Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Mickey Hawks)

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tigerarmy
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. RJ Dio)

Beitrag von tigerarmy »

Traser hat geschrieben:Tolles Special, interessant anhand seiner frühen Musik zu sehen welch beschwerlichen Weg RJD genommen hat, bis ihm in den Siebzigern der Durchbruch mit Rainbow gelang und er in den Achtzigern dann endgültig in den Olymp aufstieg.
ja, ich denke da gehört schon eine ganze Menge Durchhaltevermögen und Glaube an die eigenen Fähigkeiten dazu.
Aber es ist schon krass, wenn man dann mal sieht seit wann und wie lange RJD für die Musik gelebt hat.
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Apparition
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. RJ Dio)

Beitrag von Apparition »

Die Red Caps-Sachen sind cool, die Songs mit den Prophets finde ich etwas zu laff. Aber Smiling by Day... kann was. Unterm Strich muss man aber sagen, dass Beat und vorher Rock'n'Roll vielleicht nicht so sein Zuhause waren, das konnten andere einfach besser. Da musste erst der Hardrock erfunden werden, damit er seine Fähigkeiten voll ausspielen konnte. Schade, dass diese Übergangsphase nicht besser dokumentiert ist, die Umorientierung stelle ich mir spannend vor.
Als Westernheld muss ich Ihnen sagen, hier ist man nicht ordinär, sondern in Lebensgefahr.
Chris777
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. RJ Dio)

Beitrag von Chris777 »

Sehr interessant mal wieder. Hatte DIO so früh mit Musik noch garnicht in Betracht gezogen. Danke!
Signatur wegen ******Troll geändert.
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Frank2
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. RJ Dio)

Beitrag von Frank2 »

Da waren für mich doch so einige Neuigkeiten dabei, die mir
bislang nicht bekannt waren.
Kompliment dafür.
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tigerarmy
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. RJ Dio)

Beitrag von tigerarmy »

Frank2 hat geschrieben:Da waren für mich doch so einige Neuigkeiten dabei, die mir
bislang nicht bekannt waren.
Kompliment dafür.
danke, freut mich, wenn ich hier auch alten Hasen noch etwas Neues (altes) präsentieren kann :prost:
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tigerarmy
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. 7")

Beitrag von tigerarmy »


Special: Seven Inches (7")

Da es in diesem Thread ja nicht ausschließlich um Musikvorstellungen gehen soll, sondern hin und wieder auch andere Aspekte der Ära vorgestellt werden sollen, geht es heute um das Format der Single oder auch 7 Inch. Auf die Idee brachte mich ein Artikel in einem alten Dynamite-Magazin, welches ich neulich zufällig mal wieder durchgeblättert hatte.

Das Format der 7 Inch wurde im März 1949 von RCA eingeführt. Bis dahin gab es ausschließlich die alten Schellack-Platten, welche üblicherweise eine Größe von 10“ hatten und mit einer Abspielgeschwindigkeit von 78rpm liefen. Aufgrund von technischen Limitierungen war das Format pro Seite auf ca. 180sec (also ca. 3min.) beschränkt, was natürlich erheblichen Einfluß darauf hatte, was für Musik darauf veröffentlicht wurde bzw. auf die Arrangements der Stücke.

Das neue Format der 7 Inch brachte nicht nur eine neue Größe mit sich, sondern lief auch mit einer langsameren Geschwindgkeit, nämlich mit nur noch 45rpm (Columbia hatte nahezu zeitgleich mit RCA eine 7 Inch mit 33rpm auf den Markt gebracht, diese konnte sich zu Beginn allerdings nicht durchsetzen). Die Spielzeit konnte zwar nur geringfügig erhöht werden, ein signifikanter Sprung wurde hier erst mit der Einführung der 12“ LP auf 33rpm erzielt. (Auch die 12“ LP wurde von Columbia eingeführt. Das Medium sollte aber erst ab ca. Ende der 50er Jahre an Relevanz gewinnen.)

Was aber zusätzlich anders war an den neuen Scheiben, war das Material. War zuvor eben das sogenannte Schellack verwendet worden, welches äußerst spröde und anfällig war, wurden die neuen Scheiben aus einer Art PVC gefertigt. Wie wir alle wissen, setzte sich dafür sehr schnell die „Abkürzung“ Vinyl durch. Auch wenn die Scheiben natürlich trotzdem noch eine gewisse Pflege und Sorgfalt forderten, um das Hörvergnügen über einen längeren Zeitraum zu garantieren, so waren sie in der Regel doch nahezu bruchsicher und konnten nur mutwillig komplett zerstört werden. Dieser Umstand, sowie die bald sinkenden Herstellungkosten und damit einhergehend günstigere Verkaufspreise machte das Medium für die Jugend überall auf der Welt interessant. Allerdings braucht es dafür natürlich auch die entsprechende Musik, und die war (wie bereits mehrfach an dieser Stelle erwähnt) Mitte der 50er Jahre in Studios überall in den gesamten USA bereits aufgenommen und war bereit für die Veröffentlichung.

