Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

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Nagrach
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Nagrach »

Was passiert, wenn ein Präsidentschaftskandidat vor der Wahl stirbt oder auf die Kandidatur verzichtet?

Falls Trump ausfiele, wäre der Parteivorstand der Republikaner («Republican National Committee») am Zug: Das Gremium könnte selbst einen Ersatzkandidaten nominieren oder dazu einen neuen Parteitag einberufen. Allerdings sind nicht nur teilweise schon Stimmzettel mit den Namen der Kandidaten an Briefwähler geschickt worden, manche Wähler haben bereits abgestimmt: In einigen Bundesstaaten wie etwa Minnesota, South Dakota und Virginia ist schon seit dem vergangenen Monat eine frühe persönliche Stimmabgabe möglich.

Die US-Wähler bestimmen den Präsidenten nur indirekt - ihre Stimme entscheidet über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums («Electoral College»), das dann den Präsidenten wählt. In einem Text über das Szenario, dass ein Kandidat kurz vor der Wahl ausfällt, wies die Webseite "FiveThirtyEight" darauf hin, dass es rechtliche Fragen gibt, ob alle Wahlleute dann einfach für den Ersatzkandidaten ihrer Partei stimmten könnten.

https://www.handelszeitung.ch/politik/t ... l-ausfallt

Dürfte genau so dann wohl auch für die Gegenseite gelten.
Ich hatte einen Traum und dieser Traum war wundervoll.
Europacup - Es war ein Auswärtsspiel, in Amsterdam.
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infected
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von infected »

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff:
Fearing a ‘Blood Bath,’ Republican Senators Begin to Edge Away From Trump
The New York Times
Catie Edmondson
By Catie Edmondson
Oct. 16, 2020

WASHINGTON — For nearly four years, congressional Republicans have ducked and dodged an unending cascade of offensive statements and norm-shattering behavior from President Trump, ignoring his caustic and scattershot Twitter feed and penchant for flouting party orthodoxy, and standing quietly by as he abandoned military allies, attacked American institutions and stirred up racist and nativist fears.

But now, facing grim polling numbers and a flood of Democratic money and enthusiasm that has imperiled their majority in the Senate, Republicans on Capitol Hill are beginning to publicly distance themselves from the president. The shift, less than three weeks before the election, indicates that many Republicans have concluded that Mr. Trump is heading for a loss in November. And they are grasping to save themselves and rushing to re-establish their reputations for a coming struggle for their party’s identity.
(...)
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metalbart
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von metalbart »

Ist doch allles wieder vergessen, wenn Trump knapp gewinnt oder am Surpreme Court durchgedrückt wird, gell?
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wolverin
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von wolverin »

metalbart hat geschrieben: 17.10.2020 10:35 Ist doch allles wieder vergessen, wenn Trump knapp gewinnt oder am Surpreme Court durchgedrückt wird, gell?
Das stimmt leider total. :nerv:

Ein opportunistischer Scheisshaufen. Wobei ich meine Hand nicht ins Feuer legen würde, dass es bei den Dems nicht ähnlich wäre.
Die haben nur noch keinen derart "creepy candidate" aufgestellt.
Wenn Slayer wieder auf Tour gehen würden, würde Corona seine Ausbreitung canceln.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Schnabelrock »

Wie sehr ich mir seine Abwahl wünsche, schon um die Karikaturen nicht mehr sehen zu müssen, die fast alle platt und unkomisch sind.
Was ich sicher nicht als Fan des Gröpotusaz sage.
Ich bin ein Systemling!
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NegatroN
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von NegatroN »

Ich hab die Tage einige Berichte über die Wähler von Trump und Biden gelesen. Was ich interessant fand: auf beiden Seiten gibt es anscheinend gar nicht mal so kleine Gruppen, die keine Fans ihrer Kandidaten sind, sie aber jeweils als das letzte Bollwerk gegen ein Umformen des Landes in einen völlig anderen Staat sehen. Beide wählen "ihre" Partei nicht wegen, sondern trotz ihres Kandidaten, weil sie vor der Alternative noch mehr Angst haben. Beide sehen die einzige Chance auf Rettung ihres Landes und dessen, wofür die USA stehen, im eigenen Kandidaten, während der andere für einen radikalen Wandel steht.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Apparition »

