Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

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Leviathane
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Leviathane »

M.o.D. hat geschrieben:
11.05.2020 07:45
Leviathane hat geschrieben:
10.05.2020 19:27

Auf ja, aber es kommt ja auch auf die Bedingungen an.
Mein Lieblingsgrieche zB kann demnächst nur noch 44 Gäste bedienen. Sonst gibt es ca. 100 Plätze. Ob sich der Betrieb dann noch rentiert? Haben die Gäste überhaupt Bock?
Und das ist ja nur ein Beispiel.
Weiss nicht, ob man da auf Demos gehen muss, aber man ist doch kein Idiot, wenn man Angst um seine Zukunft hat.
Du als Beamter hast gut reden, Dir kann ja diesbezüglich nichts passieren.
Moin Levi.
Darf ich mal die Frage stellen, wie Du Dir das so weiter vorstellst?
Natürlich darf man Angst um seine Zukunft haben, ich habe Bekannte im Gastronomie-Sektor, die kämpfen auch. Haben Angst um Ihre Existenz.
Momantan gibt es sehr sehr viele Menschen, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Und auch sehr viele Menschen, bei denen auch noch psychische Probleme hinzukommen

Leider ist es aber auch Fakt, dass dieser Scheiß-Virus aktuell unser Leben bestimmt. Und die Regierung versucht, mit den vorhandenen Möglichkeiten, das alles in den Griff zu bekommen.
Natürlich könnte sie, wie in USA oder Brasilien, nichts tun und zusehen, wie besonders (aber nicht nur!) Menschen krepieren.
Möchte nicht wissen, was hier los wäre, wenn die Regierung nichts getan hätte....

Kurz zu Deinem Beispiel Gastronomie:
Was möchten die Gastronomen? Alles wie noch zB im Januar? Mehr Unterstützung vom Staat (die will aber fast jeder)?
Ich verstehen das Dilemma (Öffnung gegenüber Kosten). Nur leider befinden sich Millionen Menschen in einem Dilemma.
Es ist einfach eine ganz, ganz beschissene Situation. Und jeder Hilferuf ist gerechtfertigt.
Nur - zur Zeit meine Einstellung - ich kann es nicht ändern. Dieses Arschloch von einem Virus wird nicht durch Beten, gutes Zureden, Verfluchen verschwinden.
Da sollte man schon der Wissenschaft glauben...

Ich habe natürlich auch keine besseren Vorschläge und gehe, von einigen Kritikpunkten, auch konform mit dem was da gerade veranlasst und getan wird.
Aber mir geht es gut, den einzigen Nachteil den ich gerade erlebe, ist das mein soziales Leben gerade massiv eingeschränkt ist. Damit komme ich insgesamt noch klar. Aber ich kann verstehen, wenn gerade die Leute, die um ihre Existenz fürchten ein Gefühl der Ohnmacht haben und vielleicht auch dann an so einer Demo teilnehmen, so blödsinning die auch letztlich ist. Vielleicht einfach um das Gefühl zu haben, etwas zu tun?!

Diese Leute dann Idioten zu nennen ist mir gestern ziemlich übel aufgestossen. Gar nicht mal so sehr, weil es hier im Forum erwähnt wurde, sondern nachdem ich gelesen habe, was alles unter #Covidioten bei Twitter gepostet wurde.

Überhaupt, dieses permanente mit dem Finger aufeinander zeigen, geht mir gerade unglaublich auf den Zeiger, von beiden Seiten. Von der von den Medien beschworene Solidarität bekomme ich nicht viel mit.
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Alphex
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Alphex »

