Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1971)

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sprity
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von sprity »

Traser hat geschrieben:Jetzt musste ich glatt nachschauen, wer Marty McFly ist! :D
:D
Hab auf die Schnelle keinen YouTube Ausschnitt gefunden, aber im Prinzip ist es eine Szene von McFly mit der Schulband in der Vergangenheit den Song spielt und irgendein Verwandter (Cousin oder so glaube ich) von Chuck Berry den Song hört, Berry anruft und ihn den Song hören lässt.
Muss immer an die Szene denken, wenn ich den Song höre.
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Traser
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

Am 19.07.1965 erscheint die neue Beatles-Single Help! , für die in England 300.000 Vorbestellungen vorlagen. In der ersten Woche nach Veröffentlichung wurde eine weitere halbe Million Singles unter das britische Volk gebracht. Klar, daß Help! bei den Inselbewohnern auf Platz 1 der Charts einstieg und diesen Platz einige Wochen verteidigen konnte.

Den Song haben John Lennon und Paul McCartney gemeinsam in Pauls Wohnung geschrieben. Später in den Siebziger Jahren sprach John oft davon, daß Help! einer seiner liebsten Beatlessongs war. Der Text war von ihm und stellte seinen ganz persönlichen Hilferuf dar. John war total unzufrieden mit sich selbst, er aß und trank zuviel und nahm an Gewicht zu. Er fühlte sich aufgrund des überragenden Erfolgs und seiner Popularität fast erdrückt. Und obwohl es sich bei Help! um eine Auftragsarbeit für den gleichnamigen Film handelte nutzte John die Möglichkeit, über sich selbst zu schreiben.

Help! wurde auch in den USA Nummer 1, bei uns reichte es "nur" zu Rang 2 in den Charts. B-Seite war I'm Down mit Paul McCartney am Mikrophon.
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Traser
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

The Rolling Stones – Out Of Our Heads
Veröffentlicht am 13.07.1965

Cover:

Kaufempfehlung:

Tracklist:
01. Mercy, Mercy (Don Covay/Ronnie Miller) – 2:45
02. Hitch Hike (Marvin Gaye/William Stevenson/Clarence Paul) – 2:25
03. The Last Time (Mick Jagger/Keith Richards) – 3:41
04. That's How Strong My Love Is (Roosevelt Jamison) – 2:25
05. Good Times (Sam Cooke) – 1:58
06. I’m All Right (Live) (Nanker/Phelge) – 2:23
07. (I Can’t Get No) Satisfaction (Mick Jagger/Keith Richards) – 2:25
08. Cry to Me (Bert Russell) – 3:09
09. The Under Assistant West Coast Promotion Man (Nanker/Phelge) – 3:07
10. Play with Fire (Nanker/Phelge) – 2:14
11. The Spider and the Fly (Mick Jagger/Keith Richards) – 3:38
12. One More Try (Mick Jagger/Keith Richards) – 1:58

Out Of Our Heads ist das dritte in Großbritannien und das vierte in den USA erschienene Album. Da die Alben mit abweichenden Tracklists und unterschiedlichem Cover veröffentlicht wurden noch mal der Hinweis: Traser schreibt über die US-Version von Out Of Our Heads!

Natürlich profitierte das Album vom Welthit Satisfaction, so dass Out Of Our Heads das erste Album der Stones wurde, welches in den USA Platz 1 der Verkaufscharts erreichte, was den Stones erst 1971 mit Sticky Fingers wieder gelingen sollte. Nun war es natürlich nicht das beste Stones-Album bis 1971, den Unterschied in den Verkaufszahlen machte wohl alleine Satisfaction aus. In ihrer britischen Heimat blieb den Stones Platz 1 der Charts diesmal verwehrt, die spätere Veröffentlichung dort kollidierte mit Help! von den Beatles und hatte gegen dieses keine Chance trotz hervorragender Verkaufszahlen. In Deutschland war dies ebenso der Fall, auch hier gab es nur Platz 2 in den LP-Charts.

