Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

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schneezi
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von schneezi »

DerMitDemHut hat geschrieben:
schneezi hat geschrieben:
DerMitDemHut hat geschrieben:leider hat ihm Schriftsteller Frank Herbert einen Strich durch die Rechnung gemacht und untersagt, diesen Song "Dune" (der englische Titel des Epos "Der Wüstenplanet - LESENSWERT!) zu nennen.
Die italienische Vinyl-Erstauflage hat übrigens noch tatsächlich "Dune" auf dem Backcover angeführt. Die Absage von Herbert dürfte damals also ziemlich knapp gewesen sein und die fleißigen Italiener haben schon brav die ersten Exemplare aus dem Presswerk ausgeliefert gehabt.

http://www.maidenaustria.at/bb/userpix/ ... tles_1.jpg
http://www.maidenaustria.at/bb/userpix/ ... belB_1.jpg
Die müssen ein Vermögen wert sein :o

Ich glaube, Herbert hat sich den Song nie angehört. Bei ihm leuchteten nur die Alarmglocken, als es "british metal band iron maiden" hiess. Wirklich schade, dabei liebe ich seine Bücher, die erste Verfilmung von Lynch und den Song. Bei Youtube gibt es ja viele Fanvideos mit Szenen aus dem Film damals, unterlegt mit dem Song "To Tame A Land". Me gusta :)

Edit: Moment mal:

http://www.maidenaustria.at/bb/userpix/ ... belB_1.jpg

Dune ist hier mit 7:37 rund 12 Sekunden länger, als "To Tame a Land" in der endgültigen Pressung. Sind dort auch die damals beabsichtigen Spoken Word Passagen drauf?
Kann ich mir nicht vorstellen, sonst würde diese Version schon lange irgendwo kursieren.
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DerMitDemHut
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von DerMitDemHut »

12 Sekunden sind ja ein ziemlicher Unterschied. Hätte ja sein können, dass jemand, wie ja damals beabsichtigt gewesen ist, Passagen aus "Der Wüstenplanet" rezitiert hat (so wie in Rime Of The Ancient Mariner oder Alexander The Great). Vielleicht sogar Klaus Kinski. Oder Patrick Stewart. Das wäre episch. Schade, dass es nicht so gekommen ist.

Hab mir vor ein paar Tagen selbst nen neuen Maiden Sampler für ne Freundin zusammen gebastelt, die Maiden mag, aber nur die "Somewhere Back In Time" Best Of kennt. Da habe ich den Song To Tame a Land auch drauf gepackt, aber in Dune umbenannt *g* Hoffentlich verklagt mich der Sohn von Frank Herbert jezz nich :)

Danke aber für das Insiderwissen, Dr. Schneezinger :pommes:
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Apparition
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von Apparition »

Sehr schön. Eigentlich verwunderlich, dass bei der Präsenz von Maiden in diesem Forum noch keiner sowas gemacht hat.

