Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

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Jutting
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Jutting »

hellj hat geschrieben:
21.03.2020 18:11
OriginOfStorms hat geschrieben:
21.03.2020 17:34
Kaleun Thomsen hat geschrieben:
21.03.2020 14:41
Falls ihr euch Sorgen um euer Seelenheil in diesen schwierigen Zeiten macht: https://www.n-tv.de/der_tag/Kirche-erla ... s-LTVT5V3E
Halleluja....
Is schon ein lustiger Haufen....

Dazu heute mal wieder bei Facebook. Corona. Das ist kein Spaß. Lieber Gott bitte beschütze mich und meine Familie und alle Menschen da draußen.

Herrlich. Kein Spaß, aber Gott erwähnen. Genau mein Humor :D
Zuletzt geändert von Jutting am 21.03.2020 19:27, insgesamt 1-mal geändert.
Nur im Notfall drücken.
Spoiler:
Nur im Notfall du Depp!
24 Stunden reichen um das Verhaltensmuster dieses Forums zu erkennen. Hier geht es abenteuerlich zu, vogelwild.
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Kaleun Thomsen
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Kaleun Thomsen »

borsti hat geschrieben:
21.03.2020 19:02
Immer wieder wurde Höcke als Nazi beschimpft. Aber nun zeigt er, dass er ein Vorkämpfer des Antifaschismus ist und löst den "Flügel" der AFD auf.

https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 0d6396d638


Ja, war Ironie.
Schön. Dann ist die Gefahr des Rechtsradikalismus ja gebannt. Das war ja einfach.
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tafkasc
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von tafkasc »

Es ist faszinierend wie die linksliberalen Juristen gerade abgehen:

https://verfassungsblog.de/freiheitsrechte-ade/
https://verfassungsblog.de/der-ausnahmezustand/
https://verfassungsblog.de/whatever-it-takes/

"Auch wenn es schwer fällt: Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG) steht unter einem einfachen Gesetzesvorbehalt."
One night as he sat at his table head on hands he saw himself rise and go.

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borsti
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von borsti »

tafkasc hat geschrieben:
21.03.2020 19:35
Es ist faszinierend wie die linksliberalen Juristen gerade abgehen:

https://verfassungsblog.de/freiheitsrechte-ade/
https://verfassungsblog.de/der-ausnahmezustand/
https://verfassungsblog.de/whatever-it-takes/

"Auch wenn es schwer fällt: Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG) steht unter einem einfachen Gesetzesvorbehalt."
Ich fände es seltsam, wenn es diese Stimmen gerade von der Seite nicht gäbe.

Ehrlich gesagt bin ich von den Menschen in Europa enttäuscht, wie unreif sie selbst sind, wie schnell der Ruf nach dem starken Staat wieder ertönt. Heute habe ich allerorten den Kommentar gelesen: "Für Diejenigen, die sowieso weitgehend Zuhause bleiben, ändert sich doch mit einer Ausgangssperre nichts!"

Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
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IronKlausi
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von IronKlausi »

borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Naja, die Menschen hatten doch die Gelegenheit "freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl" zu handeln. Und es steht fest, dass es genug Leute gab, die das anscheinend nicht gemacht haben.
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tafkasc
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von tafkasc »

borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Ich fände es seltsam, wenn es diese Stimmen gerade von der Seite nicht gäbe.

Ehrlich gesagt bin ich von den Menschen in Europa enttäuscht, wie unreif sie selbst sind, wie schnell der Ruf nach dem starken Staat wieder ertönt. Heute habe ich allerorten den Kommentar gelesen: "Für Diejenigen, die sowieso weitgehend Zuhause bleiben, ändert sich doch mit einer Ausgangssperre nichts!"

Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Europa .. keine Ahnung. Da gab es miese Tendenzen, die das Virus nicht besser machen wird. Aber die Rhetorik à la "faschistoid-hysterischer Hygienestaat" ist halt komplett weit draußen. Die Machtergreifung durch das Bundesgesundheitsministerium ist jetzt wirklich ein bizarres Menetekel. Wenn dieses Virus in den nächsten 2 Wochen wie durch Geisterhand verschwinden wird, dann ist in 2 Monaten wieder alles wie vorher. Aber das wird es nicht. Und das ist das Problem, nicht der faschistoid-hysterische Hygienestaat.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

Zwei interessante Artikel zu den langfristigen Folgen von Corona.

Einmal ein eher kurzes Whitepaper, das mögliche Folgeszenarien in vier Cluster aufteilt und dabei zumindest in den Details ein paar interessante Aspekte auflistet, die schon eintreten können (meiner Meinung nach wäre aber eine Mischung aus verschiedenen Aspekten wahrscheinlicher als dass alle aus einem Bereich eintreffen): https://www.zukunftsinstitut.de/artikel ... szenarien/

Und dann noch ein längerer englischer Artikel zu Machtverschiebung zwischen den USA und China durch die Pandemie: https://www.foreignaffairs.com/articles ... obal-order
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wolverin
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von wolverin »

NegatroN hat geschrieben:
22.03.2020 11:38
Zwei interessante Artikel zu den langfristigen Folgen von Corona.

Einmal ein eher kurzes Whitepaper, das mögliche Folgeszenarien in vier Cluster aufteilt und dabei zumindest in den Details ein paar interessante Aspekte auflistet, die schon eintreten können (meiner Meinung nach wäre aber eine Mischung aus verschiedenen Aspekten wahrscheinlicher als dass alle aus einem Bereich eintreffen): https://www.zukunftsinstitut.de/artikel ... szenarien/
Interessant. Ich finde allerdings Neo-Tribes nicht so positiv wie das in dem Szenario dargestellt wird.
Wenn Slayer wieder auf Tour gehen würden, würde Corona seine Ausbreitung canceln.
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borsti
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von borsti »

IronKlausi hat geschrieben:
21.03.2020 23:13
borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Naja, die Menschen hatten doch die Gelegenheit "freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl" zu handeln. Und es steht fest, dass es genug Leute gab, die das anscheinend nicht gemacht haben.
Ist das so? Steht das wirklich fest? Haben die Behörden eine valide Datengrundlage, wie Menschenansammlungen im öffentlichen Raum es gab und gibt und welchen Einfluss die auf die Gesamtsituation haben, oder wird gerade nach medialer Stimmung entschieden? Ein Interessanter Artikel zum Phänomen der "Corona-Partys", die angeblich überall steigen, stellt das zumindest in Frage. https://www.bento.de/politik/corona-par ... 31a1169eae

Im schlimmsten Fall wird gerade Politik nach Stimmung gemacht, obwohl es Nüchternheit und den Blick aufs große Ganze bräuchte. Wenn das stimmt, dann würde sich der Söder, der aktuell zum Schutz der Menschen hart durchgreift, vielleicht gar nicht so sehr von dem Söder unterscheiden, der noch vor kurzem zum Schutz der Menschen ganz hart gegen Asylbetrug durchgreifen wollte.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Tolpan »

Leviathane hat geschrieben:
21.03.2020 14:07
Tolpan hat geschrieben:
21.03.2020 14:05
So, wir veranstalten heute Abend mit 6-8 Mann unsere erste Schock-Runde via Skype.

Einsatz: Wer ne Runde verliert, spendet 1 Euro pro Person an eine coronabezogene Einrichtung. Ich schätze mal, dass wir so auf 20-30 Runden kommen werden, da wir ja nicht aufs eigentlich übliche Bezahl-Bier warten und dies austrinken müssen.

Bier ist kalt, Skype aktualisiert, habe Bock.

Kann man mit mehreren Leuten gleichzeitig skypen? Das wusste ich noch gar nicht.
So, unser Fazit von gestern: Skype ist dafür wenig geeignet. Hat jemand einen Tipp für eine Alternative (ressourcenschonender, mehr sichtbare Kanäle gleichzeitig)?