M.o.D. hat geschrieben:
11.05.2020 08:36
Diese Politik: Geht's uns gut, wir sahnen ab - geht's uns schlecht, soll der Steuerzahler dafür aufkommen ist zum Kotzen.
Das hat doch aber Methode. Bei Verlusten ruft man den Staat, bei Gewinnen sind Steuern Raub. Man rufe sich auch die Vermieter-Demo ins Gedächtnis, bei denen simultan "Vermieter haben ein Anrecht auf so hohe Preise, denn sie tragen das Risiko" und "die aktuelle Lage schadet meinem Gewinn, dieses Risiko ist doch gemein" gefahren wurde.
Schnabelrock hat geschrieben:
11.05.2020 10:09
Zumal sie sehr heterogen ist und nur vom Wahnsinn zusammengehalten wird. Was mal ein guter Kleber, oft aber auch Sprengstoff ist.
Sie sieht auch nach mehr aus, weil die 3/4 der Anwesenden reine Handyfilmtouristen sind, die eigentlich lieber die üblichen malle et grillensis - Sachen machen würden.
Aus welchem Grund man dem Virus soeben fünf weitere Wochen und potentielle Tote geschenkt hat ist ja im Ergebnis erst mal zweitrangig.
NegatroN hat geschrieben:
11.05.2020 11:00
KingFear hat geschrieben:
11.05.2020 10:58
NegatroN hat geschrieben:
11.05.2020 10:04
Andererseits ist es aber auch so, dass man sie in ihrem Irrsinn bestätigen würde, wenn man gegen sie vorgeht.
Das kann aber nicht das Argument sein. Es ist vielmehr doch immer so, egal gegen wen die Polizei vorgeht: Rechte, Linke, Klimaschützer, Baumbesetzer - noch nie hat jemand gesagt, "ah, jetzt kommt die Polizei, vielleicht sollte ich meinen Standpunkt nochmal überdenken".
Darum geht es mir nicht. Aber wenn man sie bestätigt, dann könnte das einerseits dazu führen, dass die Bewegung sich weiter radikalisiert und andererseits dazu, dass sie Zulauf bekommt. Das sollte man zumindest bedenken.
Ich bin kein riesiger Fan von wissend kichernden Artikeln, was bislang fast alle zu dem Thema waren. Es gab ja auch mal diese "mit Rechten reden"-Nummer. Ich sehe es so: Man muss solche Leute nicht vorschnell beleidigen; wenn man ihnen aber Artikel widmet, sollte man schonungslos und begründet durchexerzieren, warum derartiges Verhalten völlig daneben ist. So man sich denn in der Position sieht, von dieser Gruppe erreicht zu werden. Die "Systempresse" wird ja vermutlich eh nur gelesen, wenn sie gerade einen Aufreger bietet ("so redet der Spiegel über euch!"), ansonsten abgetan, weil, wozu auch.

Das Internet war halt ein Fehler.
"Wenn man in der Metalszene unterwegs ist, dann bekommt man quasi NIE politische Statements zu hören. Auch deswegen liebe ich diese Szene so. Politik ist dort nunmal kein Thema. Fast schon ein Tabuthema."
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Schnabelrock »

Alphex hat geschrieben:
11.05.2020 13:58
Das Internet war halt ein Fehler.
Das ist die Erkenntnis-Essenz des 21. Jahrhunderts.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Perry Rhodan »

Leviathane hat geschrieben:
11.05.2020 13:42
M.o.D. hat geschrieben:
11.05.2020 07:45
Leviathane hat geschrieben:
10.05.2020 19:27

Auf ja, aber es kommt ja auch auf die Bedingungen an.
Mein Lieblingsgrieche zB kann demnächst nur noch 44 Gäste bedienen. Sonst gibt es ca. 100 Plätze. Ob sich der Betrieb dann noch rentiert? Haben die Gäste überhaupt Bock?
Und das ist ja nur ein Beispiel.
Weiss nicht, ob man da auf Demos gehen muss, aber man ist doch kein Idiot, wenn man Angst um seine Zukunft hat.
Du als Beamter hast gut reden, Dir kann ja diesbezüglich nichts passieren.
Moin Levi.
Darf ich mal die Frage stellen, wie Du Dir das so weiter vorstellst?
Natürlich darf man Angst um seine Zukunft haben, ich habe Bekannte im Gastronomie-Sektor, die kämpfen auch. Haben Angst um Ihre Existenz.
Momantan gibt es sehr sehr viele Menschen, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Und auch sehr viele Menschen, bei denen auch noch psychische Probleme hinzukommen

