens, was man auch zu jeder Zeit merkt. Regie George Clooney. Insgesamt ein schöner Film, bei dem sich Coen-typisch die Absurditäten immer mehr steigern und die Verstrickungen der handelnden Personen untereinander immer verworrener werden. Macht Laune, Matt Damon und Julianne Moore spielen die Hauptfiguren.
sehr solide 8/10
Zuletzt geändert von Thunderforce am 20.01.2020 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Mustafa_Manson »

One Cut of the Dead habe ich gestern auch gesehen. Ja, durchaus sehenswert, und auf jeden Fall originell.

Ich sag mal 8/10.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von My Friend Of Misery »

Thunderforce hat geschrieben:
20.01.2020 09:58
1917
Gerade frisch im Kino angelaufen. Spielt im ersten Weltkrieg, zwei Soldaten erhalten den Auftrag durch feindliches Gebiet zu einer anderen Kompanie zu gelangen, um diese vor einem deutschen Hinterhalt zu warnen, der der gesamten Kompanie (der auch der Bruder eines der Hauptdarsteller angehört) das Leben kosten wird, insgesamt 1600 Männer. Das besondere ist, dass der Film in Echtzeit spielt und (zumindest augenscheinlich) in einem Take, ohne Schnitte gedreht ist. Das ist derart gut gemacht, dass es bis auf eine sehr offensichtliche Szene (wo es eben tatsächlich einen Cut gibt, der aber eben dann auch inhaltlich nötig ist)) tatsächlich so wirkt, als sei hier kein Schnitt erfolgt und die ganzen Massenszenen, Kämpfe, aber auch die nicht gerade leichte Reise der beiden jungen Männer wirklich an einem Stück gedreht. Der Krieg kommt dem Zuschauer hier teilweise ziemlich nah, es gibt keinerlei Distanz durch Schnitte oder irgendwelche Totalen. Man ist durchgehend quasi als dritter Mann dabei, hat genausoviel Übersicht über die Situation wie die beiden Jungs (keine) und krallt sich in einer Tour am Sessel fest. Emotional ging der Film mir weniger nahe, als ich vermutet hätte, er ist vor allem unglaublich spannend und filmtechnisch wirklich beeindruckend. Dennoch finde ich FSK 12 dafür schon einigermaßen heftig. Die Filmmusik war mir teilweise zu präsent, dadurch war halt das Gefühl, dass es eben doch nur ein Film ist, teilweise zu weit im Vordergrund, ansonsten absolut lohnenswert und wirklich großartig, auch schauspielerisch.
9/10
Unterschreibe ich so, gerade auch diesen Punkt.

Bei historischen Stoffen, die Gewalt nicht zu Unterhaltungszwecken zeigen, ist die FSK recht großzügig.

Suburbicon muss ic h nochmal sehen, fand ich beim ersten Mal weder Fisch noch Fleisch.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von infected »

Beeindruckend auf jeden Fall, aber des öfteren kam mir da der Gedanke "James Ryan im ersten Weltkrieg".
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Thunderforce »

infected hat geschrieben:
20.01.2020 13:33
Beeindruckend auf jeden Fall, aber des öfteren kam mir da der Gedanke "James Ryan im ersten Weltkrieg".
James Ryan hab ih seit dem damaligen Kinobesuch nicht mehr gesehen, aber ich habe ihn erstens als heftiger in Erinnerung (Eröffnungssequenz) und zweitens als hollywoodiger als 1917.
Aber ist halt auch echt über 20 Jahre her. Die Assoziation dazu hatte ich bei 1917 aber nicht
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von infected »

Thunderforce hat geschrieben:
20.01.2020 15:41
infected hat geschrieben:
20.01.2020 13:33
Beeindruckend auf jeden Fall, aber des öfteren kam mir da der Gedanke "James Ryan im ersten Weltkrieg".
James Ryan hab ih seit dem damaligen Kinobesuch nicht mehr gesehen, aber ich habe ihn erstens als heftiger in Erinnerung (Eröffnungssequenz) und zweitens als hollywoodiger als 1917.
Aber ist halt auch echt über 20 Jahre her. Die Assoziation dazu hatte ich bei 1917 aber nicht
Spoiler:
Vor allem die Sache mit der Rettung des Piloten (bei James Ryan den letzten Deutschen am Bunker vor der Erschießung retten), der dann natürlich als Danke schön einen aus der Gruppe umbringt (bei James Ryan dann im Häuserkampf am Ende einen langsam mit einem Bajonett ersticht).
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Würzel
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Würzel »

Schmendrick hat geschrieben:
17.01.2020 11:21
EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN
“UOMINI SI NASCE POLIZIOTTI SI MUORE“
Antonio und Alfredo gehören zu einer Motorrad-Spezialeinheit der Polizei.
Kaum einer weiß etwas über ihre Existenz und so können die beiden feschen Kerle tun was sie tun.
Sie verhaften nicht, sie töten gleich.

