Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN » 11.07.2017 17:47

Warpig1975 hat geschrieben:Mir ist noch was zur Flora eingefallen, was Negatroms positive Darstellung nochmal relativiert, finde ich: Falt ist, dass die Flora nur existiert, weil man einen elementaren Rechtsbruch hingenommen hat. Das Haud hat ja mal jemandem gehört, der damit Pläne hatte. Die haben der Nachbarschaft vielleicht nicht gepasst, aber es war nun mal sein Haus und er konnte damit im Rahmen der Gesetze machen was er will. Das Recht auf Eigentum und die Möglichkeit damit nach freiem Willen zu verfahren, sind nun mal elementarer Bestandteil des Grundgesetzes. Und das gilt für Oma Kasuppkes Schrebergarten, genauso wie für böse Investoren, die Pläne mit alten Theatern haben. Die Besetzung ist nichts anderes als Raub, ihre jahrzehntelange Duldung durch die Behörden nichts anderes als willkürliche Enteignung.
Man kann sich über die Mittel streiten (und ich sehe sie tatsächlich nicht so dramatisch wie du, weil das Recht auf Eigentum für mich kein so überhohes Gut ist), aber in meiner Aussage ging es mir in erster Linie um die Motive dahinter. Und darum, dass man die Flora aus meiner Sicht nicht so einfach in die Kategorie gut oder böse stecken kann, weil da beide Elemente drin sind.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner » 11.07.2017 18:45

NegatroN hat geschrieben:
Warpig1975 hat geschrieben: Ich kenne zu wenige Rechts - wie Linksextreme persönlich, um mir auf der Grundlage ein Bild zu machen. Wir hatten, zu Beginn der 90er, mit beiden Seiten unsere Probleme: Die Faschos wollten uns verkloppen, weil sie uns aufgrund unserer langen Haare für Zecken hielten, die Zecken wollten uns verkloppen, weil sie dachten Metaller sind Faschos^^. Ich vermute, dass es auf beiden Seiten, wie überall im Leben, Arschlöcher und nette Menschen gibt. Entscheidend ist für mich, welche Inhalte auf welche Weise vertreten werden. Ich gebe dir, was die Verwerflichkeit angeht, vielleicht insofern Recht, dass bei Rechtsextremen halt noch die Komponente Rassismus hinzu kommt.

Ob nun Rechts- bzw. Linksextremismus die größere Bedrohung sind, darüber kann man trefflich streiten. Eigentlich ist das egal: Beide Phänomene gehören bekämpft, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, so konsequent wie möglich.
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Da bin ich sehr viel mehr auf deiner Seite, aber wen soll das erstaunen? *g*
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Heiko-S- » 11.07.2017 20:55

NegatroN hat geschrieben:
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Extreme sind leider meist nicht harmlos.Denn diese werden sich letztendlich im Zweifelsfall nicht an Normen und Gesetze halten um ihre Ansichten durchzudrücken.
Rechts-und Linksextremismus sind zwei verschiedene Seiten der gleichen häßlichen Medaille.
Und spalten unsere Gesellschaft immer tiefer.

Um Missverständnissen vorzubeugen,ich meine nicht Rechte oder Linke,sondern Rechts-und LinksEXTREME.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner » 11.07.2017 21:11

Heiko-S- hat geschrieben: Um Missverständnissen vorzubeugen,ich meine nicht Rechte oder Linke,sondern Rechts-und LinksEXTREME.
Ach ist das plötzlich doch ein Unterschied bei dir?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Schnabelrock » 11.07.2017 21:36

Verstehe ich nicht. Wie soll in D. jemals eine linksextreme Mehrheit den Staat bestimmen? Dafür ist das Wahlvolk komplett unanfällig. Da muss man am anderen Ende schon sehr viel besser aufpassen. Genau das ist der Unterschied. Linskextreme werden immer eine kleine, eigenartige und ein bisschen aussätzige Truppe sein. Verstaatlichung gibt´s bei uns nur bei Verlusten.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti » 11.07.2017 21:39

NegatroN hat geschrieben: Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Extremismus ist immer kriminell und die Geschichte lehrt, dass es immer böse endet. Die Richtung aus der es kommt, ist am Ende fast schon egal.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Apparition » 11.07.2017 21:48

borsti hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben: Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Extremismus ist immer kriminell und die Geschichte lehrt, dass es immer böse endet. Die Richtung aus der es kommt, ist am Ende fast schon egal.
Ohne irgendwas schönreden oder relativieren zu wollen: Mit der Argumentation haben Diktatoren auf der ganzen Welt Gegener ihres Systems verfolgt, weggesperrt und ermordet. Man muss nur die Definition von Extremismus weit genug fassen. Aktuell reicht dafür ein Blick in die Türkei. Alles Revolutionäre und Staatssfeinde per Definition.

