Streaming: Spotify & Co.

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Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon KingFear » 08.10.2015 10:38

Lesenswerte, lose zusammenhängende Artikelserie zum Thema "Streaming" und den wirtschaftlichen wie künstlerischen Folgen (Invisible Oranges ist auch sonst eine sehr empfehlenswerte Seite):

How Much Money I Didn’t Spend in 2014 Because of Spotify
The Streaming Dilemma
Won’t Someone Think Of The Children?

V.A. "Won’t Someone Think Of The Children?" formuliert Bedenkenswertes:
They have access to a preposterous amount of music, and they are able to listen to it both without having it take up any real estate in their home, and without compromising their social identity. What will stop them from catching up on the entire body of work of a longstanding act? What will stop them from stepping outside of their comfort zone into new genres and styles if there are no social repercussions for doing so? Why not take the George Mallory approach and climb the mountains of streaming simply because you can?

In the absence of taste, everything is permitted.


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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Rivers » 08.10.2015 11:15

Ich glaube, niemand ist gezwungen bei Spotify mitzumachen. Das hängt vom Label ab, in dem Du steckst. Ván beispielsweise hat nicht alles bei Spotify. Die neue Atlantean Kodex fehlt (dafür sind die Demos drin), ebenso wie die neue von Sulphur Aeon. Devils Blood ist glaube ich komplett vorhanden. Bei den kleineren Sachen weiß ich nicht. Irgendwer kann also entscheiden, ob er das machen möchte oder nicht und ich gehe davon aus, dass so etwas in Verträgen mit den Plattenfirmen drinsteht. Also kann sich Musiker, Label selbst drum kümmern, ob sie das wollen oder nicht.

Bleibt nur noch der Hörer: Aus der Sicht ist das Ideal, ganz klar. Was Spotify aber alles an Infos aus Deinem Rechner oder Smartphone abzieht ist unklar. Nach der letzten Datenschutzerklärung bekommt das Ganze aber auch ein gehöriges Geschmäckle. Was ist die Lösung? Der Nutzer muss sich diese Seiten von Bestimmungen durchlesen und sagt: Akzeptieren. Der gleiche Scheiß wie oben, nur hier wird von den Firmen einfach angenommen, dass dieser Juristenkrempel eh' nicht verstanden wird und der Benutzer sowieso Ja und Amen sagt.

Drittens: Die Entwicklung hin zu Streaming ist technisch notwendig. Knappe Ressourcen besser einsetzen (als für Plastikhüllen), Müllberge (ebendieser Plastikhüllen) reduzieren. Solche Ideale, die wir als Kinder hatten werden über Steraming gelöst. Ohne Scheiß - auch wenn es etwas naiv ist. Nachteilig ist, dass Dir die Musik nicht gehört - wer das nicht braucht: alles klar.

Und das mal unabhängig von Napster und Co. und der Albenidee seit 1968, vom Preisverfall neuer CDs innerhalb eines halben Jahres usw. Im Kern ist das ein vertragliches Problem und Leute, die das nicht wollen, machen das nicht. Ich gehe nicht in einen Vertrag und sage dann dem Nutzer, er soll das bitte doch nicht machen, weil der abgeschlossene Vertrag, den der Musiker mit dem Label gemacht hat, scheiße ist.

Das würde mich mal interessieren: Wer ist dazu gezwungen? Und warum?
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon MetalEschi » 08.10.2015 11:20

Weil der Vermaktungszweig "Streaming" schlicht notwenig ist, um nicht völlig vergessen und ignoriert zu werden. Du kommst der aktuellen Musikgeneration nicht mehr mit "kauf dir doch mal die CD" bei. Du hast die Wahl: Mitmachen und jeder kriegt deine Musik umsonst, oder nicht mitmachen und keiner will sie hören. Scheiße für dich als Künstler ist es so oder so.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Thunderforce » 08.10.2015 11:26

Ich würde gerne mal wissen, ob das in der Filmindustrie mit dem Streaming auch so ein Riesenproblem ist, wie es in der Musikindustrie gerne dargestellt wird.

Netflix, Maxdome und ähnliche Anbieter werden immer wichtiger, alles ist sofort verfügbar, wer wartet da noch auf megamäßig überteuerte DVD-Boxen, die gerne auch noch staffelweise gesplittet werden, um noch mehr Reibach abzgreifen. Für einen Betrag von ca. 10 Euro im Monat kann man alles in astreiner Qualität sehen.

Trotzdem gibt es so viele hochwertige und aufwändige Serien wie nie zuvor und es werden immer mehr. Und die Kinoproduktionen werden nun auch nicht gerade einfacher/billiger.

