George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

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David Lee Hasselhoff
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon David Lee Hasselhoff » 13.05.2019 16:40

Spoiler:
Jaime... ach, scheisse.

Danys heel-turn ist zwar schon sehr lange angebahnt, aber irgendwie fand ich die Art und Weise dann doch seltsam. Auf jeden Fall aber eine gute Wendung. Ich hoffe Jon "you are my queen" ist endlich tot und Arya killt Dany mit seinem ausdruckslosen Holzgesicht. Worauf Arya dann an Gendrys Syphilis eingeht (Plottwist!).

Schon befriedigend. Unter der Prämisse, dass Jon stirbt. Ganz klar. Was ein Pansen.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon DerHorst » 13.05.2019 17:28

Spoiler:
Irgendwie habe ich mich dabei ertappt, wie ich die ganze Folge lang gehofft habe, dass Arya einen völlig sinnlosen Tod stirbt.

Was soll denn jetzt das Finale werden? Jon heult sich in den Tod?

Dany zündet auch noch den Rest der Welt an und hat dann keinen mehr zum Regieren?

Jamie und Cersei haben im Gewölbe überlebt und werden von Tyrion befreit?

Was weiß ich, aber die Serie hat mich doch ein wenig verloren, dabei waren wirklich starke Szenen dabei, auch in den Folgen davor.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon schneezi » 13.05.2019 17:33

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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon oger » 13.05.2019 17:43

Spoiler:
7,5
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon Wishmonster » 13.05.2019 18:01

Tailgunner hat geschrieben:NICHT LESEN WENN IHR DIE FOLGE NOCH NICHT GESEHEN HABT,
auch wenn ich (fast) keine Tode namentlich erwähne!!!!!

Lockere Gedanken.... nachdem ich die Folge einen halben Tag sacken lassen konnte.
Spoiler:
Die Folge hat, wie die letzten 2 auch, wahnsinnig tolle Momente.
Optisch ist das ganz großes Kino, die Darsteller liefern oft ganz groß ab.
Die Story geht (fast) wie erwartet voran, das passt von der Gesamthandlung her schon ganz gut.
Aber: es wird wieder mal einiges "zurechtgehuddelt"
Beim letzten Mal den Drachen vom Himmel geholt und nu läßt Eruron sich so überraschen, echt? Mh.
Und ist Cercei echt so doof, und glaubt, dass der Gegner (der einen Drachen hat der ja FLIEGEN kann!!!) NUR von vorn angreift und auch nur auf der Stadtmauer nach vorn gerichtete Ballisten stehen hat?
Die Goldene Kompanie hätte man auch weg lassen können. Netter Schauwert, aber sonst .. nix :ka:
Der Tod von Varys ist dämlich, es sei denn, man will damit Daenys Wahnsinn und Paranoia darstellen.
Überhaupt, man hätte das Abgleiten in den totalen Wahn über etwas länger darstellen müssen, so wirkt der Gewaltausbruch doch eher etwas sprunghaft... Dass Greyworm hingegen den totalen Overkill bekommt, ist verständlich.
Die Szenen in der Stadt waren unglaublich intensiv.
Cleganebowl, das war groß.
Und... schickes Pferd.

Spoiler:
Sehe ich genau so.

Vor allem das mit der eisernen Flotte. Das hätte man doch letzte Folge haben können/müssen. Oder hatte Drogon da Verstopfungen?

Das mit Varys macht für mich auch wenig Sinn. Wieso musste nur er sterben? Warum nicht auch Tyrion, oder Jon? Verrat haben die laut der irren Königin ja auch begangen.

Die Bilder sind natürlich großartig, vor allem Arya bei ihrer Flucht durch die Stadt. Das war schon beeindruckend. Nur leider legt man mehr Wert auf die ganzen Special Effects als auf die Story.

Arya wird die Königin killen, da bin ich mir ziemlich sicher.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon Endbringer » 13.05.2019 18:37

Oh boy... :o
So im Gesamten betrachtet fand ich es ziemlich genial.
Spoiler:
Jede Szene mit Arya war super, das Ende in den Katakomben fand ich auch sehr passend, die Szene mit der Golden Company war so mächtig, ...
Sicher hätte man einiges besser machen können, aber die Gesamtentwicklung die es nun gab hat mich letztendlich doch überrascht (ja klar hat es sich lange angebahnt, aber ich hätte eher damit gerechnet dass es dann doch nicht so kommt) und ist sehr gut.