Plötzlich schallte Musik aus allen Jugendzimmern oder auch von den entsprechenden Treffpunkten, da es auch mobile Abspielgeräte gab, die natürlich kein HiFi-Hörvergnügen versprachen, aber eben die Lieblingsmusik der Teenager an jedem beliebigen Ort abspielen konnte, sozusagen die Ghettoblaster der 50er Jahre. Mit den alten Schellack-Platten ein undenkbares Unterfangen.

Doch nicht nur in den Kinderzimmern eroberte das neue Format die USA. Ihr Siegeszug ging mit einer weiteren Entwicklung einher: der Jukebox. Plötzlich mussten nicht mehr teure Bands in den Beer-Joints und Tanzsälen organisiert werden; ab Mitte der 50er Jahre übernahm diese Aufgabe die Jukebox, zumal sie den gesamten Tag ohne Pause durchspielte und vor allem auch viel platzsparender war als eine 4- oder 5-köpfige Band und somit auch z.B. in Dinern oder Milchbars plötzlich nicht nur das Radioprogramm zur Beschallung lief, sondern die Kids ihr Taschengeld auch in Jukeboxen loswerden konnten. Das dies ein lukratives Geschäft war, kann man sich gut vorstellen. Zum einen natürlich für die Aufsteller dieser Maschinen, als auch für die Plattenfirmen, die ja schließlich die Boxen mit den aktuellen Top-Hits bestücken mussten. Am bekanntesten dürfte immer noch die bekannte Firma Wurlitzer sein, die allerdings neben Jukeboxen noch weitere Automaten herstellte und leider meines Wissens vor einiger Zeit Konkurs anmelden musste.

Ein Mann der im Südwesten der USA ein enges Netz von Jukeboxes betrieb war Buster Williams (nicht zu verwechseln mit dem Jazzmusiker gleichen Namens). Da er mit seinen angeblich fast 18.000 Maschinen pro Woche auch fast 10.000 Singles abnahm, zog er die logische Konsequenz und übernahm nicht nur für einige Labels den Vetrieb im Südwesten, sondern gründete 1949 auch die Firma Plastic Products, die es sich zur Aufgabe machen sollte, 45er für Labels zu pressen, die nicht über die Majors RCA, Capitol, Columbia etc. versorgt wurden. So wurde von Plastic Products u.a. für Sun Records und das legendäre Soullabel Stax gefertigt, aber auch für Chess Records aus Chicago. Zu Beginn wurden bei Plastic Products in Memphis ca. 1000 Einheiten pro Tag gepresst. Bereits 1955 konnte die tägliche Produktion auf ca. 50.000 Einheiten erhöht werden, so dass im gesamten Jahr 1955 über 6 Millionen Singles die Fertigungshallen verließen. Dabei war Buster Williams nicht einmal ein großer Musikfan.

In diesem Zuge muss auch mal klar gemacht werden, dass Indie-Labels keine Erfindung der Punk-Bewegung sind, auch wenn sie vielleicht erst zu diesem Zeitpunkt so genannt wurden. Mit der Rock'n'Roll Explosion und dem Siegeszug der 45er sproßen in den USA Plattenlabels wie Pilze aus dem Boden, teilweise nur für eine einzelne Veröffentlichungen gegründet, um danach wieder in der Versenkung zu verschwinden. Viele andere aber konnten sich auch länger halten und eine gewisse regionale oder sogar nationale Bedeutung erlangen, wie z.Bsp. Hi Records welches sich 1957 gründete und sich bis in die späten 70er Jahre halten sollte.

Interessant ist sicherlich noch, dass die ersten DJs (die Betrieber sogenannter Soundsystems auf Jamaika) zu Beginn vorrangig Rhythm'n'Blues Singles aus den USA spielten, da es sich dazu einfach am besten Tanzen ließ. Im Konkurenzkampf, wer denn nun das Soundsystem mit der besten und beliebtesten Musik vorweisen kann, kam es immer öfter dazu, dass die DJs die Labels unkenntlich machten, so dass andere nicht erkennen konnten, um welchen Song oder Künstler es sich handelt, um ihn dann auf ihren Veranstaltungen zu spielten. Eine Sitte, die teilweise in den späten 60er und frühen 70er Jahren der Northern Soul-Szene in England ähnlich verbreitet war und letzlich darin gipfelte, dass heutzutage Techno- und Electro-12“ schon von Haus aus in der Regel als White Label Pressung auf den Markt kommen.

