The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

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chaosbraut78
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von chaosbraut78 »

NegatroN hat geschrieben: 05.02.2021 09:58
Sambora hat geschrieben: 05.02.2021 08:20
Apparition hat geschrieben: 04.02.2021 21:09 Bei Gerd Scobel äußert sich gerade die Vorsitzende des deutschen Ethikrats zu genau dem Thema. Sie betont auch die Vertragsfreiheit von Privatanbietern und meint, dass diese lediglich bei Angeboten übergangen werden könnte, die eine ganz basale Teilhabe am Leben darstellen. Ich gehe mal davon aus, dass Konzertveranstalter, Resaurantbetreiber etc. dazu nicht gehören.
Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Monaten versucht habe, irgendwelchen Leerdenkern den Begriff "Hausrecht" zu erklären.
Es gibt im privaten Bereich quasi keine Fälle von Kontrahierungszwang. Mein Laden - meine Regeln!
Selbst bei den basalen Dingen des Lebens gilt das meist. Sprich: ein Supermarktbetreiber hat sehr wohl das Recht, einen Kunden, der beispielsweise keinen MNS trägt, vor die Tür zu setzen.
Ja. Aber dass es rechtlich in Ordnung ist, bedeutet ja nicht, dass es dadurch auch gut oder gesellschaftlich akzeptabel wäre. Das ist ja die Ebene, um der es chaosbraut hier vermutlich geht und nicht um die juristische Klärung.
Wie gesagt, in meinen Augen ist das Hausrecht des Clubbetreibers ein völlig anderes Thema.
Eventim möchte eine politische Entscheidung, die faktisch das Monopol des Unternehmens ausweitet. Ich persönlich bin mir tatsächlich uneins, inwiefern ich eine solche Entscheidung ethisch bewerte.
Natürlich wünsche ich mir persönlich lieber gestern als heute eine Lockerung. Ich halte aber die gesellschaftliche Tragweite einer Lockerung nur für Geimpfte für immens. Ich befürchte da eine zusätzliche gesellschaftliche Spaltung, und das ist ein hoher Preis für ein paar Monate früher tanzen.

Dass ich bei Eventim so steil gehe, liegt an deren eh schon riesigen Macht.
Die Veranstaltungsbranche wird von Corona bekannterweise völlig gebeutelt und das Ende ist nicht absehbar. Die kleinen und unabhängigen Clubs und Veranstalter kämpfen ums Überleben und die großen Konzerne sind auf Einkaufstour. Wenn man in ein paar Monaten oder Jahren noch eine unabhängige Subkultur-Szene haben will, muss man halt jetzt dafür sorgen, dass davon etwas überlebt. Sonst steht danach überall Eventim oder Live Nation dran.
...Aber wisse, dass gerade jetzt und heutzutage diese Menschen mehr denn je davon überzeugt sind, vollkommen frei zu sein; und dabei haben sie selbst uns ihre Freiheit dargebracht und sie uns gehorsam zu Füßen gelegt. ...
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Apparition »

NegatroN hat geschrieben: 05.02.2021 13:44
chaosbraut78 hat geschrieben: 05.02.2021 13:31Ist in meinen Augen ein völlig anderes Thema. Eventim hat kein Hausrecht über die Clubs, für die es Tickets verkauft.
Das bekommen sie aber auch nicht mit einem elektronischen System, das die Info abfragt. Die Entscheidung, an wen ein Ticket verkauft werden soll, trifft in jedem Fall der Veranstalter und nicht Eventim.
Eventuell ist ein Kartenverkäufer, der eine entsprechende Infrastruktur anbietet, mit der zuverlässig nur geimpfte reinkommen, als Partner für Veranstalter attraktiver als einer, der das nicht kann - oder überhaupt erst. Mit einer Hebelwirkung über das ende der Pandemie hinaus. Inwieweit das beim eh schon vorhandenen Quasi-Monopol von Eventim noch eine Rolle spielt, kann ich aber nicht einschätzen.
Ihr macht Euch das zu einfach. Ihr versucht hier immer, beide Seiten zu verstehen.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von NegatroN »

Das überzeugt mich nicht. IMO geht es da um was anderes. Kein Veranstalter kann etwas erlauben, was der Staat verbietet. Du darfst nur einschränken, was erlaubt ist. Wenn der Staat also Veranstaltungen generell und für alle wieder erlaubt (und nur dann) könnte ich als Veranstalter Leute ausschließen. Aber warum sollte das tun? Damit verliere ich ja weiterhin Geld.