*Mit geschlossenen Augen Spoilertags drumrum gefriemelt von Mod*
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon PetePetePete » 13.05.2019 18:51

Spoiler:
Man kommt nicht daran vorbei, den "Heel-Turn" von Daenerys als übers Knie gebrochen zu empfinden. So sehr ich es gutfinde, dass sie der Endgegner für die letzte Folge ist, ihre Transformation hin zur "mad" Seite der Targaryens wurde seit langer Zeit nicht mehr angedeutet, nachdem es in frühen Staffeln ja schon immer mal wieder Anspielungen gab. Aber seitdem Dany über die Meerenge gekommen ist, gab es bis zu ihrem Gespräch mit Jon in der Folge vor der Winterfell-Schlacht, in dem er ihr erklärt, wer er wirklich ist, eigentlich keinerlei Indikatoren dafür, dass sie die verrückte, die wahnsinnige Seite in ihren Genen nicht doch besiegt haben könnte. In der ersten Folge der siebten Staffel proklamiert sie gar, die wolle nicht die Königin der Asche sein. Edit: Obwohl sie natürlich zu einem früheren Zeitpunkt einst gesagt hat, dass sie die sieben Königreiche regieren wird, selbst wenn jene Königreiche um sie herum verbrannt sind.
Ich würde mir wünschen, man hätte diese Entwicklung schon eher in der Staffel beginnen lassen. Und zwar mehr als nur ihre Unfreude über das Misstrauen der Nordmänner. Dort, in der ersten Folge in Winterfell, hätte man uns schon die erste Andeutung geben können. Aber nein, wir kriegen die erste Andeutung in der ersten Szene der zweiten Folge, die dritte Folge ist Battle-only, in der vierten Episode gehts dann los und in der fünften kriegen wir dann dies.

Erneut, wie in der letzten Folge die Euron-Rhaegal-Szene, gibt es erneut sehr unglückliches Writing. Nur hier nicht in nur einer Folge, einer Szene, sondern die Enthüllung, dass die ganze Staffel über eine Charakterentwicklung verschleppt wurde. Sie wurde immer als brutale Herrscherin gezeigt. Als sie Sams Vater nach der Schlacht gegen die Lannisters in der letzten Staffel verbrannt hat, als sie in Mereen 100 Menschen gekreuzigt hat und in vielen anderen, weniger offensichtlichen Momenten.
"Every time a Targaryen is born, the gods flip a coin..." Aerys II., Rhaegar, Viserys, Daenerys. Oder so ähnlich. Denn letztlich denke ich schon, dass Danys Münze auf der richtigen Seite gelandet ist, in den letzten paar Folgen wurde sie nur gedreht.
Das Writing an sich ist nicht widersprüchlich oder inkonsequent, wie ich es heute schon oft gelesen habe, ich finde schlicht zu schnell. Es gab keinerlei Andeutung ihrer wahnsinnigen Seite seit langer Zeit. Andere weit weniger drastische Charakterentwicklungen wurden immer langsam aufgebaut und nicht von jetzt auf gleich etabliert. So funktioniert schlicht kein gutes Storytelling, was wir imo sonst nahezu immer bekommen haben.

Nochmal zu meinem Sermon zur letzten Folge: Endlich ist Euron tot. Hoffentlich. Meine Güte, wie schade. So viel Potenzial, so viel Verschwendung. Magerer Charakter, triviale Beweggründe, das Charaktergewordene Plot-Device.
Andere, nennen wir sie mal sekundäre Antagonisten hatten zehnmal die Strahlkraft von Euron Greyjoy. Zum Beispiel der High Sparrow hatte fünfmal so viel Tiefe und nachvollziehbare, menschliche Beweggründe. Oder Walder Frey. Oder Joffrey, der ja letztlich auch nur sekundär war, was wir damals aber ja noch nicht so recht wussten.

Aber schauen wir erstmal auf den Rest der Folge.
Es gibt viele Turning Points in dieser Folge. Arya entscheidet sich gegen die Rache, Jon entscheidet sich gegen das Schlachten und tötet sogar einen seiner Männer, Tyrion stellt fest, dass er Unrecht hatte, Dany hat selbstverständlich einen sehr extremen Wendepunkt in dieser Folge, Greyworm als er sich fürs Schlachten entscheidet, Jaimie hat nen kleinen Punkt als er Euron angreift statt direkt zu Cersei zu gehen, Cersei als sie entgültig realisiert, dass sie in großer Gefahr ist... dieser rote Faden quer durch die Folge ist exzellentes Writing.

Das cinematographische Highlight der Folge ist ziemlich klar die Aufnahme vor dem Clegane-Bowl kurz nachdem Cersei am Hound vorbeigeht. Man sieht Sandor von hinten ein gutes Dutzend Stufen unter Ser Gregor, über ihnen sieht man Drogons Flammenstrahl am Himmel und Sandor hat in der ganzen Serie noch nie so klein ausgesehen. Fantastisch.