Leider ist es aber auch Fakt, dass dieser Scheiß-Virus aktuell unser Leben bestimmt. Und die Regierung versucht, mit den vorhandenen Möglichkeiten, das alles in den Griff zu bekommen.
Natürlich könnte sie, wie in USA oder Brasilien, nichts tun und zusehen, wie besonders (aber nicht nur!) Menschen krepieren.
Möchte nicht wissen, was hier los wäre, wenn die Regierung nichts getan hätte....

Kurz zu Deinem Beispiel Gastronomie:
Was möchten die Gastronomen? Alles wie noch zB im Januar? Mehr Unterstützung vom Staat (die will aber fast jeder)?
Ich verstehen das Dilemma (Öffnung gegenüber Kosten). Nur leider befinden sich Millionen Menschen in einem Dilemma.
Es ist einfach eine ganz, ganz beschissene Situation. Und jeder Hilferuf ist gerechtfertigt.
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Ich habe natürlich auch keine besseren Vorschläge und gehe, von einigen Kritikpunkten, auch konform mit dem was da gerade veranlasst und getan wird.
Aber mir geht es gut, den einzigen Nachteil den ich gerade erlebe, ist das mein soziales Leben gerade massiv eingeschränkt ist. Damit komme ich insgesamt noch klar. Aber ich kann verstehen, wenn gerade die Leute, die um ihre Existenz fürchten ein Gefühl der Ohnmacht haben und vielleicht auch dann an so einer Demo teilnehmen, so blödsinning die auch letztlich ist. Vielleicht einfach um das Gefühl zu haben, etwas zu tun?!

Diese Leute dann Idioten zu nennen ist mir gestern ziemlich übel aufgestossen. Gar nicht mal so sehr, weil es hier im Forum erwähnt wurde, sondern nachdem ich gelesen habe, was alles unter #Covidioten bei Twitter gepostet wurde.

Überhaupt, dieses permanente mit dem Finger aufeinander zeigen, geht mir gerade unglaublich auf den Zeiger, von beiden Seiten. Von der von den Medien beschworene Solidarität bekomme ich nicht viel mit.
Diese Menschen gefährden die Gesundheit ihrer Mitmenschen.
Wenn sie schon nicht an sich denken, sollen sie wenigstens an ihre Mitmenschen denken.
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Alphex
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Alphex »

Schnabelrock hat geschrieben:
11.05.2020 14:01
Alphex hat geschrieben:
11.05.2020 13:58
Das Internet war halt ein Fehler.
Das ist die Erkenntnis-Essenz des 21. Jahrhunderts.
Ich meine das übrigens fernab von allem "haha" vollkommen ernst. Das Ding ist VIEL zu schnell VIEL zu wichtig geworden, und Leute, die damit null umgehen können, sind darauf angewiesen, es dauernd zu benutzen. Kurzum brettern Leute, die nicht wissen, wie man bremst, mit einem Panzer jeden Tag zur Arbeit. Andere wiederum können mit einem eleganten Powerslide gezielt Menschenmassen über den Haufen fahren, und keiner merkt es. Ich bin seit fast 20 Jahren (oh Gott) online, und es hat sich nicht nur die Population verändert, sondern auch die Tragweite von Blödsinn, der hier verzapft wird. Und es tut einander nicht gerade gut.

