...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

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MetalEschi
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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von MetalEschi » 21.02.2019 18:34

Da ich selber jetzt auch nicht der größte Fan von Track-by-Tracks bin, werde ich drüber nachdenken, das einfach so beizubehalten.
hier kommt die Signatur hin

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costaweidner
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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von costaweidner » 21.02.2019 19:04

Ich bin da auch zwiegespalten. Grade wenn man eine ganze Diskographie reviewt, wird's immer Alben geben, bei denen man nicht zu jedem Song was zu sagen hat. Wenn es dann bei manchen Alben doch so ist, dann umso besser und dann kann man's ja immer noch so machen.
Thunderforce hat geschrieben:Schade, dass es schon wieder vorbei ist. Ich liebe Abende
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-"I don't have four fathers."

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Apparition
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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von Apparition » 21.02.2019 22:52

Gerne diesen Stil beibehalten, das ist vom Umfang her gut und es kommt trotzdem viel rüber.

Die zwei verlinkten Songs lassen mich erstmal interessiert zurück.
"A romantic," said Nightingale. "The most dangerous people on earth."

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Porcupine
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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von Porcupine » 22.02.2019 08:25

Thunderforce hat geschrieben:Dass so ein Albumcover mal so ein Aufreger war vor noch nicht derart langer Zeit, ist schon echt bizarr as fuck.
Vor nicht derart langer Zeit? Das ist immerhin schon ein halbes Jahrhundert her. Die Welt war damals tatsächlich noch eine komplett andere als heute.

Zur Musik kann ich nichts beitragen, da unbekannt.
TMW316 hat geschrieben:Musik und Schlagzeug sind ja zwei verschiedene Dinge. Das eine hat verschiedene Töne c d e f g a h c und so, das andere macht bum burum bum klick bum zisch.

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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von Kerstin » 12.03.2019 15:25

Beim Lesen werde ich daran erinnert, wie ich mich immer gefühlt hatte, wenn ich zum erstenmal mit einem weiteren David Bowie-Album "in die Vergangenheit eingetaucht" bin.
Fast jedesmal kam zuerst die Reaktion - "Danke, das war's...meine Besessenheit ist endlich geheilt."
Und dann wurde ich die Songs doch nicht wieder los...

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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von MetalEschi » 04.12.2019 09:26

Hunky Dory (1971)

Tracklist:

Seite 1

Changes
Oh! You Pretty Things
Eight Line Poem
Life on Mars?
Kooks
Quicksand

Seite 2

Fill Your Heart (Biff Rose/Paul Williams)
Andy Warhol
Song for Bob Dylan
Queen Bitch
The Bewlay Brothers

Besetzung

Gesang, Gitarre, Saxophon, Piano: David Bowie

Gitarre, Gesang, Mellotron, Arrangements: Mick Ronson

Piano: Rick Wakeman

Bass, Trompete: Trevor Bolder

Schlagzeug: Mick Woodmansey


„Hunky Dory leitet für mich eine beispiellos triumphale Serie an Alben ein, bei der David Bowie es schafft, sich als Künstler und Performer stets zu verändern und anzupassen, musikalisch innerhalb weniger Jahre so viele verschiedene Richtungen einzuschlagen wie kaum jemand vor und nach ihm, und erstaunlicherweise immer eine gute Figur zu machen. Für mich macht ihn das vielleicht zum wichtigsten Künstler der 70er Jahre, ein einzigartiger Virtuose, der stets für die Kunst an sich gelebt hat und in seiner Darstellung viel mehr gesehen hat als den einfachen Sänger, der ein paar Liedchen trällert. Bowie war ein vollkommener Artist, ein Schauspieler, der jede menschliche Emotion abdeckte und mehr als einmal das Bild, das man von ihm hatte, komplett selbst zerstörte, um seinem Leben als Musiker eine völlig unerwartete Wendung zu geben.