Ruggero Deodato durfte hier 1976 in 100 Minuten mal schön das Gesetzbuch in der Schublade lassen.
Die beiden Cops fackeln Autos ab, drehen Hälse um oder erschießen am helligen Tag Bankräuber auf offener Straße!
Dann werden sie kurz vom Vorgesetzten ermahnt und es geht wieder auf die Straßen von Rom um weiter zu machen.
Die damalige deutsche Fassung war übrigens nur 89min.
Großes Kino!!
Ja, nicht schlecht, schön brutal, aber auch völlig überzogen - mir fehlte da insgesamt die Ernsthaftigkeit. Der ähnlich gelagerte, mit reichlich Action, Brutalitäten und Tempo ausgestattete „Camorra - Ein Bulle räumt auf“ (1976) von Umberto Lenzi gefällt mir da deutlich besser, nicht zuletzt dank der Aufnahmen auf Motorrädern, die durch Neapel rasen - die sind richtig atemberaubend!
Schmendrick hat geschrieben:
17.01.2020 11:21
DER MAFIABOSS-SIE TÖTEN WIE SCHAKALE
„LA MALA ORDINA“
Als eine große Menge Kokain verschwindet, schickt die New Yorker Mafia zwei Killer nach Mailand um den Verantwortlichen zu bestrafen.
Der kleine Zuhälter Luca Canali soll der Übeltäter sein.
Auch der ortsansässige Pate Don Vito Tressoldi will Luca an die Wäsche.
Schnell ist die ganze Unterwelt dem Zuhälter auf den Versen.
Doch Canali gibt nicht auf.

Fernando di Leo erschuf 1972 diesen Mafia-Thriller.
Mario Adorf brilliert als Luca Canali, den kleinen Zuhälter mit viel Herz und Verstand.
Verfolgungsjagden, handfeste Prügeleien, Humor und Gewalt, der politische und sexuelle Revolutionsgeist darf auch nicht fehlen.
Dazu gesellen sich viele Gesichter des damaligen Genres.
Henry Silva, Woody Strode, Adolfe Celi und und und
Ein richtig großes Werk.
Der zweite Film aus Fernando di Leos „Mafia-Trilogie“, da wird einiges geboten, auf jeden Fall empfehlenswert.
Noch besser ist der erste Film „Milano Kaliber 9“ (1972), ein sehr geiler Actionthriller, der trotz aller Brutalität richtig elegant ist, Mario Adorf dreht völlig am Rad, ist dabei aber weit weg von Overacting - sehr beeindruckende Vorstellung!
Der Vollständigkeit halber sollte natürlich auch der dritte Film (allerdings ohne Mario Adorf) gesehen werden: „Der Teufel führt Regie“ (1973) ist eiskalt, kompromisslos, zynisch - Henry Silvas Weg ist voller Leichen…

Schmendrick hat geschrieben:
17.01.2020 11:21
DAS SYNDIKAT DES GRAUENS
„LUCA IL CONTRABBANDIERE“
Das Leben der Zigarettenschmuggler im Golf von Nepal läuft gut.
Die Polizei schaut nicht immer hier, die ortsansässige Camorra passt auf und alles geht seinen geordneten Gang.
Doch dann taucht „Der Marseiller“ auf und das Gleichgewicht gerät ins schwanken.
Er will mit Drogen ins Geschäft einsteigen.
Dafür müssen ein paar kleinere Mafiosi aus dem Weg geräumt werden.
Der Gangsterkrieg kann beginnen.

Lucio Fulcis Beitrag zum Genre stammt aus dem Jahr 1980 und war (ist?) im März 2018 immer noch beschlagnahmt.
Ja es gibt ein paar Fulcineastische Szenen
Ja es gibt auch etwas Folterei
Ja auch viele Menschen dürfen ihr Leben aushauchen
Na Gut, der Streifen ist gewalttätig, blutig und oft fies&gemein
ABER beschlagnahmt??
Auf jeden Fall ist der Film gut und sehenswert, die Story macht Spaß und die Schauspieler geben ihr bestes.
Aber das allerbeste kommt zum Schluss!!
„Das Syndikat des Grauens“ ist schon äußerst brutal, bisweilen gar splattrig. Und das Ende dieses Mafiathrillers ist wirklich schwer geil!
Schmendrick hat geschrieben:
17.01.2020 11:21
DIE RACHE DES PATEN
„QUELLI CHE CONTANO“
Auftragsmörder Tony Aniante reist nach Sizilien.
Dort soll er den Mafiaboss Don Ricuzzo ausschalten.
Schnell gerät er zwischen die Fronten zwei Clans, tötet hier und tötet da.
Und dann gibt es ja auch noch eine ganz alte Rechnung zu begleichen.