Out Of Our Heads eröffnet mit Mercy, Mercy, einer Coverversion eines Platz-35-Hits in den USA von Don Covay mit Jimi Hendrix ( damals noch als Jimmy James unterwegs) an der Leadgitarre. Die Stonesversion übertrifft das Original m.E. um weites! Nach dem tollen Opener folgt mit Hitch Hike von Marvin Gaye gleich die nächste Coverversion. Mit The Last Time folgt der bereits bekannte Hit von Beginn des Jahres 1965, bevor die Stones mit O.V. Wright’s „That’s How Strong My Love Is“ wieder ihrer Vorliebe für den schwarzen Rhythm’n’Blues huldigen. Otis Redding veröffentlichte That’s How Strong My Love Is ebenfalls in 1965, die Stones-Version erscheint mir aber auch hier die stärkste zu sein, was vor allem an Jaggers einzigartiger Stimme liegt. Bei Good Times kommt Mick Jagger dagegen meiner Meinung nach nicht ganz ans Original von Sam Cooke aus 1964 heran, nichtsdestotrotz ein toller Song für die Stones. Mit I’m All Right wird die erste Seite der damaligen LP mit einer Eigenkomposition in der Liveversion beendet.

Seite 2 beginnt mit dem allseits bekannten Satisfaction, bevor es mit Cry To Me weitergeht, einem USA-Hit aus dem Jahr 1962 von Solomon Burke. Danach ein Triple bestehend aus den in 1965 veröffentlichten Single-B-Seiten The Under Assistent West Coast Promotion Man, Play With Fire sowie The Spider And The Fly, alle bereits von mir mit den Singles vorgestellt. Das Album wird abgeschlossen von der Jagger/Richards-Nummer One More Try, das von einer Mundharmonika getragen wird.

Alles in Allem das bislang schlüssigste Album der Rolling Stones. Erstmals klingt ein Stones-Album nicht aus bereits vorhandenem Songmaterial zusammengeschustert, sondern wie aus einem Guss. Klar lebt das Album insbesondere auch von den Megasongs The Last Time und vor allem Satisfaction, aber eine Niveausteigerung gegenüber den Vorgängerplatten ist doch deutlich. Vor allem Mick Jagger beweist immer öfter, dass er ein sehr ernst zu nehmender Sänger geworden ist. Auch von der Produktion her sind Fortschritte absolut erkennbar, die Stones beginnen unter der Fuchtel von Andrew Loog Oldham ihren eigenen Sound zu prägen. Von mir gibt’s als Wertung deshalb eine gute 9/10 und eine Kaufempfehlung als Einstieg in die erste Stones-Ära.

Anspieltipps:

Mercy, Mercy That’s How Strong My Love Is Good Times Cry To Me
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Traser
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

The Beatles – Help!
Veröffentlicht am 06.08.1965

Cover:

Kaufempfehlung:

Tracklist:
01. Help! (Lennon/McCartney)
02. The Night Before (Lennon/McCartney)
03. You’ve Got to Hide Your Love Away (Lennon/McCartney)
04. I Need You (Harrison)
05. Another Girl (Lennon/McCartney)
06. You’re Going to Lose That Girl (Lennon/McCartney)
07. Ticket to Ride (Lennon/McCartney)
08. Act Naturally (Morrison/Russell)
09. It’s Only Love (Lennon/McCartney)
10. You Like Me Too Much (Harrison)
11. Tell Me What You See (Lennon/McCartney)
12. I’ve Just Seen a Face (Lennon/McCartney)
13. Yesterday (Lennon/McCartney)
14. Dizzy Miss Lizzy (Williams)

