The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

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KingFear
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von KingFear »

Long article is long: https://nymag.com/intelligencer/article ... heory.html
What happened was fairly simple, I’ve come to believe. It was an accident. A virus spent some time in a laboratory, and eventually it got out. SARS-CoV-2, the virus that causes COVID-19, began its existence inside a bat, then it learned how to infect people in a claustrophobic mine shaft, and then it was made more infectious in one or more laboratories, perhaps as part of a scientist’s well-intentioned but risky effort to create a broad-spectrum vaccine. SARS-2 was not designed as a biological weapon. But it was, I think, designed.
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Rivers
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rivers »

KingFear hat geschrieben: 05.01.2021 10:58 Long article is long: https://nymag.com/intelligencer/article ... heory.html
What happened was fairly simple, I’ve come to believe. It was an accident. A virus spent some time in a laboratory, and eventually it got out. SARS-CoV-2, the virus that causes COVID-19, began its existence inside a bat, then it learned how to infect people in a claustrophobic mine shaft, and then it was made more infectious in one or more laboratories, perhaps as part of a scientist’s well-intentioned but risky effort to create a broad-spectrum vaccine. SARS-2 was not designed as a biological weapon. But it was, I think, designed.

Das ist aber jetzt kein lesbarer Artikel und kommt mir in seiner Form und in seiner Strutkur viel zu wirr vor. Daher: Kann natürlich sein. Was dagegen spricht sind die Voraussagen der Wissenschaftler vor solch einem Virus und das schon vor einigen 10, 20 Jahren, jedenfalls noch zu Zeiten, in denen ich studiert habe. Und ich denke nicht, dass die dabei ein Jurassic Park Szenario im Kopf hatten.

Die Probleme der Mutationen eines Virus hast Du ja auch bei der Influenza und siehst Du als Effekt bei der Herstellung der Influenza-Impfung. Jetzt im Januar und Februar gucken sich die Impfstoff Hersteller die Virenstämme in Fernost an um dann im Herbst mit einem Impfstoff zu kommen, einfach weil der Influenza Virenstamm sich so oft verändert. Die Auswirkungen dieser Mutationen war auch die H1N1 Schweinegrippe/Vogelgrippe Welllen vor paar Jahen, die auf den Mutationen der Influenza basieren. Es gibt sogar Influenza Viren, die schon resistent gegen die bisherigen Impfungen sind. Das ist also alles nicht statisch, sondern sehr dynamisch. Die Corona-Mutationen wie aus Großbritannien und Afrika zeigen das ja auch.

Und obwohl die Begründung, das Virus sei "während der Impfstoff Findung freigesetzt worden" weniger fantastisch klingt als die Begründung "es sei eine biologische Waffe", sei hier trotzdem gesagt: Es ist nach Occams Messer wahrscheinlicher und vielleicht unbegreiflicher, dass es einfach eine Mutation ist.

Ich bin jedoch auch offen für eine andere Erklärung, speziell wenn es um die molekular-genetische Analyse und die mögliche historische Herleitung geht.

edit: Noch etwas hinterher: Momentan geht man davon aus, dass SARS-CoV-2 ja selbst eine Mutation eines vorherigen, nicht weiter untersuchten, da nicht richtig auffälligen Cov Virenstammes ist. Bei der Erklärung bedeutet das: Am Anfang gab es Virenstämme, die nicht tödlich aber nachweisbar waren. Daraus hat sich Cov-2 mutiert, auf einmal tödlich und ansteckender. Das bedeutet, dass der Cov-2 Virenstamm selbst nur eine Mutation ist und dass der Ausgangsvirus eher harmlos war. Das würde ein anderes Licht auf die Labor-These werfen: sie haben entweder nicht an Cov-2 gearbeitet, oder sie haben an was harmlosen gearbeitet.
Zuletzt geändert von Rivers am 05.01.2021 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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borsti
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von borsti »

metalbart hat geschrieben: 05.01.2021 10:23 Gleichzeitig hab ich hier meinen arabischen Gemüsehändler, der durchdreht, weil er die Betreung seioner Kinder nicht auch noch neben dem normalen Geschäftsbetrieb schafft.
Es gibt ja auch noch viele Menschen, die im Präsenzbetrieben schaffen. Die können nicht einfach nebenher HO und Kionderbetreung.
Ich kann es einigermaßen verstehen, wenn der Bildungsbetrieb es nicht von alleine schafft, auf digitale Konzepte umzusatteln. Aber warum kein Wechselmodell? Warum keine Lehramtsstudenten, Leute mit abgeschlossenem erstem Staatsexamen ranholen? Wann wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt zum ausprobieren?