Was Eventim erreichen will, ist das der Staat sagt: ihr dürft früher wieder aufmachen, aber nur für Geimpfte. Das ist genau das, was die Politik nicht will und da wollen sie Druck erzeugen. Mit Monopol hat das nichts zu tun, sondern damit, dass sie das auf breiter Front möglich machen könnten.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Schnabelrock »

NegatroN hat geschrieben: 05.02.2021 14:46 Das überzeugt mich nicht. IMO geht es da um was anderes. Kein Veranstalter kann etwas erlauben, was der Staat verbietet. Du darfst nur einschränken, was erlaubt ist. Wenn der Staat also Veranstaltungen generell und für alle wieder erlaubt (und nur dann) könnte ich als Veranstalter Leute ausschließen. Aber warum sollte das tun? Damit verliere ich ja weiterhin Geld.

Was Eventim erreichen will, ist das der Staat sagt: ihr dürft früher wieder aufmachen, aber nur für Geimpfte. Das ist genau das, was die Politik nicht will und da wollen sie Druck erzeugen. Mit Monopol hat das nichts zu tun, sondern damit, dass sie das auf breiter Front möglich machen könnten.
Ich denke eher, Eventim + Agenturen sitzt auf ein paar Quadrillionen Geld und eigentlich ist das zur Rückzahlung fällig. Also stiftet man etwas Verwirrung und bereitet mal vor, den Rückfordernden selbst den schwarzen Peter zuzischieben, denn man würde und will ja, aber was soll man tun in dieser chaotischen Lage und wenn die Leute nicht geimpft sind, kann man erst recht nix tun und muss mal kurz noch drei Jahre die Sache abwarten. Vielleicht findet da doch auch noch das Konzert statt, muss man mal sehen, ob und wann und wer da hingehen darf. Die Quadrillionen kann man den Leute bis dahin nicht geben, das leuchtet wohl ein.

Wobei das Deine Theorie nicht ausschließt.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von NegatroN »

Kann schon sein, dass da niedere Hintergedanken dabei sind. Das werden wir vermutlich nie rausbekommen. Was aber mal ganz sicher ist, ist das Eventim vor allem anderen dasselbe Interesse hat wie alle Veranstalter, Clubbetreiber, Hallenbesitzer und all ihre Angestellten: so schnell wie möglich wieder öffnen und den Betrieb wieder aufnehmen. Jeder Tag mehr im Lockdown ist für die ein schlechter. Egal ob groß oder klein.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Schnabelrock »

Natürlich sind sie das. Eventim ist das Nestle-Zentralkommitee der NSdSU.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von M.o.D. »

chaosbraut78 hat geschrieben: 05.02.2021 13:31
M.o.D. hat geschrieben: 05.02.2021 09:49
Sambora hat geschrieben: 05.02.2021 08:20 Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Monaten versucht habe, irgendwelchen Leerdenkern den Begriff "Hausrecht" zu erklären.
Es gibt im privaten Bereich quasi keine Fälle von Kontrahierungszwang. Mein Laden - meine Regeln!
Selbst bei den basalen Dingen des Lebens gilt das meist. Sprich: ein Supermarktbetreiber hat sehr wohl das Recht, einen Kunden, der beispielsweise keinen MNS trägt, vor die Tür zu setzen.
Hoffnungslos...
Habe ich auch schon versucht.
Dabei gibt es sowas schon ewig. Hier in den lokalen Medien hatten wir neulich Berichte über die Eröffnung - 1986 - der schon lange wieder geschlossenen Kult-Disco "TARM".
Da standen rechts und links Podeste neben dem Eingang, von dem aus Ordner bestimmten, wer den Laden betreten durfte und wer nicht-

Oder der Zombie-Keller in Bochum...Turnschuhe: NoGo.