Mafia-Rache-Drama-Krimi von Andrea Bianchi aus dem Jahr 1974.
Tolle Bilder, super Score und ein toller Henry Silva aus Killer.
Aber leider ist die Erzählweise irgendwie hölzern und alles wirkt unrund.
Zum Abschluss bekommt man dann auch noch einen echt doofen Schluss serviert.
Aber insgesamt trotzdem gut, stellenweise auch wieder recht brutal. Die Geschichte erinnert bißl an Kurosawas „Yojimbo - Der Leibwächter“.


Mit dem Poliziottesco haben die Italiener (mal wieder) ein feines, äußerst unterhaltsames Subgenre entwickelt, das bisweilen wie das Vorbild für die B-Movies des US-Action-Kinos der 80er und 90er anmutet. Weitere Highlights wären „Tote Zeugen singen nicht“ (1973) oder „Ein Mann schlägt zurück“ (1974), beide von Enzo G. Castellari und mit Franco Nero. Und wenn Maurizio Merli auf der Besetzungsliste steht, ist in der Regel auch ein gelungener Filmabend garantiert.
Wenn’s auch mal ernstere Mafia-Thriller sein dürfen, dann nach Filmen von Damiano Damiani schauen, z.B. „Der Tag der Eule“ (1968), „Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie’s“ (1971) und ganz besonders „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“ (1971). Dazu „Zwei Särge auf Bestellung“ (1967 - nein, das ist kein Italo-Western!) von Elio Petri, „The Opium Connection“ (1972) von Ferdinando Baldi, „Lucky Luciano“ (1973) von Francesco Rosi oder „Die Rache der Camorra“ (1974) und „Der eiserne Präfekt“ (1977) von Pasquale Squitieri.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von TAFKAR »

1917
Was Thunderforce sagt. Technisch und dramaturgisch grandios, wie Mendes den jungen Tommen Baratheon und seinen Partner da durchs Feindesland jagt. Durch den Echtzeit- und One Shot-Ansatz erfährt man allerdings sehr wenig über die Figuren, was ein wenig zu Lasten der emotionalen Erfahrung geht. Ist aber auch nur eine Mini-Kritik, denn dafür gibt es Ratten unterschiedlicher Größen und ein paar sehr unansehliche Wasserleichen.
Der 9/10 würde ich mich auch anschließen.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Thunderforce »

Das war echt Tommen Baratheon? Krass.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Mustafa_Manson »

Die Hölle – Inferno

Eine türkischstämmige junge Frau sieht in Wien vom Fenster ihrer Wohnung aus einen brutalen Mord und wird fortan von dem (Serien-)Mörder gejagt...

Ein spannender, teilweise skurriler Thriller mit österreichischem Flair und Humor.
Wer so Sachen wie die Hader-Filme mag, wird nicht enttäuscht sein.

Neben Tobias Moretti ist auch Robert Palfrader ('Wir sind Kaiser') zu sehen.
Am meisten beeindruckt aber Violetta Schurawlow als wortkarge, aber schlagkräftige Heldin.

9/10
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von My Friend Of Misery »

Müsste ich nochmal sehen, aber den habe ich auch als hervorragend in Erinnerung.
Perfektion ist Langeweile.

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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von TAFKAR »

What did Jack do?

David Lynch als Cop in einem 16minütigen David Lynch-Film. Er befragt den Verdächtigen Jack, dem er den Mord an einem gewissen Max vorwirft.

Ach, habe ich erwähnt, dass Jack ein Kapuzineräffchen ist, dem sehr offensichtlich ein menschlicher Mund ins Gesicht getrickst wird?

Völlig schräg und surreal. Gibt’s auf Netflix. Tipp: LSD dazu!
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Apparition »

Mustafa_Manson hat geschrieben:
21.01.2020 14:26
Die Hölle – Inferno

Eine türkischstämmige junge Frau sieht in Wien vom Fenster ihrer Wohnung aus einen brutalen Mord und wird fortan von dem (Serien-)Mörder gejagt...

Ein spannender, teilweise skurriler Thriller mit österreichischem Flair und Humor.
Wer so Sachen wie die Hader-Filme mag, wird nicht enttäuscht sein.

Neben Tobias Moretti ist auch Robert Palfrader ('Wir sind Kaiser') zu sehen.
Am meisten beeindruckt aber Violetta Schurawlow als wortkarge, aber schlagkräftige Heldin.

9/10
Überragend. Ich hab den eigentlich nur zufällig im Fernsehen gesehen, aber der kann so ziemlich alles. Wobei der schon eine ganze ecke finsterer ist als alles mit Hader. So typisch österreichisch finde ich den gar nicht, von der Machart her fast schon amerikanisch. Aber ein paar einschlägige Szenen gibt's schon.
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Re: Der ultimative "One and Only"-Film-Thread

Beitrag von Mustafa_Manson »

Naja, die reden die meiste Zeit auf österreichisch.
Der spezielle Humor in manchen Situationen ist halt schon genial, z.B. 'Des bist du, Bapa'. *g*

Und dann Violetta Schurawlow... Eine solche 'Heldin' toppt so ziemlich alles vergleichbare aus Hollywood.
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