Der Filmdiskussions-Thread

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Endamon

Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Endamon » 15.09.2012 09:45

My Friend Of Misery hat geschrieben:
Tolpan hat geschrieben:Lord of War - 10/10

Indeed.

Ich hab mir die Tage den Kingdom of Heaven Director's Cut noch mal angeschaut. Auch in der Fassung ist es mMn einer der schwächeren Filme von Ridley Scott. Was mich am meisten stört ist das lahme (≠ langsame) Erzähltempo. Die drei Stunden ziehen sich einfach nur wie Kaugummi (Hallo, Sambora *g*) und ich hab mehr als einmal auf die Uhr bzw die Laufzeitanzeige geguckt. Mit den eingefügten Szenen mag die Geschichte logischer sein, besser zu gucken ist KoH dadurch nicht geworden. Im Gegensatz zu Scotts jüngster Vollabtreibung stimmt wenigstens das Schauspielerische größtenteils. Mit Liam Neeson, Jeremy Irons, Brendan Gleeson, Edward Norton (obwohl er nicht zu sehen ist) und dem Saladin-Darsteller, kann wenig schief gehen. Orlando Bloom ist immerhin besser als in "Troja". Bliebe noch Eva Green. Wer hat der eigentlich verklickert, das mit der Schauspielerei wäre ne gute Idee? Derjenige möchte sich bitte bei Kärcher als Testobjekt melden.



Seine Längen hat der Film, das stimmt und das mit den Schauspielern sehe ich genau so, außer das Eva Green dort nicht heraussticht aber auch nicht unangenehm auffällt aus meiner Sicht. Ist in der längeren Version auch die Schlacht, die man nicht zeigt, drin?

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon My Friend Of Misery » 20.09.2012 09:43

Endamon hat geschrieben:Ist in der längeren Version auch die Schlacht, die man nicht zeigt, drin?

Meinst Du die erste Begegnung der beiden Armeen irgendwo in der Mitte des Films? Nein, die wird nicht gezeigt.
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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon 1984 » 20.09.2012 10:50

TAFKAR hat geschrieben:
Tolpan hat geschrieben:Lord of War - 10/10


Als sie vor einigen Monaten den But verhafteten, war ich schon ein wenig enttäuscht, dass der gar nicht wie Cage aussah!
Aber in der Tat ein sehr sehenswerter Film.


Wäre die Hauptrolle schauspielerisch nicht so absulut unsehenswert, wäre er noch sehenswerter. *g*

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Eiswalzer » 21.09.2012 22:25

So, letzte Woche war das Filmfest Oldenburg, also gab's eine Menge zu sehen. Und diesmal hat sich ausnahmsweise alles, was ich gesehen habe, gelohnt:

- Pursuit Of Loneliness

Eine alte Frau stirbt im Krankenhaus, ohne dass es "da draußen" irgendwen gäbe, der sie kannte, geschweige denn, dass sie ihm etwas bedeutet hätte. Die Verwaltung muss also wohl den ganzen Hausrat letzten Endes zur Versteigerung freigeben. Ein ruhiger, fast schon dokumentarischer Film über das Alter und die Gesellschaft.

- The Fourth Dimension

Drei Regisseure drehen kurze Filme über ihre Vorstellung einer "vierten Dimension". Val Kilmer gibt einen Motivationsguru, der in einer Spielhalle mit der Vehemenz eines euphorisierten Klaus Kinski seine grotesken Mantras verbreitet; in gegengeschnittenen Szenen verbringt er einen ebenso lauen wie verrückten Abend mit Rachel Korine am Pool, in der Videothek und an der Spielkonsole. Im zweiten Film sucht ein russischer Forscher vergeblich nach einer Möglichkeit, seine Erfindung zu verbessern, mit der man durch die Augen von Personen der Vergangenheit blicken kann. Über diese Grübeleien entgehen ihm fast die Avancen seiner bodenständigen Nachbarin. Im dritten Film amüsieren sich vier polnische Jugendliche in einem aufgrund einer Flutwarnung evakuierten Dorf, bis auf einmal merkwürdige Dinge passieren.

Drei ziemlich unterschiedliche Filme, aber jeder davon war faszinierend. Insbesondere beim ersten ist eine fast religiöse, tranceartige Stimmung aufgekommen, so überzeugend war das. Dagegen konnten auch die melancholische Fantastik à la Tarkowski im zweiten Film und der jugendlich-anarchische Überschwang ("A Clockwork Orange" lässt grüßen) nicht mehr anstinken.

