Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

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NegatroN
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:16
Bis auf die Sache, dass es drastischer war als das Abitur bin ich da ganz bei dir.
Wahrscheinlich stimmt das so auch nicht ganz. Beim Abitur war nur die Phase der Veränderung länger gestreckt.
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MetalEschi
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von MetalEschi »

Dimebag666 hat geschrieben:
08.05.2020 09:18
MetalEschi hat geschrieben:
08.05.2020 09:13
Sambora hat geschrieben:
08.05.2020 09:08
Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 07:52
Mein Neffe (vierte Klasse und damit "Abschlussjahrgang") hat immerhin noch 10 Tage Schule bis zu den Ferien. Also im klassischen Sinn jetzt, mit in die Schule gehen.
Der Sohn von meinem Kollegen (8. Klasse oder sowas) ganze 2.
Ich bin kein Pädagoge, aber besonders im zweiten Fall kann man es doch dann echt ganz lassen oder?
*lol* @ Gedanke @ 4. Klasse sei ein Abschlussjahrgang.

Jetzt mal schön bewerben, 10jähriger!
Abschlussjahrgang für die Grundschule. Der Stress, den wir jedes Jahr haben, weil die Schüler irgendwie auf Realschule und Gymnasium müssen/wollen, kann man sich kaum vorstellen. Abschlussjahrgang kommt so gesehen schon hin, das Ende der vierten Klasse ist ein großer Einschnitt.
Ist das nicht Teil deines Geschäftskonzepts? :D
Absolut, wobei die Grundschüler eher die Kollegen mit richtiger pädagogischer Ausbildung machen. Aber ja, im Wesentlichen gehts um solche Dinge. *g*
In den Grundschuljahrgängen sind btw fast immer die Eltern die größere Herausforderung als die Schüler selbst.
Zuletzt geändert von MetalEschi am 08.05.2020 09:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Sambora »

NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:15
costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:13
Sambora hat geschrieben:
08.05.2020 09:08
Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 07:52
Mein Neffe (vierte Klasse und damit "Abschlussjahrgang") hat immerhin noch 10 Tage Schule bis zu den Ferien. Also im klassischen Sinn jetzt, mit in die Schule gehen.
Der Sohn von meinem Kollegen (8. Klasse oder sowas) ganze 2.
Ich bin kein Pädagoge, aber besonders im zweiten Fall kann man es doch dann echt ganz lassen oder?
*lol* @ Gedanke @ 4. Klasse sei ein Abschlussjahrgang.

Jetzt mal schön bewerben, 10jähriger!
Natürlich ist das im Prinzip ein Abschlussjahrgang.
Klar ist das eins. Andere Schule, andere Regeln, andere Mitschüler. Für mich war der Wechsel von der Grundschule zum Gymnasium damals auf alle Fälle ein drastischer Einschnitt. Vielleicht sogar größer als das Abitur selber, weil ich eben noch sehr viel jünger und unselbstständiger war.
Stimmt schon, Leute! Der Schulweg war ein anderer, neue Mitschüler, neue Lehrer...
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von costaweidner »

NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:19
costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:16
Bis auf die Sache, dass es drastischer war als das Abitur bin ich da ganz bei dir.
Wahrscheinlich stimmt das so auch nicht ganz. Beim Abitur war nur die Phase der Veränderung länger gestreckt.
Das kann schon der Grund sein. Eine gewisse Vorbereitung gab es ja im Übergang zum Gymnasium auch.
Krasser war für mich da eher das Überspringen der 1. Klasse direkt nach den Herbstferien. Vorbereitung war da nicht wirklich, entsprechend habe ich das auch als drastischer in Erinnerung als den Wechsel auf die weiterführende Schule.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Dimebag666 »

costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:21
NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:19
costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:16
Bis auf die Sache, dass es drastischer war als das Abitur bin ich da ganz bei dir.
Wahrscheinlich stimmt das so auch nicht ganz. Beim Abitur war nur die Phase der Veränderung länger gestreckt.
Das kann schon der Grund sein. Eine gewisse Vorbereitung gab es ja im Übergang zum Gymnasium auch.
Krasser war für mich da eher das Überspringen der 1. Klasse direkt nach den Herbstferien. Vorbereitung war da nicht wirklich, entsprechend habe ich das auch als drastischer in Erinnerung als den Wechsel auf die weiterführende Schule.
Sich mit 14 unter 7jährigen zurecht zu finden, stelle ich mir auch schwierig vor. *g*
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Dimebag666 »

MetalEschi hat geschrieben:
08.05.2020 09:20
Dimebag666 hat geschrieben:
08.05.2020 09:18
MetalEschi hat geschrieben:
08.05.2020 09:13
Sambora hat geschrieben:
08.05.2020 09:08


*lol* @ Gedanke @ 4. Klasse sei ein Abschlussjahrgang.