Wie kann das sein?
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon MetalEschi » 08.10.2015 11:28

Die Filmindustrie speziell in Amerika genießt meines Wissens ganz andere Bezuschussungen durch Staat und Sponsoring etc
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon LordVader » 08.10.2015 11:32

Naja, es ist halt so, dass Musik für viele heutzutage nicht mehr den Stellenwert hat.
Das kann man natürlich scheiße finden... aber es ist halt so.
Ähnlich wie mit Erfindung der Schallplatte mehr Leute Musik zu hause hörten, statt "aufwändig" in Opernhäusern/Konzertsälen hören heute mehr Leute Musik nur nebenbei statt bewußt.

Da hilft auch alles Rumjammern der Musiker nicht: Sie bieten ein Produkt an, für das die wenigsten richtig bezahlen wollen.

Jetzt kann man sagen: Ja damit macht man die Kreativität und Vielfallt kaputt... warum gibt es dann heutzutage mehr "kleine" Bands und Musiker als jemals zuvor?
Ja man kann nicht mehr so einfach davon leben Musik zu machen, gleichzeitig war es auch noch nie so einfach "nebenbei" mit richtig guter Musik so viele (auch neue) Zuhörer zu erreichen. Ob das wirklich dazu führt, dass alles so viel schlechter wird? Ich glaube nicht.
Es wird anders.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon MetalEschi » 08.10.2015 11:39

Nebenbei glaub ich nicht mal. Musik wird schon noch bewusst gehört, aber in anderen Dosierungen. Das Albumformat hat nicht mehr den Stellenwert, weil eher einzelne Songs konsumiert werden, so einfach wie man zwischen den Künstlern hin und her springen kann. Es KANN aber seine Bedeutung zurück erlangen, wenn man es richtig angeht und Musik dementsprechend vermarktet. Tatsache ist aber auch: Dort, wo du Musik am Besten platzieren kannst, fährst du mit Einzelsongs am Besten. Das hat sich aber nicht großartig geändert, das war schon immer so, durch Promo-Singles etc., es ist nur ganz anders und viel selbstverständlicher verfügbar. Dass die Musik dann richtig gehört wird, wenn sie gut gemacht ist, glaube ich persönlich aber schon.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Rotorhead » 08.10.2015 12:36

LordVader hat geschrieben:
Jetzt kann man sagen: Ja damit macht man die Kreativität und Vielfallt kaputt... warum gibt es dann heutzutage mehr "kleine" Bands und Musiker als jemals zuvor?
Ja man kann nicht mehr so einfach davon leben Musik zu machen, gleichzeitig war es auch noch nie so einfach "nebenbei" mit richtig guter Musik so viele (auch neue) Zuhörer zu erreichen. Ob das wirklich dazu führt, dass alles so viel schlechter wird? Ich glaube nicht.
Es wird anders.



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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Rivers » 08.10.2015 12:39

Thunderforce hat geschrieben:Ich würde gerne mal wissen, ob das in der Filmindustrie mit dem Streaming auch so ein Riesenproblem ist, wie es in der Musikindustrie gerne dargestellt wird.


Na, die Frage steht ja in einem der Artikel drin. Netflix bietet nicht den kompletten Backkatalog eines Flimverlages an, sondern nur ein paar ausgewählte Stücke. Der Unterschied zur Musikindustrie ist vielleicht, dass die Filmindustrie ziemlich schnell weiß, ob ein Film sein Budget eingespielt hat oder nicht.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Thunderforce » 08.10.2015 12:54

Rivers hat geschrieben:
Thunderforce hat geschrieben:Ich würde gerne mal wissen, ob das in der Filmindustrie mit dem Streaming auch so ein Riesenproblem ist, wie es in der Musikindustrie gerne dargestellt wird.


Na, die Frage steht ja in einem der Artikel drin. Netflix bietet nicht den kompletten Backkatalog eines Flimverlages an, sondern nur ein paar ausgewählte Stücke. Der Unterschied zur Musikindustrie ist vielleicht, dass die Filmindustrie ziemlich schnell weiß, ob ein Film sein Budget eingespielt hat oder nicht.


Ich hab die Artikel natürlich nicht gelesen *g* - da hab ich leider gerade keine Zeit für.
Danke. :)
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon gunto » 08.10.2015 15:05

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich, seit ich Spotify habe, im Durchschnitt Musik höre, die mir subjektiv schlechter gefällt, wobei ich aber mehr Spaß habe. Klingt komisch, ist aber so.

