Mötley Crüe - The Dirt

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Thunderchild
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Thunderchild » 22.03.2019 12:50

tombeaux hat geschrieben:So, nun sind auch die beiden letzten neuen Songs draussen. "Crash and Burn" ist ein Rohrkrepierer und schlimmer als "Like a Virgin", das sich komischerweise wie eine Zecke im Ohr eingenistet hat. "Ride with the Devil" hingegen ist gut, sehr gut sogar: Tolles Riff, spannender und abwechslungsreicher Songaufbau, eingängig aber nicht langweilig. Kein Gitarrengeschwurbel, Tommy trommelt gut und Neil singt anständig. Daumen hoch! Der Film ist auf Netfilx übrigens ab heute freigeschaltet.

Weit, weit, weit weg von Dingen, die ich mit Mötley verbinden möchte.

Schnabelrock
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Schnabelrock » 22.03.2019 14:59

Undo hat geschrieben:
Schnabelrock hat geschrieben:Als Spaß sehr ernst.

Ich bin in der niedersächsischen Provinz aufgewachsen und war um die Zeit so 15, 16. Da kam die Musik schon mit Macht, aber dazugehörige Infos nur einmal im Monat per MetalHammer und bibelgleich haben wir auch den ganzen Kram geglaubt. Skepsis, Kritik, Reflexion, Ironie und ähnliches gehörten da natürlich nicht dazu. Wir haben nichtmal mitbekommen, dass Rob Halford schwul ist, das passte einfach null in unser Weltbild vom Heavy Metal in der großen, weiten Welt von Sheffield über Hamburg bis Los Angeles. Völlig unvorstellbar. Ebensowenig haben wir das Travestiezeug der Hairbands damals auch nur zu 0,1% als solches verstanden.

Ebenso die Sache mit dem Satanismus. Klar war Highway To Hell ein satanistische Platte - guck Dir das Cover an und den Titel. Wie könnte es anders sein? Deswegen musst sie auch durch den Keller ins Haus geschmuggelt werden. Und WASP .... uiuiui. Und Crue mit dem Pentagramm!

Das stand alles gar nicht in Frage, schon mal gar nicht die großen Hauptdarsteller. Klar lästerte man mal über einen, aber die waren ja Götter. Am ehesten über deutsche Bands, denn deren Gehversuche waren natürlich anfangs recht ungelenk und ausserdem waren Herne und Hamburg noch (be-) greifbar und nicht so unantastbar großartig heilig wie Los Angeles und Reading. Ich erinnere mich, wie auf dem Schulhof geflüstert wurde, dass es wohl eine noch härtere Band als AC/DC gebe (Motorhead). Und dann noch härtere (Slayer, Venom, Metallica, Exciter). Sogar deutsche! (Destruction, Sodom, Running Wild, Kreator). Teilweise schon so schnell und hart, dass man die Töne nicht mehr unterscheiden konnte!

Selbst Journalisten wie Götz Kühnemund oder Mike Seifert waren noch Halbgötter, denn die hatten mal mit Dio, Halford, Stanley, McBrain, Collen oder Tramp telefoniert. Wir waren auch in der eigenen mentalen Hierarchie ganz unten. Picklige Mofafahrer, die von jeder Tygers Of Pan Tang zehn Kopien auf Maxell C-90 machten (2. Seite Saxon oder Whitesnake). Was aber trotzdem viel geil als der Rest war (VW Golf, Udo Jürgens, Weizenkorn und die leptosomen Kasper von der Neuen Deutschen Welle). Da waren wir im Metal ganz unten, aber in der Welt ganz oben!

Einer der Gründe für den Grunge war btw. später, dass der traditionelle Metal so überzeichnet war, dass selbst Provinzeier wie wir nicht mehr dran glauben konnten.
*Liebe*!

Echt jetzt.
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Undo » 22.03.2019 16:15

Nee, Dithmarschen eben! :D
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Sambora » 22.03.2019 17:15

Sehe den Streifen gerade. Sehr unterhaltsam, mit allen Stärken und Schwächen, die auch schon "Bohemian Rhapsody" auszeichneten.

Und Mick ist der Coolste! *g*

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Undo » 22.03.2019 17:43

Sambora hat geschrieben:Sehe den Streifen gerade. Sehr unterhaltsam, mit allen Stärken und Schwächen, die auch schon "Bohemian Rhapsody" auszeichneten.

Und Mick ist der Coolste! *g*
Ich guck auch gerade. Man vergisst tatsächlich nach kurzer Zeit, dass die Darsteller nicht so direkt wie die echten aussehen. Macht richtig Spaß! Und ja: Rheon als Mick Mars ist super!
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von sharkattack2 » 22.03.2019 19:25

Letzten beiden Songs nich der Rede wert... für MC Verhältnisse ...