Die Prophezeihung über Cerseis Tod scheint nun tatsächlich ein reines Element der Bücher zu sein, es sei denn sie hätte das überlebt, was ich nicht glaube. Und selbst wenn, welcher Valonqar sollte sie erdrosseln? Eben. Dafür gibt es keinen Grund mehr.
Die Prophezeihung, die Vorhersage, deren Nicht-eintreten mich jedoch mehr stört, ist Branns Gespräch mit Jaimie in der Folge vor der Winterfellschlacht. Brann sagt soviel wie, alles was du getan hast, hat dich hierher geführt, hier wo du uns helfen wirst, oder so ähnlich. Ich hatte da weit mehr hereininterpretiert und dachte erst, er würde in der langen Nacht eine wichtigere Rolle spielen - das war nicht der Fall. Also dachte ich, es wäre wichtig für ihn, eine Veränderung in Winterfell zu durchlaufen, damit er bei seiner Rückkehr nach Kings Landing einen wichtigen Teil zur Konklusion der Story beiträgt - dies war scheinbar auch nicht der Fall, denn Euron war auf dem Weg nach draußen. Dessen Tod war der unbedeutendste der ganzen Folge. War war also das wichtige, was Jaimie im Norden tun musste? Brienne schwängern? Bron High Garden versprechen? Sicherstellen, dass Cersei stirbt? Wäre Jaimie nicht zu Cersei gekommen, sie wäre so oder so gestorben. Die Glocken läuten? Gehen wir davon aus, dass Jaimie die ersten Glocken geläutet hat? Ich dachte es, zumindest bislang. Ich gucke die Folge nachher nochmal und schaue genauer hin. Dennoch, das Glockenläuten hat nichts gebracht. Dany wäre so oder so Batshit-Crazy geworden.
Schade, dass diese sehr gute Szene (Jaimie/Brann) im Endeffekt keine Auswirkungen hatte. Letztlich hatte Branns Entscheidung, niemandem davon zu erzählen, dass Jaimie ihn zum Krüppel gemacht hat, also keine höhere Bedeutung. Hätte er es getan, es hätte sich nichts geändert. Stand jetzt zumindest.
Ein trauriges, aber sehr antiklimaktisches Ende der Lannister-Zwillinge. Neun Staffeln dafür, dass am Ende vermutlich niemand ihre Leichen findet, geschweige denn ihren Tod bezeugt sind enttäuschend. Lena Headey dennoch mit überragender schauspielerischer Leistung. Sobald Dany beim Glockenläuten losfliegt, ist sie in jeder Einstellung ein Stück weit mehr verängstigt, entsetzt und auch hoffnungslos je weiter die Folge und die Zerstörung voranschreiten und die Chancen auf ihr Überleben und das ihres Kindes schwinden.

Und auch wenn mir das Writing für den Übergang von Daenerys zu Darth Khaleesi nicht gefällt, Emilia Clarke macht hier nen exzellenten Job um das Script zu verkaufen. Das Script ist halt nicht gut, aber das ist ja nicht ihre Schuld.
"I don't have love here, only fear" ist eine von Danys Zeilen (in diesem Fall an Jon gerichtet) und einer der wenigen Momente wo die Schreiber versuchen, die Entwicklung verständlicher zu machen. Ebenso ihre Ansage an Tyrion, dass ihre Stärke in der Tat Gnade ist, jedoch Gnade für die kommenden Generationen, nicht die der derzeitigen. Also man hat schon versucht, dieses schreiberische Jumbo-Mumbo dem Zuschauer zu verkaufen, nur reicht es eben nicht. Ein paar Aufnahmen, ein paar Zeilen über die gesamte Dauer der Staffel und es wäre weit, weit weniger erzwungen und dadurch besser gewesen.

Und dann liest man vor einiger Zeit einen Artikel darüber, dass HBO ne Menge, Menge Cash lockermachen wollte, um den Showrunnern mehr als sechs Folgen zu ermöglichen, welches diese jedoch ablehnten, da sie der Meinung waren, sechs Folgen seien genug. Warum? Weiß keiner.

Die Musik war, wie im Rest der Staffel schon, absolut fantastisch. Als Daenerys die Unschuldigen verkohlt läuft bspw der selbe Track wie damals als Cersei die Sept of Balor hochgejagt hat, nur dieses mal ist das Musikstück dunkler, leicht verzerrt. Denn im Gegensatz zum Aufstieg von Cersei, ist dies nun ihr großer Downfall.
Auch läuft an Stellen der Folge eine verzerrte Version des Stücks, das lief als Jon und Dany auf dem Schiff gevögelt haben. Und ich meine, es lief auch in der Liebesszene nach Jons erstem Drachenritt.

Ein Detail, das mir nicht aufgefallen ist, jedoch einem Redditor, dessen Sermon ich gerade gelesen habe, ist, dass wir normalerweise Danys Drachenritte immer aus ihrer Perspektive sehen, wir fliegen sozusagen mit ihr - beim Angriff auf die Iron Fleet dieses mal nicht. Weil sie eben nicht mehr auf "unserer" Seite ist.
Ebenso gibt es kaum Nahaufnahmen von Dany und Drogon, wie es sie sonst immer und regelmäßig gibt. Erneut, vermutlich, um Distanz zwischen ihr und dem Publikum aufzubauen.

Aryas Plot-Armor war schon ein wenig over the top. Ich finde das nicht allzu schlimm, viele andere aber ja schon. Aber gut, dass "wir" durch ihre Sicht einen Blick ins Chaos bekommen. Natürlich hatte ich nie Angst, dass sie da mitten im Pöbel, von der Welt unbemerkt stirbt, aber dramatisch ohne Ende waren die Szenen dennoch.
Ich denke, Arya wird nächste Woche in irgendeiner Weise im Sturz von Daenerys involviert sein. Sie hat all das Elend, all die Zerstörung gesehen, die die neue Königin gebracht hat. Mit ihr persönlich hat sie vielleicht keine offene Rechung wie mit Cersei, aber wie dieses Forum beweist, man kann in jeder Situation eine Liste erstellen. Meistens von Maiden-Alben, manchmal aber auch von Menschen, die man umbringen will.
Das impliziert auch Aryas Blick zu Daenerys im Preview zur kommenden Folge.