Das Album Help! ist der Soundtrack zum gleichnamigen zweiten Film der Beatles, der am 29. Juli in London Weltpremiere feierte. Die Beatles waren 1965 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Das Jahr 1964 endete nach Veröffentlichung des letzten Albums mit den Beatles Christmas Shows im Londoner Hammersmith Odeon, wo 39 ausverkaufte Auftritte in drei Wochen absolviert wurden. Im Februar 1965 begannen die Dreharbeiten zum Film Help! unter der Regie von Richard Lester. Im Juni und Juli gingen die Fab Four auf Europatournee, um anschließend in den USA mal wieder alle Rekorde zu brechen. Am 15. August spielten sie im Rahmen dieser US-Tour als erste Band in einem offenen Stadion. 55.000 Zuschauer im New Yorker Shea-Stadium bedeutete die größte zahlende Menschenmenge, die bislang ein solches Open Air Konzert besuchte. Dabei war der Lärmpegel der weiblichen Fans so hoch, dass weder Zuschauer noch die Beatles die Musik hören konnten.

Der Soundtrack Help! wurde so nebenbei an den freien Tagen eingespielt. Der Opener Help! kam bereits als Single zu größeren Ehren. The Night Before war dann Pauls erster Song, er handelte von einer verflossenen Liebe. Die Orgel dürfte von Produzent George Martin stammen, allerdings waren die Beatles kurz davor selbst Multiinstrumentalisten zu werden. You`ve Got To Hide Your Love Away war eines dieser von Bob Dylan beeinflussten Stücke von John Lennon mit toller Melodie und autobiographischem Text. I Need You stammt von George Harrison und war der erste Song, auf dem der Gitarrensound mit einem Wah-Wah Pedal verändert wurde. Another Girl ist wieder aus Pauls Feder und klingt vor allem im Refrain etwas nach Buddy Holly, während die Leadguitar Einspielungen sehr Countrymusic orientiert daherkommen. You’re Going To Lose That Girl erzählt wiederholt von der Warnung, man solle sein Mädel doch bitte korrekt behandeln, ansonsten würde sich John um sie kümmern. Gleiches sang man bereits in She Loves You. Mit A Ticket To Ride folgt ein weiterer bereits bekannter Singlehit.

Act Naturally war eine Country-Coverversion von Buck Owens mit Schlagzeuger Ringo Starr als Leadsänger. 1989 nahm Ringo den Song nochmals gemeinsam mit Buck Owens auf. It’s Only Love dann war ein Song, für den John sich schämte, wie er 1969 zugab. Wenn er sich für einen Song schämte, dann war dies immer aufgrund des Textes, niemals wegen der Melodien oder der jeweiligen Interpretation. Der Text war randvoll mit klischeehaften Reimen, wahrscheinlich beruhen die Schwächen des Songs auf dem Zwang, bis zu einem gewissen Datum eine bestimmte Anzahl von Songs für den Film fertig stellen zu müssen. Als nächstes war wieder George Harrison an der Reihe, You Like Me Too Much heißt sein zweiter Song auf Help!. Er haut in die gleiche Kerbe wie It’s Only Love von John Lennon. Tell Me What You See war ein Song von Paul, den er gemeinsam mit John sang. Darauf folgt mit I’ve Just Seen A Face ein weiterer von der Countrymusik beeinflusster Song von Paul McCartney. Höhepunkt des Albums war natürlich Yesterday. Paul erzählte später, er wachte eines Morgens auf und hatte die Melodie im Kopf. Schnell setzte er sich ans Klavier neben seinem Bett und spielte sie. Produzent George Martin arrangierte für Paul ein Streichquartett. Damit war dies der erste Song der Beatles, an dem nur ein Beatle bei der Aufnahme gearbeitet hat. In den USA wurde Yesterday noch als Single ausgekoppelt und wurde natürlich ein großer Hit. Ansonsten dürfte Yesterday das am meisten gecoverte Lied auf der Welt überhaupt sein. Durch Yesterday gelang dem Komponistenduo Lennon/McCartney der große Durchbruch zum absolut ernstzunehmenden Musikschreiberduo. Bis in die Neunziger Jahre war Yesterday der meistgespielte Song im amerikanischen Radio. Als Rausschmeißer des Albums fungiert dann schließlich Dizzy Miss Lizzy, eine tolle Rock’N’Roll Nummer von Larry Williams aus dem Jahr 1959. Ein Song, den die Beatles schon in ihrer Hamburger Zeit in der Setlist hatten.