Aber dafür bräuchte es wahrscheinlich erst mal jemanden, der aus dem durchwustel Modus ausbricht. Aber lieber die Schuld auf andere schieben und irgendwelche nebulösen Andeutungen.
Es gibt mit Sicherheit sehr viele Familien, die dringend auf zwei Einkommen angewiesen sind und dabei Jobs nachgehen, die keine Kinderbetreuung nebenbei erlauben. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann das selbst dann ein Problem sein, wenn man im Home Office arbeitet. Denn die Arbeit erfordert meist Konzentration auf ein konkretes Problem über einen längeren Zeitraum. Und grundsätzlich ist Home Office nur für einen privilegierten Teil der Bevölkerung überhaupt eine Option. Gerade die sogenannten systemrelevanten Jobs werden überwiegend nicht aus dem HO verrichtet.

Die Sachlage ist in der Praxis sehr viel komplizierter, als es Diskussionen über "Schulen und Kitas auflassen oder zumachen?" erahnen lassen. Ich hab selbst zwar keine Kinder aber zumindest das Gefühl, dass sich die tatsächlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen in der öffentlichen Debatte darüber oftmals nicht widerspiegeln. Ich krieg das zumindest indirekt mit, wenn ich Projektpläne erstelle und Kollegen einteilen muss, die eben nebenher noch irgendwie ihre Kiddies an der Backe haben. Ich kann denen ja nicht sagen: "Mir egal, überlass die sich selbst!", sondern dann müssen im Zweifel ganze Projekte neu geplant werden. Da wird den Leuten schon entgegengekommen, wo und wie es geht aber mit Sicherheit geht das nicht überall und wahrscheinlich ist auch nicht überall der Wille von Seiten der Arbeitgeber da.
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MetalEschi
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von MetalEschi »

Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Sie lasen: Qualitätsposting von MetalEschi (c)2020
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rotstift »

MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 11:42 Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Da wird es so oder so eine Notbetreuung geben wie bisher auch schon.
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MetalEschi
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von MetalEschi »

Rotstift hat geschrieben: 05.01.2021 12:01
MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 11:42 Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Da wird es so oder so eine Notbetreuung geben wie bisher auch schon.
Das hab ich gestern schonmal gehört, auch von einem Lehrer, aber im Gespräch mit Menschen erlebe ich, dass das aus verschiedenen Gründen keine optimale Lösung ist. Zumal eine Notbetreuung auch Kontakt voraussetzt, und natürlich zu keinem Zeitpunkt Schule ersetzen kann.
Das Problem ist doch, dass Konzepte für die Schule keine Priorität haben, was aber eigentlich vor allem Anderen haben müssten.
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Rivers
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rivers »

MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 12:09
Rotstift hat geschrieben: 05.01.2021 12:01
MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 11:42 Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Da wird es so oder so eine Notbetreuung geben wie bisher auch schon.
Das hab ich gestern schonmal gehört, auch von einem Lehrer, aber im Gespräch mit Menschen erlebe ich, dass das aus verschiedenen Gründen keine optimale Lösung ist. Zumal eine Notbetreuung auch Kontakt voraussetzt, und natürlich zu keinem Zeitpunkt Schule ersetzen kann.
Das Problem ist doch, dass Konzepte für die Schule keine Priorität haben, was aber eigentlich vor allem Anderen haben müssten.
Ich würde Schule und Betreuung trennen. Und sagen: Die Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 werden ad acta gelegt. Auch wenn der Abschlußjahrgang damit aus 3x so vielen Leuten besteht und einige 2 Jahre zu spät ins Arbeitsleben geworfen werden.