Piece of Mind war vielleicht das Album, dass mich vom Maiden-Gutfinder zum Verehrer gemacht hat. Dem Sprung, den die Band da im Songwriting gemacht hat, konnten ihre Kollegen damals zum allergrößten Teil nicht folgen. Die ersten drei Alben waren alle super, aber schon größtenteils Standard-Songwriting. Mit Piece... haben sie sich davon gelöst und haben die Tür zum Progmetal weit aufgestoßen. Ähnlich wie die frühen Mercyful Fate war das wohl mit der Grundstein für die Akzeptanz gewagterer Strukturen.
Manchmal ist PoM mein Lieblingsalbum von Maiden, manchmal das Debüt, aber immer eins von beiden.
DerMitDemHut hat geschrieben: 1. Where Eagles Dare zeigt, warum Nicko McBrain Iron Maiden musikalisch so weit nach vorne gebracht hat. Rhythmisch war das im Vergleich zum leider inzwischen verstorbenen Vorgänger Clive Burr ein Quantensprung. Was hier an Breaks und Synkopen abgeliefert wird, lässt heute noch jeden Schlagzeuger mit der Zunge schnalzen. Der hervorragende, in stratosphärische Höhen greifende Gesang Dickinsons nimmt hier nicht so viel Raum ein, wie das Schlagzeug des vielbeschäftigten McBrain. Die Riffs sind phänomenal und die Soli nicht minder. In etwas mehr als sechs Minuten, die wie im Fluge vergehen, werden hier mehr Ideen verbraten, als andere Bands in 12 minütigen Songs verarbeiten können. Eine furiose Achterbahnfahrt und für mich der beste Maiden Opener. 10/10
Erster Hördurchgang: nur Fragezeichen. Wenn ein Drummer mal ein "Hallo hier bin ich" auf einem Album gesetzt hat, dann McBrain in diesem Song. Geile Achterbahnfahrt, eigentlich schon die Reviermarke für alles was bei Maiden dann noch folgte. Umso erstaunlicher, dass sie darus noch einen einigermaßen eingängigen Song gemacht haben.
DerMitDemHut hat geschrieben:2. Revelations ist dann das offizielle Songwriting Debut von Bruce Dickinson. Auf dem Vorgängeralbum Number Of The Beast, das auch sein Einstand bei Iron Maiden war, hat er ebenfalls einige Songs mitgeschrieben, durfte aber aus rechtlichen Gründen nicht in den Credits als Songwriter genannt werden, da er offiziell ja noch an die Band Samson gebunden war. Bei Revelations zeigt Bruce nun, dass er nicht nur ein begnadeter und ergreifender Sänger ist, sondern auch ein ausserordentlich talentierter Komponist. Der Song war mir bereits als Liveversion von der Life After Death bekannt und konnte mich zunächst in seiner Studioversion aufgrund des verlangsamten Tempos nicht so sehr überzeugen, wie auf Life After Death. Aber diese sehr emotionale, abwechslunsgreiche und rührende Halbballade ist eine der Perlen im Fundus der Band, die viel zu selten live gespielt werden. Sperrig, aber nach mehrmaligem Hören erschlossen und zu begeistern wissend. Das Intro mit dem harmonisch die Gitarren konterkarierenden Bass, der hymnische Refrain und das gesteigerte Tempo in der Mitte mit herrlichen Melodiebögen runden dieses Epos ab. 9,5/10
Mein Lieblingssong von der A-Seite. Man merkt, dass Dickinson ein ganz anderes Gefühl für Theatralik mitbringt wie seine Kollegen. Mich macht immer schon das Intro fertig, mit Chestertons "O God of Earth and Altar, Bow down and hear our cry, Our earthly rulers falter..." mit dem saften, spielerischen Übergang, der dann in das harsche Hauptriff übergeht. Wieviel da überhaupt in der ersten Minute schon passiert ohne dass es zusammengestückelt klingt, ist eigentlich nicht zu fassen. Sakraler Bombast ist eigentlich nicht das erste, das mir zu Maiden einfällt, aber der Song ist genau das. Vielleicht Dickinsons beste Gesangslinien neben "Tears of the Dragon". 10/10

