Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von OriginOfStorms »

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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von OriginOfStorms »

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Glaurung
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Glaurung »

OriginOfStorms hat geschrieben:
Und er war doch letzte Woche noch da...
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Stormrider
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Stormrider »

Michael Avenatti ist schon ein Drecksack, aber fast schon ein sympatischer Drecksack. :D
greetings
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Dimebag666 hat geschrieben:
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Schnabelrock
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Schnabelrock »

Währenddessen
- wird bekannt, dass mehrere Konzerne (so AT&T) nach der Wahl Trumps hunderttausende $ an seinen Anwalt Cohen gezahlt haben für "Beraterverträge";
- hat sich die frühere Kanzlei des nun-Trump-Anwalts Giuliani (Greenberg Traurig) von diesem getrennt und
- Homeland Security Chefin Nielsen soll ihren Rücktritt unterschrieben, aber noch nicht eingereicht haben.
Ich bin ein Systemling!
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Warpig1975
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Warpig1975 »

Die Reaktionen auf Trumps Entscheidung hier fallen mehrheitlich so aus, wie ich erwartet hatte. Ich würde das gerne mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Ich denke nämlich, dass die Kündigung des sogenannten Atomabkommens mit dem Iran im Kern richtig ist, und es spielt deshalb erstmal keine Rolle, warum Trump so entschieden hat.

Das Abkommen, das völkerrechtlich nie bindend war, da der US-Kongress es nicht ratifiziert hat, war ein guter PR-Coup für Barrack Obama und ein Geschenk an die europäische, insbesondere die deutsche Exportwirtschaft, aber niemals das friedenssichernde Wunderwerk, als das es die meisten Kommentatoren darstellen. Der Iran hat zwar, als Gegenleistung für die Aufhebung von Sanktionen, die Anreicherung von Uran gestoppt, der militärische Teil des iranischen Atomwaffenprogramms, insbesondere die Forschung an Trägersystemen wie Raketen, ist davon nicht berührt. Genau das ist aber der zentrale Teil eines Kernwaffenprogramms, das militärischen Nutzen bringen soll, technisch deutlich schwieriger und teurer, als die Anreicherung von Uran und Konstruktion eines nuklearen Sprengsatzes.

Hinzu kommt, dass das Abkommen dem Iran keinerlei politische Verpflichtung zu einer friedlich-konstruktiven Aussenpolitik auferlegt; weder die Unterstützung für Hisbollah und Hamas, beides Terrororganisationen, noch die Unterstützung des Assad-Regimes mit paramilitärischen Einheiten, noch die Negierung des Existenzrecht Israels, sind Gegenstand irgendwelcher Vereinbarungen gewesen. In dieser völligen Missachtung israelischer Sicherheitsinteressen liegt der eigentliche Kardinalfehler des Abkommens. Das ausgerechnet deutsche Medien und Politiker offenbar mehr Sorge um die Handelsbeziehungen mit Iran empfinden, statt Solidarität und Verständnis für das jüdische Volk, dem von einem theokratisch-faschistoiden Mullah-Regime, dass offen nach der Atombombe strebt, bereits mehrfach mit physischer Vernichtung gedroht worden ist, ist dann nochmal ein besonders widerliches Detail.

Am Ende verhält es sich mit dem Atomdeal, ähnlich wie mit dem Münchener Abkommen von 1938: Ein toller Text, mit dem am Ende dann trotzdem niemand glücklich geworden ist.

Welche Folgen könnte Trumps Entscheidung nun haben? Schwer absehbar, auf einen grossen Krieg im Mittleren Osten wird es aber eher nicht hinauslaufen, denke ich. Dazu sind die konventionellen Streitkräfte des Iran nicht in der Lage, vom letzten direkten Waffengang mit den US-Streitkräften in den 80er Jahren haben sich Marine und Luftwaffe bis heute nicht erholt. Und Israel hat erst unlängst eindrucksvoll demonstriert, wie verwundbar die iranischen Paramilitärs und Vasallentruppen in Syrien sind. Wahrscheinlicher ist, dass man wieder mit der Uran-Anreicherung beginnt, was aber sehr wahrscheinlich zur Folge hätte, dass sich auch die europäischen Staaten den verhängten Sanktionen wieder anschliessen würden.

Stellt sich nun die Frage, was Trump eigentlich mit seiner Entscheidung, die eigentlich niemanden überraschen konnte, bezweckt. Im schlechtesten Fall ging es ihm wieder einmal um den Applaus seiner Kernwählerschaft, im besten Fall hat er den richtigen Instinkt bewiesen und der Iran gerät so unter Druck, dass am Ende ein besseres Abkommen dabei herauskommt. Trumps Verhalten erinnert bisweilen an das eines Gossenschlägers, aber vielleicht bedarf es mitunter eines solchen Rüpels, um eine festgefahrene Situation zu klären.