Bei den sehr traditionellen All-Nightern (sprich Tanzveranstaltungen) in der Rock'n'Roll/Rockabilly- oder auchSka und Soul-Szene ist es übrigens verpöhnt LPs aufzulegen. Nur 7Inches sind das einzig zulässige Format, mit dem die Tanzwütigen beschallt werden. Mit MP3s darf man in diesem Zusammenhang natürlich gar nicht erst anfangen. Auf der einen Seite hat so ein DJ-Set nur mit 45ern durchaus etwas reizvolles, auf der anderen Seite limitiert man sich als DJ meiner Meinung damit natürlich ein Stück weit selbst.

Die Bedeutung der 7 Inches nahm erst Mitte/Ende der 80er Jahre langsam ab und wurde erst durch die 12“ und später durch die CD-Single vom Markt verdrängt. Beides übrigens Versuche der Plattenfirmen höherpreisige Formate durchzusetzen, die eben auch mit höheren Gewinnmargen versehen waren. Wer den Artikel über Tower-Records in der neuen Ausgabe des Mint-Magazin gelesen hat, dem müsste das bekannt vorkommen.

Heutzutage profitiert das 7 Inch Format ein stückweit vom allgemeinen Vinylboom, eine so prägnante Rolle wie von Mitte der 50er Jahre wie bis zu Beginn der 80er Jahre wird es aber nicht mehr erlangen.

Damit dieses Special aber nicht völlig ohne Musik auskommen muss, gibt es zum Abschluß die beiden großartigen Tracks der zweiten und zugleich letzten Single des Soul-Sängers Gino Parks auf Tamla. Auf der A-Seite das unbändig noch vorn treibende „Fire“ mit einer unglaublichen Vocalperformance und auf der Flip das ebenbürtige, aber atmosphärischere „For this I thank you“. Enjoy the power of the 7 Inch.


Gino Parks – Fire (Tamla T 54066, Side A, 1962)

Gino Parks – For this I thank you (Tamla T 54066, Side B, 1962)

P.S.: Wer noch etwas mehr zu Buster Williams erfahren möchte, kann sich entweder auf die Sache nach dem Dynamite #81 vom Februar/März 2013 machen, oder unter folgendem Link etwas tiefer einlesen (inkl. Historischer und aktueller Fotos der Produktionsstätte in Memphis):

http://www.scottymoore.net/article590428.html
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Muhammad Ali)

Beitrag von tigerarmy »


Künstler: Muhammad Ali/Cassius Clay (Boxer/Aktivist)

Etwas spontan wenn auch leider etwas verspätet, eine kleine Ehrung des Größten im Rahmen dieses Threads. Die sportlichen Erfolge dürften jedem bekannt sein, und sollen an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden, hier geht es heute in einem kleinen Special mehr um den Einfluß den Cassius Clay alias Muhammad Ali auf die Musik und die Kultur allgemein hatte.

Durch seine Tätigkeit als politischer Aktivist bei u.a. der Nation of Islam und seiner Verweigerung des Draftbefehls der US-Army für den Einzug nach Vietnam stellte er eine mächtige Identifikationsfigur für die schwarze Gemeinschaft dar, und sollte das Selbstverständnis der farbigen Community in den kommenden Jahren nachhaltig beeinflussen. Später distanzierte er sich von der Nation of Islam und trat für eine Gleichbehandlung der Rassen ein; eine ähnliche Entwicklung, wie sie auch Malcolm X durchmachte.

Daneben entwickelte er bereits während seiner aktiven Boxerkarriere spezielle Reimsprüche (am bekanntesten vermutlich: „Float like a butterfly, sting like a bee“), die oftmals in einer frühen Art von Hip-Hop vorgetragen wurden. Er nahm auch ein Spoken Word Album mit Gedichten und Reimen auf, für das er sogar eine Grammy-Nominierung erhielt.
Ali hatte somit einen nicht unerheblichen Einfluß auf die sich gerade im Entstehen befindende Hip-Hop Szene. U.a. wird er in „Rapper's delight“ der Sugar Hill Gang (einem der ersten Hip-Hop Songs) genannt, aber auch in „Ready or not“ der Fugess und in Will Smith's „Get jiggy with it“.
Einer der bekanntesten Songs über Ali ist natürlich Jimmy Wakelins 1976er Hit "In Zaire" in dem es um den legendären Boxkampf 1974 zwischen Ali und Foreman in Kinshasa/Dem.Rep. Kongo (ehemals Zaire) geht.

