Easter-DEi öff

Das gute alte Dark Eye Inn - die Heimat der Stammposter
Benutzeravatar
logos
Beiträge: 1597
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Printenhausen

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von logos »

Die Chill Out von The KLF hatte ich mal - glaube ich - vor 3 Millionen Jahren auf so einem Wühltisch im Media Markt gefunden, für 5 Mark. Ich war ziemlich erbost damals von der Musik :) Erst später, mit zunehmendem Alter, hatte ich die nochmal "entdeckt". Irgendwie schon die Initialzündung für mein kleines, geheimes Faible für Ambient-Musik.

Ach ja, apropos Steven Wilson und Ambient/Elektronische Musik. Mit seinem Projekt Bass Communion hat er ja (früher) regelmäßig solchen Kram veröffentlicht. Speziell "Ghosts on Magnetic Tape" ist komplett super. Hier hatte er uralte Platten von seinem Oppa in so einen Ambient-Sound eingearbeitet.
"Halte dich fern von Idioten!", Lemmy
Benutzeravatar
Flow
Beiträge: 2892
Registriert: 26.03.2004 00:21

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Flow »

Thunderforce hat geschrieben:
14.04.2020 22:26
Weil ich mir dachte, dass Du so wie Du schreibst zu ihm und seiner Musik stehen könntest, und diese Platte aber vllt. eine Ausnahme sein könnte.
Das ist ein ziemliches Frühwerk von 1992 oder so.
Es sind nur 2 Lieder namens Voyage 34 Phase 1+2 (13 und 17 Minuten) und Wilson hat dort (komplett Klischee, ich weiß) einen LSD-Trip vertont, auf dem derjenige, der ihn macht, hängenbleibt.

Es ist abgesehen von Sprachsamples und Spoken Word Passagen instrumental und eben sehr trippig, startet recht Pink Floyd-mäßig (so The Wall-Zeit, er klaut da ein Motiv (Another Brick Pt. 1 Basslinie) sehr dreist ) und durchaus anfangs auch etwas britisch hüftsteif, aber er führt das halt immer weiter, es wird immer trippiger und entspannter, eine wunderbare Platte zum runterkommen, obwohl sie auch von einer ziemlichen Anspannung durchzogen ist, was ja bei dem eher albtraumhaften Thema auch passt.

Ein Jahr später erschien dann "Voyage 34 Phase 3+4" (2 x 20 Minuten), wobei das Remixe von Phase 1+2 sind, einer von Wilson selbst und einer von der Band Astralasia. Da wird es dann endgültig mehr Soundscape als Song, sehr chilloutig, und ich habe bei der KLF-Platte diverse Male daran denken müssen (KLF waren etwas früher, könnte mir vorstellen, dass Wilson das kennt und geil fand).

Ich stehe ja eigentlich auf fast alles, was Wislon gemacht hat, vom Blackfield-Pop bishin zu seiner 70er Solo-Verbeugung "The Raven that Refused to Sing".
Aber inzwischen bin ich mir relativ sicher, dass "Voyage 34" seine beste Arbeit und meine liebste Platte von ihm ist. Auch oder gerade weil es eigentlich sehr untypisch für das ist, was er sonst gemacht hat.

Die Originale findet man vermutlich nur noch schwer, aber 2000 und dann nochmal 2004 als Re-Issue kam "Voyage 34: The Complete Trip" heraus, da waren alle 4 Parts am Stück drauf.
Die LP klingt IMO auch einfach nur grandios.

Und da ich wie gesagt mir irgendwie dachte, dass Du bei Wilson ansonsten eher nicht so der Fan bist, dachte ich, dass genau diese Platte eben vllt. doch was für Doch sein könnte.

Hier steht noch ein bisschen mehr dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Voyage_34 ... plete_Trip
Ich habe bislang den ersten Teil der "Voyage 34" und die erste halbe Stunde von "Signify" gehört. Jetzt gerade läuft die "Voyage 34 Parts I - IV" Version.

Die Frage, wie er wohl elektronische Musik adaptiert, bekam ich auf jeden Fall schon mal beantwortet: eigentlich gar nicht. *g* Hatte vermutlich weniger Rock erwartet. Ich springe jetzt nicht aus dem Fenster, aber ich schau' mal, wie es sich entwickelt und wie oft ich Bock habe, das zu hören. Ich finde es aber insgesamt attraktiver und interessanter als das, was ich sonst von ihm kenne (das ist wirklich nicht viel, aber trotzdem). Ich bin ja auch mit Pink Floyd nicht so irre firm (und teils gar auf Kriegsfuß, nicht prügeln!), aber die Frau hat ein paar Mal "Tsehe, das ist doch Floyd!" gerufen. Der doofe Flohihaan hingegen hört vor allem wegen der Gitarrendelays/echos irre viel Maserati heraus (die erst sehr viel später auf der Bildfläche erschienen). Find's bislang echt okay.