Jetzt mal schön bewerben, 10jähriger!
Abschlussjahrgang für die Grundschule. Der Stress, den wir jedes Jahr haben, weil die Schüler irgendwie auf Realschule und Gymnasium müssen/wollen, kann man sich kaum vorstellen. Abschlussjahrgang kommt so gesehen schon hin, das Ende der vierten Klasse ist ein großer Einschnitt.
Ist das nicht Teil deines Geschäftskonzepts? :D
Absolut, wobei die Grundschüler eher die Kollegen mit richtiger pädagogischer Ausbildung machen. Aber ja, im Wesentlichen gehts um solche Dinge. *g*
In den Grundschuljahrgängen sind btw fast immer die Eltern die größere Herausforderung als die Schüler selbst.
Das stimmt. Wobei ich das Gefühl habe, dass sich das mit den Eltern nie ändert und nur die Schüler auf Dauer anstrengender werden. *g*
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von infected »

NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:13
infected hat geschrieben:
08.05.2020 09:07
U.a. eine gemeinsame Übernachtung mit gemeinsamen Frühstück im Kindergarten
Ja, genau solche Sachen. Auf die haben die sich auch schon sehr gefreut, weil sie das ja in den Vorjahren immer bei den anderen mitbekommen haben. Jetzt sind sie die Großen, aber das alles findet so nicht statt.
Ja, ist hier im Kindergarten ähnlich, wobei wir jetzt mit unserer älteren zum Glück noch nicht betroffen sind. Es soll zwar ein Alternativprogramm entwickelt werden für die "Abgänger", aber da fehlen uns (i.S.v. Elternrat) noch die zündenden Ideen was davon überhaupt umgesetzt werden kann, auch weil wesentliche Konzepte für den weiteren Kindergartenbetrieb gerade erst entwickelt werden.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Thunderforce »

NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:19
costaweidner hat geschrieben:
08.05.2020 09:16
Bis auf die Sache, dass es drastischer war als das Abitur bin ich da ganz bei dir.
Wahrscheinlich stimmt das so auch nicht ganz. Beim Abitur war nur die Phase der Veränderung länger gestreckt.
So in etwa.
Der Einschnitt nach der Grundschule war schon recht erheblich, viele Freunde gingen auf andere Schulen, der Schulweg war ein ganz anderer (nicht mehr 10 Minuten laufen, sondern 30 Minuten Busfahren - da meine Eltern keinen SUV hatten, mit dem sich mich bis in die Klasse fahren konnten, war Bus die einzige Alternative *g*), total viele neue Fächer, Samstag Unterricht and whatnot.
Als Einschnitt war das definitiv größer als das Abi.
Abi habe ich mehr als Phase wahrgenommen, weniger als ein Ereignis.

Und da der Endpunkt dieser Phase war, endlich aus dieser Scheißschule rauszukommen, hat es mir auch nicht groß Angst gemacht, schlimmer konnte es ja kaum werden.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 09:35
Und da der Endpunkt dieser Phase war, endlich aus dieser Scheißschule rauszukommen, hat es mir auch nicht groß Angst gemacht, schlimmer konnte es ja kaum werden.
Den Endpunkt hat es bei mir so nie gegeben. Das war eher eine längere Phase danach, in der immer mehr Kontakte zu Leuten abgebrochen sind, die zum Studieren oder arbeiten weggezogen sind.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Tolpan »

MetalEschi hat geschrieben:
08.05.2020 09:09
Doch, du darfst ja sonst nur einen Freund sehen und nicht 10 oder 15.
Klar, aber das ginge ja auch auf dem Schulhof, ohne die ganze Verplanerei mit den Lehrern und Klassenräumen etc.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von M.o.D. »

Ah, Schule....interessantes Thema.