Ich bin sehr gespannt, was genau passieren wird, denn das kann jetzt in sehr viele Richtungen gehen. Alle laufen aufs selbe Ziel hinaus (Dany muss sterben, ihre Armee sich zerstreuen und man wird versuchen stattdessen Jon auf den Thron zu setzen), aber wie das genau ablaufen soll? Kein Plan. Und ob das was wird? Kein Plan.
Tyrion hat niemanden mehr, mit dem er konspirieren könnte, werden Jon und Davos zu Meuchlern? Nein.
Es muss letztlich fast Arya werden, denn ich sehe nicht wirklich, dass Varys' letzte Briefe jemanden erreichen könnten, der etwas hat, was eine Streitmacht genannt werden könnte. Die Dornischen sind auf den Schiffen gestorben als Euron sie und Yara angegriffen hat, Yara hat nur ne handvoll Schiffe, High Garden wurde von Cersei ausgenommen und auch leerrekrutiert, die Flusslande waren ebenso Teil der zerstörten Lannisterarmee, die Sturmlande ja eigentlich auch, der Norden ist leer... da ist niemand mehr in Westeros außer den anwesenden Nordmännern, die Dothraki und Unsullied gegenüberstehen würden, selbst wenn Dany ermordet und Drogon dabei ebenfalls draufgehen würde.
Finstere Aussichten.

Dennoch: optisch eine fantastische Episode und abseits von Danys überstürztem Wandel zur dunklen Seite der Macht, eine tolle Folge. Obwohl so irre viel passiert ist, letztlich aber doch nur eine set-up Folge fürs große Finale nächste Woche.
Meine Highlights sind klar der Clegane-Bowl, die von mir bislang noch gar nicht erwähnte Szene von Jaimie und Tyrion, jede Einstellung von Cersei, die schauspielerischen Leistungen von Emilia Clarke, Lena Headey und Maisie Williams, aber auch von Sandor Clegane, dessen Schauspielername mir nie einfallen will, in der Szene, in der er Arya zum Umkehren bewegt. Außerdem gut gemacht fand ich das Full-Circle Ende der Lannisterzwillinge, auch wenn ich mir persönlich etwas anderes für Jaimie gewünscht hätte. Die wenigen Einstellungen von Davos und Jon am Ende der Schlacht waren großartig, man nimmt den beiden sofort ab, dass sie sich ohne Worte verständigen können.
Achja, Qyburns Tod. Super. Hat nochmal gezeigt, was für ne Leichtigkeit es für Ser Gregor ist, nahezu jeden Menschen des Kontinents mit einem Schlag (oder Wurf) zu töten und umso auszeichnender für Sandor, dass er so lange standgehalten hat, obwohl er ja eigentlich die ganze Zeit eingesteckt hat.
Und die ganze Anfangssequenz mit Varys war ebenfalls sehr, sehr gut.
Ich hoffe, das Finale macht die weniger tollen Momente der letzten beiden Folgen wieder wett.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon PetePetePete » 13.05.2019 18:52

Endbringer hat geschrieben:Oh boy... :o

Posting editieren und Spoilertags drum, aber flott!
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon David Lee Hasselhoff » 13.05.2019 19:59

Ich muss sagen, dass mir diese Episode die Staffel gerettet hat. Es ist nur frustrierend, dass die Showrunner auf dem Weg dorthin so oft stolpern. Wenn ich dann lese, dass sie mehr Folgen ausgeschlagen haben, fällt mir echt der Kopf in Scheiben ab. Da stimm ich nämlich voll zu: vieles wäre alleine schon mit entschleunigtem Tempo besser gewesen.

Spoiler:
Fand das Ende von Cersei übrigens toll. Prophezeiung hin oder her. Den Cleganebowl dagegen eher mäßig. Sandor hat so viel mitgemacht, dass ich diese Reduktion auf die pure Rache nicht mehr nachvollziehen kann.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon oger » 13.05.2019 20:24