Dann könnte man wenigstens sagen: Die Schüler bleiben zu Hause und gehen zu dem Nachbarn oder sonst was. Da fällt den Eltern und der Nachbarschaft sicherlich was ein. Beides zusammen geht halt nicht, das Lern-Niveau ist ja einfach nicht so hoch wie beim Präsenzunterricht.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von MetalEschi »

Ich habe eine Komplettwiederholung des Schuljahres mal in diversen Diskussionen als Vorschlag angeführt, da hieß es, das ginge nicht, da wären die Kitas zu voll.
Dann weiß ich auch nicht.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Rotstift »

MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 12:09
Rotstift hat geschrieben: 05.01.2021 12:01
MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 11:42 Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Da wird es so oder so eine Notbetreuung geben wie bisher auch schon.
Das hab ich gestern schonmal gehört, auch von einem Lehrer, aber im Gespräch mit Menschen erlebe ich, dass das aus verschiedenen Gründen keine optimale Lösung ist. Zumal eine Notbetreuung auch Kontakt voraussetzt, und natürlich zu keinem Zeitpunkt Schule ersetzen kann.
Das Problem ist doch, dass Konzepte für die Schule keine Priorität haben, was aber eigentlich vor allem Anderen haben müssten.
Natürlich ist das keine optimale Lösung, aber wenn die Schulen zu sind ist es die einzig mögliche. Anekdote am Rande: Nachdem die bayerische Staatsregierung die Notbetreuung für alle freigegeben hatte (nicht nur systemrelevante Berufe) nahm auch ein Kind teil dessen Mutter Hausfrau ist, der Vater im Homeoffice.
Dass es an Konzepten fehlt steht völlig außer Frage, schrieb ich ja schon. Da man sich in München nicht kümmert, haben wir es selber getan und schon 2019 angefangen eine digitale Infrastruktur basierend auf Office 365 für alle Schüler aufzubauen. Bei der ersten Schulschließung hatten wir also schon ein einigermaßen funktionierendes Modell. In diesem Schuljahr haben wir ganz bewusst eine in der Stundentafel eigentlich nicht vorgesehene Stunde IT für die 5. Klassen eingerichtet um die Schüler in Office und Teams einzuarbeiten (die halte ich, ist eine ganz eigene Herausforderung :heul: ...). Auch die kleinsten können bei uns Aufgaben in Teams abholen und einreichen und wissen wie eine Online-Stunde in Teams läuft, sie kennen auch schon Grundzüge kooperativen Arbeitens in Office. Zugegebenermaßen läuft das nicht völlig rund, aber immerhin.
Jetzt erklärt man uns dass wir unsere Lösung nicht mehr einsetzen dürfen.
Keine Pointe.
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borsti
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von borsti »

Rivers hat geschrieben: 05.01.2021 12:18
MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 12:09
Rotstift hat geschrieben: 05.01.2021 12:01
MetalEschi hat geschrieben: 05.01.2021 11:42 Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und nicht einfach zu Hause bei den Kindern bleiben können. Bzw schon könnten, aber dem Pandemieverlauf wäre das ja nun nicht zuträglich.
Da wird es so oder so eine Notbetreuung geben wie bisher auch schon.
Das hab ich gestern schonmal gehört, auch von einem Lehrer, aber im Gespräch mit Menschen erlebe ich, dass das aus verschiedenen Gründen keine optimale Lösung ist. Zumal eine Notbetreuung auch Kontakt voraussetzt, und natürlich zu keinem Zeitpunkt Schule ersetzen kann.
Das Problem ist doch, dass Konzepte für die Schule keine Priorität haben, was aber eigentlich vor allem Anderen haben müssten.
Ich würde Schule und Betreuung trennen. Und sagen: Die Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 werden ad acta gelegt. Auch wenn der Abschlußjahrgang damit aus 3x so vielen Leuten besteht und einige 2 Jahre zu spät ins Arbeitsleben geworfen werden.

