Hammer of Doom - Kurzbericht

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Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 15:41

Bin wieder da. War geil.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von OriginOfStorms » 17.11.2019 16:09

Sehr schön. Und sehr übersichtlich.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 16:39

Ok, für die, die's ernsthaft interessiert:

Die Anreise mit dem Zug war weitgehend problemlos, und da die Posthalle in Würzburg direkt neben den Bahnhof steht, gab's auch keine logistischen Probleme. Nur den Eingang musste ich erstmal finden. *g*

Thronehammer: spielen eine Mischung aus Candlemass und eher crustig-sludgigem Zeug, was eigentlich schon mein Ding sein müsste. Da mir die Band aber schon auf Platte zu weitschweifig ist (5 oder 6 Songs in 75 Minuten...) hab ich verzichtet, erstmal ein Atlantean-Kodex-Shirt gekauft und bin dann ins Hotel zum einchecken.

Iron Walrus: von denen bekomme ich beim Ankommen in der Halle immerhin noch 2 Songs mit. Schöne Motörhead meets Sabbath meets Sludge-Mische von Leuten in Sturmhauben mit aufgemalten Walroßzähnen. :D Zum Aufwärmen gut.

Tanith: Wirkten auf mich ziemlich entspannend, was mir nach der Anreisehektik erstmal gut zu pass kam. Die Hobbyspielwiese von Satan-Gitarrist Russ Tippins macht eine Art folkig angehauchten Spätsiebziger-Rock mit schönen Gitarrenharmonien. Klang so angenehm wie die Leute auf der Bühne rüberkamen. Die Songs fand ich nicht alle spannend, am besten noch die erste Single "Citadel".

Messa: 50% aller Gründe, warum ich überhaupt runtergefahren bin. Und wie ich belohnt worden bin. Die Jagd auf Merch und CD gerät zur Nervenprobe, weil die Band wohl erst kurz vor dem Auftritt angereist ist und ewig nichts am Stand hängt. Aber pünktlich zu Konzertbeginn hab ich alles und kann mich auf die Musik konzentrieren. So alle zwei bis fünf Jahre bin ich mal richtig in Musik verliebt, und Messa gehört momentan mein Herz. Einerseits in jeder Hinsicht die extremste Band des Tages, weil die Wand aus Verzerrung völlig far out ist. Gitarrensignale werden wie bei Mantar gesplittet und auch über den Bassamp gejagt, was für den mit Abstand derbsten Sound aller Bands des Tages sorgt. Andererseits sind da diese sparsamen, aber effizienten Gitarrensoli und kleinen Melodien und natürlich Saras Weltklassestimme. Augen zu und fallen lassen! So geil, wie nach "Leah" alle jubeln wollten, sich aber keiner getraut hat, weil die Band die letztem Gitarrentöne so ewig lang gezogen hat. Als ob einen ein mit Blumengirlanden geschmückter Braunkohlebagger überrollt... Musikalisch das unangefochtene Tageshighlight, da ging dann hinterher nichts mehr drüber. Haltet bitte noch lange durch.

Mirror of Deception: Hatte ich als "och ja, kann man mal wieder gucken wenn sie schon da sind" eingeplant, aber das war dann insgesamt viel besser. MoD bedienten von allen Bands des Tages am ehesten die klassische Candlemass/Solitude Aeturnus-Schiene mit einem Schuss Dramatik. Und das sehr souverän. Einzig der Gesang lässt etwas Charisma vermissen, aber das war mir da gerade egal. Klare Empfehlung von meiner Seite.

Lord Vicar: Auf die hatte ich mich eigentlich gefreut, weil ich sie von einem Gig in Köln vor ein paar Jahren als ziemlich gute Liveband in Erinnerung hatte. Diesmal haben sie mich aber nicht so richtig gekriegt, obwohl der Auftritt an sich sehr gut war. Ich glaube das lag daran, dass sie nach lauter Bands mit sehr vollem, breitwandigem Sound mit ihrem sehr knarzig-trockenen Ansatz ein bisschen untergingen. Schade eigentlich, aber man steckt halt nicht drin.

Khemmis liefen bisher ein bisschen an mir vorbei. Muss ich nach dem Auftritt ändern, weil das meine Überraschung des Tages war. Dass grobkörniger Doom mit Maidenleads live so abgeht, hätte ich nicht gedacht, aber von der Eingespieltheit und Spielfreude her was das klar die Band des Tages. Auch die mit dem größten Rock'n'Roll-Faktor auf der Bühne, die meisten KollegInnen wirkten im Vergleich fast introvertiert. Bitte nächstes Jahr fürs Rock Hard Festival buchen, die reissen garantiert mit dem großen Bagger ab.