Das Album Help! schloss natürlich nahtlos an die vorherigen Erfolge der Beatles an, wurde Millionenseller und überall in der Welt Nr.1 der Charts. Mir persönlich gefällt Beatles For Sale bis heute etwas besser, aber natürlich sind auf Help! einige essentielle Sachen wie der Titelsong, A Ticket To Ride, You’ve Got To Hide Your Love Away, Dizzy Miss Lizzy und vor allem das unsterbliche Meisterwerk Yesterday enthalten. Mir fehlt auf Help! halt so ein bisschen das Rockige, es geht mir zu sehr in Richtung reinen Pop. Klar sind einige überragende Melodien und Songs enthalten, gar keine Frage! Und Yesterday alleine würde sowieso jegliche Schwäche überdecken, weshalb es dann von mir auch auf jeden Fall noch die Höchstwertung gibt: 10/10!

Meine Anspieltipps:

The Night Before You’ve Got To Hide Your Love Away I Need You Another Girl I’ve Just Seen A Face Yesterday Dizzy Miss Lizzy
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Doctor_Wasdenn
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Doctor_Wasdenn »

Ganz tolles Album. "Help!", "The Night Before", "You’ve Got to Hide Your Love Away", "Ticket To Ride" und Georgies "You Like Me Too Much" sind ganz großes Klasse und der Geheimtipp "Yesterday" ist auch ganz nett. *g*

Den Film dazu find ich übrigens herrlisch trashig-skurril. :D
Zuletzt geändert von Doctor_Wasdenn am 25.12.2007 17:11, insgesamt 154-mal geändert.

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Traser
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

Am 25. 09.1965 erscheint die damals mit Spannung erwartete Nachfolgesingle des Welthits Satisfaction: Get Off Of My Cloud erfüllte die hohen Erwartungen und wurde auf beiden Seiten des Atlantiks Nummer 1 der Charts. Auch in Deutschland knackten die Stones die Spitze der Singles-Charts! Auf der B-Seite war in Amerika I'm Free, in Europa entschied man sich für The Singer Not The Song.
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Traser
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

Heute stelle ich zwei Singleveröffentlichungen vor, die beide am 3.12.1965 erschienen sind. An diesem Tag ist zwar noch ein Album erschienen und am Tag darauf noch eines, die werden allerdings erst die Tage vorgestellt. Zu diesen Outputs war nun übrigens auch der olle Traser endlich auf dieser Erde, mitbekommen hat er davon aber erst in den Siebziger Jahren. :D