PetePetePete hat geschrieben:
Spoiler:
Man kommt nicht daran vorbei, den "Heel-Turn" von Daenerys als übers Knie gebrochen zu empfinden. So sehr ich es gutfinde, dass sie der Endgegner für die letzte Folge ist, ihre Transformation hin zur "mad" Seite der Targaryens wurde seit langer Zeit nicht mehr angedeutet, nachdem es in frühen Staffeln ja schon immer mal wieder Anspielungen gab. Aber seitdem Dany über die Meerenge gekommen ist, gab es bis zu ihrem Gespräch mit Jon in der Folge vor der Winterfell-Schlacht, in dem er ihr erklärt, wer er wirklich ist, eigentlich keinerlei Indikatoren dafür, dass sie die verrückte, die wahnsinnige Seite in ihren Genen nicht doch besiegt haben könnte. In der ersten Folge der siebten Staffel proklamiert sie gar, die wolle nicht die Königin der Asche sein. Edit: Obwohl sie natürlich zu einem früheren Zeitpunkt einst gesagt hat, dass sie die sieben Königreiche regieren wird, selbst wenn jene Königreiche um sie herum verbrannt sind.
Ich würde mir wünschen, man hätte diese Entwicklung schon eher in der Staffel beginnen lassen. Und zwar mehr als nur ihre Unfreude über das Misstrauen der Nordmänner. Dort, in der ersten Folge in Winterfell, hätte man uns schon die erste Andeutung geben können. Aber nein, wir kriegen die erste Andeutung in der ersten Szene der zweiten Folge, die dritte Folge ist Battle-only, in der vierten Episode gehts dann los und in der fünften kriegen wir dann dies.

Erneut, wie in der letzten Folge die Euron-Rhaegal-Szene, gibt es erneut sehr unglückliches Writing. Nur hier nicht in nur einer Folge, einer Szene, sondern die Enthüllung, dass die ganze Staffel über eine Charakterentwicklung verschleppt wurde. Sie wurde immer als brutale Herrscherin gezeigt. Als sie Sams Vater nach der Schlacht gegen die Lannisters in der letzten Staffel verbrannt hat, als sie in Mereen 100 Menschen gekreuzigt hat und in vielen anderen, weniger offensichtlichen Momenten.
"Every time a Targaryen is born, the gods flip a coin..." Aerys II., Rhaegar, Viserys, Daenerys. Oder so ähnlich. Denn letztlich denke ich schon, dass Danys Münze auf der richtigen Seite gelandet ist, in den letzten paar Folgen wurde sie nur gedreht.
Das Writing an sich ist nicht widersprüchlich oder inkonsequent, wie ich es heute schon oft gelesen habe, ich finde schlicht zu schnell. Es gab keinerlei Andeutung ihrer wahnsinnigen Seite seit langer Zeit. Andere weit weniger drastische Charakterentwicklungen wurden immer langsam aufgebaut und nicht von jetzt auf gleich etabliert. So funktioniert schlicht kein gutes Storytelling, was wir imo sonst nahezu immer bekommen haben.

Nochmal zu meinem Sermon zur letzten Folge: Endlich ist Euron tot. Hoffentlich. Meine Güte, wie schade. So viel Potenzial, so viel Verschwendung. Magerer Charakter, triviale Beweggründe, das Charaktergewordene Plot-Device.
Andere, nennen wir sie mal sekundäre Antagonisten hatten zehnmal die Strahlkraft von Euron Greyjoy. Zum Beispiel der High Sparrow hatte fünfmal so viel Tiefe und nachvollziehbare, menschliche Beweggründe. Oder Walder Frey. Oder Joffrey, der ja letztlich auch nur sekundär war, was wir damals aber ja noch nicht so recht wussten.

Aber schauen wir erstmal auf den Rest der Folge.
Es gibt viele Turning Points in dieser Folge. Arya entscheidet sich gegen die Rache, Jon entscheidet sich gegen das Schlachten und tötet sogar einen seiner Männer, Tyrion stellt fest, dass er Unrecht hatte, Dany hat selbstverständlich einen sehr extremen Wendepunkt in dieser Folge, Greyworm als er sich fürs Schlachten entscheidet, Jaimie hat nen kleinen Punkt als er Euron angreift statt direkt zu Cersei zu gehen, Cersei als sie entgültig realisiert, dass sie in großer Gefahr ist... dieser rote Faden quer durch die Folge ist exzellentes Writing.

Das cinematographische Highlight der Folge ist ziemlich klar die Aufnahme vor dem Clegane-Bowl kurz nachdem Cersei am Hound vorbeigeht. Man sieht Sandor von hinten ein gutes Dutzend Stufen unter Ser Gregor, über ihnen sieht man Drogons Flammenstrahl am Himmel und Sandor hat in der ganzen Serie noch nie so klein ausgesehen. Fantastisch.