NegatroN hat geschrieben: 19.10.2020 16:28 Ich hab die Tage einige Berichte über die Wähler von Trump und Biden gelesen. Was ich interessant fand: auf beiden Seiten gibt es anscheinend gar nicht mal so kleine Gruppen, die keine Fans ihrer Kandidaten sind, sie aber jeweils als das letzte Bollwerk gegen ein Umformen des Landes in einen völlig anderen Staat sehen. Beide wählen "ihre" Partei nicht wegen, sondern trotz ihres Kandidaten, weil sie vor der Alternative noch mehr Angst haben. Beide sehen die einzige Chance auf Rettung ihres Landes und dessen, wofür die USA stehen, im eigenen Kandidaten, während der andere für einen radikalen Wandel steht.
In gewisser Weise stimmt das ja auch. Bei Trump sehr viel mehr und offensichtlicher als bei Biden, aber letzterer tritt für eine Partei an, die sich in den letzten Jahren sehr deutlich nach links bewegt und den Werten libertär denkender Amerikaner damit diametral entgegen tritt.
Als Westernheld muss ich Ihnen sagen, hier ist man nicht ordinär, sondern in Lebensgefahr.
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Lobi
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Lobi »

Höchst hörenswert.

Aus der Dlf Audiothek | Lakonisch Elegant | TV-Wahlkampf in den USA | The Real Donald Trump – oder: The Real Kunstfigur?
https://srv.deutschlandradio.de/dlf-aud ... _id=870656
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Flow
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Flow »

“In the film, released on Friday, [Giuliani] is seen reaching into his trousers and apparently touching his genitals while reclining on a bed in the presence of the actor playing Borat’s daughter, who is posing as a TV journalist.”


https://amp.theguardian.com/film/2020/o ... ssion=true

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Lobi
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Lobi »

Hörenswerte Kleindebatte zwischen Politologe Hacke und Historikerin Waldschmidt-Nelson zur kommenden Wahl und Trump. Ich finde mich - was (mich) wenig verwundert - bei beiden wieder. Allerdings muss ich dann aus der lala Perspektive schon die Kontinuität feststellen, wie die US-Demokraten Wähler in die Arme der Republikaner trieben und treiben. Den Vorwurf müssen sie sich gefallen lassen, schließlich haben sie für die Abschaffung der Rassengesetze gesorgt. Ist heute nicht anders: BLM, Antifa, Antirassismus, Sozialismus; die radikale Linke spaltet und vertreibt. Dabei sollte man doch Brückenschlagen; scheiß auf Minderheiten, wenn der eher homogene Hegemon dann in Frieden leben kann und die qm-Preise im Viertel nicht fallen.

https://srv.deutschlandradio.de/dlf-aud ... _id=873494

Natürlich wird mit Biden nichts und schon gar nicht schlagartig besser; man kennt ja diese Mahnung, die ja scheinbar einer religiösen Erkenntnis gleichkommt - zumindest so verkauft wird (gerne - aber nicht immer! - mit dem stillen Nachsatz, dass Trump doch bleiben soll, weil besser als die irgendwelche Linken und so). Klingt nicht nur ballsy und edgy af, stimmt auch (der schweigende Schwung danach nicht), ohne jetzt darin irgendeine Besonderheit nicht mal mit der Lupe entdecken zu können. Zumindest reicht es damit nicht aus der Höhle. Aber es könnte ein Anfang gemacht werden. Das ist mal primär das Wichtigste. Nachdem Möchtegern-Autokrat Trump seinen Bildungswunsch skizzierte, ist nämlich alles links von diesem Macht-Kult einfach mal besser. Auch zu Lasten der qm-Werte.

https://www.deutschlandfunk.de/us-bildu ... _id=484737
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Lobi »

Flow hat geschrieben: 21.10.2020 19:50 “In the film, released on Friday, [Giuliani] is seen reaching into his trousers and apparently touching his genitals while reclining on a bed in the presence of the actor playing Borat’s daughter, who is posing as a TV journalist.”