Andererseits: Spätestens durch Corona läuft ein Großteil meines Soziallebens hier ab. Es ist völlig irre, wenn man sich das mal überlegt. Also alles.
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Tolpan
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Tolpan »

Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt, ihr hättet von nix gewusst:

https://twitter.com/MickyBeisenherz/sta ... 56/photo/1

Ohne Worte.
Ante: "Brrruda, schlag de Ball lang!"
Prince: "Brrruda, ich schlag de Ball lang!"
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Master_of_Insanity »

Ich weiss noch wie es zu den Anfängen hiess, also Mitte der 90er, das die Internet-Deppen diejenigen sind, die sich über AOL einloggen; über die AOL User wurde sich immer lustig gemacht. Die gab es tatsächlich schon damals...
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Schnabelrock »

Alphex hat geschrieben:
11.05.2020 14:05
Ich meine das übrigens fernab von allem "haha" vollkommen ernst.
Ich auch. Ich bedauere z. B. die unbegrenzten Möglichkeiten der Dummheitsvernetzung.
Ich kann mich an Zeiten erinnern, da stand der Depp an der Bushaltestelle und hat einem was erzählt. Schlimmstenfalls war man mit ihm verwandt und musste bei der Konfirmation dumme Judenwitze oder Zeug über Ausserirdische hören. Irgendwie waren die Leute aber in sozial normale Kontexte eingebettet und abgefangen. Was für alle gut war, auch für sie. So kam es wenigstens nicht zu mindestens landesweiten Kurzschlüssen von pathologischen Fällen. Die dann auch noch massenhaft Andockstationen für Dummheitsausbeutung bietet.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Hyronimus »

Tolpan hat geschrieben:
11.05.2020 14:07
Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt, ihr hättet von nix gewusst:

https://twitter.com/MickyBeisenherz/sta ... 56/photo/1

Ohne Worte.
Das mit den Bunkern weiß Attila übrigens aus erster Hand, er ist ja jetzt im Untergrund.
"If I can access the Internet, I might find answers." (Dan Brown)
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von schneezi »

Tolpan hat geschrieben:
11.05.2020 14:07
Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt, ihr hättet von nix gewusst:

https://twitter.com/MickyBeisenherz/sta ... 56/photo/1

Ohne Worte.
Ganz schlechtes LSD hat sich der andrehen lassen.
"A man may fight for many things: his country, his principles, his friends, the glistening tear on the cheek of a golden child.
But personally, I'd mud-wrestle my own mother for a ton of cash, an amusing clock and a stack of french porn."


Chuck Norris weiß, was die Figuren mit dem Kaffee zu tun haben.

schneez@lastfm
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Alphex »

Schnabelrock hat geschrieben:
11.05.2020 14:19
Ich auch. Ich bedauere z. B. die unbegrenzten Möglichkeiten der Dummheitsvernetzung.
Ich kann mich an Zeiten erinnern, da stand der Depp an der Bushaltestelle und hat einem was erzählt. Schlimmstenfalls war man mit ihm verwandt und musste bei der Konfirmation dumme Judenwitze oder Zeug über Ausserirdische hören. Irgendwie waren die Leute aber in sozial normale Kontexte eingebettet und abgefangen. Was für alle gut war, auch für sie. So kam es wenigstens nicht zu mindestens landesweiten Kurzschlüssen von pathologischen Fällen. Die dann auch noch massenhaft Andockstationen für Dummheitsausbeutung bietet.
Ja, genau so. Zumal man, wenn man halt 500 andere Irre kennt, sich nicht nur austauschen kann, sondern auch "das sehen alle so" greift. Halt die gute Filterblase weltweit. Das Problem dass ich nur nicht aufgelöst kriege, ist, dass es letztlich auf ein Lob des Gatekeepers rausläuft. Also dass früher so ein Blödsinn nicht medial großflächig stattfand, aber schon existiert hat.

Aber die Sache mit der beschönigten öffentlichen Darstellung ist ja gerade Leuten, die wissen wie Subkulturen aussehen, vermutlich auch aus der anderen Richtung (im Sinne von: das hat wenig mit dem, wie es tatsächlich war zu tun, was da erzählt wird) bekannt. Sprich, während "der Deutsche" Dieter Bohlens Hochglanzwelten für die Realität der Stunde hielt, gab es rumpelnde Atomkriegslyrik im Kellern. Und parallel zu koksigen Synthies waren Leute arbeitslos und elendig. Das einfach glattzubügeln wäre halt nicht nur doof, sondern ist vermutlich auch mit die Quelle dieser schwelenden Blase.