DerMitDemHut hat geschrieben:3. Flight Of Icarus war mir ebenfalls bekannt und gefiel mir als Studioversion ebenfalls nicht sonderlich, da etwas zu lahmarschig und auch etwas käsig. Ich glaube, mal gelesen zu haben, dass Steve Harris damals ählicher Meinung war. Der Refrain ist jedoch ausserordentlich eingängig und das mehr als ekstatische von Adrian zelebrierte Solo am Ende werten diesen Song dann doch noch auf. Achtet mal hierauf die Drums: Nicko nutzt die Bassdrum im ganzen Song so gut wie gar nicht, sondern wechselt nur zwischen den Toms und der Snare hin und her. Sehr interessant! Live aber hat Flight Of Icarus sehr viel mehr Drive 8/10
Der hat bei mir auch eine Weile gebraucht um zu zünden. Aber ey, allein schon die erste Strophe ist so mächtig. Die Bridge und der Refrain jagen mir zuverlässig Schauer über den Rücken. Die anderen Strophen komen da leider nicht ganz mit, und auch Instrumental finde ich den Song nicht so aufregend. Wird wirklcih fast ausschließlich von Chorus getragen. Genügt hier aber.
DerMitDemHut hat geschrieben:4. Die With Your Boots On besticht durch klassisches Galoppel-Riffing und einen ungewöhnlichen Refrain - Bruce Dickinson fragt und die Band antwortet im Background. Die Melodiebögen vor dem ersten Solo und vor dem zweiten Solo, vor allem aber die Soli selbst sind wirkliche Saitenkunst. Adrian Smith und Dave Murray sind die melodischen Zugpferde der Band und dudeln nicht einfach nur die Skalen rauf und runter, sondern spielen ihre Soli mit Sinn und Verstand. Der kitschig apokalyptische Text verleiht dem Song dann eine weitere besondere Würze. Eine im heutigen Liverepertoire der Band leider nur selten gespielte Nummer, aber gute 9,5/10 Punkten wert.
Eigentlich ein Hymne wie Aces High, aber heute anscheinen wirklich weitgehend abgemeldet. Mag daran liegen, dass die ähnlich gelagerten Songs auf Powerslave und Number of The Beast noch etwas meh Pfund haben. Den Chorus finde ich nur ganz ok, so als ganzes lebt der Song vor allem von seinem Drive. Die Soli zusammen mit Harris' plötzlich auffällg lauter gemischtem Bass holen nochmal einiges raus. Unterm Strich aber einer von zwei Songs, die nicht ganz die Klasse vom Rest haben.
DerMitDemHut hat geschrieben:5. The Trooper schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Die With Your Boots On, ist jedoch direkter, kompromissloser und kommt schneller zur Sache. Das Lied hat keinen richtigen Refrain, aber eine Melodie, die sich seeehr tief in die Ohren frisst und aus dem Liverepertoire der Band nicht mehr wegzudenken ist. Um ehrlich zu sein, kann ich diesen Song nicht mehr hören, da ich ihn wie Run To The Hills damals ziemlich totgehört habe. Objektiv sind weniger als 10/10 Punkten ein Sakrileg. Oft gecovert, nie erreicht und so ziemlich der Maiden Signature Song, wenn einem Run To The Hills zu poppig ist. Vor wenigen Monaten hatte ich das Vergnügen, den Song auf WDR 2 im Radio zu hören und dachte, ich traue meinen Ohren nicht. Wirklich zu kritisieren ist nur der "Ohohohohohohohoooo" Refrain. Strophen, Riffing, Soli, Bassline, Drumming sind perfekt.
Erstaunlicherweise nutzt der sich bei mir nicht ab, was ich von Run to the Hills oder sogar Number of the Beast nicht behaupten kann. Vielleicht weil er eben keinen Refrain hat, der einem penetrant in die Ohren gepresst wird? Ansonsten eine Hymne, die alles hat was sie braucht und kein Gramm mehr.
DerMitDemHut hat geschrieben:6. Still Life ist dann eine dieser unscheinbaren Nummern, die seit 1988 nie mehr live gespielt wurden und Dave Murray die seltene Gelegenheit geben, zu zeigen, dass er nicht nur ein formidabler Gitarrist ist, sondern auch ein begnadeter Songschreiber. Zunächst spricht Nicko McBrain rückwärts und zeigt damit den Leuten den Mittelfinger, die glauben, Iron Maiden würden heimlich satanistische Botschaften auf ihren Platten verstecken. Nach diesem Hoax offenbart Murray sein Können mit einem ruhigen, bluesigen Intro und einem ausladenden, sehr ergreifenden Gitarrensolo, ehe Bruce dann mit leicht flüsternder Stimme in den Song einstimmt, der sich dann zu einem sperrigen, aber dennoch kraftvollen Kracher entwickelt. Murrays Kompositionen sind selten, irgendwie interessant und klingen anders. Siehe später auch Deja Vu und The Prophecy, aktuelles Beispiel: The Reincarnation Of Benjamin Breeg. Oft sind die ruhigen Intros interessanter als der Rest des Songs, hier allerdings nicht. 9,5/10 Punkten sind auch hier angemessen. Lediglich der Refrain geht gesanglich nah am Kitsch vorbei. Textlich könnte es beinahe der Titelsong sein. Absolut unterbewertet.