Die Prophezeihung über Cerseis Tod scheint nun tatsächlich ein reines Element der Bücher zu sein, es sei denn sie hätte das überlebt, was ich nicht glaube. Und selbst wenn, welcher Valonqar sollte sie erdrosseln? Eben. Dafür gibt es keinen Grund mehr.
Die Prophezeihung, die Vorhersage, deren Nicht-eintreten mich jedoch mehr stört, ist Branns Gespräch mit Jaimie in der Folge vor der Winterfellschlacht. Brann sagt soviel wie, alles was du getan hast, hat dich hierher geführt, hier wo du uns helfen wirst, oder so ähnlich. Ich hatte da weit mehr hereininterpretiert und dachte erst, er würde in der langen Nacht eine wichtigere Rolle spielen - das war nicht der Fall. Also dachte ich, es wäre wichtig für ihn, eine Veränderung in Winterfell zu durchlaufen, damit er bei seiner Rückkehr nach Kings Landing einen wichtigen Teil zur Konklusion der Story beiträgt - dies war scheinbar auch nicht der Fall, denn Euron war auf dem Weg nach draußen. Dessen Tod war der unbedeutendste der ganzen Folge. War war also das wichtige, was Jaimie im Norden tun musste? Brienne schwängern? Bron High Garden versprechen? Sicherstellen, dass Cersei stirbt? Wäre Jaimie nicht zu Cersei gekommen, sie wäre so oder so gestorben. Die Glocken läuten? Gehen wir davon aus, dass Jaimie die ersten Glocken geläutet hat? Ich dachte es, zumindest bislang. Ich gucke die Folge nachher nochmal und schaue genauer hin. Dennoch, das Glockenläuten hat nichts gebracht. Dany wäre so oder so Batshit-Crazy geworden.
Schade, dass diese sehr gute Szene (Jaimie/Brann) im Endeffekt keine Auswirkungen hatte. Letztlich hatte Branns Entscheidung, niemandem davon zu erzählen, dass Jaimie ihn zum Krüppel gemacht hat, also keine höhere Bedeutung. Hätte er es getan, es hätte sich nichts geändert. Stand jetzt zumindest.
Ein trauriges, aber sehr antiklimaktisches Ende der Lannister-Zwillinge. Neun Staffeln dafür, dass am Ende vermutlich niemand ihre Leichen findet, geschweige denn ihren Tod bezeugt sind enttäuschend. Lena Headey dennoch mit überragender schauspielerischer Leistung. Sobald Dany beim Glockenläuten losfliegt, ist sie in jeder Einstellung ein Stück weit mehr verängstigt, entsetzt und auch hoffnungslos je weiter die Folge und die Zerstörung voranschreiten und die Chancen auf ihr Überleben und das ihres Kindes schwinden.

Und auch wenn mir das Writing für den Übergang von Daenerys zu Darth Khaleesi nicht gefällt, Emilia Clarke macht hier nen exzellenten Job um das Script zu verkaufen. Das Script ist halt nicht gut, aber das ist ja nicht ihre Schuld.
"I don't have love here, only fear" ist eine von Danys Zeilen (in diesem Fall an Jon gerichtet) und einer der wenigen Momente wo die Schreiber versuchen, die Entwicklung verständlicher zu machen. Ebenso ihre Ansage an Tyrion, dass ihre Stärke in der Tat Gnade ist, jedoch Gnade für die kommenden Generationen, nicht die der derzeitigen. Also man hat schon versucht, dieses schreiberische Jumbo-Mumbo dem Zuschauer zu verkaufen, nur reicht es eben nicht. Ein paar Aufnahmen, ein paar Zeilen über die gesamte Dauer der Staffel und es wäre weit, weit weniger erzwungen und dadurch besser gewesen.

Und dann liest man vor einiger Zeit einen Artikel darüber, dass HBO ne Menge, Menge Cash lockermachen wollte, um den Showrunnern mehr als sechs Folgen zu ermöglichen, welches diese jedoch ablehnten, da sie der Meinung waren, sechs Folgen seien genug. Warum? Weiß keiner.

Die Musik war, wie im Rest der Staffel schon, absolut fantastisch. Als Daenerys die Unschuldigen verkohlt läuft bspw der selbe Track wie damals als Cersei die Sept of Balor hochgejagt hat, nur dieses mal ist das Musikstück dunkler, leicht verzerrt. Denn im Gegensatz zum Aufstieg von Cersei, ist dies nun ihr großer Downfall.
Auch läuft an Stellen der Folge eine verzerrte Version des Stücks, das lief als Jon und Dany auf dem Schiff gevögelt haben. Und ich meine, es lief auch in der Liebesszene nach Jons erstem Drachenritt.

Ein Detail, das mir nicht aufgefallen ist, jedoch einem Redditor, dessen Sermon ich gerade gelesen habe, ist, dass wir normalerweise Danys Drachenritte immer aus ihrer Perspektive sehen, wir fliegen sozusagen mit ihr - beim Angriff auf die Iron Fleet dieses mal nicht. Weil sie eben nicht mehr auf "unserer" Seite ist.
Ebenso gibt es kaum Nahaufnahmen von Dany und Drogon, wie es sie sonst immer und regelmäßig gibt. Erneut, vermutlich, um Distanz zwischen ihr und dem Publikum aufzubauen.

Aryas Plot-Armor war schon ein wenig over the top. Ich finde das nicht allzu schlimm, viele andere aber ja schon. Aber gut, dass "wir" durch ihre Sicht einen Blick ins Chaos bekommen. Natürlich hatte ich nie Angst, dass sie da mitten im Pöbel, von der Welt unbemerkt stirbt, aber dramatisch ohne Ende waren die Szenen dennoch.
Ich denke, Arya wird nächste Woche in irgendeiner Weise im Sturz von Daenerys involviert sein. Sie hat all das Elend, all die Zerstörung gesehen, die die neue Königin gebracht hat. Mit ihr persönlich hat sie vielleicht keine offene Rechung wie mit Cersei, aber wie dieses Forum beweist, man kann in jeder Situation eine Liste erstellen. Meistens von Maiden-Alben, manchmal aber auch von Menschen, die man umbringen will.
Das impliziert auch Aryas Blick zu Daenerys im Preview zur kommenden Folge.