Meine Tochter ist in der 10 und bereitet sich auf die ZP10 vor.
Zu diesem Zweck gab es zunächst Aufgaben per Mail und moodle (irgendsoein Schulportal).
Lösungen eingescannt oder fotografiert und zurück.
Ea gab auch mal in Mathe eine Empfehlung für Lehrer Schmidt auf YouTube - und das Video zum Thema Sinus, Cosinus, usw. war echt gut.
Nun geht sie seit 2 Wochen jeden Tag mal 2, mal 4 Stunden in die Schule, kleine Klassen, alle mit Mundschutz - scheint alles gut zu laufen, bis jetzt. Aber in dem Alter (16) hat man wahrscheinlich mehr Verständnis für die Maßnahmen als mit 6...

Jedenfalls wird sie Ende Mai wohl 3 Klassenarbeiten (Deutsch, Englisch, Mathe) schreibem die dann die ZP 10 ersetzen. Ich persönlich halte das für nicht nötig, ob die Qualifikation für die Oberstufe erreicht wurde, hätte man an den bisherigen Noten ablesen können, aber gut. Man wollte es anders, Jammern nützt nix.

Wobei die Kaltschneuzigkeit, mit der die Minister über Wünsche, Forderungen, Belange der Schüler hinweggehen, imo schon eine Frechkeit ist, Mit 16 dürfen sie an Kommunalwahlen teilnehmen, aber mehr auch nicht.
Und bei den Abiturienten übersehen die verantwortlichen Ministerinnen anscheinend ganz gern, dass es keine Kinder mehr sind....ach so, diese Schlüler sorgen ja nicht für tausende Arbeitsplätze oder sind "systemrelevant", Warum sollte man denen zuhören? Und die Lehrerschaft fühlt sich sicher auch gut vertreten...
Oh vom Kurs abgekommen...sorry.

Was nach der Abgabe der Prüfungen passiert, ist unklar. Einen weiteren Schulbesuch halte ich dann für dusselig.
Wie es nach den Sommerferien dann aussieht, weiss noch keiner.

Was meine Tochter bedauert, ist der Wegfall von Abschlussfeiern.
Eine Zeugnissübergabe in einem feierlichen Rahmen im Beisein der Eltern usw. wird es wohl kaum geben. Und die Party am Abend ist ja auch dahin.
Sie wird sehr wahrscheinlich weiter dort zur Schule gehen um ihr Abi zu machen. Aber einige werden eine Ausbildung beginnen und die Schule verlassen.
Also schon ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. So sang- und klanglos. Bitter.

Selbiges gilt auch für Abiturienten, aber da bin ich nicht soweit dran.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Thunderforce »

NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:45
Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 09:35
Und da der Endpunkt dieser Phase war, endlich aus dieser Scheißschule rauszukommen, hat es mir auch nicht groß Angst gemacht, schlimmer konnte es ja kaum werden.
Den Endpunkt hat es bei mir so nie gegeben. Das war eher eine längere Phase danach, in der immer mehr Kontakte zu Leuten abgebrochen sind, die zum Studieren oder arbeiten weggezogen sind.
Ok. Das war bei mir anders. Mit dem letzten Schultag habe ich noch zu genau 2 Leuten Kontakt gehalten, zu einem auch noch über 20 Jahre, inzwischen aber auch nicht mehr.
Einen anderen Kumpel, der bereits in der 6. Klasse die Schule verlassen hatte, habe ich irgendwann nach dem Abi durch Zufall wiedergetroffen und zu dem habe ich auch bis heute Kontakt, das wars.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von tafkasc »

NegatroN hat geschrieben: Im ersten Satz stecken schon irre viele Probleme. Was ist denn eine "starke" EU? Ein europäischer Staat? Oder eben doch nur ein Staatenbund, in dem man zwar zusammenarbeitet, die eigentliche Macht und Legitimation aber eben doch in den Nationalstaaten verbleibt? Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "demokratisch"? Wie sieht ein demokratisches Wahlrecht aus, das sowohl den Interessen von bevölkerungs- und wirtschaftsstarken Staaten wie Deutschland und Frankreich gerecht wird wie auch denen von Malta oder Kroatien? Auch in Anbetracht dessen, dass die dann auch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie Demokratie tatsächlich ausgestaltet sein sollte.
ja
NegatroN hat geschrieben: Mit dem letzten Teil bin ich auch bei dem vom tafcasc zitierten Verfassungsrechtler. Er hat insofern recht, als es schwierig (und auch etwas anmaßend) ist, das deutsche Verständnis von Demokratie und staatlicher Organisation auf Europa anzuwenden. Viele Staaten und Bürger sehen das eben ziemlich anders als wir. Die haben deswegen nicht automatisch Unrecht. Wir tun aber gern so, als ob unser Verständnis das einzig wahre und richtige wäre, und die anderen einfach noch nicht so weit sind (wenn sie nicht eh korrupte Faulenzer sind). Da blitzt halt schon öfters mal das alte "am deutschen Tresen soll die Welt genesen" durch.
Manchmal kann man aber auch den Eindruck haben, dass die Differenzierung "Deutschland gegen den Rest der Welt" wiederum eine Form von (invertierter) Deutschland-Fixierung ist. Das Gerede über ein demokr. Defizit in der EU ist keine rein deutsche Erfindung. Und Deutschland steht bei vielen europ. Streitfragen (z.B. zum Euro) eigentlich auch selten ganz alleine da (pars pro toto: http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=44869). Dass Deutschland als der größte und wirtschaftlich stärkste Staat eine besondere Rolle spielt, ist auch klar. Aber Deutschland ist halt für eine Hegemonialrolle wiederum viel zu klein. Und die Erkenntnis, dass man sich nicht einig ist, bedeutet nicht unbedingt, dass -überhaupt- jemand Unrecht hat.