Ein paar lesenswerte Artikel dazu:

https://www.salonkolumnisten.com/iran-deal-europa/

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... nicht.html

https://mobile.nytimes.com/2018/05/08/o ... ision.html

http://m.faz.net/aktuell/politik/trumps ... 81444.html

https://www.cicero.de/aussenpolitik/don ... men-israel
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Rivers
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Rivers »

Ich denke, dass das ganz einfach eine Bauchentscheidung ist, getroffen zwischen Klogang und Tochterficken, motiviert von einer Handvoll Hinterleute, für die der Iran schon seit Mossadegh ein Dorn im Auge war. Das iranische Atomprogramm ist seit fast 10 Jahren im Arsch und das Abkommen ist ein guter Weg, dass das so bleibt. Den Rest können andere Verträge lösen, wenn man denn mal im Gespräch ist.
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leffas
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von leffas »

Warpig1975 hat geschrieben:Hinzu kommt, dass das Abkommen dem Iran keinerlei politische Verpflichtung zu einer friedlich-konstruktiven Aussenpolitik auferlegt; weder die Unterstützung für Hisbollah und Hamas, beides Terrororganisationen, noch die Unterstützung des Assad-Regimes mit paramilitärischen Einheiten, noch die Negierung des Existenzrecht Israels, sind Gegenstand irgendwelcher Vereinbarungen gewesen.
Dann hätte es aber kein "Anti-Atomabkommen" sein dürfen, worum es (mal von den Raketen abgesehen) ja erstmal ging. Wenn man das alles wollte, was du da ansprichst, hätte man es gleich "Abkommen zur außenpolitischen Katration des Iran" nennen können. Und wäre Doppelmoral par excellence: quot licet iovi, non licet bovi.
Warpig1975 hat geschrieben:Stellt sich nun die Frage, was Trump eigentlich mit seiner Entscheidung, die eigentlich niemanden überraschen konnte, bezweckt. Im schlechtesten Fall ging es ihm wieder einmal um den Applaus seiner Kernwählerschaft, im besten Fall hat er den richtigen Instinkt bewiesen und der Iran gerät so unter Druck, dass am Ende ein besseres Abkommen dabei herauskommt. Trumps Verhalten erinnert bisweilen an das eines Gossenschlägers, aber vielleicht bedarf es mitunter eines solchen Rüpels, um eine festgefahrene Situation zu klären.
Bolton hat es doch schon auf so einer Veranstaltung von Exil-Iranern angekündigt, worum es geht: Regime Change. Hat beim letzten Mal ja schon prima funktioniert.
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NegatroN
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von NegatroN »

Warpig1975 hat geschrieben:Die Reaktionen auf Trumps Entscheidung hier fallen mehrheitlich so aus, wie ich erwartet hatte. Ich würde das gerne mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Ich denke nämlich, dass die Kündigung des sogenannten Atomabkommens mit dem Iran im Kern richtig ist, und es spielt deshalb erstmal keine Rolle, warum Trump so entschieden hat.

Das Abkommen, das völkerrechtlich nie bindend war, da der US-Kongress es nicht ratifiziert hat, war ein guter PR-Coup für Barrack Obama und ein Geschenk an die europäische, insbesondere die deutsche Exportwirtschaft, aber niemals das friedenssichernde Wunderwerk, als das es die meisten Kommentatoren darstellen. Der Iran hat zwar, als Gegenleistung für die Aufhebung von Sanktionen, die Anreicherung von Uran gestoppt, der militärische Teil des iranischen Atomwaffenprogramms, insbesondere die Forschung an Trägersystemen wie Raketen, ist davon nicht berührt. Genau das ist aber der zentrale Teil eines Kernwaffenprogramms, das militärischen Nutzen bringen soll, technisch deutlich schwieriger und teurer, als die Anreicherung von Uran und Konstruktion eines nuklearen Sprengsatzes.

Hinzu kommt, dass das Abkommen dem Iran keinerlei politische Verpflichtung zu einer friedlich-konstruktiven Aussenpolitik auferlegt; weder die Unterstützung für Hisbollah und Hamas, beides Terrororganisationen, noch die Unterstützung des Assad-Regimes mit paramilitärischen Einheiten, noch die Negierung des Existenzrecht Israels, sind Gegenstand irgendwelcher Vereinbarungen gewesen. In dieser völligen Missachtung israelischer Sicherheitsinteressen liegt der eigentliche Kardinalfehler des Abkommens. Das ausgerechnet deutsche Medien und Politiker offenbar mehr Sorge um die Handelsbeziehungen mit Iran empfinden, statt Solidarität und Verständnis für das jüdische Volk, dem von einem theokratisch-faschistoiden Mullah-Regime, dass offen nach der Atombombe strebt, bereits mehrfach mit physischer Vernichtung gedroht worden ist, ist dann nochmal ein besonders widerliches Detail.