- The Punk Syndrome

Vier Finnen lassen sich von ihrem Down-Syndrom nicht davon abhalten, in einer Punkband zu spielen, Platten aufzunehmen, auf der Bühne zu posen und Touren zu absolvieren. So handeln ihre kurzen, rotzigen Songs dann vom Hass auf Politiker, Fußpfleger und die Ausgrenzung. Bemerkenswerter Dokumentarfilm, der viele Aspekte des Lebens seiner Akteure beleuchtet und dabei insgesamt ein schlüssiges Bild von Menschen abgibt, die ihr Leben lieben und gegen alle Widerstände ihre Träume leben.

- Violet & Daisy

Zwei modeaffine und teils himmelschreiend naive Teenagerinnen verdienen sich das Geld für die aktuellen Kollektionen durch präzise ausgeführte Auftragsmorde. Doch ihr nächstes "Opfer" (James Gandolfini) hat ganz andere Pläne mit den beiden, als sich von ihnen mir nichts, dir nichts ermorden zu lassen. Denn Schlägertypen sind schon auf dem Weg zu ihm, und seine Tochter, eine Altersgenossin seiner "Möderinnen", hat sich von ihm entfremdet... großartig und grotesk, dieser Film. Gar nicht so viele Actionszenen drin, wie man erwarten könnte, aber dafür gibt's eine Menge abgedrehten Humor.

- Sechzehneichen

Ein junges Karrieristenpaar zieht aus einer deutschen Großstadt in eine bewachte Nobelsiedlung. Doch irgendwas ist faul mit den piekfeinen Einwohnern, die Frauen sind oberflächlich und die Männer hinter der Designerfassade doch äußerst vulgär... Der Film beginnt als ätzender Anschlag auf eine spießige Elite, entwickelt sich aber im weiteren Verlauf zu einem fiesen Psychothriller mit noch viel fieserem Ende. Sollte man nicht verpassen, wenn's demnächst im Öffentlich-Rechtlichen läuft (Produzent war schließlich der HR).

- Zero Killed

Noch ein Dokumentarfilm: Ein Regisseur hat sich vor Jahren darin geübt, ganz gewöhnliche Leute ihre Mordfantasien mit den Mitteln des Films illustrieren zu lassen (sowohl als Täter, als Opfer, wie auch als Selbstmord). Unlängst wurden diese Leute nochmals zu ihrer Meinung gefragt. Heraus kam ein visuell nicht immer überzeugender, aber inhaltlich andauernd aktueller Film über die Rolle von Gewalt und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Insgesamt vielleicht nicht ganz so stark und verstörend wie der vor drei Jahren zum Thema gezeigte Spielfilm "Distanz" (mit Ken Duken in der Hauptrolle), aber unterm Strich dennoch aufwühlend.

- California Solo

Robert Carlyle spielt einen gealterten Britpop-Veteranen, der nach dem Ende seiner Band in Kalifornien ein entspannt-alternatives Leben zwischen Landarbeit, Whiskey und Moderation seines Podcasts über das, was im RH mal "Tragische Helden des Rock 'N' Roll" genannt wurde, lebt. Nach einer Alkoholfahrt kommt ein früheres Drogendelikt ans Licht, und prompt droht ihm die Abschiebung nach Großbritannien. Um das zu verhindern, muss er nun versuchen, seine geschiedene US-Frau auf seine Seite zu ziehen... gar nicht so komödiantisch inszeniert, wie es aufgrund der Idee (die mich sehr an den geschätzten letztjährigen "This Must Be The Place" mit Sean Penn erinnert hat) möglich gewesen wäre. Dafür aber ein halbwegs ernster Film über Verantwortung, das Aussteigerdasein, und auch über Rockmusik und Trends. Kann man sich mal ansehen.

Zusätzlich zu den ganzen Sachen noch, und zwar auf Arte:

- Incident At Loch Ness

Regielegende Werner Herzog plant einen Dokumentarfilm über das Ungeheuer von Loch Ness, doch Produzent Zak Penn möchte einen Blockbuster mit sensationellen Erkenntnissen draus machen. Vor den Augen eines Making-Of-Teams kommt es zu Zwistigkeiten, angenehmen (Kitana Baker) und unangebehmen Überraschungen und schließlich zu einer Reihe mysteriöser Vorfälle, die in einer Katastrophe münden. Natürlich ist das alles ein Mockumentary, aber insgesamt haarsträubend doppelbödig, was das Spiel mit der echten, falschen und filmischen Realität angeht, und insgesamt somit urkomisch und definitv sehenswert.