Zum Einen veröffentlichten die Beatles ihre nächste Single Day Tripper/We Can Work IT Out. Diese "doppelseitige" Singleveröffentlichung wurde der insgesamt zwölfte Millionenseller einer Beatles-Single. Die Beatles standen Ende des Jahres unter dem Druck, endlich wieder eine Nummer 1 für die Charts liefern zu müssen. Help! fiel bereits im September des Jahres aus den britischen Top Ten, da verlangte die Plattenindustrie nach einem schnellen Nachfolger. Day Tripper war ein Gemeinschaftswerk von John lennon und Paul McCartney, Paul stand später aber ein, daß die Lorbeeren hauptsächlich an John zu verleihen seien. Der Text war mehrdeutig, John Lennon meinte Jahre später mal, daß es ein "drogenähnlicher" Song war. Day Tripper war einer der am meisten riffbetonten Songs der Beatles. John und Paul teilen sich den Gesang. Der zweite Song We Can Work It Out war ein eher unspektakulärer Popsong von Paul, der allerdings Ohrwurmqualitäten besitzt. Der Walzertakt im Refrain ist auf Vorschlag von George Harrison entstanden und das markante Harmonium stammt von Produzent George Martin. Die Beatles waren die erste Band, die eine Single mit zwei A-Seiten auf den Markt brachten. Man versprach sich davon wesentlich mehr Airplay im Radio und dadurch natürlich höhere Verkaufszahlen. Den Radiostationen fiel es jedoch gar nicht so leicht, sich für einen Song zu entscheiden. So wurde in den USA beispielsweise von den Radiostationen We Can Work It Out bevorzugt, und so wurde dieser Song auch in den Radio-Charts als Nummer 1 gelistet. Die Billboard Charts listeten beide Songs getrennt (fragt mich nicht wie) und so erreichte dort Day Tripper als Höchstnotierung Rang 5 der Charts. In anderen Ländern gab es diese Trennung der beiden Single-Seiten nicht, so dass Day Tripper/We Can Work It Out in Großbritannien ganz normal Nummer 1 der Charts wurde. In Deutschland reichte es zur Nummer 2 der Single-Charts. Die Beatles wiederholten die Praxis dieser Doppel-A-Seite noch einige Male und wurden natürlich mehrfach kopiert.
Zum Anderen veröffentlichten am gleichen Tag die Rolling Stones ihre Single As Tears Go By. Es war der erste Versuch der Stones, eine ihrer Balladen mit Streichern zu schmücken. Der Einfluß der Beatles mit Yesterday also sehr deutlich. Den Song selbst habe ich im Thread bereits vorgestellt, er wurde bereits über ein Jahr zuvor von Marianne Faithful gecovert. B- Seite der Single war Gotta Get Away. As Tears Go By schaffte es in den USA auf Platz 6 und in Deutschland auf Platz 8. In England wurde diese Single nicht veröffentlicht.
Und hier noch eine witziger TV-Auftritt von Mick Jagger und Keith Richards in der amerikanischen Ed-Sullivan-Show:
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von oger »

"We can´t work it out" ist einer meiner liebsten Beatles-Songs, den ich das erste Mal als in einer Version von Tesla (Five Men Accoustic Jam) gehört habe. Der Refrain ist einfach der Hammer.
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

oger hat geschrieben:"We can´t work it out" ist einer meiner liebsten Beatles-Songs, den ich das erste Mal als in einer Version von Tesla (Five Men Accoustic Jam) gehört habe. Der Refrain ist einfach der Hammer.
Ja, ist schon ein wirklich schöner Song! Die Version von Tesla kannte ich jetzt noch nicht. Paul McCartney selbst spielt We Can Work It Out mittlerweile im Akkustik-Teil seiner Konzerte. Ganz alleine ohne seine Band und sehr stimmungsvoll, gefällt mir persönlich besser wie die Beatles-Version mit dem Harmonium:
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von oger »

Von Tesla hab ich nur die Version gefunden...

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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

Ja, die habe ich auch schon gefunden und war mir dann nicht sicher ob es die richtige Version ist.
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von oger »

Die isses. Fantastisches Unplugged-Live-Album übrigens. Aber das soll hier ja nicht Thema sein. :)
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Traser »

The Beatles – Rubber Soul
Veröffentlicht am 03.12.1965

Cover:

Kaufempfehlung:

Tracklist:
1. Drive My Car (Lennon/McCartney)
2. Norwegian Wood (This Bird Has Flown) (Lennon/McCartney)
3. You Won’t See Me (Lennon/McCartney)
4. Nowhere Man (Lennon/McCartney)
5. Think for Yourself (Harrison)
6. The Word (Lennon/McCartney)
7. Michelle (Lennon/McCartney)
8. What Goes On? (Lennon/McCartney/Starkey)
9. Girl (Lennon/McCartney)
10. I’m Looking Through You (Lennon/McCartney)
11. In My Life (Lennon/McCartney)
12. Wait (Lennon/McCartney)
13. If I Needed Someone (Harrison)
14. Run for Your Life (Lennon/McCartney)