Weitaus früher gab es aber bereits einen Künstler, der ihm direkt oder indirekt Tribut zollte und interessanterweise mit seinem bürgerlichen Namen die gleichen Initialen hatte wie Ali mit seinem ursprünglichen Namen: C.C.
Die Rede ist vom jamaikanischen Ska-Sänger und Produzenten Prince Buster, mit bürgerlichem Namen Cecil Campbell. Prince Buster ist neben Duke Reid und Clemens Coxsone Dodd wohl einer der größten und bekanntesten Produzenten der frühen jamaikanische Ska- und Reggae-Szene. Eventuell wird es zu einem späteren Zeitpunkt noch ein etwas ausführlicheres Special zu ihm geben. Heute soll es hier lediglich um seinen Tribut an Cassius Clay gehen.

1965 erschien auf seinem eigenen Label „Prince Buster Voice of the People“ der Song „Linger on“. Im Prinzip ein reines Instrumental mit dem für Ska typischen Offbeat in dessen Intro Prince Buster aber ganz im Trash-talking Stil eines Ali proklamiert:
„Linger on! A punch designed by Cassius Clay
to cripple every fighter living today“
Angeblich bezieht sich das „linger on“ auf einen Kampf von Cassius Clay gegen Floyd Patterson.

Prince Buster – Linger on (1965)


Im selben Jahr folgten die beiden Tracks „Float like a butterfly“, sowie „Sting like a bee“; interessanterweise verteilt auf zwei verschiedene Singles. Die beiden Titel bilden einen der bekanntesten Sprüche von Ali; er antwortete angeblich auf die Frage wie er kämpfen wolle, mit „leicht schweben wie ein Schmetterling, zustechen wie eine Biene“. Beide Singles wurden auch für England auf dem für Jamaika-Importe spezialisierten Blue Beat Label veröffentlicht.

Prince Buster – Float like a butterfly (1965, Blue Beat 314)

Prince Buster – Sting like a bee (1965, Blue Beat 334)


Der gleiche Spruch taucht auch in dem Song „The prince of peace“ von 1966 erneut auf. Allerdings fehlen ansonsten im Text weitere Verweise auf Ali oder Cassius Clay (ähnlich wie bei den beiden vorhergehenden Titeln), was dem Song aber nichts von seiner Klasse raubt. Im Original erneut auf Prince Busters Voice of People Label erschienen, wird auch dieser Titel in England von Blue Beat veröffentlicht. Jahrzehnte später wird der Song in einer prima Version von der niederländischen Trad-Ska-Band „Rude Rich & The Highnotes“ gecovert.

Prince Buster – Prince of peace (1966, Blue Beat 343)
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Muhammad Ali)

Beitrag von tigerarmy »

So, holen wir das DIng mal wieder hoch.
Sorry erst mal dafür, dass hier solange nichts passiert ist, aber irgendwie hatte ich soviel anderes Zeux zu tun, da blieb leider keine Zeit mehr hier alte Musik zu posten. Auch wenn ich demnächst dann nochmal ne Weile weg bin, bin ich zuversichtlich, dass es jetzt über die Herbst/Wintermonate wieder eher klappen wird.

Deshalb zur Einstimmung einer meine derzeitigen Lielingstracks:
Teddy McRae mit einem der lässigsten Rhythm'n'Blues-Songs aller Zeiten, der swingt wie nichts gutes. DIese Rhythm-Section, das Piano und die Bläser :sabber:
Und dazu noch diese unfassbare Stimme (scheint der Bruder von Louis Armstrong zu sein).

Teddy "Mr. Bear" McRae - Hi fi baby (1958)
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Ernie K-Doe)

Beitrag von tigerarmy »


Künstler: Ernie K-Doe (Rhythm&Blues/Early Soul)

Künstler wie Ernie K-Doe gab und gibt es nicht allzu viele: Obwohl er nur einen wirklichen Hit hatte „Mother-in-law“ 1961) hielt er sich für einen der größten Menschen im Show-Geschäft und machte dies seiner Umgebung durch entsprechende Aussagen und sein exzentrisches Auftreten mehr als deutlich.
Begonnen hat die Karriere des Ernest Kador Jr. - wie er eigentlich heißt - in den frühen 50er Jahren als er in der Doo-Wop/Vocal-Formation Blue Diamonds in seiner Heimatstadt New Orleans singt. Seine erste Solo-Veröffentlichung (noch als Ernest Kador) ist die recht konventionelle Single „Eternity“ b/w „Do, baby, do“, die Ende 1955 auf dem legendären Specialty-Label erscheint.