Ich weiss, dass Du von Leuten redest, die tatsächlich Verbrechen verüben. Da sind wir uns völlig einig. Aber die aktuelle Debatte um Linksextremismus - auch hier- zeigt genau, wie problematisch es ist, tatsächliche Gewalttäter mit harmlosen Spinnern mit abwegigen Ansichten in einen Topf zu werfen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 11.07.2017 22:04

NegatroN hat geschrieben:
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Hatte ich auch nicht erwartet^^. Aber nur dass wir uns recht verstehen: Die Fallhöhe für ein staatliches Eingreifen ist immer kriminelles Handeln, ich erwarte nicht, dass jetzt alle Linksextremen ins Lager gesteckt werden. Ansonsten ist deine Haltung ziemlich typisch für viele links-liberal tickende Leute, die ich kenne: Während jedes konservative Ausscheren nach rechts argwöhnisch beäugt wird, jede öffentiche Äußerung auf verdächtige Inhalte hin untersucht wird, weil man dahinter den Weg in ein erneutes 4. Reich befürchtet, begegnet man den ideologischen Wirrköpfen und Brandstiftern von links mit Gleichgültigkeit, subkulturell bedingtem Wohlwollen bis hin zu offener Sympathie. Jedenfalls solange, bis im Kiez der Bioladen brennt. :wink:
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN » 11.07.2017 22:23

Warpig1975 hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Hatte ich auch nicht erwartet^^. Aber nur dass wir uns recht verstehen: Die Fallhöhe für ein staatliches Eingreifen ist immer kriminelles Handeln, ich erwarte nicht, dass jetzt alle Linksextremen ins Lager gesteckt werden. Ansonsten ist deine Haltung ziemlich typisch für viele links-liberal tickende Leute, die ich kenne: Während jedes konservative Ausscheren nach rechts argwöhnisch beäugt wird, jede öffentiche Äußerung auf verdächtige Inhalte hin untersucht wird, weil man dahinter den Weg in ein erneutes 4. Reich befürchtet, begegnet man den ideologischen Wirrköpfen und Brandstiftern von links mit Gleichgültigkeit, subkulturell bedingtem Wohlwollen bis hin zu offener Sympathie. Jedenfalls solange, bis im Kiez der Bioladen brennt. :wink:
Es wäre schon dreist zu behaupten, dass es mit meiner eigenen Positionierung nichts zu tun hätte. Ich denke aber trotzdem, dass das nicht der entscheidende Punkt ist. Der liegt aus meiner Sicht vielmehr dort, wo Schnabelrock ihn auch verortet: rechtsextreme Inhalte hatten in Deutschland bereits mal eine Mehrheit und verfangen immer wieder bis tief in die Gesellschaft hinein. Linksextreme Inhalte tun das nicht. Schon die Inhalte der Linken (also die Partei), die überwiegend deutlich näher an der Sozialdemokratie liegen als am Linksextremismus, werden in Deutschland von der Mehrheit als weltfremde Spinnereien abgetan. Die Idee, dass von Gruppen wie der MLDP oder der FdA tatsächlich irgendeine reale politische Gefahr ausgehen könnte, finde ich maximal amüsant, wenn nicht komplett lächerlich. Wenn sich das mal ändern sollte, bin ich durchaus bereit, das neu zu bewerten. Aber ich glaube nicht daran, dass ich das noch erleben werde. Die "linke Revolution" ist ein bizarres Schreckgespenst, das mit der Realität exakt gar nichts zu tun hat. Ich bezweifle doch sehr, dass deswegen irgendjemand von uns in seinem Leben nochmal schlecht schlafen wird.

Ja, von den militanten Autonomen geht eine Gefahr aus. Aber es ist die direkte Gefahr ihrer eigenen kriminellen Handlungen und geht keinen Millimeter weiter. Da ist nichts mit "geistiger" Brandstiftung, deren Inhalte ziehen weder links, noch rechts, noch in der Mitte.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von JudasRising » 11.07.2017 22:37