Auf „Hunky Dory“ hat sich zum ersten Mal die Band versammelt, die später als „Spiders From Mars“ noch einen ziemlichen Legendenstatus erhalten sollte. Auch mit an Bord: der große Rock Wakeman, Keyboarder von Yes, der mit seiner Qualität und Einzigartigkeit enorm wichtig ist für das Gesamtbild des Albums. Was Bowie ab „Hunky Dory“ von der Konkurrenz abhebt ist neben seiner künstlerischen Integrität vor Allem das Gefühl der Überzeugung, die in seiner Musik immer durchscheint. Das gilt für das große Ganze, aber es gilt auch im Speziellen für seinen Gesang, in den er so viel authentische Emotionalität und Leidenschaft packt, und am Songwriting, an den großen, erhabenen Kompositionen, von denen „Hunky Dory“ gleich elf aufweist. Dabei schimmert in den etwas leichtfüßigeren Songs schon ein bisschen der Glam durch, wobei ich vor dieser Bezeichnung ein bisschen warnen muss. Glam Rock im Bowie-Kontext steht nicht für die schillernde Gleichgültigkeit von Party-Bands wie Sweet oder ähnlichen Auswüchsen. Es steht vielleicht für die Undurchsichtigkeit der Inhalte, denn auch „Hunky Dory“ ist thematisch so verschroben, dass man die genauen Hintergründe zwar bei einzelnen Songs erahnt, aber nie so ganz greifen kann. Vor Allem aber stehe es für Wagnis.

Wer sich beispielhaft die Jahrhundertnummer „Life On Mars“ anhört, dieses jenseits von gut und böse komponierte Kleinod voller Drama, dessen Refrain sich wie ein Regenbogen über der Bowies Traumwelt ausbreitet, der versteht eigentlich schon ganz gut das wesentliche Element von Bowies Musik in den frühen 70ern. Genau diese Art von emotionaler Hingabe zieht sich durch das gesamte Album, und es darf nicht nur einmal mit Gänsehaut und tiefer Ergriffenheit gerechnet werden, etwa wenn Bowie das relativ beschwingte „Kooks“ seinem Sohn widmet, er in „Quicksand“ wohl Ängste und Panik thematisiert, oder direkt im Opener „Changes“ schon seine Wandelfähighkeit der nächsten Jahre vorweg nimmt.

„Andy Warhol“ und „Song for Bob Dylan“ sind durchdachte Lobpreisungen für einige seiner Vorbilder, bei denen man dennoch nie ganz sicher ist, wie viel Zynismus und Ironie durch die dekadenten Texte hindurchschimmern. „Oh! You Pretty Things“ bildet eine Beziehung zwischen Bowie und seiner damals gerade größer werdenden Fanbase. Er warnt die jugendlichen Freigeister vor den Reaktionen ihrer Eltern ermutigt sie zugleich, weiterzumachen, sich treu zu bleiben, wenige Jahre nach Woodstock war Bowie vielleicht auch der erste Künstler, der als Sprachrohr einer Generation agierte. Die Message war: Du kannst jeder Charakter sein, der du sein willst, ein Ziel gibt es dabei nicht. Es ist ein fortwährender Prozess der Selbstfindung.

Ob „Hunky Dory“ nun das beste Bowie.Album ist oder einer der beiden Nachfolger, lässt sich so einfach nicht beantworten, denn die Albumtrilogie bietet nicht weniger als die vollkommenen Statements für ein Jahrzehnt, in dem musikalischer Mut und künstlerischer Ausdruck vielleicht größer waren als je zuvor und danach. Zum ersten Mal alles in Farbe und scheinbar ohne Grenzen, und im Falle Bowies mit auffällig viel Hingabe und Emotion. Und das erkannten sogar spätere Legenden wie Freddie Mercury. Ja, dessen extrovertierter Bühnenglanz basierte zu einem wesentlichen Teil auf Bowies Theatralik aus den frühen 70ern, und er selbst wäre der erste, der das zugibt.

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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von Furor » 04.12.2019 16:59

Schön, dass es hier weitergeht :)

Für mich beginnt seine Karriere eigentlich erst so richtig mit diesem Album. Auf den Alben davor gab es immer wieder überragende einzelne Songs, aber dieses hohe Niveau wurde hier erstmals durchgehend gehalten. Das heißt nicht, dass ich die Vorgänger-Alben schlecht finde oder gar missen möchte, aber auf Honky Dory zeigte sich dann erstmals sein wirkliches Genie. Gleichzeitig war es dann auch der Auftakt zu einer ganzen Reihe von unsterblichen Klassikern, wie es nur wenige geschafft haben.

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Re: ...and Ziggy played guitar - Der David Bowie-Reviewthread

Beitrag von Apparition » 04.12.2019 22:53

Nachdem ich neulich die Doku über den frühen Bowie auf ARTE gesehen habe, in de auch einiges an Liveaufnahmen zu sehen war, ist klar, dass ich da mal einsteigen muss. Eigentlich muss das mein Ding sein.
"A romantic," said Nightingale. "The most dangerous people on earth."

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