Absolute Megabombe. Sonds wie dieser sind der Grund, dass die ganzen Maiden-Kopisten, die bis vor einigen Jahren die Szene bevölkert haben, eben keinen Stich gegen das Original sehen. Einer dieser Maiden-Songs, die weit über Metal hinausgehen und zeigen, dass die Einflüsse de Band sehr viel weiter reichen als Purple und Sabbath. Oder halt, dass selbst die truesten Szeneikonen eigentlich eine Art Crossover aus sehr verschiedenen Stilen waren. Hier finde ich die Soli besonders gelungen, weiss aber nicht warum. *g*
DerMitDemHut hat geschrieben:7. Quest For Fire... was soll man sagen. Textlich greifen Maiden hier mit einer historischen Falschbehauptung sehr tief ins Klo. Dinosaurier, die mit Höhlenmenschen über die Erde liefen. Auch wenn sich Steve Harris mit diesem Text auf einen Film "Am Anfang war das Feuer" von 1981 bezieht, übrigens ein sehr spannender und ungewöhnlicher Film, den ich trotz fehlender Dialoge für absolut sehenswert halte: Im Film kommen zwar Höhlenmenschen vor, aber keine Dinosaurier. Auch musikalisch wird hier die Grenze zum Kitsch weit überschritten, allerdings muss man Bruce zu Gute halten, dass er nie - weder vorher, noch nachher - in größere Höhen vorgedrungen ist. Live hätte er das sicher niemals singen können. Insgesamt ein unscheinbarer Song, dem man mit guten Willen allerdings 7,5/10 Punkten geben kann. Kitsch hat halt doch auch Kultfaktor.
Ich mag den offenbar lieber als die maisten anderen Menschen. Kitschig? Vielleicht, aber auch sehr effektiv. Das Hauptriff ist toll, Dickinsons Gefühl für Drama auch, die folkigen zweistimmigen Leads und das folgende Solo sind Hammer, passt alles.
DerMitDemHut hat geschrieben:8. Sun And Steel schlägt dann in eine ähnliche Kitsch-Kerbe, wie Quest For Fire, verfügt aber über die zwingenderen und auch schlüssigeren Melodien und den historischen Bezug zu Myamoto Musashi, Bruce kann hier seine Leidenschaft für den Fechtsport textlich ausleben und Adrian Smith lässt auch ein sehr schönes Solo aus seinen Fingern über die Saiten perlen. Kurz und knackig, der kürzeste Song auf Piece Of Mind und wohl einer der knackigsten und unbekümmertsten Maiden Songs überhaupt. Direkt, unkompliziert und dennoch irgendwie verspielt. 8,5/10 Punkten.
Interessant, den finde ich spürbar schwächer als Quest for Fire. Da fällt mir der Kitsch auch richtig auf, vor allem beim Refrein, das ist schon Bubblegum pur. Nett, würde aber auch nicht fehlen wenn er nicht da wäre.
DerMitDemHut hat geschrieben:9. To Tame A Land... Steve Harris hat mal gesagt, dass dies sein allerbester Song sei. Ich kann mir das allerdings kaum vorstellen, da man sich fragt, warum er als Bandchef diesen Epos nicht live spielen möchte? Textlich lebt Steve Harris hier seine Leidenschaft für Science Fiction aus, leider hat ihm Schriftsteller Frank Herbert einen Strich durch die Rechnung gemacht und untersagt, diesen Song "Dune" (der englische Titel des Epos "Der Wüstenplanet - LESENSWERT!) zu nennen. Leicht orientalisch kommt er daher mit einem ausladenden Gitarrenbogen, dessen Melodie sich durch den gesamten Song spannt. Leadinstrument ist aber der Bass. Steve Harris gibt mit seinen vier dicken Trossen die Melodie vor und die Gitarren folgen lediglich. Seinen Vorbildern im Progressive Rock folgend, setzt Steve Harris hier den Bass als Leadinstrument sehr geschickt ein, Nicko McBrain würzt den Song mit einem schleppenden Rhythmus, garniert mit zahlreichen komplexen Fills. Das Riff, während Bruce zu Singen beginnt, ist rhythmisches und atonales Stakkato, während Steve unbeirrt die Melodie auf dem Bass weiter spielt. Nur zwischen den einzelnen Strophen darf auch die Gitarre mal als Leadinstrument hervorstechen. Hier ist es Dave Murray, der wiederum zeigt, was er kann. Eine geniale Melodie jagt hier die andere, Bass und Gitarre spielen hier Verfolgsungsjagd und insgesamt muss man von einem Melodiekarrussell sprechen. Die Melodiebögen sind wirklich wunderschön und prachtvoll, es ist ein Hochgenuss, den drei Saitenhexern zu horrchen. Für mich, auch als Science Fiction Fan ebenfalls eine der besten Kompositionen aus dem Hause Harris, unkonventionell und ziemlich verrückt. Die sieben Minuten vergehen viel zu schnell und eigentlich könnte ich diese endlosen Dudelschleifen noch eine Weile länger ertragen. Heute haben Maiden diesen Stil bis zum Ultimo ausgelutscht, damals war das noch ziemlich en vogue. 10/10.
Nichts wesentliches mehr hinzuzufügen. Treibt einem die Tränen in die Augen, vielleicht der beste Song von Maiden überhaupt.
Als Westernheld muss ich Ihnen sagen, hier ist man nicht ordinär, sondern in Lebensgefahr.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von DerMitDemHut »