Swallow The Sun spielen so eine Art Paradise Lost ohne Ecken und Kanten, aber mit mehr Bock auf der Bühne und Kapuzen. Ich fand's nicht übel, aber weil ich nach mehreren Stunden Rumstehens Rückenschmerzen und Hunger hatte, bin ich nach drei Songs in nächste Trattoria verschwunden. Übergeben hatte sich bis dahin niemand.

Scald haben in den Neunzigern mal ein sagenumwobenes Epic Metal-Album veröffentlicht, von dem ich keinen Ton kenne. Nach der Essenspause hab ich noch das letzte Drittel ihres Sets mitgekriegt und einen sehr guten Auftritt mit guten Musikern und einem engagierten Felipe Plaza von Procession am Mikro gesehen. So ganz meine Musik ist dieser ausschweifende Epic Metal ohne allzugroße Tempovariationen zugegebenermaßen nicht, weshalb ich das vermutlich nicht weiter vertiefen werde. Fans von While Heaven Wept, Solstice oder auch Atlantean Kodex sollten aber mal reinhören.

Atlantean Kodex sind mittlerweile live da angekommen wo sie hinwollten. Früher war das ja gerne mal etwas wacklig und mit leicht angezogener Handbremse gespielt, aber das ist vorbei. Inzwischen steht da eine richtig gute Liveband mit der nötigen Tightness, mit Selbstbewusstsein und Lockerheit. Früher wirkten sie ja mitunter vor allem konzentriert, dber diesmal hat man ihnen den Spaß am Auftritt richtig angemerkt. Und zwar völlig zu Recht, weil ihre Songs einfach unangreifbar sind. Das Set bestand aus fünf "Empire"-Songs, plus je zweimal White Goddess und Golden Bough und einer vom Demo. Und nachdem ich jetzt "People of the Moon", "Lion of Chaldaea", "Chariots", "He Who Walks Behind The Years" und "The Course of Empire" live gehört habe, würde ich auch nicht mehr sagen, dass das neue Album schwächer als "The White Goddess" ist. Mehr mitgekräht habe ich jedenfalls schon länger bei keiner Band mehr. Und apropos Singen: Markus Becker hat einen riesen Job abgeliefert, an dem wirklich niemand etwas auszusetzen haben sollte. Wenn man will, dass das noch besser klingt, muss man da schon Bruce Dickinson oder so jemand hinstellen, aber das ist völlig unnötig. Das einzige woran man noch feilen könnte sind vielleicht die Soli, aber ansonsten ist am jetzigen Zustand dieser Band nichts mehr zu verbessern.

Zwei Dinge fallen mir auf: Erstens die enorme musikalische Bandbreite aller Bands, weil nämlich wirklich keine zwei gleich klangen, und das in einem vermeintlich so eingefahrenen Genre. Und zweitens der hohe Anteil an Bands, die eben noch keine 20 Jahre dabei sind, dabei aber genauso aufregend sind wie die "großen Alten" oder sogar noch mehr. Bestätigt mich in meiner Meinung, dass Metal momentan nirgendwo soviel Spaß macht wie im langsamen Sektor.

Wenn das Billing nächstes Jahr wieder so stark ist, bin ich wieder dabei.
Zuletzt geändert von Apparition am 17.11.2019 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Thunderforce » 17.11.2019 18:19

Schöner Bericht. :)
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 18:32

Thunderforce hat geschrieben:
17.11.2019 18:19
Schöner Bericht. :)
Danke. Dich wollte ich gestern noch ansimsen, aber anscheinend ist die Nummer irgendwie falsch. Mit welchem Album von Khemmis fängt man am besten an?
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Thunderforce » 17.11.2019 18:41

Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 18:32
Thunderforce hat geschrieben:
17.11.2019 18:19
Schöner Bericht. :)
Danke. Dich wollte ich gestern noch ansimsen, aber anscheinend ist die Nummer irgendwie falsch. Mit welchem Album von Khemmis fängt man am besten an?

Ich kenn die letzte nicht, von den ersten beiden würde ich die zweite (Hunted) vllt knapp vorziehen. Ist etwas ausgereifter. Aber an sich nehmen die sich nicht viel.