"Signify" hat mich ziemlich zu Beginn auf eine harte Probe gestellt, da war ich kurz vor dem Ausmachen. Habe dann immerhin noch bis zu Minute 30 ausgehalten. Ist die echt fast 2 Stunden lang? Bloody hell! Ich glaube, ich kann der Platte nicht die detaillierte Auseinandersetzung und Hingabe schenken, die sie einfordert und wahrscheinlich auch verdient. Da gibt's bislang wenig, was mich so anmacht, um mich länger bei der Stange zu halten. Das ist eher nahe dem Zeug, das ich kenne und das wenig bis nichts mit mir anstellt. Falls ein Disclaimer notwendig ist: ich finde das alles wirklich nicht schlecht, und ich wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich etwas anderes sagen würde - es lässt mich nur völlig kalt. Wünschte sogar irgendwie, es wäre anders. :-/

Gebt mir doch bitte nochmal je ein Album von Blackfield, PT und Solo, wenn ihr wollt - nicht notwendigerweise das, was ihr am besten findet, sondern vielleicht eher am ungewöhnlichsten. Ich bin gerade eher auf ruhig und subtil gepolt, Haudraufundschlussmusik wäre also nicht hilfreich (wenn er denn überhaupt jemals sowas gemacht hat). In Absentia und Lightbulb Sun müssen's nicht sein, die kenne ich.

\m/
http://dreikommaviernull.blogspot.com/

You say animals, only animals
But they are more than that to me
Benutzeravatar
Apparition
Beiträge: 13866
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: At the End of the Line

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Apparition »

Ich kenne nicht alle Alben von PT, aber "Signify" dürfte schon die ungewöhnlichste sein. Die Alben davor sind halt ziemlich viel Floyd-Worshipping, danach fängt schon die Spätphase an, von der "In Absentia" eigentlich das Meisterwerk ist. Die beiden Alben dazwischen (Stupid Dream und Lightbulb Sun) sind eher ruhig-eingängig-poppig, vielleicht wären die die Geheimtipps für Dich. Ab In Absentia kommen dann die Metalgitarren dazu, da verändert sich stilistisch auch nicht mehr so viel..

Bei Blackfield bin ich nicht firm, aber die ersten beiden sind wohl die Referenzwerke. Von den Solosachen ist wahrscheinlich "Insurgentes" am weitesten von dem weg, was er heute macht. Aber die kenne ich selber zugegebenermaßen kaum.
"A romantic," said Nightingale. "The most dangerous people on earth."
Benutzeravatar
Thunderforce
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28059
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Bad Spänzer
Kontaktdaten:

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Thunderforce »

Bei Blackfield hat Apparition Recht. 1 und 2 sind die Referenzwerke.
Die dritte ist noch ziemlich gut, ab 4 wirds eigentlich komplett belanglos.
Ab der dritten war das auch mehr ein Aviv Geffen-Projekt und Steven nur noch Nebenfigur bzw. wurde genamedroppt *g*
Wenns nur eine sein soll, dann Blackfield 2.

Solo: Am ungewöhnlichsten und insgesamt auch am ruhigsten ist die Grace for Drowning, das ist aber auch ein Doppelalbum mit teils sehr ausuferndem Jazzgedudel. Ich finde sie etwas unausgegoren und teilweise anstrengend, aber Du bist ja jazzigen Sachen gegenüber eigentlich eher aufgeschlossen. Von daher wäre das tatsächlich mein Tip, den ich aber keinem anderen geben würde *g* , da definitiv sein unzugänglichstes und sperrigstes Soloalbum.

Porcupine Tree: Erstmal zur Signify: Die dauert keine 2 Stunden, sondern endet nach "Dark Matter", also nach knapp einer Stunde.
Du hast wahrscheinlich in die Version reingehört, der noch eine zweite CD namens "Insignificance" beiliegt, da sind andere Versionen, alternative Ideen und anderer Bonuskram drauf, der es nicht aufs finale Album geschafft hat.