Danke für das ausführliche Statement :)

Ich finde Sun And Steel eine kleine Spur besser als Quest For Fire, auch wenn er vom Songwriting noch konventioneller oder simpler erscheinen mag. Der Refrain hat natürlich Kitschfaktor 12 auf der Richterskala, aber der "smithigere" Touch beim Songwriting ist dann doch das gewisse Etwas, was Quest For Fire fehlt.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von maidenmaniac67 »

Man könnte meinen, Du magst die Musik von MAIDEN. Ne, im Ernst - ich bin echt beeindruckt, wie grandios Du das Album in Worte gefasst hast .

Ich bin auch der Meinung, dass PoM nicht die Anerkennung bekommt, die dieses Album eigentlich verdient. MAIDEN läuten mit PoM ihre "Prog-Phase" ein und nehmen dabei die Heaviness ihrer ersten drei Alben mit.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von judasmaidenozzyslayer »

verfickte Scheiße, jetzt hab ich 1 h als Angemeldeter an einem Text herumgefeilt um nach dem Absenden zum Einloggen aufgefordert zu werden, wodurch jetzt der Text weg is. :rot:
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DerMitDemHut
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von DerMitDemHut »

Hmmm. Ich finde schon, dass sie im Vergleich zu Number Of The Beast und Killers ziemlich an Heavyness eingebüsst haben. Aber Härte ist im Metal eben nicht Alles. Kompositorischer Wagemut gehört auch dazu und den finden wir bei Maiden auf Piece Of Mind erstmals in dieser Konsequenz. Ich mache das bewusst auch an Nicko McBrain fest, aber auch daran, dass Steve Harris so ein Progger ist.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von Traser »

Mit PoM sind Maiden irgendwie erwachsen geworden. Haben zwar einiges von ihrer Unbekümmertheit und rohen Power verloren, was sie aber durch Spielfreude und das Songwriting ausgleichen können. Die ersten drei Alben gefallen mir natürlich besser, aber dann kommt direkt Piece Of Mind. Und danach ging die Kurve für mich etwas nach unten. Bin gespannt wie der Threat weitergeht, bei Maiden hab ich auch noch offene Baustellen (zwischen 7th Son und A Matter Of Life And Death muss ich alles noch nachkaufen)!
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von maidenmaniac67 »

Ich empfinde PoM trotz aller spielerischen Finessen doch hörbar roher als die drei Folgealbum. Allein "Where Eagles dare" strotzt doch nur so vor Power
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Maedhros
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von Maedhros »