NegatroN hat geschrieben:
Es wäre schon dreist zu behaupten, dass es mit meiner eigenen Positionierung nichts zu tun hätte. Ich denke aber trotzdem, dass das nicht der entscheidende Punkt ist. Der liegt aus meiner Sicht vielmehr dort, wo Schnabelrock ihn auch verortet: rechtsextreme Inhalte hatten in Deutschland bereits mal eine Mehrheit und verfangen immer wieder bis tief in die Gesellschaft hinein. Linksextreme Inhalte tun das nicht. Schon die Inhalte der Linken (also die Partei), die überwiegend deutlich näher an der Sozialdemokratie liegen als am Linksextremismus, werden in Deutschland von der Mehrheit als weltfremde Spinnereien abgetan. Die Idee, dass von Gruppen wie der MLDP oder der FdA tatsächlich irgendeine reale politische Gefahr ausgehen könnte, finde ich maximal amüsant, wenn nicht komplett lächerlich. Wenn sich das mal ändern sollte, bin ich durchaus bereit, das neu zu bewerten. Aber ich glaube nicht daran, dass ich das noch erleben werde. Die "linke Revolution" ist ein bizarres Schreckgespenst, das mit der Realität exakt gar nichts zu tun hat. Ich bezweifle doch sehr, dass deswegen irgendjemand von uns in seinem Leben nochmal schlecht schlafen wird.

Ja, von den militanten Autonomen geht eine Gefahr aus. Aber es ist die direkte Gefahr ihrer eigenen kriminellen Handlungen und geht keinen Millimeter weiter. Da ist nichts mit "geistiger" Brandstiftung, deren Inhalte ziehen weder links, noch rechts, noch in der Mitte.
Die musste ich jetzt erstmal googeln, die MLPD hast du übrigens falsch geschrieben, denke die waren gemeint, oder? *g*

Ansonsten komplette Zustimmung.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Quertreiber » 11.07.2017 23:23

Wenn in Öffentlichkeit und Medien durch die entsprechende Klientel das Märchen von der Gefahr von Links erzählt wird, bin ich selten verwundert. Das in diesem Forum von einigen auch in das gleiche Horn gestoßen wird, irritiert mich das doch schon eher.
Das Leben war real.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von costaweidner » 12.07.2017 01:52

Warpig1975 hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Da kommen wir nicht mehr zusammen. Ich halte Rechtsextremismus in seiner Gesamtheit für eine eklatante Bedrohung, gegen die man unbedingt vorgehen muss.
Linksextremismus hingegen halte ich für überwiegend harmlos. Über die Teile hinaus, bei denen Angehörige dieser Ideologien kriminell tätig werden, sehe ich da absolut keinen dringenden Handlungsbedarf.
Hatte ich auch nicht erwartet^^. Aber nur dass wir uns recht verstehen: Die Fallhöhe für ein staatliches Eingreifen ist immer kriminelles Handeln, ich erwarte nicht, dass jetzt alle Linksextremen ins Lager gesteckt werden. Ansonsten ist deine Haltung ziemlich typisch für viele links-liberal tickende Leute, die ich kenne: Während jedes konservative Ausscheren nach rechts argwöhnisch beäugt wird, jede öffentiche Äußerung auf verdächtige Inhalte hin untersucht wird, weil man dahinter den Weg in ein erneutes 4. Reich befürchtet, begegnet man den ideologischen Wirrköpfen und Brandstiftern von links mit Gleichgültigkeit, subkulturell bedingtem Wohlwollen bis hin zu offener Sympathie. Jedenfalls solange, bis im Kiez der Bioladen brennt. :wink:
Ich weiß, dass ich mich hier selten explizit oder ausführlich an den eigentlichen Debatten beteilige, sondern eher mal mit einer spontanen Meinung zwischenrein grätsche.
Aber genau hier hab ich spätestens gemerkt, dass ich mit dir niemals einen Konsens finden könte. Das war mir vorher eigentlich bereits recht klar, aber genau in diesem (kompetent ausformulierten) Post sehe ich, dass sich keiner, der sich hier tatsächlich ernsthaft und ernstzunehmend zu politischen und sozialen Themen äußert, weiter von meiner Meinung entfernt befindet.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Mustafa_Manson » 12.07.2017 02:10

JudasRising hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Es wäre schon dreist zu behaupten, dass es mit meiner eigenen Positionierung nichts zu tun hätte. Ich denke aber trotzdem, dass das nicht der entscheidende Punkt ist. Der liegt aus meiner Sicht vielmehr dort, wo Schnabelrock ihn auch verortet: rechtsextreme Inhalte hatten in Deutschland bereits mal eine Mehrheit und verfangen immer wieder bis tief in die Gesellschaft hinein. Linksextreme Inhalte tun das nicht. Schon die Inhalte der Linken (also die Partei), die überwiegend deutlich näher an der Sozialdemokratie liegen als am Linksextremismus, werden in Deutschland von der Mehrheit als weltfremde Spinnereien abgetan. Die Idee, dass von Gruppen wie der MLDP oder der FdA tatsächlich irgendeine reale politische Gefahr ausgehen könnte, finde ich maximal amüsant, wenn nicht komplett lächerlich. Wenn sich das mal ändern sollte, bin ich durchaus bereit, das neu zu bewerten. Aber ich glaube nicht daran, dass ich das noch erleben werde. Die "linke Revolution" ist ein bizarres Schreckgespenst, das mit der Realität exakt gar nichts zu tun hat. Ich bezweifle doch sehr, dass deswegen irgendjemand von uns in seinem Leben nochmal schlecht schlafen wird.

