Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

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NegatroN
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

Apparition hat geschrieben: 16.09.2020 10:54Sind das diese Steckmatten, aus denen man auch Kampfflächen baut?
Ich glaube schon. Wenn ich das richtig im Kopf hab, ist die ganze Trainingsfläche aus denen zusammengebaut. Die haben die in blau und rot. Normalerweise sind die blauen außen und die roten innen (oder umgekehrt?), jetzt ist aber die Fläche blau und zwischendrin auf den einzelnen Positionen jeweils eine rote Matte.
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Dimebag666
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Dimebag666 »

Lobi hat geschrieben: 16.09.2020 09:03
Apparition hat geschrieben: 15.09.2020 18:37
Und noch eine gute "Verteidigungsschrift", der ich mich anschließen würde:

https://www.juedische-allgemeine.de/kul ... me-fatale/
Sie erklärte es damit, dass sie in Wunden ihres weißen Publikums bohren wolle, »das seinen Humanismus oft nur stupid auswendig gelernt« habe. Dabei gehe es dem Publikum »wie so oft nur um sein eigenes Unbehagen und nicht um das der Schwarzen«.
Bemerkenswert dabei ist, dass diese dort und bei den vernunftbegabten Nachplapperern beliebte Argumentation unmittelbar aus der Jauchegrube und dem Gestankumkreis von Alt-Right USA stammt und mittlerweile auch hier gut und gerne unter rechten Kommunikationsstrategien aufzufinden ist (Framing eben; bspw. - wie sie unumwunden 1:1 auch nennt - zum Bloßstellen irgendeiner vermeintlichen Doppelmoral und zum Diffamieren engagierter Menschen, etc.). So bleibt die hohe Dame für mich weiterhin unglaubwürdig und wenig um Greifbarkeit bemüht, sie bedient damit ja geradezu eben genanntes Klientel (also auch die Trittbrettargumentierer) - und so kann ich mich dem Artikel auch nicht anschließen. :ka:
Aber nur weil sie evtl. dasselbe sagt, wie die Alt-Rights, meint sie nicht dasselbe? Deshalb bedient sie ja eben nicht die Klientel. Da dreht man sich in der Diskussion irgendwie im Kreis (aktuell auch bei Somuncu), am Ende bleibt zumeist nur die Argumentation "Das sagt man nicht, weil es die Falschen falsch verstehen könnten" oder "Die meinen das so wie sie es sagen!".
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Perry Rhodan »

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Zuletzt geändert von Perry Rhodan am 16.09.2020 14:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Apparition
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Apparition »

NegatroN hat geschrieben: 16.09.2020 10:58
Apparition hat geschrieben: 16.09.2020 10:54Sind das diese Steckmatten, aus denen man auch Kampfflächen baut?
Ich glaube schon. Wenn ich das richtig im Kopf hab, ist die ganze Trainingsfläche aus denen zusammengebaut. Die haben die in blau und rot. Normalerweise sind die blauen außen und die roten innen (oder umgekehrt?), jetzt ist aber die Fläche blau und zwischendrin auf den einzelnen Positionen jeweils eine rote Matte.
Ok, das ist bei uns ganz anders, weil wir halt in der Schulturnhalle trainieren. Ist aber eine super Idee.
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Dimebag666
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Dimebag666 »

Handballtraining meines Sohnes ist vor zwei Wochen auch wieder gestartet. Erstmal werden wohl Techniken und Ausdauer trainiert, bei dem man sich mehr aus dem Weg gehen kann, als bei einem Trainingsspiel.
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NegatroN
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von NegatroN »

Dimebag666 hat geschrieben: 16.09.2020 10:58Aber nur weil sie evtl. dasselbe sagt, wie die Alt-Rights, meint sie nicht dasselbe? Deshalb bedient sie ja eben nicht die Klientel.
Mir wird in diesen Diskussionen auch viel zu oft die Absicht, mit der etwas gesagt wird, außen vor gelassen. Bzw. noch schlimmer: eine Absicht aus einer einzelnen Aussage abgeleitet. Wer einmal etwas antisemitisches* sagt, muss Antisemit sein, auch wenn alle anderen Aussagen und das sonstige Verhalten nicht in diese Richtung gehen oder sogar das Gegenteil besagen.