Die Beatles eilten weiter von Erfolg zu Erfolg. Aufgrund ihrer Verdienste für ihr britisches Heimatland wurden sie von der Queen zu Rittern geschlagen, bekamen den Order Of The British Empire MBE verliehen. Im Studio reiften die Beatles von talentierten zu ambitionierten Künstlern, die nicht mehr nur um des Erfolges willen Musik erschafften, sondern diese weiter entwickeln und wirklich Neues erschaffen wollten. So waren auf Rubber Soul für damalige Verhältnisse progressive Sounds zu hören. Zum ersten Mal wurde in der populären Musik z.B. eine Sitar verwendet. George Harrison entdeckte dieses Instrument auf einer Reise auf die Bahamas während der Dreharbeiten zum Film Help!, und nun fand es Verwendung im Song Norwegian Wood (This Bird Has Flown). Mehr und mehr bestimmten die Beatles selbst über die verwendete Technik im Studio und entwickelten die Produktionen und Arrangements unter Mithilfe von George Martin, Produzent und fünftem Beatle entscheidend weiter.

Der Albumtitel war ein Wortspiel aus dem Begriff Rubber Sole (Gummisohle) und der sich zur Vorliebe der Beatles entwickelnden Soulmusik. Bei der Gestaltung des Plattencovers nahmen die Beatles nun auch erstmals Einfluss. Die perspektivische Verschiebung des Photos von Robert Freeman gab zu Spekulationen über den steigenden Drogenkonsum Anlass. Tatsächlich bezeichnete John Lennon Rubber Soul später aufgrund des damals hohen Marihuanakonsums als das Pot-Album, jedoch stellte er auch klar, dass niemals im „Rauschzustand“ gearbeitet wurde. Das Albummotiv entsprang vielmehr einem Zufall: Verschiedene Bildaufnahmen wurden den Beatles zu Demonstrationszwecken auf eine leere Plattenhülle projiziert, bei einer Aufnahme verrutschte die Plattenhülle und so verschob sich die Perspektive. Die Band war begeistert und wollte diesen Effekt unbedingt verwenden.

Album-Opener war das von Pauls melodiöser Basslinie dominierte Drive My Car. McCartney spielt den rockigen Song noch heute bei seinen Live-Konzerten. George Harrison überzeugt mit einem feinen Solo während George Martin für den Keyboard-Einsatz im Refrain zuständig war. In Norwegian Wood (This Bird Has Flown) geht es um einen Seitensprung von John Lennon, der ja zu der Zeit der einzige der Beatles war der verheiratet war. Die Ballade lebt von einer wunderschönen Gitarren- und Sitarmelodie und war damit wichtiger Einfluss auf viele andere Bands und Künstler. Für You Won’t See Me hatte Paul den amerikanischen Motown-Sound im Hinterkopf, vor allem das melodiöse Bassspiel von James Jamerson, einem damals legendären Studiomusiker. Nowhere Man war dann das erste Lied der Beatles, in dem es nicht um Liebe ging. Eine Melodie für die Ewigkeit und ein tolles Gitarrenspiel von George machen diesen Song unsterblich. Es folgt Think For Yourself mit dem markanten Fuzz-Bass und war von George Harrison geschrieben und gesungen. The Word war die Wende von der Boymeetsgirl-Liebe der Beatlemania hin zur Peace&harmony-Liebe der Hippiezeit. Lennon bezeichnete den seinerzeit als normalen Lovesong aufgefassten Song als seine erste Komposition mit einer Message. Michelle war ein von französischer Musik und Sprache beeinflusster Song von Paul. Auch hier gilt wieder: Eine unsterbliche Melodie, Paul wurde als Songschreiber quasi ein Spezialist für überragende Balladen.