Stichwort "Türsteher"

Zugangsbeschränkungen gab und gibt es immer. Aber das will aktuell keiner hören.
Ist in meinen Augen ein völlig anderes Thema. Eventim hat kein Hausrecht über die Clubs, für die es Tickets verkauft.
Ja, das ist völlig richtig.
Dann muss der Club, was ich viel besser fände, btw, seine Tix selber verkaufen. Wer kann einen Club dazu zwingen, mit E zusammen zu arbeiten?
Du kannst wahrscheinlich, weil Du näher dran bist, eher beurteilen, ob das machbar wäre. (Einzugsgebiet, Werbung, Aufwand für die Einrichtung Online-Dienste, Versand usw) Ich denke zwar schon, aber bin da nicht im Thema.
Auch, wie das bei Großveranstaltungen gehandhabt werden könnte. Wobei ich mit vorstelle kann, dass große Konzertveranstalter mehr Möglichkeiten haben als kleine bis mittelgroße Clubs.

Lt. Wikipedia ist E aber auch Veranstalter:
"CTS Eventim übernimmt die Planung, Vorbereitung und Durchführung von Tourneen, Veranstaltungen und Festivals, insbesondere im Musik- und Konzertbereich. Die Tochtergesellschaften und Beteiligungen dieses Bereichs agieren weitgehend unabhängig und sind beispielsweise als Veranstalter von Festivals wie „Hurricane“, „Southside“,[51] „Rock am Ring“, „Rock im Park“ oder auch „Lucca Summer“ bekannt.[52] Sie besitzen einen eigenen Außenauftritt, sind aber mittlerweile im Unternehmensbereich „Eventim Live“ gebündelt.[53] Dieser ist in Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien, Österreich, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, Schweden und der Schweiz aktiv.[54] Die Live-Entertainment-Geschäfte steuern mittlerweile mehr als die Hälfte zum Umsatz/Gewinn von CTS Eventim bei.[50][40]"

Bitte korrigiere mich, aber als Veranstalter von zB Rock Am Ring könnte der Saftladen, wenn nicht über das Hausrecht, dann über die Geschäftsbedingungen möglicherweise Nicht-geimpfte ausschließen?
Dann bleibt wieder die Frage: Bin ich bereit, für Rock Am Ring meine Daten weiterzugeben? Zwingen kann Dich keiner.

In diesem Fall kommr m.E. noch hinzu, dass Eventim nun wirklich ein Marktriese mit entsprechender Macht ist - und diese evtl. ausnutzt. Scheißverein, würde das Känguruh sagen.

Ansonsten war ich eher beim Thema "Hausrecht" von Sambora.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.I
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von NegatroN »

M.o.D. hat geschrieben: 05.02.2021 15:58Bitte korrigiere mich, aber als Veranstalter von zB Rock Am Ring könnte der Saftladen, wenn nicht über das Hausrecht, dann über die Geschäftsbedingungen möglicherweise Nicht-geimpfte ausschließen?
Klar könnte ich. Aber warum sollte ich das tun? Ich will möglichst viele Tickets verkaufen, nicht weniger.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rivers »

Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat. Ich finde solche Floskeln ja sehr interessant, denn sie zeigen wirklich den Stand einer Diskussion und meistens die Dickköpfigkeit eines Argumentierers. "Selbstbestätigungsschleife" nennt er das. Geht natürlich um die Schulöffnungen...