Das ironische ist ja, dass man über die unterschiedlichen deutschen, französischen, maltesischen und kroatischen Interessen und Traditionen wiederum die alten Nationalstaaten, ihre Geschichte und ihre Pfadabhängigkeiten in die EU mithineinträgt ("Für uns ist und bleibt das wichtig, weil wir Detusche/Malteser/... sind"). In gewisser Weise lese ich das, was du schreibst, sogar für ein (unbeabsichtigtes?) Plädoyer für einen eher lockeren Staatenbund (Ziel: Skalen- und Netzwerkeffekte), denn welchen "Zweck", welche "Funktion" sollte denn ein europäischer Staat haben, wenn man so vieles eben anders sieht (und das eine Rolle spielt) ? Man kann ihn (nur) als Vehikel für gemeinschaftlich definierte, individuelle Grundrechte sehen, aber das geht nicht (verlässlich) ohne Einmütigkeit. Ich vermute mal, dass auch ein Prof. Mayer, bei aller Rücksichtnahme auf andere Rechtsempfinden, weiterhin gerne die Möglichkeit hätte Polen und Ungarn zu kritisieren, auch mit Rechtsmitteln.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von tafkasc »

Hyronimus hat geschrieben:
08.05.2020 09:18
Ich kann mich sehr wage erinnern, dass wir 1982 zum Kindergarten-Abschluss einen Ausflug zum Abenteuerspielplatz gemacht haben, und das gesamte letzte Kindergarten-Jahr gab‘s Vorschul-„Unterricht“. ..
Das ist hier - bzw. war vor Corona - im Moment auch noch so. Es gibt zwischen der 1.Klasse Grundschule und den Kindergärten eine Kooperation, die Vorschüler aus dem KG sind da regelmäßig mit den Erstklässlern zusammen (in der Schule und im Schulgarten) und werden quasi "eingewiesen". Außerdem bekommen die "Vorschüler" im KG separat pro Woche ein paar Stunden "Unterricht". Und ne Abschlussveranstaltung (Gemeinsames Übernachten in der Kita) gibts dann auch noch. Das macht schon Sinn.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von M.o.D. »

Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 09:55
NegatroN hat geschrieben:
08.05.2020 09:45
Thunderforce hat geschrieben:
08.05.2020 09:35
Und da der Endpunkt dieser Phase war, endlich aus dieser Scheißschule rauszukommen, hat es mir auch nicht groß Angst gemacht, schlimmer konnte es ja kaum werden.
Den Endpunkt hat es bei mir so nie gegeben. Das war eher eine längere Phase danach, in der immer mehr Kontakte zu Leuten abgebrochen sind, die zum Studieren oder arbeiten weggezogen sind.
Ok. Das war bei mir anders. Mit dem letzten Schultag habe ich noch zu genau 2 Leuten Kontakt gehalten, zu einem auch noch über 20 Jahre, inzwischen aber auch nicht mehr.
Einen anderen Kumpel, der bereits in der 6. Klasse die Schule verlassen hatte, habe ich irgendwann nach dem Abi durch Zufall wiedergetroffen und zu dem habe ich auch bis heute Kontakt, das wars.
Was ich sehr schön finde, ist die Tatsache, das sich unser Abi-Jahrgang schon paarmal getroffen hat.
Und immer noch sind es 50-60 Personen.
Fakt ist aber auch, dass ich sonst zu keinem mehr Kontakt (ausser über FB) habe.
Ich bin nicht alt, ich bin retro !!

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