Am Ende verhält es sich mit dem Atomdeal, ähnlich wie mit dem Münchener Abkommen von 1938: Ein toller Text, mit dem am Ende dann trotzdem niemand glücklich geworden ist.

Welche Folgen könnte Trumps Entscheidung nun haben? Schwer absehbar, auf einen grossen Krieg im Mittleren Osten wird es aber eher nicht hinauslaufen, denke ich. Dazu sind die konventionellen Streitkräfte des Iran nicht in der Lage, vom letzten direkten Waffengang mit den US-Streitkräften in den 80er Jahren haben sich Marine und Luftwaffe bis heute nicht erholt. Und Israel hat erst unlängst eindrucksvoll demonstriert, wie verwundbar die iranischen Paramilitärs und Vasallentruppen in Syrien sind. Wahrscheinlicher ist, dass man wieder mit der Uran-Anreicherung beginnt, was aber sehr wahrscheinlich zur Folge hätte, dass sich auch die europäischen Staaten den verhängten Sanktionen wieder anschliessen würden.

Stellt sich nun die Frage, was Trump eigentlich mit seiner Entscheidung, die eigentlich niemanden überraschen konnte, bezweckt. Im schlechtesten Fall ging es ihm wieder einmal um den Applaus seiner Kernwählerschaft, im besten Fall hat er den richtigen Instinkt bewiesen und der Iran gerät so unter Druck, dass am Ende ein besseres Abkommen dabei herauskommt. Trumps Verhalten erinnert bisweilen an das eines Gossenschlägers, aber vielleicht bedarf es mitunter eines solchen Rüpels, um eine festgefahrene Situation zu klären.

Ein paar lesenswerte Artikel dazu:

https://www.salonkolumnisten.com/iran-deal-europa/

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... nicht.html

https://mobile.nytimes.com/2018/05/08/o ... ision.html

http://m.faz.net/aktuell/politik/trumps ... 81444.html

https://www.cicero.de/aussenpolitik/don ... men-israel
Du vermischt da zwei Ebenen. Die eine ist die Bewertung des Atomdeals und das andere das Verhalten von Trump. Was den Atomdeal angeht, da gebe ich dir ein Stück weit Recht. Man hat damals nicht ganz zu Unrecht kritisiert, dass er nicht weit genug geht, so wie du das ja auch geschrieben hast. Die Frage war und ist dabei aber, ob mehr überhaupt möglich gewesen wäre. Ich befürchte, dass du den Einfluss der USA und der Staatengemeinschaft überschätzt, wenn du der Ansicht bist, dass ein Vertrag dem Iran vorschreiben könnte, auf die Unterstützung von Hizbollah und Hamas zu verzichten. Die Argumentation der Befürworter der Deals war, dass man das nicht vorschreiben kann, sondern nur dadurch erreicht, dass die gemäßigten Kräfte im Iran die Oberhand gewinnen und der Einfluss der religiösen Hardliner zurückgedrängt wird. Diese Meinung muss man nicht teilen, ich halte sie aber für realistischer und nachhaltiger als die Idee eines gewaltsamen Regime Change, den die neuen Köpfe der US-Außenpolitik gerade anstreben. Und dafür war der Atomdeal ein Schritt in die richtige Richtung.

Aber auch wenn man das nicht so sieht, macht das das aktuelle Vorgehen der USA nicht weniger kritisch. Man ersetzt ja nicht einen schlechten Vertrag durch einen besseren, sondern man bricht einfach einen Vertrag, der einem nicht in den Kram passt. Das Signal ist also vor allem: Verträge mit den USA sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen, wir machen letztlich eh, was wir wollen. Dieses Signal ist Gift für jede Form von internationaler Politik und es ist Gift für eine instabile Region wie den Nahen Osten. Wenn es hier eine Lösung geben kann, dann kann die nur auf Vertrauen und Verlässlichkeit zwischen allen Beteiligten basieren. Denn nur auf dieser Grundlage wird irgendeine der (potentiellen) Militärmächte auf eine Bewaffnung zu verzichten bereit sein, mit der man notfalls den Gegner von der Landkarte blasen kann. Seien das nun A-, B- oder C-Waffen.
Dass im Iran selber durch dieses Vorgehen eben nicht die liberalen Kräfte gestärkt werden, sondern wieder genau die Hardliner, die in letzter Zeit eher wieder ins Hintertreffen geraten sind, ist die nächste Katastrophe, die man damit verursacht.

