Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Hier sammeln sich nur die Perlen an Threads, die niemals im Datennirvana verschwinden dürfen.
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Thunderforce
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Thunderforce » 12.07.2017 11:39

Sehr interessant, der Brief oben.
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Tolpan
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Tolpan » 12.07.2017 11:40

Zur Abwechslung mal wieder Griechenland und der Mär, dass wir da unten quasi alles zahlen müssen:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... nst-gruene

Schon ein stolzes Sümmchen vor dem Hintergrund der aktuellen Niedrigzinsen...
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Schnabelrock » 12.07.2017 11:41

Ich habe ein Jahr im Viertel gelebt und 6 Jahre in Sichtweite der Messehallen, in Eimsbüttel.
Es ist natürlich Quatsch, dass das Viertel nur über dieses Haus zugänglich wäre. Das ist schon mal eine dumme Ausrede.
Man hat entweder

a) gemeint, die sollen sich da mal "unter sich" austoben oder
b) alle Kräfte lieber zum Schutz von Ivanka und den anderen Staatsmännern gebündelt.

Oder beides. Da schließt natürlich auch Taten Linksextremer nicht aus. Sieht mir aber eher wie ein Konglomerat aus allen möglichen Randalisten aus.
Mich bewegt aber weniger die Randale an sich (zumal mein Einstellung dazu sowieso klar ist), sondern eher die Frage, warum die Behörden ihren Job so beschissen machen. Auf Anarchos, besoffene Bodybuilder und Leute, die bei der Gelegenheit 20 Flaschen Shampoo klauen hab ich eh null Einfluss. Ich möchte sie aber gern abgehalten oder wenigstens erwischt sehen.
Mit 14 hatte ich ein halbes Dutzend Sportarten durch, das war alles nix, Musik wars!

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected » 12.07.2017 11:57

Ach ja, bzgl der verletzten Polizisten. Zumindest für die hessischen Polizisten gibt es eine Aufschlüsselung:
http://www.fr.de/rhein-main/g20-gipfel- ... -a-1310668
Etwa 150 Polizisten aus Hessen sind beim Einsatz auf dem G20-Gipfel in Hamburg verletzt worden. Es habe sich dabei eher um leichte Verletzungen gehandelt, teilte Michael Schaich, Sprecher des Hessischen Innenministeriums, am Sonntag mit. Der Großteil der Polizisten sei nach Ende des Gipfels in der Nacht zum Sonntag bei der Räumung eines Platzes im Schanzenviertel beim Einsatz vom Tränengas seitens der G20-Gipfel-Gegner verletzt worden. Etwa 130 Polizisten hätten das Gas in Atemwege und Augen bekommen. Dies habe zu Augentränen und -rötungen geführt. Schwer verletzt wurde bei diesem Einsatz nach Angaben des Lagezentrums Wiesbaden keiner der Beamten.

[
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Kaleun Thomsen » 12.07.2017 15:34

Solange sowas möglich ist, solange braucht's die Antifa: http://www.mz-web.de/politik/schiff-ist ... n-27958812 :sick:
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Schnabelrock » 12.07.2017 15:59

Auch bei Axel Srpinger gibt es die guten Demonstranten. Auch mit Pflasterstein. Muss halt im Ausland sein und muss halt Brüste haben.

https://www.welt.de/vermischtes/article ... antin.html
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Feindin » 12.07.2017 16:30

Schnabelrock hat geschrieben:Auch bei Axel Srpinger gibt es die guten Demonstranten. Auch mit Pflasterstein. Muss halt im Ausland sein und muss halt Brüste haben.

https://www.welt.de/vermischtes/article ... antin.html
Und gegen ne linke Regierung protestieren ;)
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von Warpig1975 » 12.07.2017 19:14

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http://www.musik-sammler.de/sammlung/eddie1975 http://www.lastfm.de/user/Eddie1975