Dann könnte man wenigstens sagen: Die Schüler bleiben zu Hause und gehen zu dem Nachbarn oder sonst was. Da fällt den Eltern und der Nachbarschaft sicherlich was ein. Beides zusammen geht halt nicht, das Lern-Niveau ist ja einfach nicht so hoch wie beim Präsenzunterricht.
Was ich am problematischsten finde, ist die Tatsache, dass Schüler, die ohnehin durch ihr familiäres Umfeld sozial benachteiligt sind, so noch viel weniger die Chance haben, da jemals rauszukommen. Die Chancengleichheit, deren Herstellung aus meiner Sicht eine der wichtigsten Aufgaben von Schule ist, geht vollständig verloren. Da steht Deutschland im internationalen Vergleich sowieso schon nicht gut da und es ist für Kinder aus einkommensschwachen Schichten über Gebühr schwer, aus diesem Milieu herauszukommen. Ich bin mir angesichts dessen sicher, dass die bisherige Schulpolitik während der Pandemie bereits zahlreiche Schüler aus sozial schwachen Verhältnissen dauerhaft jede Chance auf einen sozialen Aufstieg gekostet hat.
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Ecki
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Ecki »

Das ganze Thema, wie man aktuell mit Kinderbetreuung und -ausbildung umgehen soll, ist so schwierig, dass es da vermutlich einfach keine gute Lösung mehr geben kann. Der Zug ist spätestens vor ein paar Wochen abgefahren.

Da muss ich ja nur auf meine eigene Situation schauen: Meine Frau hat sich nochmal umorientiert und macht seit Sommer eine Ausbildung zur Erzieherin. Aktuell: Keine Ahnung, wann es wie in der Schule weitergeht. Keine Ahnung, ob es dann auch mit der Praxis weitergeht und wenn nicht, wie da irgendwann noch die nötigen Stunden zusammenkommen sollen. Falls sie da wieder hin soll oder muss und die Kindergärten weiterhin in der (hier in Niedersachsen ja freiwilligen) Notbetreuung sind, weiß ich dafür nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin zwar dauerhaft im Home Office und könnte daher rein von der Präsenz her aufpassen, aber drei Kindergartenkinder betreuen und gleichzeitig aufsichtsrechtliche Meldungen (die in der Finanzwirtschaft halt v.a. zu Jahresbeginn anliegen) zusammenzuzimmern, das scheint mir auch... ambitioniert. Also Notbetreuung und das Infektionsrisiko in Kauf nehmen? Gestern war wohl ein Kind im Kiga, da könnte man es wagen, aber bei mehr als halb vollen Gruppen fände ich das von der Risikoabwägung her nicht wirklich schön.

Schlussendlich bin ich inzwischen schlicht und ergreifend wütend auf dieses bräsige Gewurschtel von großen Teilen der Verantwortlichen, die anscheinend irgendwo einen Mittelweg zwischen Leerdenkern und Fachleuten finden wollen. Das ist absehbar schiefgegangen, weil sich das Virus dafür fast genauso wenig interessiert wie sich die Idioten vom Idiotensein abhalten lassen. Man hätte im Oktober zwei, drei Wochen in den Herbstferien zumachen können und müssen - das hätte was gebracht. Man hätte den Lulli-Lockdown im November so wie jetzt machen können - das hätte was gebracht. Man hätte über Weihnachten und Neujahr statt der Lockerungen verschärfen und auch die Betriebe schließen können, von denen viele dann eh nur auf Sparflamme arbeiten - auch das hätte noch was gebracht. Stattdessen müssen wir jetzt auf mehr Glück als Verstand hoffen - oder haben die Wahl zwischen Überforderung des Gesundheitssystems und Wuhan-Style-Lockdown. Nur statt bei <10 % der Bevölkerung wie in China halt bei 100 %, was die Wirtschaft vermutlich wirklich in Grund und Boden rammt. Es nervt einfach nur fürchterlich (v.a. wenn man inzwischen auch den ersten Todesfall in der Familie hatte und sich gleichzeitig das Gestammel von Locker-Laschet bis zu Wahn-Wodarg anhören muss) und hoffentlich lernt der Großteil von Politik und Gesellschaft jetzt endlich mal, dass man mit Idioten nicht verhandeln kann. Diskutieren, bloßstellen, erklären: Kann man alles machen. Aber nachgeben?
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Ecki »