* oder sonstwie rassistisches, sexistisches, ....
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Apparition »

Dimebag666 hat geschrieben: 16.09.2020 10:58
Lobi hat geschrieben: 16.09.2020 09:03
Apparition hat geschrieben: 15.09.2020 18:37
Und noch eine gute "Verteidigungsschrift", der ich mich anschließen würde:

https://www.juedische-allgemeine.de/kul ... me-fatale/
Sie erklärte es damit, dass sie in Wunden ihres weißen Publikums bohren wolle, »das seinen Humanismus oft nur stupid auswendig gelernt« habe. Dabei gehe es dem Publikum »wie so oft nur um sein eigenes Unbehagen und nicht um das der Schwarzen«.
Bemerkenswert dabei ist, dass diese dort und bei den vernunftbegabten Nachplapperern beliebte Argumentation unmittelbar aus der Jauchegrube und dem Gestankumkreis von Alt-Right USA stammt und mittlerweile auch hier gut und gerne unter rechten Kommunikationsstrategien aufzufinden ist (Framing eben; bspw. - wie sie unumwunden 1:1 auch nennt - zum Bloßstellen irgendeiner vermeintlichen Doppelmoral und zum Diffamieren engagierter Menschen, etc.). So bleibt die hohe Dame für mich weiterhin unglaubwürdig und wenig um Greifbarkeit bemüht, sie bedient damit ja geradezu eben genanntes Klientel (also auch die Trittbrettargumentierer) - und so kann ich mich dem Artikel auch nicht anschließen. :ka:
Aber nur weil sie evtl. dasselbe sagt, wie die Alt-Rights, meint sie nicht dasselbe? Deshalb bedient sie ja eben nicht die Klientel. Da dreht man sich in der Diskussion irgendwie im Kreis (aktuell auch bei Somuncu), am Ende bleibt zumeist nur die Argumentation "Das sagt man nicht, weil es die Falschen falsch verstehen könnten" oder "Die meinen das so wie sie es sagen!".
Ich fände es auch völlig fatal, eigene Positionen nicht mehr zu hinterfragen, nur weil man dadurch in den Verdacht gerät, auf die Linie der Nazis einzuschwenken. Damit macht man sich ebenso manipulierbar wie kritiklos deren Framing zu folgen und unterbindet schlimmstenfalls Diskurse, weil schon im Vorfeld Fronten verhärtet werden. Auch das hilft letztlich nur Rechtsaußen.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Lobi »

Dimebag666 hat geschrieben: 16.09.2020 10:58
Lobi hat geschrieben: 16.09.2020 09:03
Apparition hat geschrieben: 15.09.2020 18:37
Und noch eine gute "Verteidigungsschrift", der ich mich anschließen würde:

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Aber nur weil sie evtl. dasselbe sagt, wie die Alt-Rights, meint sie nicht dasselbe? Deshalb bedient sie ja eben nicht die Klientel. Da dreht man sich in der Diskussion irgendwie im Kreis (aktuell auch bei Somuncu), am Ende bleibt zumeist nur die Argumentation "Das sagt man nicht, weil es die Falschen falsch verstehen könnten" oder "Die meinen das so wie sie es sagen!".
Kontexte. Sie ist Medienprofi - und in einer delikaten Position. Da muss man davon ausgehen, dass sie genau weiß, was sie sagt und was sie damit sagen will und wen sie damit anspricht. Sie hätte sich durchaus gemessen an Situation und Position auch anders ausdrücken können, um ihre Methode treffend zu skizzieren. Das tat sie nicht; sie wählte recht eindeutiges Jargon. So bleibt wiederum eine weitere Provokation im besten Falle. Und das halte ich bei der Dame mittlerweile nicht mehr für ausreichend. Kontexte.
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Fraoch
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Fraoch »

Da sagt sie selbst sehr viel:
https://fm4.orf.at/stories/3006459/
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Apparition »

Lobi hat geschrieben: 16.09.2020 11:23
Dimebag666 hat geschrieben: 16.09.2020 10:58
Lobi hat geschrieben: 16.09.2020 09:03
Apparition hat geschrieben: 15.09.2020 18:37
Und noch eine gute "Verteidigungsschrift", der ich mich anschließen würde:

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Aber nur weil sie evtl. dasselbe sagt, wie die Alt-Rights, meint sie nicht dasselbe? Deshalb bedient sie ja eben nicht die Klientel. Da dreht man sich in der Diskussion irgendwie im Kreis (aktuell auch bei Somuncu), am Ende bleibt zumeist nur die Argumentation "Das sagt man nicht, weil es die Falschen falsch verstehen könnten" oder "Die meinen das so wie sie es sagen!".
Kontexte. Sie ist Medienprofi - und in einer delikaten Position. Da muss man davon ausgehen, dass sie genau weiß, was sie sagt und was sie damit sagen will und wen sie damit anspricht. Sie hätte sich durchaus gemessen an Situation und Position auch anders ausdrücken können, um ihre Methode treffend zu skizzieren. Das tat sie nicht; sie wählte recht eindeutiges Jargon. So bleibt wiederum eine weitere Provokation im besten Falle. Und das halte ich bei der Dame mittlerweile nicht mehr für ausreichend. Kontexte.
Das finde ich eine problematische Interpretation. Ich glaube nicht, dass man Rampenlicht steht automatisch mit allen Framingtechniken der Rechten vertraut ist. Meiner Ansicht nach muss sie das auch nicht. Dass sie anti-rechts positioniert ist, hat sie eigentlich schon mehrfach recht eindeutig klargestellt, wie ich finde, auch in dem Video, das auf der Seite vom Standard verlinkt ist. Setzt man voraus, dass sie sich eingehend mit rechten Kommunikationsstrategien befasst habe, ergibt sich daraus die Konsequenz, dass sie sich öffentlich dagegen positioniert, aber versteckt eine ganz andere Agenda habe. Das finde ich einen schweren Vorwurf, der sich meiner Ansicht nach durch nichts belegen lässt.

Was mir darüber hinaus Sorgen macht, ist genau das Problematisieren ihrer nicht-Eindeutigkeit oder vielleicht besser: nicht-Intuitivität. Wenn wir tatsächlich darauf abstellen, auf der Bühne und sonstwo in der Kunst nur noch nicht-intuitive Figuren und Inhalte zu haben, deren Methoden wie in einem Wissenschaftlichen Artikel quasi vorab transparent gemacht werden, verarmt die Kunst tatsächlich. Ihr zur Reflexion anregender Charakter verschwindet.

In letzter Zeit bin ich ja ziemlicher Fan von britischer Comedy geworden. Ich frage mich gerade, wie diese Diskussion wohl in England ankäme. Ich vermute, eher befremdlich. Dort gibt es, soweit ich das überblicke, ein ganz anderes Verständnis davon, was sagbar ist und was nicht. Selbst jemand wie Sara Pascoe, vegan, feministisch und humanistisch bis ins Mark, lehnt so etwas wie Safe Spaces in der Comedy vehement ab, weil sinnvolle Comedy so nicht funktioniert. Oder jemand wie Paul Chowdry, der in einer Minute Leuten ihren Rassismus an die Stirn nagelt, aber halt trotzdem dauernd Witze über Bengalis macht. ,Und die halt vor keiner politischen Seite halt machen, aber trotzdem eindeutig positioniert sind. So etwas gibt es in der Form in Deutschland traditionell nicht, vielleicht irritieren Leute wie Somuncu und Eckhart darum so sehr.
Als Westernheld muss ich Ihnen sagen, hier ist man nicht ordinär, sondern in Lebensgefahr.
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Robbing the Grave
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Robbing the Grave »

Ich verstehe nicht, wieso es wichtig ist, wie sie es gemeint hat. Die Analyse über die diskursiven Auswirkungen, Eigenschaften ihrer "Spitzen" sollte überzeugend gewesen sein (für mich waren sie es, ob in der medialen Debatte oder auch hier). Wenn man also "Neger"-Sagen und antisemitische Klischees nicht haben will, kann man nicht wollen, dass sie unwidersprochen bleiben oder unkritisch abgefeiert werden. Dabei geht es nicht um die Schuldigkeit oder Schuldfähigkeit einer Kabarettistin, sondern um das große Match zwischen der aufgeklärten Gesellschaft und ihren Feinden.