Ganz davon abgesehen, dass auch Nord-Korea, die ja kurz vor Verhandlungen um einen eigenen Atomdeal mit dem Westen stehen, sehr genau hinschauen werden, wie viel Verlass auf so einen Vertrag ist.

Nein, auch wenn der Obamadeal nicht gut war, Trumps Verhalten macht da nichts besser, sondern alles nur schlechter. Es wird die Sicherheit Israels auch nicht erhöhen, eher im Gegenteil.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Rotstift »

leffas hat geschrieben: Bolton hat es doch schon auf so einer Veranstaltung von Exil-Iranern angekündigt, worum es geht: Regime Change. Hat beim letzten Mal ja schon prima funktioniert.
Es ist wirklich unfassbar, wie wenig man aus vergangenen Fehlern lernen kann. Die USA haben wirklich seit 60 Jahren im Nahen Osten alles falsch gemacht.
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Im übrigen bin ich der Meinung dass die AfD der politische Arm des Rechtsterrorismus ist.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von metalbart »

Volle Zustimmung.
Jetzt jetzt man doch schön wieder eine Eskalationsstufe in Gang.
Trump sind irgendwelche Sichrhitsbedenken beteiligter Drittstatten scheißegal.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von metalbart »

Rotstift hat geschrieben:
leffas hat geschrieben: Bolton hat es doch schon auf so einer Veranstaltung von Exil-Iranern angekündigt, worum es geht: Regime Change. Hat beim letzten Mal ja schon prima funktioniert.
Es ist wirklich unfassbar, wie wenig man aus vergangenen Fehlern lernen kann. Die USA haben wirklich seit 60 Jahren im Nahen Osten alles falsch gemacht.
Und man kann immer noch einen draufsetzen, so traurig das auch ist.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von NegatroN »

Den Salonkommunistentext finde ich nicht besonders überzeugend. Das ist zwar eher als Kommentar denn als Bericht gedacht, aber hier wird nicht nur viel wild durcheinander geworfen, sondern für die zentralen Aussagen auch keinerlei Belege oder nur stichhaltige Argumente gebracht. Das gilt vor allem für die Idee, dass es bei dem Vertrag nicht um Ziele gehen würde, sondern er nur Selbstzweck wäre. Dafür bringt die Autorin keinen einzigen Beleg, es bleibt bei der Behauptung. Dass die IAEA dem Iran bescheinigt, dass er seine Seite des Deals bislang eingehalten hat, wird mit keinem Wort erwähnt.

Der Kommentar in der Welt ist weitestgehend richtig. Sowohl die EU als ganzes wie auch ihre Mitgliedsstaaten haben seit Jahren keine wirkliche Linie in der Nahostpolitik und reagieren eher hilflos als mit einem echten Plan zu agieren. Aber das ändert ja nichts an der Bewertung dieses Themas.

Der Artikel in der Times beleuchtet die innenpolitischen Hintergründe und vor allem Mängel des Abkommens in den USA und hat da sicher auch mit vielem Recht. Aber auch das ändert doch nichts daran, dass die Lösung für ein mangelhaftes Abkommen nicht Vertragsbruch ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Rücksicht auf sämtliche Partner ist.

Beim FAZ-Artikel wundere ich mich ein bisschen, dass du den da auflistest, denn der stützt ja eher das, was wir hier schon geschrieben haben als es in Frage zu stellen.

Richtig schlimm ist dann der letzte von Wolffsohn. Was soll das denn sein? Ein Aneinanderreihen von angeblichen "Fakten" ohne Stringenz und jedes Argument, und die obendrein noch stellenweise so dumm und falsch, dass es beim Lesen weh tut. Schon bei dem Teil hier hab ich eigentlich keine Lust mehr, auch nur einen weiteren Satz von diesem Schmarrn zu lesen (ich hab es trotzdem getan): Fakt ist: Das Atomabkommen wurde im Juli 2015 geschlossen. Der Riesenstrom der Flüchtlinge kam seit September 2015. Der Zusammenhang zwischen dem Abkommen und dem inzwischen deutsch-europäischen Flüchtlings- und damit Gesellschaftsproblem ist also offenkundig. Wahnsinn, wie blöd und unsinnig das ist. Ist das ein Alterego von Dobrindt?
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von Rotstift »

Man sollte eigentlich annehmen, dass ein studierter Historiker den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität kennt. Der Artikel ist wirklich eine intellektuelle Bankrotterklärung.
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Re: Die USA werden uns noch viel Freude bereiten

Beitrag von OriginOfStorms »

Wolffsohn verzapft Mist?
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