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von playloud308 » 22.03.2019 21:29

Sambora hat geschrieben:Sehe den Streifen gerade. Sehr unterhaltsam, mit allen Stärken und Schwächen, die auch schon "Bohemian Rhapsody" auszeichneten.

Und Mick ist der Coolste! *g*
War der schon immer und ist es auch jetzt noch.

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von jjcharvel » 22.03.2019 21:51

Die neuen Songs kann man getrost vergessen. Komplett überflüssig :(
Wo ist der geniale Gitarrensound von Mick Mars geblieben :(

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Bloody_Sandman » 22.03.2019 22:39

tombeaux hat geschrieben:So, nun sind auch die beiden letzten neuen Songs draussen. "Crash and Burn" ist ein Rohrkrepierer und schlimmer als "Like a Virgin", das sich komischerweise wie eine Zecke im Ohr eingenistet hat. "Ride with the Devil" hingegen ist gut, sehr gut sogar: Tolles Riff, spannender und abwechslungsreicher Songaufbau, eingängig aber nicht langweilig. Kein Gitarrengeschwurbel, Tommy trommelt gut und Neil singt anständig. Daumen hoch! Der Film ist auf Netfilx übrigens ab heute freigeschaltet.
Find ich beide ganz, ganz gruselig. Wobei "Ride with the Devil" wenigstens noch ansatzweise aufblitzen lässt, was Mötley Crüe früher mal ausgemacht hat. "Crash and Burn" ist dagegen einfach nur ne Qual für die Ohren. Wird auch erstmal ne Weile dauern, bis ich mir den Film angucke, die Lust darauf ist durch die neuen Songs rapide gesunken.

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Alphex
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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Alphex » 23.03.2019 02:31

Dass die Plattenfirma gefordert hatte, dass Sixx die Texte noch mal neu schreibt, macht schon Sinn - in JEDEM der neuen Songs kommt das dämliche "gimme the dirt" in irgendwelchen Varianten vor; oder halt als "everybody get down in the dirt". Thementrack hin oder her, das wirkt eher nach bemühter Anspielung wenn es dauernd kommt.

Naja. Schrottig finde ich keinen der drei Tracks, das Problem ist nur: Es hört sich nicht so an, als hätte man die gemeinsam arrangiert. Mit anständigem Groove und fein ausgearbeitetem Zwischenspiel zwischen Riff und Drums hätte Ride With The Devil die Möglichkeit gehabt, Dr Feelgood-Feeling zu versprühen (Sticky Sweet anyone?), so wie es ist wirkt es halt mehr nach einer Demo. (Und in Verbindung mit den ganzen externen Autoren vor allem nicht nach der Crüe - Crash & Burn klingt wie neuere Papa Roach, was erklärt, warum den hier so viele scheiße finden - ich find's okay, aber die geilere Performance bringt das "Original".)

Und wenn man beide Aspekte zusammen nimmt, weiß man halt: Die sind satt; unnötig Arbeit machen die sich nur bedingt. Aber sind halt auch zu gut, als dass es ganz scheiße wird. Bis auf Vince - der Gesang klingt echt nur gerade noch so menschlich, so viele Effekte sind da drauf.

Und da John 5 alle neuen Songs mitgeschrieben hat, würde es mich halt echt nicht wundern, dass es schon so seine Gründe hat, warum die Gitarre nicht so wirklich nach Mick klingt.
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von playloud308 » 23.03.2019 09:48

Alphex hat geschrieben:Dass die Plattenfirma gefordert hatte, dass Sixx die Texte noch mal neu schreibt, macht schon Sinn - in JEDEM der neuen Songs kommt das dämliche "gimme the dirt" in irgendwelchen Varianten vor; oder halt als "everybody get down in the dirt". Thementrack hin oder her, das wirkt eher nach bemühter Anspielung wenn es dauernd kommt.

Naja. Schrottig finde ich keinen der drei Tracks, das Problem ist nur: Es hört sich nicht so an, als hätte man die gemeinsam arrangiert. Mit anständigem Groove und fein ausgearbeitetem Zwischenspiel zwischen Riff und Drums hätte Ride With The Devil die Möglichkeit gehabt, Dr Feelgood-Feeling zu versprühen (Sticky Sweet anyone?), so wie es ist wirkt es halt mehr nach einer Demo. (Und in Verbindung mit den ganzen externen Autoren vor allem nicht nach der Crüe - Crash & Burn klingt wie neuere Papa Roach, was erklärt, warum den hier so viele scheiße finden - ich find's okay, aber die geilere Performance bringt das "Original".)