Das lässt sich analog auf jede andere Debatte übertragen. "Heisst das jetzt, das XY eine Naziband sind?" Wen interessiert's? Die Frage ist, will man mit den gesellschaftlichen Konsequenzen leben, XY's aus Unwissen, Absicht, Ignoranz, Zynismus, Kalkül ... vorgenommene Grenzverschiebung abzunicken, oder nicht?
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von costaweidner »

Robbing the Grave hat geschrieben: 16.09.2020 12:48 Ich verstehe nicht, wieso es wichtig ist, wie sie es gemeint hat. Die Analyse über die diskursiven Auswirkungen, Eigenschaften ihrer "Spitzen" sollte überzeugend gewesen sein (für mich waren sie es, ob in der medialen Debatte oder auch hier). Wenn man also "Neger"-Sagen und antisemitische Klischees nicht haben will, kann man nicht wollen, dass sie unwidersprochen bleiben oder unkritisch abgefeiert werden. Dabei geht es nicht um die Schuldigkeit oder Schuldfähigkeit einer Kabarettistin, sondern um das große Match zwischen der aufgeklärten Gesellschaft und ihren Feinden.

Das lässt sich analog auf jede andere Debatte übertragen. "Heisst das jetzt, das XY eine Naziband sind?" Wen interessiert's? Die Frage ist, will man mit den gesellschaftlichen Konsequenzen leben, XY's aus Unwissen, Absicht, Ignoranz, Zynismus, Kalkül ... vorgenommene Grenzverschiebung abzunicken, oder nicht?
Ich würde es nicht ganz so scharf formulieren, aber im Prinzip sehe ich das auch so.
Anders gesagt: Man braucht sich nicht hinstellen und sich aufspielen, wie toll man provoziert mit seiner Kunstfigur und wie sehr man den Finger in angeblichen Wunden legt und sich dann wundern wenn's auf den Deckel gibt. Klar, man kann sich dann gemütlich hinter der Kunstfigur verstecken, aber damit macht man es sich halt trotzdem ein bisschen arg leicht.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Fraoch »

Robbing the Grave hat geschrieben: 16.09.2020 12:48 Ich verstehe nicht, wieso es wichtig ist, wie sie es gemeint hat. Die Analyse über die diskursiven Auswirkungen, Eigenschaften ihrer "Spitzen" sollte überzeugend gewesen sein (für mich waren sie es, ob in der medialen Debatte oder auch hier). Wenn man also "Neger"-Sagen und antisemitische Klischees nicht haben will, kann man nicht wollen, dass sie unwidersprochen bleiben oder unkritisch abgefeiert werden. Dabei geht es nicht um die Schuldigkeit oder Schuldfähigkeit einer Kabarettistin, sondern um das große Match zwischen der aufgeklärten Gesellschaft und ihren Feinden.

Das lässt sich analog auf jede andere Debatte übertragen. "Heisst das jetzt, das XY eine Naziband sind?" Wen interessiert's? Die Frage ist, will man mit den gesellschaftlichen Konsequenzen leben, XY's aus Unwissen, Absicht, Ignoranz, Zynismus, Kalkül ... vorgenommene Grenzverschiebung abzunicken, oder nicht?
Damit gehe ich weitestgehend einher. Ich habe oben ein längeres Interview mit ihr gepostet, da wird schon sehr deutlich, dass sie ihre Rolle und Verantwortung sehr einseitig wahrt und sich mit ihren Auftritten zwar gesellschaftlich Verortet und auch als Diskursbestandteil begreift, daraus aber keine moralische Verantwortung gegenüber möglichen Ge- und Missbräuchen ihrer Auftritte für sich ableitet. Womit sie sich, im Rückzug auf die heilige Kunst, aus der Rechnung, aus der Gesellschaft und der Verantwortung argumentiert. Das finde ich dann an der Stelle naiv bis feige sowie gefährlich.
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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von tafkasc »

One night as he sat at his table head on hands he saw himself rise and go.

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Re: Allgemeiner Politik/Zeitgeschehen-Thread, Teil 3

Beitrag von Tolpan »

Polizei Essen. Nice...not:

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... polizisten

Gut, dass Seehofer weiß, dass es sowas gar nicht gibt und daher wissenschaftlich nicht untersucht zu werden braucht.
Ante: "Brrruda, schlag de Ball lang!"
Prince: "Brrruda, ich schlag de Ball lang!"
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