Ernest Kador – Eternity / Do baby do (Specialty 563, 1955)
(Das flottere „Do baby do“ startet bei ca. 2:10min)

Erfolg stellt sich mit dieser Single nicht ein, und so soll es bis 1959 dauern bis Ernie erneut ein Aufnahme-Studio von Innen sieht, um neue Songs aufzunehmen. Seine nächste Single („My love for you“ b/w „Tuff enough“) erscheint auf Ember Records unter dem bereits leicht abgeänderten Namen Ernie Kado. Auch dieser Single ist kein großer Erfolg beschieden.

Ernie K-Doe – Tuff enough (Ember E-1050, Jan. 1959)

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Live-Auftritte kann Ernie den Chef des noch recht neuen Minit-Records Label Joe Banashak, überzeugen, der ihn unter Vertrag nimmt. Bereits seine erste Veröffentlichung auf dem neuen Label („Make you love me“/“There's a will there's a way“), die kurz vor dem neuen Jahrzehnt erscheint, kann überzeugen, auch wenn es auf der Erfolgsleiter noch nicht wirklich noch oben geht.

K-Doe – Make you love me (Minit 604, Dec. 1959)
leider nicht auf YT verfügbar, wer einen Spotify-Account hat, kann es sich ja da anhören.

Mit seiner zweiten Single („Hello my lover“ / „Taint it the truth“), die im Sommer 1960 erscheint, formt er seinen Stil am Übergang vom Rhythm'n'Blues zum frühen Soul mit teilweise noch erkennbaren Gospeleinflüssen (ähnlich wie z. Bsp. auch Sam Cooke, der sich allerdings stimmlich doch deutlich von Ernie unterscheidet).

Im Februar 1961 ist es dann soweit, Ernie hat endlich seinen Hit: „Mother-in-law“ erscheint und schießt sowohl auf Platz #1 der R&B-Charts (de facto, die Charts für schwarze Künstler), als auch auf Platz #1 der Pop-Charts, was zu diesem Zeitpunkt noch eher aussergewöhnlich ist. Die Bassstimme auf „Mother-in-law“ stammt übrigens von Benny Spellman, der später selbst als Soul-Sänger Erfolg feiern wird. Das Qualitätsniveau wird auch auf der B-Seite der Single mit „Wanted $10,000 reward“ gehalten (leider nicht auf YT). Damit hat Ernie seinen Stil endgültig gefunden.

Ernie K-Doe – Mother-in-law (Minit 623-A, 1961)

Auch Ernie ist von dem Song überzeugt, und zwar nicht zu knapp:
„There ain't but two songs that will stand the test of time, until the end of the world. One of them is „The star spangled banner“. The other one is „Mother-in-law“.“ Einen Grund, weshalb der Song so lange übderdauert, kennt Ernie: „This song will last to the end of the Earth, because someone is always going to get married.“ Joah, kann man so sehen.

Auch seine Selbsteinschätzung ist immer an der Grenze zzischen Exzentrik und Wahnsinn. So ernennt er sich selbst zum „Emperor of the Universe“ und tritt mit entsprechenden Klamotten in seiner eigenen „Mother-in-law“ Lounge in New Orleans auf. Auch das folgene Zitat lässt eher Zweifel an seinem Geisteszustand aufkommen:
„There have only been five great singers of rhythm & blues: Ernie K-Doe, James Brown, and Ernie K-Doe!“

Der plattenkaufenden Öffentlichkeit ist das wohl nicht bewußt, denn seine folgende Single „Te-ta-te-ta-ta“ b/w „Real man“ erreicht lediglich Platz #21 der R&B Charts. Auch die folgenden Singles können zwar das Qualitätsniveau halten, sind aber bestenfalls kleine Hits und können sich – wenn überhaupt – nur in den R&B Charts platzieren.

Ernie K-Doe – Te-ta-te-ta-ta (Minit 627, Mai 1961)

Ernie K-Doe – A certain girl (Minit 634, Okt. 1961)

1962 erscheint die LP „Mother-in-law“ auf der neben einigen bereits erschienen Songs auch einige Non-Single-Tracks aus den gleichen Aufnahme-Sessions enthalten sind, u.a. das tolle „Hurry up and know it“ und „Heebie jeebies“.