Nachtrag: Ganz abgesehen davon, dass ich dieses steuern darauf, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, auch ethisch für komplett drüber halte. Wenn ich genau darauf abziele (wie das ja z.B. Teile der FDP aber auch Nasen wie Streeck immer gefordert haben), dann maximiere ich die Anzahl der Toten, die ich ohne diesen Zusammenbruch erreichen kann. Wie kann man so etwas eigentlich ernsthaft als Strategie fordern, ohne Sozialdarwinist zu sein?
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von infected »

borsti hat geschrieben: 05.01.2021 11:32
metalbart hat geschrieben: 05.01.2021 10:23 Gleichzeitig hab ich hier meinen arabischen Gemüsehändler, der durchdreht, weil er die Betreung seioner Kinder nicht auch noch neben dem normalen Geschäftsbetrieb schafft.
Es gibt ja auch noch viele Menschen, die im Präsenzbetrieben schaffen. Die können nicht einfach nebenher HO und Kionderbetreung.
Ich kann es einigermaßen verstehen, wenn der Bildungsbetrieb es nicht von alleine schafft, auf digitale Konzepte umzusatteln. Aber warum kein Wechselmodell? Warum keine Lehramtsstudenten, Leute mit abgeschlossenem erstem Staatsexamen ranholen? Wann wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt zum ausprobieren?

Aber dafür bräuchte es wahrscheinlich erst mal jemanden, der aus dem durchwustel Modus ausbricht. Aber lieber die Schuld auf andere schieben und irgendwelche nebulösen Andeutungen.
Es gibt mit Sicherheit sehr viele Familien, die dringend auf zwei Einkommen angewiesen sind und dabei Jobs nachgehen, die keine Kinderbetreuung nebenbei erlauben. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann das selbst dann ein Problem sein, wenn man im Home Office arbeitet. Denn die Arbeit erfordert meist Konzentration auf ein konkretes Problem über einen längeren Zeitraum. Und grundsätzlich ist Home Office nur für einen privilegierten Teil der Bevölkerung überhaupt eine Option. Gerade die sogenannten systemrelevanten Jobs werden überwiegend nicht aus dem HO verrichtet.

Die Sachlage ist in der Praxis sehr viel komplizierter, als es Diskussionen über "Schulen und Kitas auflassen oder zumachen?" erahnen lassen. Ich hab selbst zwar keine Kinder aber zumindest das Gefühl, dass sich die tatsächlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen in der öffentlichen Debatte darüber oftmals nicht widerspiegeln. Ich krieg das zumindest indirekt mit, wenn ich Projektpläne erstelle und Kollegen einteilen muss, die eben nebenher noch irgendwie ihre Kiddies an der Backe haben. Ich kann denen ja nicht sagen: "Mir egal, überlass die sich selbst!", sondern dann müssen im Zweifel ganze Projekte neu geplant werden. Da wird den Leuten schon entgegengekommen, wo und wie es geht aber mit Sicherheit geht das nicht überall und wahrscheinlich ist auch nicht überall der Wille von Seiten der Arbeitgeber da.
2-3 Seiten vorher hatte ich eine Studie dazu verlinkt. 2016 waren bereits 40% der Arbeitsplätze Home Office-fähig, seitdem dürfte sich der Anteil eher noch erhöht haben. Aktuell sind aber deutlich weniger (ca. 12%) in Home Office als noch im Frühjahr (da waren es in der Spitze 27%, selbst im Juni noch 16%), da gibt es durchaus Potential.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von Hyronimus »

infected hat geschrieben: 05.01.2021 14:06
borsti hat geschrieben: 05.01.2021 11:32
metalbart hat geschrieben: 05.01.2021 10:23 Gleichzeitig hab ich hier meinen arabischen Gemüsehändler, der durchdreht, weil er die Betreung seioner Kinder nicht auch noch neben dem normalen Geschäftsbetrieb schafft.
Es gibt ja auch noch viele Menschen, die im Präsenzbetrieben schaffen. Die können nicht einfach nebenher HO und Kionderbetreung.
Ich kann es einigermaßen verstehen, wenn der Bildungsbetrieb es nicht von alleine schafft, auf digitale Konzepte umzusatteln. Aber warum kein Wechselmodell? Warum keine Lehramtsstudenten, Leute mit abgeschlossenem erstem Staatsexamen ranholen? Wann wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt zum ausprobieren?