Wir haben aufgrund der Technik leider nur 8 Runden geschafft, werden es aber definitiv zeitnah wiederholen. Die Kohle geht an unseren Stammwirt der Bochumer Postkutsche.
Ante: "Brrruda, schlag de Ball lang!"
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

Tolpan hat geschrieben:
22.03.2020 12:12
Leviathane hat geschrieben:
21.03.2020 14:07
Tolpan hat geschrieben:
21.03.2020 14:05
So, wir veranstalten heute Abend mit 6-8 Mann unsere erste Schock-Runde via Skype.

Einsatz: Wer ne Runde verliert, spendet 1 Euro pro Person an eine coronabezogene Einrichtung. Ich schätze mal, dass wir so auf 20-30 Runden kommen werden, da wir ja nicht aufs eigentlich übliche Bezahl-Bier warten und dies austrinken müssen.

Bier ist kalt, Skype aktualisiert, habe Bock.

Kann man mit mehreren Leuten gleichzeitig skypen? Das wusste ich noch gar nicht.
So, unser Fazit von gestern: Skype ist dafür wenig geeignet. Hat jemand einen Tipp für eine Alternative (ressourcenschonender, mehr sichtbare Kanäle gleichzeitig)?

Wir haben aufgrund der Technik leider nur 8 Runden geschafft, werden es aber definitiv zeitnah wiederholen. Die Kohle geht an unseren Stammwirt der Bochumer Postkutsche.
Bei uns in der Arbeit gibt es alle 4 Wochen eine Veranstaltung, bei der die ganze Belegschaft die Geschäftsführung befragen und Themen diskutieren kann. Aufgrund der aktuellen Situation haben wir das diese Woche remote gemacht. Als Video-Call mit Team und 178 eingewählten Teilnehmern. Bis auf ein paar kleinere Latenzen hat das erstaunlich gut funktioniert. Einschränkend muss man sagen, dass die meisten ihre Kameras nur eingeschaltet haben, wenn sie was gesagt haben. Trotzdem fand ich das überraschend.
Ansonsten hab ich diese Woche mit Teams auch etliche Video-Calls mit 2-7 Teilnehmern gemacht und das war alles völlig reibungslos. Und ich hab hier kein High-Speed-Internet zu Hause.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von LadyVader »

Ja, das klappt echt gut.

Wobei MS Teams >> Skype.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Ghost_in_the_Ruin »

borsti hat geschrieben:
22.03.2020 11:49
IronKlausi hat geschrieben:
21.03.2020 23:13
borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Naja, die Menschen hatten doch die Gelegenheit "freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl" zu handeln. Und es steht fest, dass es genug Leute gab, die das anscheinend nicht gemacht haben.
Ist das so? Steht das wirklich fest? Haben die Behörden eine valide Datengrundlage, wie Menschenansammlungen im öffentlichen Raum es gab und gibt und welchen Einfluss die auf die Gesamtsituation haben, oder wird gerade nach medialer Stimmung entschieden? Ein Interessanter Artikel zum Phänomen der "Corona-Partys", die angeblich überall steigen, stellt das zumindest in Frage. https://www.bento.de/politik/corona-par ... 31a1169eae

Im schlimmsten Fall wird gerade Politik nach Stimmung gemacht, obwohl es Nüchternheit und den Blick aufs große Ganze bräuchte. Wenn das stimmt, dann würde sich der Söder, der aktuell zum Schutz der Menschen hart durchgreift, vielleicht gar nicht so sehr von dem Söder unterscheiden, der noch vor kurzem zum Schutz der Menschen ganz hart gegen Asylbetrug durchgreifen wollte.
Zumal Markus Söder die weiteren Ausgangsbeschränkungen damit begründet hat, dass die Zahlen ja weiter angestiegen wären und daher stärkere Maßnahmen erforderlich wären...