Voyage 34 mit noch mehr Pink Floyd wäre die "The Sky Moves Sideways", ansonsten hätte ich jetzt auch "Signify" gesagt.
Wenns ruhig sein soll, wäre "Lightbulb Sun" mein Mittel der Wahl, aber die kennst Du ja. Dann vielleicht "Stupid Dream" - gleiche Phase, aber noch songorientierter.
Die Sachen nach "in Absentia" werden immer rockiger und härter.

Maserati sagt mir jetzt wiederum gar nix, nur als Auto *g*

Danke für die Eindrücke jedenfalls.
You don't even Nomi.
Thekenumschau | RYM Diary 2020 | Letterboxd
Benutzeravatar
Susi666
Beiträge: 7086
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Warm and sheltered in my tower

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Susi666 »

Maserati wurden mir mal von einem Bekannten (auch PT-Fan) ans Herz gelegt. Das Konzert damals in Esslingen hab ich auch in positiver Erinnerung. Albumtechnisch kann ich die "Pyramid Of The Sun" empfehlen. Leider das einzige Album, was ich von denen kenne.

Mein liebster Porcupine Tree-Song ist definitiv "Drown With Me" von der In Absentia- Bonus Disc. Ein (rein musikalisch) unschuldiger Pop Song, den ich auch grad mal wieder für ein Mixtape verwurstet habe. Hätte SW sicher auch für Blackfield oder solo verwerten können. Einfach schön!
Kennt ihr dieses leichte Prickeln der Vorfreude und Herzklopfen, wenn ihr einen Thread öffnet, dessen neueste Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit beleidigter Leberwurst bestrichen ist?

© by Cromwell (Sacred Metal Forum)
Benutzeravatar
Flow
Beiträge: 2892
Registriert: 26.03.2004 00:21

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Flow »

Danke @Thunderforce/Apparition, ich höre mich da nochmal durch.

Im muss außerdem zu meinem Posting hinzufügen, dass die zweite Hälfte der "Voyage 34" für meinen Geschmack deutlich interessanter ist als die erste Hälfte. Ich finde, da wird es auch etwas experimenteller und es entfernt sich etwas von diesen klassischen Pink Floyd-Motiven.
http://dreikommaviernull.blogspot.com/

You say animals, only animals
But they are more than that to me
Benutzeravatar
Thunderforce
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28059
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Bad Spänzer
Kontaktdaten:

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Thunderforce »

Flow hat geschrieben:
16.04.2020 11:38
Danke @Thunderforce/Apparition, ich höre mich da nochmal durch.

Im muss außerdem zu meinem Posting hinzufügen, dass die zweite Hälfte der "Voyage 34" für meinen Geschmack deutlich interessanter ist als die erste Hälfte. Ich finde, da wird es auch etwas experimenteller und es entfernt sich etwas von diesen klassischen Pink Floyd-Motiven.
Das stimmt.
You don't even Nomi.
Thekenumschau | RYM Diary 2020 | Letterboxd
Benutzeravatar
NegatroN
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 21913
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Schräg dahoam
Kontaktdaten:

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von NegatroN »

Ich muss übrigens meine Meinung zu Me and that Man ein Stück weit revidieren. Das neue Album kann nämlich in der Tat was. Da sind nicht nur die Songs besser als auf der ersten, auch die ganzen Sänger machen einen wirklich guten Job. Einen Preis für Originalität bekommt das nicht, aber das ist trotzdem ein ziemlich gutes Album geworden, bei dem ich dann doch den Kauf in Erwägung ziehe.
And we are bored of the fireworks
We want to see the fire
We're long past being careful
Of what we wish for

https://www.negatron.de
https://cloud.collectorz.com/negatron/music
Benutzeravatar
Thunderforce
Stammposter
Stammposter
Beiträge: 28059
Registriert: 26.03.2004 00:21
Wohnort: Bad Spänzer
Kontaktdaten:

Re: Easter-DEi öff

Beitrag von Thunderforce »

NegatroN hat geschrieben:
20.04.2020 19:52
Ich muss übrigens meine Meinung zu Me and that Man ein Stück weit revidieren. Das neue Album kann nämlich in der Tat was. Da sind nicht nur die Songs besser als auf der ersten, auch die ganzen Sänger machen einen wirklich guten Job. Einen Preis für Originalität bekommt das nicht, aber das ist trotzdem ein ziemlich gutes Album geworden, bei dem ich dann doch den Kauf in Erwägung ziehe.
Jep. Heute bekommen, klar besser als die erste (die ich ja auch schon machte).
Vor allem der Song mit Ihsahn hat mich beeindruckt.
You don't even Nomi.
Thekenumschau | RYM Diary 2020 | Letterboxd
Antworten