Aber dafür bräuchte es wahrscheinlich erst mal jemanden, der aus dem durchwustel Modus ausbricht. Aber lieber die Schuld auf andere schieben und irgendwelche nebulösen Andeutungen.
Es gibt mit Sicherheit sehr viele Familien, die dringend auf zwei Einkommen angewiesen sind und dabei Jobs nachgehen, die keine Kinderbetreuung nebenbei erlauben. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann das selbst dann ein Problem sein, wenn man im Home Office arbeitet. Denn die Arbeit erfordert meist Konzentration auf ein konkretes Problem über einen längeren Zeitraum. Und grundsätzlich ist Home Office nur für einen privilegierten Teil der Bevölkerung überhaupt eine Option. Gerade die sogenannten systemrelevanten Jobs werden überwiegend nicht aus dem HO verrichtet.

Die Sachlage ist in der Praxis sehr viel komplizierter, als es Diskussionen über "Schulen und Kitas auflassen oder zumachen?" erahnen lassen. Ich hab selbst zwar keine Kinder aber zumindest das Gefühl, dass sich die tatsächlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen in der öffentlichen Debatte darüber oftmals nicht widerspiegeln. Ich krieg das zumindest indirekt mit, wenn ich Projektpläne erstelle und Kollegen einteilen muss, die eben nebenher noch irgendwie ihre Kiddies an der Backe haben. Ich kann denen ja nicht sagen: "Mir egal, überlass die sich selbst!", sondern dann müssen im Zweifel ganze Projekte neu geplant werden. Da wird den Leuten schon entgegengekommen, wo und wie es geht aber mit Sicherheit geht das nicht überall und wahrscheinlich ist auch nicht überall der Wille von Seiten der Arbeitgeber da.
2-3 Seiten vorher hatte ich eine Studie dazu verlinkt. 2016 waren bereits 40% der Arbeitsplätze Home Office-fähig, seitdem dürfte sich der Anteil eher noch erhöht haben. Aktuell sind aber deutlich weniger (ca. 12%) in Home Office als noch im Frühjahr (da waren es in der Spitze 27%, selbst im Juni noch 16%), da gibt es durchaus Potential.
Was HO angeht, gibt es auf jeden Fall Potential. Das wäre auch einer der Punkte, an dem ich ansetzen würde. Kann ja nicht sein, dass der HO-Stand trotz höherer Infektionszahlen aktuell niedriger ist als im März/April. Irgendwelche Möglichkeiten, die Arbeitgeber (und teilweise auch -nehmer) zum HO zu zwingen, sollte es ja geben. Und je nach Tätigkeit sorgt das HO auch für mehr Platz und reduzierte Kontakte für diejenigen, die im Betrieb nicht ins HO können.
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Re: The Plague Within - Corona-bezogene Infos und Diskussionen

Beitrag von MetalEschi »

Ecki hat geschrieben: 05.01.2021 13:46 Nachtrag: Ganz abgesehen davon, dass ich dieses steuern darauf, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, auch ethisch für komplett drüber halte. Wenn ich genau darauf abziele (wie das ja z.B. Teile der FDP aber auch Nasen wie Streeck immer gefordert haben), dann maximiere ich die Anzahl der Toten, die ich ohne diesen Zusammenbruch erreichen kann. Wie kann man so etwas eigentlich ernsthaft als Strategie fordern, ohne Sozialdarwinist zu sein?
Ich glaube, ethisch muss man da schon die Altersstruktur der Betroffenen betrachten. Ich denke, dass das sogar getan wird, weil der Tod von sehr hoch betagten Menschen, die ja hauptsächlich betroffen sind, nicht auf ewig verhindert werden kann. Kann man ihnen das Sterben erleichtern, indem man möglichst verhindert, dass sie ausgerechnet von Corona heimgesucht werden? Das dürfte da viel eher die zentrale Frage sein. Also nicht unbedingt jedes Leben retten, was ja nicht geht, sondern die letzten Wochen, Tage, Stunden erträglicher zu machen. "Leben retten" ist da denke ich einfach oberflächliche Wortwahl. "Sterben erleichtern" wäre wohl eindeutiger.
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