https://amp.theguardian.com/film/2020/o ... ssion=true

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Hab den Film nun (nicht ganz, weil unerträglich) gesehen. Natürlich legt er den Finger in die Wunde, aber die Art und Weise und der Humor sind nicht meines.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Flow »

Lobi hat geschrieben: 25.10.2020 10:01
Flow hat geschrieben: 21.10.2020 19:50 “In the film, released on Friday, [Giuliani] is seen reaching into his trousers and apparently touching his genitals while reclining on a bed in the presence of the actor playing Borat’s daughter, who is posing as a TV journalist.”


https://amp.theguardian.com/film/2020/o ... ssion=true

What the actual fuck?!
Hab den Film nun (nicht ganz, weil unerträglich) gesehen. Natürlich legt er den Finger in die Wunde, aber die Art und Weise und der Humor sind nicht meines.
Ich kann mir das auch nicht anschauen, ich hatte nur auf die verlinkte Szene verweisen wollen.

Ich kann mir aus ähnlichen Gründen auch Stromberg oder beispielsweise die späteren Folgen von Fawlty Towers nicht angucken, ohne vor Fremdscham mit der Couch zu verwachsen.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Rivers »

In dem Zeit Podcast "Alles gesagt" hat der letzte Gast Yuval Harari was gesagt, was mir so noch nicht aufgefallen ist: Und zwar, dass Trump kein Machtmensch sei, der sich an der Macht festhalten will. Sondern eher ein Mensch, der im Rampenlicht stehen möchte und sein Ego befriedigen will. Also kein Klein-Putin, kein Mini-Diktator. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und mir ist der Gedanke gekommen, dass es einfach spannend wäre zu wissen, ob Trump eher ins Amt gehievt worden ist und damit die immer befürchtete Puppe der Riege hinter ihm ist.

Ich glaube nicht ganz, dass sich die Republikanische Partei nur einfach so hinter ihm geschart hat, sondern dass für diesen Erfolg Trump auch gepusht werden musste. Sei es Breitarsch Bannon oder andere. Wie war das damals? Weiß das jemand?
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Apparition »

Rivers hat geschrieben: 25.10.2020 19:07 In dem Zeit Podcast "Alles gesagt" hat der letzte Gast Yuval Harari was gesagt, was mir so noch nicht aufgefallen ist: Und zwar, dass Trump kein Machtmensch sei, der sich an der Macht festhalten will. Sondern eher ein Mensch, der im Rampenlicht stehen möchte und sein Ego befriedigen will. Also kein Klein-Putin, kein Mini-Diktator. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und mir ist der Gedanke gekommen, dass es einfach spannend wäre zu wissen, ob Trump eher ins Amt gehievt worden ist und damit die immer befürchtete Puppe der Riege hinter ihm ist.

Ich glaube nicht ganz, dass sich die Republikanische Partei nur einfach so hinter ihm geschart hat, sondern dass für diesen Erfolg Trump auch gepusht werden musste. Sei es Breitarsch Bannon oder andere. Wie war das damals? Weiß das jemand?
Es gibt eine Dokumentation, die neulich im Fernsehen lief (Donald Trump und die Deutsche Bank oder so ähnlich), aus der klar wird, dass Trump trotz einer Windigkeit, die 10 Kilometer gegen denselben stinkt, trotz offensichtlichen Versagens im geschäftlichen Bereich, es immer wieder schafft, sich von irgendwoher Geld zu beschaffen, Gläubiger zu prellen und Leute und Geldgeber für sich zu gewinnen. Der lebt komplett von seinem Auftreten und Charisma, von seiner Fähigkeit, Leute gegeneinander auszuspielen und zu manipulieren, von völliger Rücksichtslosigkeit und seit über 20 Jahren halt auch einfach von seinem Namen. Aus der Perspektive glaube ich schon, dass der sich weitgehend aus eigener Kraft dahin manövriert hat. Unter tätiger Mithilfe gleichermaßen krummer Hunde als Berater und Themensetzer natürlich.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von infected »

Justice Kavanaugh seems to argue no votes should be counted after Election Day. He may get his wish in key states

Ein Vorgeschmack darauf, was uns bzw. die USA die nächste Zeit mit den neuen Richtern erwartet.
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