Ich bin sehr gespannt, was genau passieren wird, denn das kann jetzt in sehr viele Richtungen gehen. Alle laufen aufs selbe Ziel hinaus (Dany muss sterben, ihre Armee sich zerstreuen und man wird versuchen stattdessen Jon auf den Thron zu setzen), aber wie das genau ablaufen soll? Kein Plan. Und ob das was wird? Kein Plan.
Tyrion hat niemanden mehr, mit dem er konspirieren könnte, werden Jon und Davos zu Meuchlern? Nein.
Es muss letztlich fast Arya werden, denn ich sehe nicht wirklich, dass Varys' letzte Briefe jemanden erreichen könnten, der etwas hat, was eine Streitmacht genannt werden könnte. Die Dornischen sind auf den Schiffen gestorben als Euron sie und Yara angegriffen hat, Yara hat nur ne handvoll Schiffe, High Garden wurde von Cersei ausgenommen und auch leerrekrutiert, die Flusslande waren ebenso Teil der zerstörten Lannisterarmee, die Sturmlande ja eigentlich auch, der Norden ist leer... da ist niemand mehr in Westeros außer den anwesenden Nordmännern, die Dothraki und Unsullied gegenüberstehen würden, selbst wenn Dany ermordet und Drogon dabei ebenfalls draufgehen würde.
Finstere Aussichten.

Dennoch: optisch eine fantastische Episode und abseits von Danys überstürztem Wandel zur dunklen Seite der Macht, eine tolle Folge. Obwohl so irre viel passiert ist, letztlich aber doch nur eine set-up Folge fürs große Finale nächste Woche.
Meine Highlights sind klar der Clegane-Bowl, die von mir bislang noch gar nicht erwähnte Szene von Jaimie und Tyrion, jede Einstellung von Cersei, die schauspielerischen Leistungen von Emilia Clarke, Lena Headey und Maisie Williams, aber auch von Sandor Clegane, dessen Schauspielername mir nie einfallen will, in der Szene, in der er Arya zum Umkehren bewegt. Außerdem gut gemacht fand ich das Full-Circle Ende der Lannisterzwillinge, auch wenn ich mir persönlich etwas anderes für Jaimie gewünscht hätte. Die wenigen Einstellungen von Davos und Jon am Ende der Schlacht waren großartig, man nimmt den beiden sofort ab, dass sie sich ohne Worte verständigen können.
Achja, Qyburns Tod. Super. Hat nochmal gezeigt, was für ne Leichtigkeit es für Ser Gregor ist, nahezu jeden Menschen des Kontinents mit einem Schlag (oder Wurf) zu töten und umso auszeichnender für Sandor, dass er so lange standgehalten hat, obwohl er ja eigentlich die ganze Zeit eingesteckt hat.
Und die ganze Anfangssequenz mit Varys war ebenfalls sehr, sehr gut.
Ich hoffe, das Finale macht die weniger tollen Momente der letzten beiden Folgen wieder wett.




Spoiler:
Die aufgrund der hohen Geschwindigkeit zunehmend dünnere Charakterzeichnung nimmt der Geschichte schon etwas ihrer Besonderheit.
Ein paar Figuren kommen dabei erzähltechnisch unter die Räder und laufen oft nur orientierungslos in der (beeindruckenden) Szenerie herum oder werden im Eiltempo abgeräumt.
Schade, dass man sich nicht noch zwei Folgen Zeit gelassen hat, wenn es schon nicht am Geld gescheitert ist.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon Leviathane » 13.05.2019 20:31

Spoiler:
Heute hatte ich auch sehr extrem das Gefühl, das jetzt alles sehr schnell zu Ende gebracht wird. So 2-3 Folgen mehr und vor allen Dingen die Wandlung von Dany wäre nicht so abrupt.

Tja, Jamie. Hatte ja irgendwie gehofft, das er nicht nach KL zurück ist um wieder bei Cersei anzukriechen. Den Tod von beiden fand ich doch ziemlich unspektakulär. Hatte mit mehr gerechnet, besonders bei Cersei. Hab mir übrigens gerade noch mal die Prophezeiung in der Serie angesehen. Von dem kleinen Bruder war da nicht die Rede.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon judetheobscure » 13.05.2019 22:47

Spoiler:


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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon borsti » 14.05.2019 07:03

Um Gottes Willen...

Spoiler:
Es gab in der aktuellen Folge durchaus Momente, die ich toll fand:

Die Szene zwischen Tyrion und Jamie war sehr emotional und hat die Handlung um die beiden Brüder halbwegs ordentlich zu Ende gebracht.

Auch das überraschend emotionale Ende von Cersei und Jamie fand ich gut, auch wenn es natürlich ein wenig viel "Hollywood-Magie" war, dass es Jamie am Ende doch noch bis zu ihr schafft.

Die Darstellung von Kampf und Zerstörung dürfte im Serien-Segment wohl ihresgleichen suchen.