Ja, von den militanten Autonomen geht eine Gefahr aus. Aber es ist die direkte Gefahr ihrer eigenen kriminellen Handlungen und geht keinen Millimeter weiter. Da ist nichts mit "geistiger" Brandstiftung, deren Inhalte ziehen weder links, noch rechts, noch in der Mitte.
Die musste ich jetzt erstmal googeln, die MLPD hast du übrigens falsch geschrieben, denke die waren gemeint, oder? *g*

Ansonsten komplette Zustimmung.
Ebenfalls komplette Zustimmung.

Die "linke Revolution" hat als Schreckgespenst noch weniger mit der Realität zu tun als die "Islamisierung".

Erinnert mich an einen Leserbrief, den ich kürzlich in einer lokalen Zeitung gelesen habe, in dem jemand ernsthaft prophezeit,
dass bei der Bundestagswahl 2021 eine (mir nicht bekannte) 'Islamisch-demokratische Partei Deutschlands - IDPD' gewinnt, und die Scharia einführt.

Also so in etwa dürfte auch die Wahrscheinlichkeit für eine "linke Revolution" sein.

Die extreme Rechte ist politisch weit erfolgreicher, und nicht nur deshalb eine deutlich größere Bedrohung.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von NegatroN » 12.07.2017 05:35

Da sind auch noch zwei andere Aspekte, die Linksaußen und Rechtsaußen unterscheiden. Der eine ist, dass die linke Szene wesentlich heterogener ist. Da gibt es tausend Theorien und Varianten und da wird weit mehr um diese gestritten als dass Aktionen daraus werden. Das alles (inklusive der nächtlichen Debattierclubs in Studentenkneipen) fällt aber unter Linksextremismus.

Der andere ist, dass die meisten linken Theorien eine inhaltliche Nähe zum Humanismus und zum Pazifismus haben, anstatt zum Faschismus und Rassismus rechtsaußen. Allein das macht vieles schon harmloser, weil es eine Hinwendung zu einer militanten Ausprägung argumentativ sehr viel schwerer macht (wenn auch nicht verhindert).

Ich hab in meinem Leben so viele Linke mit extremen Ansichten kennengelernt, die zwar von einer komplett anderen Welt träumen und mit denen man ein Leben lang über Details dieser Vision streiten könnte, die aber niemals deswegen einen Stein werfen würden. Über das Theoriestadium geht da gar nichts raus, nicht wenige davon gehen nicht mal auf friedliche Demos, sondern verlassen ihr direktes soziales Umfeld überhaupt nicht.


Ach ja, ind natürlich heißt die MLPD. Durch ihre extreme Präsenz in der politischen Landschaft ein besonders peinlicher Verdreher. *g*
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Heiko-S- » 12.07.2017 05:50

NegatroN hat geschrieben:
Es wäre schon dreist zu behaupten, dass es mit meiner eigenen Positionierung nichts zu tun hätte. Ich denke aber trotzdem, dass das nicht der entscheidende Punkt ist. Der liegt aus meiner Sicht vielmehr dort, wo Schnabelrock ihn auch verortet: rechtsextreme Inhalte hatten in Deutschland bereits mal eine Mehrheit und verfangen immer wieder bis tief in die Gesellschaft hinein. Linksextreme Inhalte tun das nicht.
Da ist leider nicht ganz richtig...extreme Linke,nämlich Kommunisten gründeten 1949 den sogenannten Arbeiter-und Bauernstaat DDR,der anfangs sogar von vielen seiner Einwohner positiv gesehen wurde.Nicht einmak unverständlich nach den Grauen,welche die Nazis von 1933-45 entfacht hatten.Man hoffte auf ein friedliches und gerechtes politisches Gegenmodell.
Das änderte sich teilweise 1953,endgültig aber erst 1961.
Da aber war es bereits zu spät,man war schon eingezäunt und eingesperrt.
Flucht wurde mit Haft oder Erschießen geahndet.

Deutschland täte gut,anhand seiner Geschichte ,sich von Rechts-und Linksextremen gleichermaßen zu distanzieren und ein waches Auge auf beide zu haben...

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