An sich ist die Schlussfolgerung, dass man da schon moderieren muss, hochgradig demokratieskeptisch. Denn der Souverän at large ist damit nur semi-mündig. Aber sein Elend, ob nun materiell, kulturell oder wie auch immer, ist halt real.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Rotstift »

Tolpan hat geschrieben:
11.05.2020 14:07
Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt, ihr hättet von nix gewusst:

https://twitter.com/MickyBeisenherz/sta ... 56/photo/1

Ohne Worte.
Ganz ernsthaft, der braucht Hilfe.
Mille millions de mille sabords!

Music is no good if it can't be sung by the human voice in some way. (John Tavener)

Im übrigen bin ich der Meinung dass die AfD der politische Arm des Rechtsterrorismus ist.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von M.o.D. »

Leviathane hat geschrieben:
11.05.2020 13:42
M.o.D. hat geschrieben:
11.05.2020 07:45
Leviathane hat geschrieben:
10.05.2020 19:27

Auf ja, aber es kommt ja auch auf die Bedingungen an.
Mein Lieblingsgrieche zB kann demnächst nur noch 44 Gäste bedienen. Sonst gibt es ca. 100 Plätze. Ob sich der Betrieb dann noch rentiert? Haben die Gäste überhaupt Bock?
Und das ist ja nur ein Beispiel.
Weiss nicht, ob man da auf Demos gehen muss, aber man ist doch kein Idiot, wenn man Angst um seine Zukunft hat.
Du als Beamter hast gut reden, Dir kann ja diesbezüglich nichts passieren.
Moin Levi.
Darf ich mal die Frage stellen, wie Du Dir das so weiter vorstellst?
Natürlich darf man Angst um seine Zukunft haben, ich habe Bekannte im Gastronomie-Sektor, die kämpfen auch. Haben Angst um Ihre Existenz.
Momantan gibt es sehr sehr viele Menschen, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Und auch sehr viele Menschen, bei denen auch noch psychische Probleme hinzukommen

Leider ist es aber auch Fakt, dass dieser Scheiß-Virus aktuell unser Leben bestimmt. Und die Regierung versucht, mit den vorhandenen Möglichkeiten, das alles in den Griff zu bekommen.
Natürlich könnte sie, wie in USA oder Brasilien, nichts tun und zusehen, wie besonders (aber nicht nur!) Menschen krepieren.
Möchte nicht wissen, was hier los wäre, wenn die Regierung nichts getan hätte....

Kurz zu Deinem Beispiel Gastronomie:
Was möchten die Gastronomen? Alles wie noch zB im Januar? Mehr Unterstützung vom Staat (die will aber fast jeder)?
Ich verstehen das Dilemma (Öffnung gegenüber Kosten). Nur leider befinden sich Millionen Menschen in einem Dilemma.
Es ist einfach eine ganz, ganz beschissene Situation. Und jeder Hilferuf ist gerechtfertigt.
Nur - zur Zeit meine Einstellung - ich kann es nicht ändern. Dieses Arschloch von einem Virus wird nicht durch Beten, gutes Zureden, Verfluchen verschwinden.
Da sollte man schon der Wissenschaft glauben...

Ich habe natürlich auch keine besseren Vorschläge und gehe, von einigen Kritikpunkten, auch konform mit dem was da gerade veranlasst und getan wird.
Aber mir geht es gut, den einzigen Nachteil den ich gerade erlebe, ist das mein soziales Leben gerade massiv eingeschränkt ist. Damit komme ich insgesamt noch klar. Aber ich kann verstehen, wenn gerade die Leute, die um ihre Existenz fürchten ein Gefühl der Ohnmacht haben und vielleicht auch dann an so einer Demo teilnehmen, so blödsinning die auch letztlich ist. Vielleicht einfach um das Gefühl zu haben, etwas zu tun?!