Was sie jedoch mit Dany gemacht haben, geht für mich auf keine Kuhhaut. Ja, es gab immer mal wieder kleinere Andeutungen, dass sie vielleicht doch nicht die heißeste Anwärterin auf den Friedensnobelpreis von Westeros ist und sie war auch in der Vergangenheit nicht immer zimperlich, wenn es um die Erreichung ihrer Ziele geht.

Aber das sie urplötzlich zur Comicbuch-Bösewichtin mutiert, die nur noch von blanker Mordlust getrieben wird, hat nichts mit Charakterentwicklung zu tun. Das ist eine der am krampfhaftesten und stümperhaftesten zusammengeschusterten "Charakter-Wandlungen", die es je auf der Mattscheibe zu sehen gab, sorry.

Ja, ich weiß: Die Endhüllung von Jons Herkunft und der mögliche Verlust ihres Thronanspruchs, der Verlust des zweiten Drachen (auch ziemlich lieblos herbeikonstruiert), die Zurückweisung der körperlichen Liebe durch Jon - alles nicht so leicht. Aber trotzdem: Nein! So nicht!

Man hätte einen solch krassen Twist vielleicht schon irgendwie auf den Weg bringen können aber dafür wäre definitiv mehr nötig gewesen, als ein paar Einzelszenen im Verlauf dieser sehr kurzen Staffel, um das einigermaßen glaubwürdig zu machen. Und selbst dann wäre das, was sie am Ende abzieht, einfach noch 25 Stufen zu extrem gewesen.

Dabei hat es die Serie mehrfach gezeigt, wie man wahnsinnige Charaktere glaubhaft protraitiert. Bei Cersei wurde sogar der Wandel hin zur kaltherzigen Gewaltherrscherin glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt - über mehrere Staffeln und sehr viele ineinandergewobene Handlungsstränge hinweg. Nur so konnte eine Szene, wie das Sprengen der Septe überhaupt fuktionieren. Doch das war nun alles egal, denn binnen einer einzigen Folge musste sie diesen Platz nun für Dany räumen, die wie aus dem Nichts einfach noch 1000 Mal schlimmer als Cersei ist.

Man kann das immer noch gut finden, weil es unterhaltsame und extrem aufwändig produzierte TV-Kost ist, aber wenn man sich vor Augen hält, dass eine glaubwürdige und gewissenhafte Charakterentwicklung das eigentliche Fundament von Martins Geschichte ist, dann ist diese achte Staffel so etwas wie ein Totalschaden. Leider.

Einfach nein!
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon infected » 14.05.2019 07:56

Ich halte mich ja größtenteils aus den Diskussionen hier heraus, da ich wenig sinnvolles beitragen kann, aber bezüglich der Kritik an Daenerys:

Spoiler:
So auf die gesamte Serie hin betrachtet kommt Die Wandlung doch nicht überraschend, das ganze hatte sich doch immer wieder in den letzten Staffeln angedeutet. DIe hatte da doch immer wieder ihre Aussetzer, die mal mehr mal weniger von ihrem Umfeld eingefangen wurden. Auch das ihr Zusammenbruch jetzt so schnell geht finde ich nachvollziehbar angesichts der ganzen Dinge, die in kürzester Zeit auf sie einprasselten. Den Stimmungswandel in ihrem Umfeld in der Folge davor hin zur letzten Folge fand ich da eher problematisch, da der Punkt stellenweise etwas schludrig geschrieben wirkte. Eine Folge mehr hätte das ganze wohl etwas runder und weniger holprig gestalten können.

Hier wird das auch ganz gut zusammengefasst bzgl. der sich bereits lange andeutenden Wendung:

Game of Thrones’ dark turn for Daenerys has been long in the making

Meine 5 Ct. zur Kritik bezüglich ihrer Wandlung: Manche Kritik, die ich gestern/heute gelesen hatte wirkt auf mich auch teilweise so, als wären die Leute sauer, dass ihnen ein wie auch immer geartetes Happy End mit ihr auf dem Thron verwehrt bleibt und auch der letzte (eigentlich gar nicht so) "gute" Charakter mit Chancen auf den Thron moralisch versaut wurde (wobei da teilweise gerne über ihre Schwächen hinweggesehen wurde, s. Artikel). Was für mich in diesem ganzen Mahlstrom aus Blut, Gedärm und Asche in Serienform aber nur konsequent ist, das auch sie hier mit hinabgerissen wurde.
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Re: George R. R. Martin - A Song Of Ice And Fire

Beitragvon ego » 14.05.2019 08:41

um Inhalt will ich gar nicht viel sagen, bin noch zu geplättet und muss vielleicht noch ein paar mal anschauen.

Aber irgendwie haben mich viele Einstellungen und die Bildsprache extrem an Star Wars erinnert (die guten Teile). Dachte öfter mal, wow da könnte jetzt auch Darth stehen oder der eine oder andere Luke Blick. Kann die Szenen jetzt im nachhinein nicht nennen aber irgendwie war es da. Vielleicht lag es auch einfach an der Verknüpfung von Bild, Ausdruck und Musik.
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