Ja, natürlich sind die Zahlen im Laufe dieser Woche angestiegen, gibt ja schließlich auch eine Inkubationszeit. Dass die vorherigen Maßnahmen schon gegriffen haben, könnte man am geringeren Anstieg gestern erahnen, aber wahrscheinlich klopfen sich jetzt alle auf die Schulter, dass die Ausgangsbeschränkungen vom Freitag schon am Samstag Wirkung entfacht haben.

Ich finde es halt auch bedenklich, wie leichtfertig man meint Grundrechte einschränken zu müssen, weil man meint es würden sich zu viele „unvernünftig“ verhalten. Am besten noch von denen gefordert, die an anderen Stellen voller Besorgnis vor eben diesen Entwicklungen warnen, jetzt aber froh sind, dass die Grenzen dicht gemacht werden. Und die überall #Stayathome fordern, aber für sich selbst irgendwelche Passierscheine besorgen, weil ihr Job ja doch so Systemrelevant ist oder die jetzt viermal die Woche einkaufen fahren, um sich da darüber zu beschweren, dass die anderen zu wenig Abstand einhalten und in kleinen Grüppchen zusammenstehen.

Ja, ich finde die Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen immer noch übertrieben und unangebracht. Aber wie weiter vorne mal entgegen gebracht, haben wir jetzt echt keine Zeit für derartige „Hippy-Scheiße“. Wir brauchen einfach Ausgangssperren, um die Menschen vor sich selbst zu schützen (egal ob das zu einem Anstieg anderer (psychischer) Krankheiten, häuslicher Gewalt oder ähnlichem führt)! Oli Pocher gefällt das.

Aber mit dem Hund will ich trotzdem noch in den Park gehen, der dreht sonst durch...
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

borsti hat geschrieben:
22.03.2020 11:49
IronKlausi hat geschrieben:
21.03.2020 23:13
borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Naja, die Menschen hatten doch die Gelegenheit "freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl" zu handeln. Und es steht fest, dass es genug Leute gab, die das anscheinend nicht gemacht haben.
Ist das so? Steht das wirklich fest? Haben die Behörden eine valide Datengrundlage, wie Menschenansammlungen im öffentlichen Raum es gab und gibt und welchen Einfluss die auf die Gesamtsituation haben, oder wird gerade nach medialer Stimmung entschieden? Ein Interessanter Artikel zum Phänomen der "Corona-Partys", die angeblich überall steigen, stellt das zumindest in Frage. https://www.bento.de/politik/corona-par ... 31a1169eae

Im schlimmsten Fall wird gerade Politik nach Stimmung gemacht, obwohl es Nüchternheit und den Blick aufs große Ganze bräuchte. Wenn das stimmt, dann würde sich der Söder, der aktuell zum Schutz der Menschen hart durchgreift, vielleicht gar nicht so sehr von dem Söder unterscheiden, der noch vor kurzem zum Schutz der Menschen ganz hart gegen Asylbetrug durchgreifen wollte.
Das ist ein interessanter Punkt. Wir haben ja ganz oft das Problem, dass die subjektive Wahrnehmung durch die eigenen Erlebnisse und die Berichterstattung mit den tatsächlichen Zahlen wenig zu tun hat. Deswegen ist es immer enorm wichtig, das abzugleichen. Sowohl wir selber, vor allem aber auch die Entscheidungsträger. Für die kommt aber noch dazu, dass sie die Befindlichkeiten der Bevölkerung auch dann nicht völlig außer Acht lassen können, wenn die falsch sind. Idealerweise sollte ihre Aufgabe dann darin bestehen, die Menschen aufzuklären. Aber das ist schwierig und funktioniert auch nicht immer. Aktionismus ist da sicherlich einfacher.

Das wird aktuell noch dadurch erschwert, dass sie Situation sehr sehr zeitkritisch ist. In Deutschland gehen die Infektionszahlen gerade steil nach oben, da können wir nicht lange auf verlässliche Zahlen warten, sondern müssen eben auch mit geschätzten Werten schnell reagieren.