Weiter geht’s mit What Goes On, ein Song an dem John und Paul auch Ringo Starr mitarbeiten liessen, schließlich sollte er das Lied auch singen. Wie so oft bei Ringo’s Songs war What Goes On sehr an der Country-Musik orientiert. Girl, oberflächlich betrachtet ein Song über eine Traumfrau, hatte laut John einen stark religiösen Bezug. Für Aufsehen sorgte das einzig lustige Element des Songs, wo George und Paul im Hintergrund wiederholt das Wort Tit singen. I’m Looking Through You schrieb Paul in einem Anflug von Bitterkeit aufgrund der Trennung mit seiner damaligen Partnerin. In My Life ist der bis dahin ambitionierteste Song von John Lennon. Das Klaviersolo stammt wieder von George Martin, der diesen Part anschließend in doppelter Geschwindigkeit abspielte um diesen barocken Eindruck zu schaffen. Lennon bezeichnete den Song später als sein erstes wirklich wichtiges Werk, während Paul große Teile des Songs für sich beanspruchte. John gab nur zu, dass Paul etwas bei der Melodie aushalf. Wait, ein Paar trennt sich, kommt wieder zusammen, alles wird gut. Ein typischer Paul-Song, vorgetragen von John und Paul. If I Needed Someone war der zweite Harrison-Song auf Rubber Soul. Ein wie George später sagte von den Byrds beeinflusster Song, eigentlich entstanden bei einer Übung des D-Dur-Griffs auf der Gitarre. Ein Liebeslied, seiner Freundin Pattie gewidmet. Run For Your Life beschließt das Album. Ein Lied von John über Eifersucht und Sünde und damit Vorläufer für spätere Werke wie z.B. Jealus Guy. Lennon selbst war nicht überzeugt von dem Song und bezeichnete ihn oft als eines seiner schlechtesten Lieder.

Für Rubber Soul lagen in England über 500.000 Vorbestellungen vor und so erreichte das Album natürlich schon kurz nach Erscheinen Platz 1 der britischen Charts. Zwölf Wochen konnte der Spitzenplatz in der Heimat gehalten werden. Auch in den USA und Deutschland konnten die Beatles wie in vielen anderen Ländern der Welt Platz 1 der jeweiligen Charts erobern. Aufgrund der immer aufwendigeren Arrangements war es nun immer schwieriger für die Beatles ihre Songs live auf der Bühne zu präsentieren.

Mir persönlich gefällt an diesem Album vor allem die Entwicklung der Beatles in Richtung einer wirklich wegweisenden Band. Das Erschaffen von solch unglaublichen Melodien wie in Michelle, Norwegian Wood, Nowhere Man oder In My Life entwickelte die Beatles von einer Teenie-Band zu wirklich ernstzunehmenden Musikern. Mit Hilfe von George Martin wurde gleichzeitig ein für 1965 unglaublicher Sound erschaffen, von dem andere Bands damals nur träumen konnten. Was sich auf Help! vor allem mit Yesterday angedeutet hat, wurde konsequent fortgesetzt und später noch weiter ausgebaut, die Beatles setzten Maßstäbe und dies war ein erster ganz großer Meilenstein. Ganz klare 10/10 von mir!

Anspieltipps:
Drive My Car Norwegian Wood (This Bird Has Flown) Nowhere Man Michelle Girl In My Life
Sharkattack

Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von Sharkattack »

Traser hat geschrieben:The Beatles – Rubber Soul
Aus heutiger Sicht wohl mein 2t liebstes Album der Pilzköpfe und "Girl" gehört recht konstant zu meinen Top5-Songs der Band! :)
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Re: Trasers CD-Schrank: Von den Beatles zum Metal (akt. 1965)

Beitrag von oger »

Die verlinkten Songs kenn ich fast alle.
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