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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Biernot »

Rivers hat geschrieben: 07.02.2021 07:59 Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat.
Das ist Thema in der aktuellen Folge (74) des Podcasts.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von tafkasc »

Es ist generell so, dass der Umgang mit Statistiken zur Pandemie aus anderen Lagen, Orten, Ländern, Zeiten, Lockdown-Situationen ganz ganz schwierig ist, da wird viel Schindluder mit getrieben. Aber -ich glaub, ich habs vor längerer Zeit schon mal so gesagt - die Quintessenz der Pandemie ist, dass die Bewegungs- und Begegnungsfreiheit unter dem Virus zu einem knappen, rivalisierenden Gut wird ("Was haben wir eigentlich für quantitative Beiträge? Also welche Gruppe der Bevölkerung macht welchen Bevölkerungsteil aus und welchen Teil am R-Wert trägt diese Gruppe dann folglich bei?"). Wenn du jemanden triffst, dann darf ich das nicht mehr. So was gabs bisher eigentlich in der Form nicht. Und das geht uns massiv gegen den Strich. Under one R.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von borsti »

Rivers hat geschrieben: 07.02.2021 07:59 Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat. Ich finde solche Floskeln ja sehr interessant, denn sie zeigen wirklich den Stand einer Diskussion und meistens die Dickköpfigkeit eines Argumentierers. "Selbstbestätigungsschleife" nennt er das. Geht natürlich um die Schulöffnungen...

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Spätestens seit bestätigt ist, dass sich Kinder ebenso gut anstecken und das Virus weiterverbreiten können wie Erwachsene, macht die Diskussion um die Schulen in der Art und Weise, wie sie geführt wird, keinen Sinn mehr. Das einzige, was man in der Beziehung noch diskutieren kann, ist, ob und wie gute sich die Weiterverbreitung des Virus an Schulen mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen verhindern lässt.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rotstift »

borsti hat geschrieben: 07.02.2021 16:17
Rivers hat geschrieben: 07.02.2021 07:59 Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat. Ich finde solche Floskeln ja sehr interessant, denn sie zeigen wirklich den Stand einer Diskussion und meistens die Dickköpfigkeit eines Argumentierers. "Selbstbestätigungsschleife" nennt er das. Geht natürlich um die Schulöffnungen...

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Spätestens seit bestätigt ist, dass sich Kinder ebenso gut anstecken und das Virus weiterverbreiten können wie Erwachsene, macht die Diskussion um die Schulen in der Art und Weise, wie sie geführt wird, keinen Sinn mehr. Das einzige, was man in der Beziehung noch diskutieren kann, ist, ob und wie gute sich die Weiterverbreitung des Virus an Schulen mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen verhindern lässt.
Als ob es jemals darum ging. Die Kinder müssen in die Schule damit die Eltern arbeiten gehen können, fertig.
Mille millions de mille sabords!

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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von NegatroN »

Rotstift hat geschrieben: 07.02.2021 17:18
borsti hat geschrieben: 07.02.2021 16:17
Rivers hat geschrieben: 07.02.2021 07:59 Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat. Ich finde solche Floskeln ja sehr interessant, denn sie zeigen wirklich den Stand einer Diskussion und meistens die Dickköpfigkeit eines Argumentierers. "Selbstbestätigungsschleife" nennt er das. Geht natürlich um die Schulöffnungen...

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Spätestens seit bestätigt ist, dass sich Kinder ebenso gut anstecken und das Virus weiterverbreiten können wie Erwachsene, macht die Diskussion um die Schulen in der Art und Weise, wie sie geführt wird, keinen Sinn mehr. Das einzige, was man in der Beziehung noch diskutieren kann, ist, ob und wie gute sich die Weiterverbreitung des Virus an Schulen mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen verhindern lässt.
Als ob es jemals darum ging. Die Kinder müssen in die Schule damit die Eltern arbeiten gehen können, fertig.
Es geht doch dabei nie nur um eine Ebene. Es ist immer der Spagat zwischen Ansteckungs- bzw. Verbreitungsgefahr und wirtschaftlichen Folgen eines Shutdowns. Bei den Kindern sind es sogar drei Ebenen, weil die Bildung da auch eine Rolle spielt. Vielleicht sind hier nicht alle drei Ebene gleichberechtigt nebeneinander, aber es spielen alle drei in der Debatte eine Rolle, natürlich gerade auch in der Politik.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von MetalEschi »