Ich verstehe deine Bedenken da, hab aber insgesamt trotzdem den Eindruck, dass die Politik da im Moment ein überwiegend guten Job macht und das professionell und ziemlich unaufgeregt durchzieht. Aktionismus sehe ich da diesmal noch keinen, ganz im Gegensatz zu vergangenen Herausforderungen, die wir so hatten.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Ghost_in_the_Ruin »

NegatroN hat geschrieben:
22.03.2020 12:25
borsti hat geschrieben:
22.03.2020 11:49
IronKlausi hat geschrieben:
21.03.2020 23:13
borsti hat geschrieben:
21.03.2020 22:05
Aus meiner Sicht, muss ich sagen: Doch es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl heraus tue, oder ob ich keine Wahl habe.
Naja, die Menschen hatten doch die Gelegenheit "freiwillig und aus eigenem Verantwortungsgefühl" zu handeln. Und es steht fest, dass es genug Leute gab, die das anscheinend nicht gemacht haben.
Ist das so? Steht das wirklich fest? Haben die Behörden eine valide Datengrundlage, wie Menschenansammlungen im öffentlichen Raum es gab und gibt und welchen Einfluss die auf die Gesamtsituation haben, oder wird gerade nach medialer Stimmung entschieden? Ein Interessanter Artikel zum Phänomen der "Corona-Partys", die angeblich überall steigen, stellt das zumindest in Frage. https://www.bento.de/politik/corona-par ... 31a1169eae

Im schlimmsten Fall wird gerade Politik nach Stimmung gemacht, obwohl es Nüchternheit und den Blick aufs große Ganze bräuchte. Wenn das stimmt, dann würde sich der Söder, der aktuell zum Schutz der Menschen hart durchgreift, vielleicht gar nicht so sehr von dem Söder unterscheiden, der noch vor kurzem zum Schutz der Menschen ganz hart gegen Asylbetrug durchgreifen wollte.
Das ist ein interessanter Punkt. Wir haben ja ganz oft das Problem, dass die subjektive Wahrnehmung durch die eigenen Erlebnisse und die Berichterstattung mit den tatsächlichen Zahlen wenig zu tun hat. Deswegen ist es immer enorm wichtig, das abzugleichen. Sowohl wir selber, vor allem aber auch die Entscheidungsträger. Für die kommt aber noch dazu, dass sie die Befindlichkeiten der Bevölkerung auch dann nicht völlig außer Acht lassen können, wenn die falsch sind. Idealerweise sollte ihre Aufgabe dann darin bestehen, die Menschen aufzuklären. Aber das ist schwierig und funktioniert auch nicht immer. Aktionismus ist da sicherlich einfacher.

Das wird aktuell noch dadurch erschwert, dass sie Situation sehr sehr zeitkritisch ist. In Deutschland gehen die Infektionszahlen gerade steil nach oben, da können wir nicht lange auf verlässliche Zahlen warten, sondern müssen eben auch mit geschätzten Werten schnell reagieren.

Ich verstehe deine Bedenken da, hab aber insgesamt trotzdem den Eindruck, dass die Politik da im Moment ein überwiegend guten Job macht und das professionell und ziemlich unaufgeregt durchzieht. Aktionismus sehe ich da diesmal noch keinen, ganz im Gegensatz zu vergangenen Herausforderungen, die wir so hatten.
Ich fand die bisherigen politischen Maßnahmen bis Anfang dieser Woche auch gut. Das Bundesgesundheitsministerium hat gut reagiert und die Aussetzung von Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten wie Sportveranstaltungen, Kulturbetrieb usw. finde ich auch richtig. Diese Woche kommt es mir aber vor, als habe ein Überbietungswettbewerb eingesetzt. Innerhalb Deutschlands und mit Blick auf die Nachbarländer. Und das eben, ohne Erkenntnis darüber, was die bisherigen Maßnahmen für Auswirkungen hatten.
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