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von monochrom » 12.07.2017 19:45

infected hat geschrieben:Zur Gefährdung durch Linksextreme:

http://www.zeit.de/news/2017-07/12/deut ... n-12102402
Das Bundeskriminalamt (BKA) geht einem Bericht zufolge von einer geringen Zahl sehr gefährlicher Linksextremisten in Deutschland aus. Derzeit gelten nur vier Linksextremisten als "Gefährder", denen jederzeit schwere Gewalttaten zugetraut werden, wie die Zeitung "Welt" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf das BKA berichtete. Rund 120 weitere Linksextreme gelten demnach als "relevante Personen", die innerhalb der Szene als Logistiker oder Unterstützer tätig sind.
Wirkt auf mich nicht geade wie die großen revolutionären Massen.
Vier ist halt echt zu geil. Warum sagen sie da nicht gleich Sven "Copbusta" Ölig, Kevin von Sachsen-Coburg-Sachsen, Wiebke "Meinhoffy" Andresen-Wermels und Otto "Pfundhauer" Plastikmanschkerl, zusammen auch bekannt als die "Engelsbande", eine militante trotzkistisch-kryptopazistische Radikalökozelle aus Hannover-Fallingbostel?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von monochrom » 12.07.2017 19:47

Schnabelrock hat geschrieben: Mich bewegt aber weniger die Randale an sich (zumal mein Einstellung dazu sowieso klar ist), sondern eher die Frage, warum die Behörden ihren Job so beschissen machen. Auf Anarchos, besoffene Bodybuilder und Leute, die bei der Gelegenheit 20 Flaschen Shampoo klauen hab ich eh null Einfluss. Ich möchte sie aber gern abgehalten oder wenigstens erwischt sehen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von JudasRising » 12.07.2017 20:00

monochrom hat geschrieben:Warum sagen sie da nicht gleich Sven "Copbusta" Ölig, Kevin von Sachsen-Coburg-Sachsen, Wiebke "Meinhoffy" Andresen-Wermels und Otto "Pfundhauer" Plastikmanschkerl, zusammen auch bekannt als die "Engelsbande", eine militante trotzkistisch-kryptopazistische Radikalökozelle aus Hannover-Fallingbostel?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von infected » 12.07.2017 20:07

monochrom hat geschrieben:
infected hat geschrieben:Zur Gefährdung durch Linksextreme:

http://www.zeit.de/news/2017-07/12/deut ... n-12102402
Das Bundeskriminalamt (BKA) geht einem Bericht zufolge von einer geringen Zahl sehr gefährlicher Linksextremisten in Deutschland aus. Derzeit gelten nur vier Linksextremisten als "Gefährder", denen jederzeit schwere Gewalttaten zugetraut werden, wie die Zeitung "Welt" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf das BKA berichtete. Rund 120 weitere Linksextreme gelten demnach als "relevante Personen", die innerhalb der Szene als Logistiker oder Unterstützer tätig sind.
Wirkt auf mich nicht geade wie die großen revolutionären Massen.
Vier ist halt echt zu geil. Warum sagen sie da nicht gleich Sven "Copbusta" Ölig, Kevin von Sachsen-Coburg-Sachsen, Wiebke "Meinhoffy" Andresen-Wermels und Otto "Pfundhauer" Plastikmanschkerl, zusammen auch bekannt als die "Engelsbande", eine militante trotzkistisch-kryptopazistische Radikalökozelle aus Hannover-Fallingbostel?
:prost:
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Beitrag von Feindin » 12.07.2017 22:39

Warpig1975 hat geschrieben:https://www.salonkolumnisten.com/buerge ... ksradikale

Interessanter Artikel
Ja. Aber unterstreicht der nicht eher Negatrons Haltung aus der vorausgegangenen Diskussion als deine?
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Beitrag von NegatroN » 12.07.2017 22:41

Warpig1975 hat geschrieben:https://www.salonkolumnisten.com/buerge ... ksradikale

Interessanter Artikel
Ich würde icht bei jeder Schlussfolgerung mitgehen und am Anfang sind mir das auch zu viele Anekdoten statt belastbarer Zahlen, aber ganz falsch ist das sicher nicht.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 2