Ich schreib Dir mal ne Threema Nachricht, an sich hat sich die Nummer nicht geändert.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 18:45

Thunderforce hat geschrieben:
17.11.2019 18:41
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 18:32
Thunderforce hat geschrieben:
17.11.2019 18:19
Schöner Bericht. :)
Danke. Dich wollte ich gestern noch ansimsen, aber anscheinend ist die Nummer irgendwie falsch. Mit welchem Album von Khemmis fängt man am besten an?

Ich kenn die letzte nicht, von den ersten beiden würde ich die zweite (Hunted) vllt knapp vorziehen. Ist etwas ausgereifter. Aber an sich nehmen die sich nicht viel.

Ich schreib Dir mal ne Threema Nachricht, an sich hat sich die Nummer nicht geändert.
Interessant, bei Threema hatte ich Dich nämlich auch nicht mehr in den Kontakten. :kratz:
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Thunderforce » 17.11.2019 18:46

Komisch. Kommuniziert haben wir da definitiv schon drüber. :ka:

Merkwürdigerweise bist Du da aber "rot", was ja glaube ich so viel heißt, wie das wir uns eigentlich gar nicht kennen oder so *g*

Kam die Nachricht denn an?
Ich hab jetzt tatsächlich einfach auf Deine letzte Nachricht (aus dem Juli) geantwortet.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Kaleun Thomsen » 17.11.2019 19:22

Cooler Bericht, Messa gebe ich mir mal, deine Beschreibung spricht mich als Mantar-Fanboy ziemlich an. Merci.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Susi666 » 17.11.2019 19:48

Kaleun Thomsen hat geschrieben:
17.11.2019 19:22
Cooler Bericht, Messa gebe ich mir mal, deine Beschreibung spricht mich als Mantar-Fanboy ziemlich an. Merci.
Ja, hör mal rein, gefällt dir bestimmt! Aber die Erwähnung von Mantar führt dich hier vielleicht - völlig unabsichtlich - auf eine falsche Fährte.
Kennt ihr dieses leichte Prickeln der Vorfreude und Herzklopfen, wenn ihr einen Thread öffnet, dessen neueste Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit beleidigter Leberwurst bestrichen ist?

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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 19:56

Susi666 hat geschrieben:
17.11.2019 19:48
Kaleun Thomsen hat geschrieben:
17.11.2019 19:22
Cooler Bericht, Messa gebe ich mir mal, deine Beschreibung spricht mich als Mantar-Fanboy ziemlich an. Merci.
Ja, hör mal rein, gefällt dir bestimmt! Aber die Erwähnung von Mantar führt dich hier vielleicht - völlig unabsichtlich - auf eine falsche Fährte.
Sogar ganz sicher. Ich hab mich eigentlich nur darauf bezogen, wie sie ihren mächtigen Gitarrensound erzeugen, stilistisch ist das ganz woanders. Aber damit das möglichst viele Leute hören, ist andererseits jedes Mittel recht.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Susi666 » 17.11.2019 20:05

Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 19:56
Susi666 hat geschrieben:
17.11.2019 19:48
Kaleun Thomsen hat geschrieben:
17.11.2019 19:22
Cooler Bericht, Messa gebe ich mir mal, deine Beschreibung spricht mich als Mantar-Fanboy ziemlich an. Merci.
Ja, hör mal rein, gefällt dir bestimmt! Aber die Erwähnung von Mantar führt dich hier vielleicht - völlig unabsichtlich - auf eine falsche Fährte.
Sogar ganz sicher. Ich hab mich eigentlich nur darauf bezogen, wie sie ihren mächtigen Gitarrensound erzeugen, stilistisch ist das ganz woanders. Aber damit das möglichst viele Leute hören, ist andererseits jedes Mittel recht.
War mir selber vor dem Lesen deines Reviews ja auch nicht bewusst, wie Messa (und auch Mantar...) diesen fetten Sound hinkriegen, hatte aber auch nie drüber nachgedacht, also vielen Dank! :prost:
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Wishmonster » 17.11.2019 20:27

Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Messa: 50% aller Gründe, warum ich überhaupt runtergefahren bin. Und wie ich belohnt worden bin. Die Jagd auf Merch und CD gerät zur Nervenprobe, weil die Band wohl erst kurz vor dem Auftritt angereist ist und ewig nichts am Stand hängt. Aber pünktlich zu Konzertbeginn hab ich alles und kann mich auf die Musik konzentrieren. So alle zwei bis fünf Jahre bin ich mal richtig in Musik verliebt, und Messa gehört momentan mein Herz. Einerseits in jeder Hinsicht die extremste Band des Tages, weil die Wand aus Verzerrung völlig far out ist. Gitarrensignale werden wie bei Mantar gesplittet und auch über den Bassamp gejagt, was für den mit Abstand derbsten Sound aller Bands des Tages sorgt. Andererseits sind da diese sparsamen, aber effizienten Gitarrensoli und kleinen Melodien und natürlich Saras Weltklassestimme. Augen zu und fallen lassen! So geil, wie nach "Leah" alle jubeln wollten, sich aber keiner getraut hat, weil die Band die letztem Gitarrentöne so ewig lang gezogen hat. Als ob einen ein mit Blumengirlanden geschmückter Braunkohlebagger überrollt... Musikalisch das unangefochtene Tageshighlight, da ging dann hinterher nichts mehr drüber. Haltet bitte noch lange durch.
Die habe ich leider verpasst, da ich dachte, die würden erst um 17:00 Uhr spielen und dementsprechend etwas später losgefahren bin :(
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Mirror of Deception: Hatte ich als "och ja, kann man mal wieder gucken wenn sie schon da sind" eingeplant, aber das war dann insgesamt viel besser. MoD bedienten von allen Bands des Tages am ehesten die klassische Candlemass/Solitude Aeturnus-Schiene mit einem Schuss Dramatik. Und das sehr souverän. Einzig der Gesang lässt etwas Charisma vermissen, aber das war mir da gerade egal. Klare Empfehlung von meiner Seite.
Das letzte Album fand ich ja schon sehr gut, und der Auftritt war auch stark. Gesanglich fand ich das auch voll in Ordnung, es muss nicht immer so überdramatisch sein. Der war halt dem gesamten Auftreten entsprechend recht bodenständig. Außerdem habe seit dem auch die Erkenntnis, dass man Doom auch auf schwäbisch vertonen kann.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Lord Vicar: Auf die hatte ich mich eigentlich gefreut, weil ich sie von einem Gig in Köln vor ein paar Jahren als ziemlich gute Liveband in Erinnerung hatte. Diesmal haben sie mich aber nicht so richtig gekriegt, obwohl der Auftritt an sich sehr gut war. Ich glaube das lag daran, dass sie nach lauter Bands mit sehr vollem, breitwandigem Sound mit ihrem sehr knarzig-trockenen Ansatz ein bisschen untergingen. Schade eigentlich, aber man steckt halt nicht drin.
Solider und vor allem sehr sympathischer Auftritt. Der Band hat man auf jeden Fall den Spass auf der Bühne angesehen, was bei Finnen ja auch nicht selbstverständlich ist.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Khemmis liefen bisher ein bisschen an mir vorbei. Muss ich nach dem Auftritt ändern, weil das meine Überraschung des Tages war. Dass grobkörniger Doom mit Maidenleads live so abgeht, hätte ich nicht gedacht, aber von der Eingespieltheit und Spielfreude her was das klar die Band des Tages. Auch die mit dem größten Rock'n'Roll-Faktor auf der Bühne, die meisten KollegInnen wirkten im Vergleich fast introvertiert. Bitte nächstes Jahr fürs Rock Hard Festival buchen, die reissen garantiert mit dem großen Bagger ab.
Auf Khemmis war ich am meisten gespannt und wurde nicht enttäuscht. Sehr, sehr starker Auftritt. Bei der nächsten Club-Tour herrscht dann anwesenheitspflicht.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Swallow The Sun spielen so eine Art Paradise Lost ohne Ecken und Kanten, aber mit mehr Bock auf der Bühne und Kapuzen. Ich fand's nicht übel, aber weil ich nach mehreren Stunden Rumstehens Rückenschmerzen und Hunger hatte, bin ich nach drei Songs in nächste Trattoria verschwunden. Übergeben hatte sich bis dahin niemand.