Und wenn man beide Aspekte zusammen nimmt, weiß man halt: Die sind satt; unnötig Arbeit machen die sich nur bedingt. Aber sind halt auch zu gut, als dass es ganz scheiße wird. Bis auf Vince - der Gesang klingt echt nur gerade noch so menschlich, so viele Effekte sind da drauf.

Und da John 5 alle neuen Songs mitgeschrieben hat, würde es mich halt echt nicht wundern, dass es schon so seine Gründe hat, warum die Gitarre nicht so wirklich nach Mick klingt.
Das könnte es natürlich zusammengefasst sein. Dann erscheinen die Songs aber auch wieder unter einem anderen Licht.
Wenn man das mit John 5 weiß (wie ich jetzt), könnten sich hören die Gitarren nach John 5 anhören. Der Ja anscheinend
Sixx als Bassist für Konzerte angeheuert hat.

Zum Film:

Der Film ist richtig gut geworden. Wie auch bei Bohemian Rhapsody historisch nicht immer korrekt, aber sehr unterhaltsam.

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Traser » 23.03.2019 10:39

playloud308 hat geschrieben:Zum Film:

Der Film ist richtig gut geworden. Wie auch bei Bohemian Rhapsody historisch nicht immer korrekt, aber sehr unterhaltsam.
Ja find ich auch! Bin richtig geflasht und werd heute wohl mal nen Mötley Crüe-Tag einlegen. Manche Szenen wie die mit Ozzy am Pool sind etwas entschärft dargestellt, aber das ist wohl auch gut so. Für die Tränendrüse gibts auch was, wie die Tochter von Vince stirbt und die Band dann anschließend zusammen steht, da gabs schon feuchte Augen. Hat mir richtig gut gefallen!

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von Thunderchild » 25.03.2019 17:59

Sorry, daß ich mal wieder rummoppern muss, aber der Film ist richtig schwach geworden.
Pluspunkte gibt es bei der detailgetreuen Nachstellung von Musikvideos oder Szenen aus "Uncensored".

Ansonsten ist die Schauspielleistung auf Spinal Tap Niveau, nur nicht so gut. Tremaine halt. In die Kamera sprechen: gähn. Locations & Konzerte: Budget deutlich sichtbar (das macht heute jeder You-Tube 3D Artist besser). Schwach, wirklich schwach.
Die dargestellten "Tabus" sind für jeden 8-jährgenim Internet zu finden mit teilweise besserer Exekution.

Film ist nur halb so liebevoll gemacht bzw. bemüht sich etwas Besonderes zu sein, wie das Buch, daß wirklich für Furore gesorgt hat.

Ä R G E R L I C H.

*sorry*

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von TheUnexpectedGuest » 27.03.2019 15:51

Thunderchild hat geschrieben:
...Film ist nur halb so liebevoll gemacht bzw. bemüht sich etwas Besonderes zu sein, wie das Buch...
Und ich hab schon das Buch aus Langeweile nach der Hälfte zur Seite gelegt.

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Re: Mötley Crüe - The Dirt

Beitrag von tombeaux » 28.03.2019 19:06

Ich war von dem Film so angetan, dass ich das Buch jetzt nochmal lese. Für eine Netfilx "Low Budget" Produktion ist es schon erstaunlich, wie detailgetreu die Kostüme, Bühnenaufbauten, Hausfassaden etc. nachgebaut wurden. Auch wenn nicht alles komplett akkurat und chronologisch richtig dargestellt wurde gibt's doch etliche Easter Eggs für die Die-Hards, zu denen ich mich seit mehr als 30 Jahren zählen darf. Man beachte nur bspw die "Löwenbräu" Flaschen beim Bandmeeting in dems um den Namen geht, die Gitarren von Mars, das Backdrop und das Schlagzeug bei der ersten Show, die Hochzeit von Tommy mit Heather...Ganz toll finde ich auch die Szene mit Ozzy am Pool owohl der ja ins Becken gepisst hat und dann reingesprungen ist wenn man Fred Saunders, dem seinerzeitigen Security, Glauben kann ;) Toll auch die Gegenüberstellung von Film und Realität am Ende, wo Stills aus dem Film neben Originalfotos gezeigt werden. Für mich der Beste Metal-Spielfilm seit "Rock Star", der aber noch immer ungeschlagene Nummer 1 bleibt.
hab mir übrigens direkt danach "Bohemian Rhapsody" angschaut, der im Vergleich zu "The Dirt" elendslangweilig rüberkommt.

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