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon costaweidner » 23.09.2012 13:38

Gestern mal wieder "Das Leben des Brian" und "Blues Brothers" gesehen. Muss man ja eigentlich keine Worte drüber verlieren, wer nicht einsieht, dass die beide großartig sind, ist eh ein schlechter Mensch.

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Kaleun Thomsen » 23.09.2012 13:41

*schlechter Mensch sei*


"DLDB" habe ich nie gesehen und es verlangt mich auch nicht danach, "BB" ist einfach nur Käse.
Misery Fucking Loves Me! And I Love Her Too!

"Wer "A" sagt, muss nicht zwangsläufig auch "B" sagen. Er kann auch erkennen, dass "A" Blödsinn war."

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Endamon » 23.09.2012 13:51

Bin wohl einer der wenigen Menschen die Blues Brothers nie ganz gesehen haben und auch kein Bedürfnis dazu haben. :)

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Sambora » 23.09.2012 14:23

Kaleun Thomsen hat geschrieben:
"DLDB" habe ich nie gesehen und es verlangt mich auch nicht danach, "BB" ist einfach nur Käse.


Wenn mal jemand behauptet, du würdest den Bahamut zu Unrecht tragen, werde ich ihm dieses Posting zeigen.

Und er wird für immer schweigen.

*g*
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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Rotstift » 23.09.2012 14:29

Sambora hat geschrieben:
Kaleun Thomsen hat geschrieben:
"DLDB" habe ich nie gesehen und es verlangt mich auch nicht danach, "BB" ist einfach nur Käse.


Wenn mal jemand behauptet, du würdest den Bahamut zu Unrecht tragen, werde ich ihm dieses Posting zeigen.

Und er wird für immer schweigen.

*g*


Wir sollten über einen 'Lifetime Achievement-Award' nachdenken. :wink:
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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Tolpan » 23.09.2012 14:53

Kaleun Thomsen hat geschrieben:"DLDB" habe ich nie gesehen und es verlangt mich auch nicht danach

Tja, dann entgeht Dir aber echt was.
Wer nichts weiß, muss alles glauben (Marie von Ebner-Eschenbach)

Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Nezyrael » 23.09.2012 15:46

Dancer in the Dark ist nach Antichrist, Idioten und Melancholia nun der vierte Film von Lars von Trier den ich sichte, und wie die anderen drei ist auch dieser Film absolut hervorragend. Die verschiedenen Charaktere werden behutsam vorgestellt, ohne dass jemals der Eindruck entsteht dass es sich hier um eine schöne Familienidylle handeln könnte, zu omnipräsent und greifbar sind die Probleme, ob privat oder auf der Arbeit. Schliesslich schlägt auch noch das Schicksal in der Gestalt eines guten Freundes zu und stellt die Hauptprotagonistin vor eine nahezu unmögliche Entscheidung. Dargestellt wird diese sehr überzeugend von Björk, die auch den starken Soundtrack des Films stellt. Aber auch die anderen Schauspieler sind jederzeit überzeugend. Sehr stark war dann noch das Ende inszeniert, das auch ein klares Statement vermittelt. Starker Film

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon TAFKAR » 23.09.2012 15:59

Das Ende von "Dancer..." hat mich damals richtiggehend geschockt, zumal das letzte Lied wohl auch noch "This is not the end" o.ä. hieß.

Empfehlenswert ist übrigens auch LvTs Serie "Geister"!

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon abuzze666 » 23.09.2012 16:07

Grad eben gesehen "Dänsiche Delikatessen"...hmm...fand ich jetzt nicht so prall. Vermutlich weil ich da irgendwie was komplett anderes Erwartet hab. Mehr Gemetzel, mehr Kömödie...Grad letzteres ist dieser Film ja nu fast gar nicht. Ok, Rabenschwarz...aber hmm, den brauch ich nicht nochmal gucken.

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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon DerIngo » 23.09.2012 16:16

abuzze666 hat geschrieben:Grad eben gesehen "Dänsiche Delikatessen"...hmm...fand ich jetzt nicht so prall. Vermutlich weil ich da irgendwie was komplett anderes Erwartet hab. Mehr Gemetzel, mehr Kömödie...Grad letzteres ist dieser Film ja nu fast gar nicht. Ok, Rabenschwarz...aber hmm, den brauch ich nicht nochmal gucken.


Großartiger Film.
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Re: Der Filmdiskussions-Thread

Beitragvon Mondkerz » 23.09.2012 16:41

Für manche Aussagen sollte man hier auf Lebenszeit gesperrt werden ... ;)

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