NegatroN hat geschrieben: 07.02.2021 19:21
Rotstift hat geschrieben: 07.02.2021 17:18
borsti hat geschrieben: 07.02.2021 16:17
Rivers hat geschrieben: 07.02.2021 07:59 Ich hatte nicht mitbekommen, dass sich der Drosten sehr über den Satz "Treiber der Pandemie" geäußert hat. Ich finde solche Floskeln ja sehr interessant, denn sie zeigen wirklich den Stand einer Diskussion und meistens die Dickköpfigkeit eines Argumentierers. "Selbstbestätigungsschleife" nennt er das. Geht natürlich um die Schulöffnungen...

https://www.news4teachers.de/2021/02/sc ... e-debatte/
Spätestens seit bestätigt ist, dass sich Kinder ebenso gut anstecken und das Virus weiterverbreiten können wie Erwachsene, macht die Diskussion um die Schulen in der Art und Weise, wie sie geführt wird, keinen Sinn mehr. Das einzige, was man in der Beziehung noch diskutieren kann, ist, ob und wie gute sich die Weiterverbreitung des Virus an Schulen mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen verhindern lässt.
Als ob es jemals darum ging. Die Kinder müssen in die Schule damit die Eltern arbeiten gehen können, fertig.
Es geht doch dabei nie nur um eine Ebene. Es ist immer der Spagat zwischen Ansteckungs- bzw. Verbreitungsgefahr und wirtschaftlichen Folgen eines Shutdowns. Bei den Kindern sind es sogar drei Ebenen, weil die Bildung da auch eine Rolle spielt. Vielleicht sind hier nicht alle drei Ebene gleichberechtigt nebeneinander, aber es spielen alle drei in der Debatte eine Rolle, natürlich gerade auch in der Politik.
Ich finde, dass sich die Debatte um Konzepte zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung allzuoft weit weg von den Problembereichen orientiert. Es gibt natürlich viele Familien, für die Homeschooling und Schulschließungen über einen gewissen Zeitraum zu bewältigen sind. Genauso wie es Menschen gibt, die mit Einsamkeit klar kommen oder ein Alltagsumfeld haben, mit dem sie das gut kompensieren können. Das sind aber mMn nicht diejenigen, die die Basis sein soll dafür, dass man das grundsätzlich Notwendige in seiner Gesamtheit hinterfragt oder anpasst.

Beim Thema Schule spielen viele Überlegungen eine Rolle, mal ganz davon abgesehen, dass ich durchaus der Meinung bin, dass Kindern und Jugendlichen in dieser Hinsicht Sonderrechte einzuräumen sind, nicht nur weil sie sich mit den Folgen der nicht von ihnen verschuldeten Krise auseinandersetzen müssen. Der Aspekt des Kindeswohls ist mir ganz wichtig, das kommt in letzter Zeit zwar immer mal vor in der Debatte, es folgt dann genauso schnell aber auch wieder das "aber der Infektionsschutz"-Fazit. Für mich kann es da kein "Oder" geben, es gibt nur ein "Und". Ich weiß nicht, inwieweit ich da alleine dastehe, da ja zumindest ein großer Teil meines Berufslebens sich im Bildungsbereich abspielt, aber gerade in Krisenzeiten sehe ich für Bildunsgträger eine besondere Fürsorgepflicht. Die besteht eben nicht nur aus Infektionsschutz, sondern auch darin, Schülern in verantwortbarer Weise die Wahrnehmung ihres Bildungs- und Aufsichtsrechts zu gewährleisten. Dazu muss sich niemand unmittelbare Lebensgefahr begeben, aber ich erwarte schon, dass man Minderjährige bevorzugt und alles dafür tut, die strukturellen Schäden für sie möglichst gering zu halten. Nicht unbedingt nur im Bereich Schule; Sport und Freizeit, da vor Allem der Umgang mit Gleichaltrigen sind da auch ein Aspekt. Es gibt sehr viel, was da aus meiner Sicht hinten an steht, was ich erlebe ist aber, dass man in diesem Bereich eher eine Gleichbehandlung mit diversen Wirtschaftszweigen anstrebt. Das finde ich grundlegend falsch. Trotz meiner Abneigung gegen das Wort "systemrelevant" gibt es für mich wenig was dem Terminus mehr entspricht, als dass unser Nachwuchs möglichst wenig leidet.
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