Beitrag von borsti » 12.07.2017 23:46

NegatroN hat geschrieben: Der andere ist, dass die meisten linken Theorien eine inhaltliche Nähe zum Humanismus und zum Pazifismus haben, anstatt zum Faschismus und Rassismus rechtsaußen. Allein das macht vieles schon harmloser, weil es eine Hinwendung zu einer militanten Ausprägung argumentativ sehr viel schwerer macht (wenn auch nicht verhindert).
Gerade diese Nähe zum Humanismus, die ja an sich etwas positives ist, macht linksaußen aus meiner Sicht zum Teil so gefährlich. Wer steht nicht gerne auf der richtigen Seite, kämpft nicht gerne für die ultimative Gerechtigkeit und würde nicht gerne alle Unterdrücker und Ausbeuter dieser Welt zur Hölle schicken? Als ich jünger war, haben solche Ideen auch auf mich eine große Anziehungskraft ausgeübt aber meine Sicht auf die Welt hat sich mit zunehmendem Alter etwas begradigt, würde ich sagen. Ja, die Linke baut auf guten Absichten auf aber mit denen ist der Weg zur Hölle bekanntlich auch gepflastert.

Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen (du schreibst richtigerweise, es ist eine heterogene Szene, ich hab aber leider nur einen Erfahrungsschatz) aber die Linksextremen, die ich kennengelernt hab, waren alle keine dummen Leute. Mit einigen kam ich auf nicht-politischen Feldern hervorragend aus, weshalb ich in meiner Jugend mit teilen der Szene auch mal etwas näher in Kontakt gekommen bin. Sie (also diese "Linksextremen") wirkten auf mich nur betrunken von der eigenen Gutheit und konnten so ziemlich alles damit rechtfertigen, dass sie ja das Richtige wollen und es darin ja nichts Falsches geben könnte. Die Idee, dass man die große Masse der Bevölkerung zu dieser Gutheit erziehen müsste schwang dabei auch immer mit. Und wer ein bisschen in der Geschichte gräbt, der weiß auch, dass diese Idee von einer Avantgarde der Gesellschaft, die angeblich das politische Bewusstsein und das gute Gewissen der Massen repräsentiert, nicht neu ist. Sie war schon früher der Weg in den Abgrund und die Rechtfertigung für jedes nur erdenkliche Unrecht. Und auch 1917 war es nur eine kleine Gruppe, die letztlich auch nicht mehr brauchte, als die Duldung oder Gleichgültigkeit der Bevölkerung.

Ich fand diese Erkenntnis damals sehr erschreckend. Vor allem deshalb, weil das ganze bis dahin, wie schon erwähnt, auch eine gewisse Anziehungskraft auf mich ausgeübt hatte. Harmlos finde ich den Linksextremismus deshalb nicht. Eben weil sie oft dieses humanistische Fundament haben, verfangen sie sehr leicht und führen dann auf einen schlimmen Weg. Ich bin hier ganz klar gegen eine Bagatellisierung. Die Tatsache, dass es Rechtsextremismus gibt und der zuweilen viel schlimmer wütet, macht Linksextremismus für mich kein Stück besser oder akzeptabler - und umgekehrt ist es genauso. Ich muss aber auch sagen, dass ich auf der anderen Seite aber auch gegen eine Dämonisierung bin und dagegen, den Teufel gleich an die Wand zu malen, weil einmal übel was passiert, wie in Hamburg. Ich fände es zwar gut, wenn man mit rechtsstaatlichen Mitteln stärker gegen Extremisten vorgeht aber ich halte nichts von blindem Aktionismus.

Um jetzt noch ein paar Dinge klar zu stellen: Humanismus an sich ist natürlich eine gute Sache und es gibt auch heute noch viele linke Ideen, für die ich Sympathien hege. Ich nähere mich ihnen mittlerweile nur aus einer anderen Perspektive - aus Richtung Mitte eben.

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