Diese Leute dann Idioten zu nennen ist mir gestern ziemlich übel aufgestossen. Gar nicht mal so sehr, weil es hier im Forum erwähnt wurde, sondern nachdem ich gelesen habe, was alles unter #Covidioten bei Twitter gepostet wurde.

Überhaupt, dieses permanente mit dem Finger aufeinander zeigen, geht mir gerade unglaublich auf den Zeiger, von beiden Seiten. Von der von den Medien beschworene Solidarität bekomme ich nicht viel mit.
Ok, nun habe ich es verstanden.
Mein soziales Leben besteht momentan aus den WhatsUp, Internet und ab und an FB (wobei ich das momentan sehr einschränke, weil zu viele Idioten), TEAMS-Besprechungen mit Arbeitskollegen und natürlich Familie.
Ich verstehe jeden, der Angst um seine Existenz haben muss. Freunden von uns (Gastronomie) geht es genau so.

Aktuell ist die Stimmung sehr gereizt, weil Angst umgeht. Die Aluhüte und Braunen nutzen das gnadenlos aus, und viele Verzweifelte wollen sich Luft machen.
Problem ist halt, dass keiner genau weiß, wie wo was richtig oder falsch ist.
Ich bin nicht alt, ich bin retro !!

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Don't call us retards we just keep it true - We do it for ourselves and we do it for you
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Neroon »

Rotstift hat geschrieben:
11.05.2020 14:33
Tolpan hat geschrieben:
11.05.2020 14:07
Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt, ihr hättet von nix gewusst:

https://twitter.com/MickyBeisenherz/sta ... 56/photo/1

Ohne Worte.
Ganz ernsthaft, der braucht Hilfe.
Wer sich mal selbst ein Bild machen möchte und ca 1:50 Std. Zeit hat:
https://youtu.be/CZAqGu56xAk

Aber evtl. reicht auch schon dieser Auschnitt (so bis 41:00):
https://youtu.be/CZAqGu56xAk?t=2246
Base not your joy upon the deeds of others, for what is given can be taken away.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von JudasRising »

NegatroN hat geschrieben:
11.05.2020 11:38
JudasRising hat geschrieben:
11.05.2020 11:34
Bei den Demos, die da momentan mit mehreren Tausend Leuten stattfinden, frage ich mich ja, warum die in dieser Form überhaupt erlaubt werden. Kann mir keiner erzählen, das sich da sämtliche Teilnehmer an die Abstandsregeln und sonstige Vorgaben halten, auch ohne irgendwelche Ausschreitungen nicht.

Oder mal überspitzt ausgedrückt: Dann kann man von der Gefahr her genauso gut Festivals stattfinden lassen. Nein ich will momentan auf kein Festival, bevor das wieder so verstanden wird.
Das Recht zu Demonstrieren ist in unserer Verfassung aber sehr hoch aufgehängt, was das BVG auch immer wieder bestätigt hat. Das gehört zu den Grundfesten eines demokratischen Rechtsstaats und kann damit nur sehr schwer eingeschränkt werden. Für Festivals gilt das nicht.
Das ist mir schon klar. Mir geht es darum, ob auf den Demos die momentan geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen nicht genauso gelten wie im sonstigen öffentlichen Raum. Und ob massive Verstöße dagegen nicht eigentlich zur sofortigen Auflösung führen müssten bzw wenn sowas vorher schon absehbar ist, die Demo gar nicht erst genehmigt werden dürfte. Warum darf das Ding in München mit 2000 Teilnehmern stattfinden, wenn nur 80 angemeldet wurden? Es werden ja auch regelmäßig irgendwelche Nazidemos im Vorfeld schon untersagt, wenn abzusehen ist, das dadurch die Sicherheit gefährdet ist oder wenn die Auflagen nicht erfüllt werden.
BLASPHEMER!
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