Die Motivation, in irgendwelchen Kram mal reinzuhören, auf den man irgendwo stößt und den man sich "ernsthaft" nie anhören würde, ist doch deutlich größer, wenn man das legal, in brauchbarer Qualität und gut sortiert nur einen Klick entfernt hat. Entsprechend hilft das auf jeden Fall dabei, auch in Richtungen mal über den Tellerrand zu schauen, in die man sonst nie geblickt hätte, auch wenn man dann vielleicht schnell wieder merkt, dass es dafür schon einen Grund gab. *g*

Und dann kommen da natürlich noch so eine ganze Reihe von Convenience - Featuren, auf die ich auch nicht mehr verzichten möchte. Playlisten für Parties erstellen/tauschen z.B. oder mit dem Smartphone die Musik am Rechner fernsteuern.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon NegatroN » 08.10.2015 15:20

gunto hat geschrieben:Die Motivation, in irgendwelchen Kram mal reinzuhören, auf den man irgendwo stößt und den man sich "ernsthaft" nie anhören würde, ist doch deutlich größer, wenn man das legal, in brauchbarer Qualität und gut sortiert nur einen Klick entfernt hat. Entsprechend hilft das auf jeden Fall dabei, auch in Richtungen mal über den Tellerrand zu schauen, in die man sonst nie geblickt hätte, auch wenn man dann vielleicht schnell wieder merkt, dass es dafür schon einen Grund gab. *g*


Das stimmt. Deswegen bin ich aber auch schnell wieder davon abgekommen. Ich nutze es ab und an, um wo reinzuhören. Aber meist höre ich dann doch eher die Musik, die ich habe.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon Defeated Hero » 09.10.2015 16:51

Ich bin richtiger Hardcore-Spotify-User, geschätzt höre ich zu 70% nur noch darüber Musik. Für mich als Konsument ist das eine der tollsten Erfindungen überhaupt und vor allen Dingen am Arbeitsplatz oder unterwegs unglaublich praktisch. Ich habe eine Playlist, in der meine gesamte CD-Sammlung erfasst ist, die ich somit quasi immer und überall dabei habe. Ich habe eine Ancheckliste, die ich wöchentlich aktualisiere und durch die ich auf Bands und Alben aufmerksam geworden bin, auf die ich sonst vermutlich niemals gestoßen wäre. Ich sehe sofort, was meine Freunde hören und kann mit einem Klick ebenfalls reinlauschen. Hat sich deswegen mein Kaufverhalten geändert? Sicherlich, aber hauptsächlich dadurch, dass meine Fehlkaufquote gen Null gesunken ist. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen überhaupt nicht, aber ich gehöre vermutlich auch zu einer Minderheit, die so einen Streaming-Service nicht als Surrogat für den Besitz physischer Datenträger nutzt. Dass die Künstler geradezu lächerlich dafür entlohnt werden, ist hingegen ein anderer Schnack.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon infected » 25.10.2015 22:19

Publishers said to be missing as much as 25 Percent of streaming Royalties
Kurz gesagt, Victory Records haben eine Unternehmen mit der digitalen Rechteverwertung beauftragt, der fand heraus das Spotify wohl unsauber abrechnet, Streams von nahezu 2/3 der gespielten Songs von Victory Records wurden nicht abgerechnet (50 Mio. Streams und ca. 23.000$), Spotify deswegen angemahnt, die haben nicht reagiert und stattdessen hat Spotify alle Victory Songs aus dem Katalog genommen.
Zuletzt geändert von infected am 26.10.2015 15:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Streaming: Spotify & Co.

Beitragvon tigerarmy » 26.10.2015 15:39

infected hat geschrieben:Publishers said to be missing as much as 25 Percent of streaming Royalties
Kurz gesagt, Victory Records haben eine Unternrhmen mit der digitalen Rechteverwertung beauftragt, der fand heraus das Spotify wohl unsauber abrechnet, Streams von nahezu 2/3 der gespielten Songs von Victory Records wurden nicht abgerechnet (50 Mio. Streams und ca. 23.000$), Spotify deswegen angemahnt, die haben nicht reagiert und stattdessen alle Victory Songs aus dem Katalog genommen.

ist für mich als User natürlich ärgerlich, aber genauso muss es laufen, wenn Spotify nicht korrekt bezahlt.
Und dann wird sich zeigen, ob Spotify in 10 Jahren noch relevant ist, oder ob nicht in der Zwischenzeit das nächste IT-Start-Up das Zepter übernommen hat.

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