PoM hatte bei mir lange ein etwas unbeachteteres Dasein gefristet. Könnte zum einen daran liegen, dass es eins der letzten der Klassikeralben war, das ich mir geholt habe. Außerdem ging es mir genau wie dir: Ich hatte zuerst schon längere Zeit die Live after Death und war etwas enttäuscht über die gegenüber den Live-Versionen langsameren, etwas weniger powervollen Versionen von Revelations und Flight of Icarus. Außerdem fand ich Quest for Fire und Sun and Steel nicht ganz so zwingend.
Letzteres hat sich zwar bis heute nicht ganz geändert, dennoch musste ich einige Zeit später doch feststellen, welche Klasse PoM eigentlich tatsächlich hat. To Tame a Land gehört auch ganz klar zum Besten, was Steve Harris in seinem Leben geschrieben hat.

P.S. Danke für den youtube-Link. Hör mir grad verschiedene Lieder mit Bass oder Drums only an. Schon interessant, das mal so gesondert zu hören.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von BlackMassReverend »

PoM hat für mich eine direkte Verbindung zu den beiden Di'Anno - Werken. Und das nicht nur von den gleichen Farben des Album - Sleeves her....ab Powerslave klingen Maiden für mich "anders" als zu Beginn. PoM ist als "Verbindungswerk" der Frühphase mit allem, was später kam gleichzusetzen......die A-Seite ist unsterblich, Quest for Fire für mich der Song, der eigentlich auf die B-Seite der Singleauskopplung gehört hätte.....alles verpackt in eine äußerst geniale Produktion von Herrn Birch insgesamt eine 9/10.
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Warpig1975
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von Warpig1975 »

Wunderbarer Thread und tolles Review! Maiden sind auch meine Allzeit-Lieblingsband und ich mag sie eigentlich in jeder Schaffensperiode, abgesehen von den beiden Platten mit Blaze. "Piece of Mind" hat bei mir zu Beginn meines Metaller-Daseins (also vor gut 25 Jahren :pommes:) auch ein Schattendasein geführt, vor allem im Vergleich zu den anderen Maiden-Platten die ich bis dato kannte. War halt die Platte wo "The Trooper" drauf war, der Rest auch gut, aber nie so wie wirklich. Dabei sind da so geile Songs drauf; "Sun And Steel" ist für mich die perfekte Blaupause eines Maiden-Songs und mit "To Tame a Land" hat die Band auch eine große Nummer erschaffen - es ist ein Jammer, dass diese Songs niemals Live gespielt wurden und wahrscheinlich auch nicht mehr werden. Aber das ist wohl der Preis, wenn eine Band zu 90% nur geile Musik schreibt :ka:
Heavy Metal in my ears, Is all i ever want to hear.
Before the sands of time run out, We'll stand our ground and all scream out!

Manilla Road - Heavy Metal to the World
On Tour: Slayer - Westfalenhalle, Dortmund
http://www.musik-sammler.de/sammlung/eddie1975 http://www.lastfm.de/user/Eddie1975
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MetalManni
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von MetalManni »

Finde ich ganz, ganz toll. Ich kann aber nicht so gut Worte. Darum schreibe ich keine langen Reviews.
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blade_runner
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von blade_runner »

Apparition hat geschrieben:
DerMitDemHut hat geschrieben:9. To Tame A Land...
...vielleicht der beste Song von Maiden überhaupt.
"To Tame A Land"/"Dune" ist fantastisch, das steht außer Frage. Ganz klar eines der großen Maiden Epen. Mir gefällt aber "Hallowed Be Thy Name" noch etwas besser. Und auch "Rime Of The Ancient Mariner". Das schmälert aber keinesfalls die Klasse dieses Songs.
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Re: Woe To You, Oh Earth And Sea... Der Maiden-Seziertisch

Beitrag von schneezi »

DerMitDemHut hat geschrieben:Danke aber für das Insiderwissen, Dr. Schneezinger :pommes:
Bitte, bitte. Mal sehen ob mir bei den anderen Reviews auch was zum Klugscheißen einfällt. ;-)
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