Ernie K-Doe – Hurry up and know it (Minit LP-0002, 1962)

Ernie K-Doe – Heebie Jeebies (Minit LP-0002, 1962)

Neben seiner LP folgen im gleichen Jahr auch div. Singles des Meisters:

Ernie K-Doe - Come on home (Minit 641, Feb. 1962)

Ernie K-Doe – Beating like a tom tom (Minit 651, Juli 1962)

Im Oktober 1962 erscheint Ernies neue Single „Get out of my house“. Neu ist indes nur der Text, das Arrangement gleicht seinem Vorjahres-Hit „Mother-in-law“ eins zu eins.

Ernie K-Doe – Get out of my house (Minit 656, Okt. 1962)

Im Mai 1963 erscheint schließlich mit „I'm the boss“ die letzte Single von Ernie auf Minit. Damit endet auch seine Zusammenarbeit mit Allen Toussaint, dem Haus-Produzenten von Minit und Haupt-Songwriter, der tlw. unter dem Pseudonym Neomi Neville Songs für Ernie schreibt. Neben New Orleans-Legende Toussaint ist noch eine zweite Person zu nennen, die am Erfolg (nicht nur von Ernie K-Doe) maßgeblichen Anteil hat:
Cosimo Matassa. Bei dem italienisch-stämmigen Studiobesitzer nehmen alle legendären Künstler aus New Orleans auf, sowie viele Künstler, die auf der Durchreise die Zeit nicht ungenutz lassen wollen oder sogar gezielt für Recording-Sessions zu Cosimo kommen. Die Liste der Songs, die in einem seiner beiden Studios aufgenommen wurde, liest sich wie ein Who-Is-Who der Rhythm'n'Blues/Rock'n'Roll/Early-Soul-Szene der 50er und 60er Jahre. Von den beiden wird im Rahmen dieses Threads mit Sicherheit in nächster Zukunft noch zu lesen sein.

Ernie K-Doe – I'm the boss (Minit 665, Mai 1963)

Nach seiner Zeit bei Minit folgen zwei Singles auf Instant bevor Ernie für längere Zeit auf dem Duke-Label unterkommt. Seine Musik passt sich etwas mehr dem Zeitgeist an und nimmt aktuelle Einflüsse der populären Soul/Funk-Acts auf. Mein Fall ist es damit leider nicht mehr.
1971 hat er noch einmal einen kleinen Hit mit „Here come the girls“. Den Erfolg des Songs in England 2007/2008, der in einem Boots-Werbespots verwendet wird, kann er leider nicht mehr miterleben. Er stirbt bereits 2001 an den Folgen seines Alkoholkonsums.
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Ernie K-Doe)

Beitrag von Traser »

Den Namen Ernie K-Doe habe ich noch nie gehört, bilde mir aber ein seinen Hit Mother In Law schon mal gehört zu haben. Und so Sachen wie I'm The Boss würde ich halt gerne mal mit etwas besserer Studiotechnik hören wollen. In Sachen Studiosound wurden halt leider erst ein paar Jahre später die ganz großen Schritte nach vorne gemacht.
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (akt. Ernie K-Doe)

Beitrag von tigerarmy »

Traser hat geschrieben:Den Namen Ernie K-Doe habe ich noch nie gehört, bilde mir aber ein seinen Hit Mother In Law schon mal gehört zu haben. Und so Sachen wie I'm The Boss würde ich halt gerne mal mit etwas besserer Studiotechnik hören wollen. In Sachen Studiosound wurden halt leider erst ein paar Jahre später die ganz großen Schritte nach vorne gemacht.
das ist in der Tat richtig. So ab Mitte/Ende der 60er Jahre sind dann plötzlich deutliche Steigerungen festzustellen.
Wobei das natürlich auch stark vom jeweiligen Studio/Label abhängig ist. Die Majors der damaligen Zeit mit ihren großen Studios haben eigentlich bereits zu Beginn der 60er Jahre tlw. unglaubliche Ergebnisse erzielt. Meistens wurde natürlich direkt als Live-Session aufgenommen und nur manchmal nachträglich noch die ein oder andere Spur für Solos oder Backing-Vocals hinzugefügt.
Das war bei Cosimo Matassa und seinem Studio aber sicherlich nur ganz selten mal der Fall.
Bahnbrechend waren hier sicherlich Lee Hazelwood und vor allem natürlich ein Phil Spector.