Das war dann schon ein ziemlicher Kontrast zu Khemmis. Das ist nicht wirklich meine Baustelle. Habe mir die ersten 10-15 Minuten angeschaut, bin dann aber zu den Verkaufsständen um dort ein wenig herumzustöbern. Als Hintergrundmusik war es dann ganz nett.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Scald haben in den Neunzigern mal ein sagenumwobenes Epic Metal-Album veröffentlicht, von dem ich keinen Ton kenne. Nach der Essenspause hab ich noch das letzte Drittel ihres Sets mitgekriegt und einen sehr guten Auftritt mit guten Musikern und einem engagierten Felipe Plaza von Procession am Mikro gesehen. So ganz meine Musik ist dieser ausschweifende Epic Metal ohne allzugroße Tempovariationen zugegebenermaßen nicht, weshalb ich das vermutlich nicht weiter vertiefen werde. Fans von While Heaven Wept, Solstice oder auch Atlantean Kodex sollten aber mal reinhören.
Während Scald musste ich mal eine kurze Essenspause einlegen, und habe daher nicht den ganzen Auftritt gesehen. Das was ich gesehen und vor allem gehört habe, war aber richtig gut. Die Reinhörempfehlung gilt auch für alle, die die ersten Doomsword Alben mögen.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Atlantean Kodex sind mittlerweile live da angekommen wo sie hinwollten. Früher war das ja gerne mal etwas wacklig und mit leicht angezogener Handbremse gespielt, aber das ist vorbei. Inzwischen steht da eine richtig gute Liveband mit der nötigen Tightness, mit Selbstbewusstsein und Lockerheit. Früher wirkten sie ja mitunter vor allem konzentriert, dber diesmal hat man ihnen den Spaß am Auftritt richtig angemerkt.
Das empfand ich gestern etwas anders, gerade die neuen Stücke zu Beginn wirkten doch etwas holprig, und auch die neue Gitarristin machte anfangs den Eindruck, möglichst keinen Fehler machen zu wollen. Was sich dann im Laufe des Konzerts geändert hat. Musikalisch scheint die schon ein deutlicher Gewinn für die Band zu sein. Gerade die Solos klangen früher immer ein wenig wacklig, gerade die Leads bei Twelve Stars oder Sol Invictus waren doch öfters mal leicht neben der Spur. Das klang gestern schon deutlich besser.
Apparition hat geschrieben:
17.11.2019 16:39
Und zwar völlig zu Recht, weil ihre Songs einfach unangreifbar sind. Das Set bestand aus fünf "Empire"-Songs, plus je zweimal White Goddess und Golden Bough und einer vom Demo. Und nachdem ich jetzt "People of the Moon", "Lion of Chaldaea", "Chariots", "He Who Walks Behind The Years" und "The Course of Empire" live gehört habe, würde ich auch nicht mehr sagen, dass das neue Album schwächer als "The White Goddess" ist. Mehr mitgekräht habe ich jedenfalls schon länger bei keiner Band mehr. Und apropos Singen: Markus Becker hat einen riesen Job abgeliefert, an dem wirklich niemand etwas auszusetzen haben sollte. Wenn man will, dass das noch besser klingt, muss man da schon Bruce Dickinson oder so jemand hinstellen, aber das ist völlig unnötig. Das einzige woran man noch feilen könnte sind vielleicht die Soli, aber ansonsten ist am jetzigen Zustand dieser Band nichts mehr zu verbessern.
Das war schon ein ziemlicher Triumphzug gestern. Eigentlich dachte ich, dass die Stimmung vom Konzert beim DF-Birthday Bash nicht mehr zu toppen wäre, da habe ich mich ziemlich geirrt. Ich glaube, selbst bei Maiden wäre die Stimmung in der Halle nicht besser gewesen.

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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von Apparition » 17.11.2019 20:29

Thunderforce hat geschrieben:
17.11.2019 18:46
Komisch. Kommuniziert haben wir da definitiv schon drüber. :ka:

Merkwürdigerweise bist Du da aber "rot", was ja glaube ich so viel heißt, wie das wir uns eigentlich gar nicht kennen oder so *g*

Kam die Nachricht denn an?
Ich hab jetzt tatsächlich einfach auf Deine letzte Nachricht (aus dem Juli) geantwortet.
Nö, hier ist nix. Obwohl ich gerade die Kontakte neu synchronisiert habe. Vielleicht muss ich Threema nochmal neu installieren.
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Re: Hammer of Doom - Kurzbericht

Beitrag von OriginOfStorms » 17.11.2019 23:21

Tanith hätte ich auch gerne gesehen. Das Album ist klasse und das Wechselspiel am Gesang zwischen Cindy und Russ finde ich sehr gelungen
¡No pasarán!

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