Wobei mich persönlich die Soundqualität aber eher weniger stört. Im Gegenteil: später besteht aus meiner Sicht oftmals das Problem, dass mit den modernen Aufnahmetechniken die Songs überfrachtet wurden mit aufwendigen Arrangements, was für die ursprüngliche Energie der Songs - gerade im RnR und R&B - eher kontraproduktiv war.
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (RIP Sharon Jones)

Beitrag von tigerarmy »

Rest in Peace Sharon Jones!
Die Soul-Sängerin ist mit nur 60 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankungen gestorben. Sharon Jones war eine der bekanntesten Vertreterinnen der - ich nenn's mal - Neo-Authentic-Soul-Welle. Sie hat mit ihrer Begleitband The Dap-Kings sieben Alben veröffentlicht und war auch für den Grammy nominiert. Nicht nur das ihr Debütalbum auch das erste Album des Daptone-Labels war, sie war auch maßgeblich am Erfolg des Labels beteiligt, das in der Zwischenzeit mit Künstlern wie Charles Bradley, Naomi Shelton und James Hunter weitere Erfolge feiert.

VIelen Dank für die viele tolle Musik!
Sharon Jones - 100 days, 100 nights

Zur Begleitung auf Deinem Weg:
Naomi Shelton - Heaven is mine
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Re: Tigerarmys Reise i. d. Vergangenheit (Big Joe Turner)

Beitrag von tigerarmy »


Künstler: Big Joe Turner (Rhythm'n'Blues/Rock'n'Roll/Blues/Jazz)
https://i.ytimg.com/vi/JeEy3qZZH6k/maxresdefault.jpg

„Big“ Joe Turner (geb. Joseph Vernon Taylor): Von vielen als wegweisender Künstler gesehen, ohne den die Geschichte des Rock'n'Roll sicherlich anders gelaufen wäre. Und „Big“ war er wortwörtlich: bei einer Größe von knapp 1,90m wog er um die 150kg und stellte zusammen mit seiner stimmlichen Gewalt eine beeindruckende Persönlichkeit dar. Seine Karriere begann er als Jugendlicher in seiner Heimatstadt Kansas City, indem er sich von zu Hause wegschlich und einen falschen Schnurrbart aufmalte, um überhaupt in die Kneipen und Tanzlokale zu gelangen in denen er sang.
Bereits recht früh tat er sich mit dem Pianisten Pete Johnson zusammen. Während dieser Zusammenarbeit entstand auch eines der ersten Stücke von Big Joe Turner, „Roll 'em Pete“ , welches er später in wechselnder Besetzung und unter diversen Titeln noch einige male aufnehmen sollte.

Kurz zuvor traten die beiden in der Konzertreihe „From Spirituals to Swing“ in der New Yorker Carnegie Hall auf. Diese Konzertreihe half dabei den Blues und Jazz beim weißen Mainstream bekannt zu machen.
In den folgenden Jahren stand er mit Künstlern wie Billie Holiday, Hot Lips Page, Duke Ellington, Count Basie, Wnyonie Harris und unzähligen anderen gemeinsam auf der Bühne oder im Studio. Seine frühen Aufnahmen erschienen auf legendären Labels wie Vocalion, Aladdin und Imperial. Größere Hits sind ihm aber nur sehr selten vergönnt.

Der große Durchbruch kommt erst 1951, als er während eines Konzerts mit dem Count Basie Orchester im legendären Apollo Theater von Ahmet Ertegün entdeckt wurde.
Ertegün ist Gründer und langjähriger Labelchef des weltbekannten Atlantic Labels auf welchem später legendäre Rock- und Metal-Bands wie Led Zeppelin, AC/DC, Bad Company, Manowar, Overkill, Testament, Pantera, Savatage, sowie unzählige weitere Acts ihre Platten veröffentlichen sollten.
Zu Beginn ist Atlantic allerdings ein Label welches sich vorranging dem Rhythm'n'Blues versschrieben hat, mit ersten frühen Erfolgen von Ruth Brown in den frühen 50er Jahren. Der Übergang zum Soul in den 60ern mit Künstlern wie Ray Charles und Aretha Franklin gelingt Atlantic mühelos; in den folgenden Jahren steigt das Label zu einer der größten Plattenfirmen weltweit auf.

In seiner Zeit bei Atlantic nimmt Big Joe Turner seine größten und kommerziell erfolgreichsten Hits auf. Darunter auch spätere Klassiker wie z. Bsp. 1954 „Shake, rattle and roll“ welches ein paar Jahre später in der Version von Bill Haley einen noch größeren Bekanntheitsgrad erfährt. Vermutlich weil dieser einige der etwas schlüpfrigen Textzeilen abändert und es somit ermöglicht, das der Titel in seiner Version im Radio gespielt werden kann.
Big Joe Turner ist einer der wenigen klassischen Blues-Shouter der den Übergang in das Rock'n'Roll-Zeitalter unbeschadet übersteht und im Gegenteil sogar eher größere Erfolge feiert als zuvor. Mit „Shake, rattle and roll“ gelingt ihm ein Nr. 1 Hit, ebenso wie bereits 1951 mit „Honey hush“.
1958 ist die Glückssträhne allerdings vorbei. „Jump for joy“ ist sein letzter Hit (mal wieder eine aufgepeppte Adaption seines Klassikers „Roll 'em Pete“). Danach wendet er sich verstärkt dem Blues und Jazz zu und veröffentlicht vor allem Alben mit kleineren Jazz-Combos als Backing Bands. 1983 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Im November 1985 stirbt Joe Turner an den Nebenfolgen seiner Alkoholsucht, die im bereits in den Jahren zuvor mit Diabetes und diversen Schalganfällen die Gesundheit ruiniert hatte. 1987 wird er posthum in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.
Auch wenn er nur in den 50er Jahren Chart-Hits vorweisen kann, so war Big Joe Turner doch ein Künstler, der es geschafft hatte, von den späten 20er Jahren bis hinein in die 80er Jahre erfolgreich Musik zu machen und dabei ein musikalische Niveau nie zu unterschreiten bzw. sich seine Authentizität zu bewahren. Und auch wenn man es natürlich nicht an einer einzelnen Person festmachen kann, so ist die eingangs erwähnte Behauptung sicherlich nicht gänzlich falsch: Ohne Big Joe Turner wäre die Geschichte des Rock'n'Roll sicher eine andere.

Wenn ich Songs von Big Joe Turner höre, dauert es für gewöhnlich nicht allzu lang, dass sich ein Lächeln auf mein Gesicht schleicht. Entweder durch die Song selbst, die in der Regel eine unglaubliche Lebensfreude versprühen oder durch die leicht anzüglichen Texte, die durch Turner's Gesang aber irgendwie nie platt wirken. Oder wenn er wie in „Hide and seek“ mal eben kurz auf deutsch anzählt: „eins, zwei, kick 'em in the eye“.

Neben der wie immer sehr schön aufgemachten Bear Family CD „Big Joe Turner rocks“ existieren jede Menge Kopplungen mit den Songs von Big Joe Turner. Zu empfehlen sind natürlich vor allem seine „klassischen“ Jahre bei Atlantic von 1951-1960.

Big Joe Turner – Honey Hush (1953, Atlantic 1001, R&B #1)

Big Joe Turner – Shake, rattle and roll (1954, Atlantic 1026, R&B #1)

Big Joe Turner – Well alright (1955, Atlantic 1040, R&B #9)

Big Joe Turner – Flip flop and fly (1955, Atlantic 1053, R&B #2)

Big Joe Turner – Hide and seek (1955, Atlantic 1069, R&B #3)

Big Joe Turner – Morning noon and night (1956, Atlantic 1080, R&B #8)

Big Joe Turner – The chicken and the hawk (1956, Atlantic 1080, R&B #7)

Big Joe Turner – Boogie woogie country girl (1956, Atlantic 1088, R&B #2, B-Seite von „Corrine, Corrina“)

Big Joe Turner – Lipstick, powder and paint (1956, Atlantic 1100, R&B #8)

Big Joe Turner – Love roller coaster (1957, Atlantic 1146, R&B #12)

Big Joe Turner – I need a girl (1957, Atlantic 1155, B-Seite von „Trouble in mind“)

Big Joe Turner – Teenage letter (1957, Atlantic 1167)

Big Joe Turner – Jump for joy (1958, Atlantic 1184, R&B #15)

Early Recordings:

Big Joe Turner – Roll 'em Pete (1938, Vocalion 4607)

Big Joe Turner – Morning glory (1948, Aladdin 3013)

Big Joe Turner – Ooo ouch stop (1949)

Big Joe Turner – Jumpin' tonight (1950, Imperial 5090)

Big Joe Turner – Jumpin' at the jubille (1950, Freedom Records 1546)

hier ist übrigens das gesamte Rocks-Album zu hören:
https://www.youtube.com/watch?v=4IK5wbDxHb8
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